Chios Rundfahrt

Wir mieten ein Auto und starten die Rundfahrt durch den Süden von Chios. Unser erster Stopp ist beim Kloster Nea Moni. Dieses Kloster liegt weit oberhalb der Stadt in den Bergen. Es wurde im Jahre 1045 erbaut und gehört zum Weltkulturerbe. Leider wurden viele der schönen Mosaiken von den Türken zerstört. 

Es ist Sonntag, eine Ortodoxe Messe findet statt und wir horchen dem Gesang des Priesters. Nach der Zeremonie können wir die kürzlich renovierte Kirche besichtigen. 

Weiter geht die Fahrt den Berg hinauf, bis wir in dem Bergdorf Avgonima ankommen. Wir schlendern zum Dorfplatz und lassen die Ruhe von diesem Ort auf uns wirken. Die Familie, welche die Taverne bewirtet, freut sich an den ersten Gästen, es ist Sonntag da werden noch viele Griechen kommen, das Lamm dreht sich schon am Spiess auf dem Grill. 

Nun gehts runter ans Meer. Herrliche Buchten mit Sandstränden sehen wir, immer wieder die Genueser Wachtürme auf den Bergkuppen. Nach dem Baden und Mittagessen fahren wir nach Mesta. Dieser Ort ist wie eine Festung gebaut. Die Leute kultivieren hier seit hunderten von Jahren die Mastixbäume. Mastix ist das Harz dieser Bäume, welches zu Medizin und Kosmetik verarbeitet wird. Schon die Perser und die Römer haben Chios besetzt und das Mastixharz in ihre Heimatländer verschifft. Noch heute ist Mastix sehr begehrt und teuer. Es kann nur im Süden von Chios angebaut werden, da nur hier das Klima passend ist. Mastix ist das Kaugummi der Antike.

Es sind die drei Orte Mesta, Olympi und Pirgi, welche seit der Antike das Mastik handeln und veredeln. Alle drei Städtchen sind wie Festungen gebaut, damit die Piraten nicht eindringen und die Bewohner nicht illegal das  Mastix schmuggeln konnten. Mesta hat uns beeindruckt mit den schmalen, kühlen Gassen, nur auf dem Dorfplatz war Platz für Geselligkeit. Die Häuser in Pirgi sind mit Kratzputz verziert, Muster in grau und weiss schmücken die Häuser. 

Nun gehts zurück zum Schiff. Das war eine tolle Fahrt durch die abwechslungsreiche Landschaft, durch schmucke Dörfer vorbei an traumhaften Stränden. 

Noch eine Nacht vor der Disco wollen wir nicht erleben, darum laufen wir noch aus. Kurz bevor die Sonne untergeht ankern, wir vom Wind geschützt bei Agia Ermioni. 

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Starkwind und Ouzo

Der Wetterbericht hat Recht, ausserhalb der geschützten Bucht in Sigri bläst der Nordwind mit 30 Knoten. Wir segeln mit Raumwind und 7 Knoten Fahrt der Küste entlang zur Lagune Kallonis. Mal haben wir viel mal weniger Wind, je nach Beschaffenheit der gebirgigen Küste. Durch die Täler fegt der Wind immer stark. 

Bald sehen wir die schmale Einfahrt zur Lagune. Tonnen begrenzen die Fahrrinne. Wir ankern vor dem kleinen Dorf Apothika, wir sind geschützt vor den Wellen, aber der Wind bläst auch hier ganz kräftig. Der Anker hält gut im Schlick, so gehts am später Nachmittag zur Taverne, die Fische, die Pommes und das Zaziki sind lecker. 

Am nächsten Tag segeln wir weiter nach Plomari, wieder starker Wind, aber vor Plomari wirds so stürmisch, bis 40 Knoten peitschen die Wellen über die Serenità. Wir meistern den Sturm, jeder an Bord hilft mit, so bringen wir die Serenità sicher in den Hafen. Heute schmeckt der Campari besonders gut. In Plomari liegen wir  ungemütlich, es schaukelt, die Festmacher knarren, das Schiff schlingert im Schwell. Wir besuchen die Ouzo-Destillerie und füllen die Hausbar wieder auf und abends essen wir unter der uralten Plantane im Dorfkern, es gibt Lamm aus dem Ofen. 

Als der Meltemi nachlässt, verlassen wir die Insel Lesbos und segeln südwärts zur Insel Nisos Oinoussa. Der Wind hat nachgelassen, gemütliches Segeln, Arthur ruft zu Hause an, es sind alle glücklich, im regnerischen Allgäu und auch auf der Serenità.  In Oinouzza besuchen wir das Schifffahrtsmuseum, reparieren den Teakrost vom Schiff, staunen und lauschen der hitzigen Diskussion der ehemaligen Kapitäne in der Taverne. Hier leben nur Seefahrer. 

Am nächsten Tag segeln wir nach Langada auf Chios. Wir sind das einzige Schiff am Pier, kaum zu glauben, der Brexit? Die Briten sind wohl alle in der Türkei. Wir schlendern durchs Dorf, bis das Armband 6'000 Schritt anzeigt! Wir besuchen die ortodoxe Kirche, reich geschmückt mit Silber und Ikonen. Eine alte Frau gibt uns Feuer, damit wir unsere Kerze für eine gute Reise anzünden können. Sie erzählt sie uns lange von "ihrer" schmucken Kirche, wir verstehen kein Wort griechisch hören aber aufmerksam zu und hoffen sie lässt uns mit ihrem Segen weiterziehen. 

Von hier geht's nach Chios Stadt, an die Partymeile, es ist laut, Strassenlärm und Disconacht. 

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Lesbos Entdecken

Der Sommerurlaub in der Schweiz und Deutschland ist vorbei. Zurück auf dem Schiff freue ich mich die Reise zu den vielen wunderschönen griechischen Inseln. In den ersten zwei Wochen begleiten mich Arthur und Akke. Arthur hat Serenità Erfahrung, er ist das dritte Mal zu Besuch. 

Wir starten in Mytilini, segeln der türkischen Küste entlang nordwärts bis wir drüben bei der Insel "Nisis Asproniso" wenden können. Hier liegen wir ruhig, das Wasser türkis blau und der "Anleger Drink" tief rot. Campari, klar doch. Akke, der erfahrene Segler und Smutje verwöhnt uns nicht nur an diesem Abend. 

Nach dem Delikatess-Frühstück, legen wir ab und warten auf Wind, während wir nach Molyvos motoren. Es wird der einzige Tag sein, an dem wir keinen Wind haben. Nach 21 Meilen legen wir im kleinen Hafen, unterhalb der Stadt, mit der mächtigen Festung, die auf dem Hügel tront, an. Wir schlendern durch die steilen, schattigen Gassen, die ersten Souvenirs werden gekauft und wir schauen raus aufs Meer zum Horizont, dorthin wird es morgen weitergehen. Die vielen Fischrestaurants am Hafen locken uns, wir geniessen das Essen, den Wein und das Eis danach. 

Nun gehts weiter nach Sigri, der Wind kommt wie vorhergesagt raumschots,  segeln wir der Küste entlang, bis wir die Inseln vor Sigri sehen. Hinter dem Dorf, geschützt von den Inseln legen wir den Anker in den Sand. Wir waren schnell unterwegs, so bleibt uns noch Zeit, das Museum zu besuchen. Hier im Naturmuseum "Versteinerter Wald" erfahren wir von der Archäologie der Erde, von Vulkanen und Kontinentalverschiebungen. Eindrücklich sind die Baumstämme, die in der langen Zeit unter der Vulkanasche versteinert wurden. 

 

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Foça

Foça war mein nördlichster Ort in der Türkei. Das einstige und immer noch wunderschöne Fischerdorf liegt in einer verzweigten Bucht mit vorgelagerten Inseln. Ich hab eine Lücke am Pier gefunden und kann zwei Nächte bleiben, schön wieder mal vom Schiff zu steigen ohne zu rudern.

Der türkische Tourismus hat den Ort voll im Griff, doch die vielen Fischerboote gibts immer noch und die zahlreichen schattigen Gassen und Plätze strahlen eine zufriedene Ruhe aus. Nur bei den Eisverkäufern herrscht in der Nacht Gedränge, die Türken sind hier ganz scharf auf Eis, vielleicht ist es hier speziell fein. Viele prächtige Steinhäuser zeugen vom Reichtum der Stadt, sieht fast aus wie in Griechenland, vielleicht haben einst die Griechen diese Häuser gebaut. Ist ja noch nicht allzulange her, seit die letzten Griechen aus Kleinasien deportiert wurden. 

Am Markt sieht des dann wieder ganz türkisch aus, Gemüse und Früchte in allen Sorten und Farben.

Beim Abendessen gebe ich meine letzten Lira aus, kann mich fast nicht entscheiden, wo ich mich setzen soll, so viele gemütliche Plätze, abseits vom Rummel am Fischerhafen finde ich ein nettes Restaurant, mehr Kellner als Gäste, aber noble Küche, konnte eine Runde durch die Küche drehen und alle Fische und Vorspeisen anschauen. mmmmh, echt lecker wars. 

Nun gehts endgültig wieder nach Griechenland. 

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Wer zuletzt lacht

Beobachtet in Sigacik.

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Apollo-Tempel in Didyma

Mit dem Dolmus fuhren wir vom Strand zu der Tempelanlage von Didyma. Der am nördlichen Stadtrand von Didim gelegene Apollontempel ist in seinen Grundmauern gut erhalten, leider stehen nur noch wenige der ca. 20 Meter hohe Säulen, es waren einst 72 Stück. Mitten im Tempel von Apollon, dem Gott des Lichtes und der Weissagung sprudelte eine Orakelquelle. Dieser drittgrösste aller antiker Tempelbauten war ein berühmter  Pilgerort.

Ich bestaunte die vielen Ornamente und die kunstvoll gemeisselten Medusenköpfe und geflügelten Drachen. Steinmetzkunst überall, am Tempel wurde 600 Jahre gebaut und er wurde nie fertig. Ich war beeindruckt von dieser grösse und der Archtiektur dieses Bauwerks das rundum mit Stufen zugänglich ist.

Ich hatte natürlich auch einige Fragen an das Orakel, es wird doch wohl immer noch weissagen, obwohl die Quelle 700 vor Chr, versiegt ist? Die Antworten behalte ich für mich. 

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Mit Andreas von Bodrum bis zum Teppichhändler

In Bodrum kommt Andreas für ein paar Tage an Bord und wir segeln gemeinsam nordwärts. Es gibt neues zu entdecken, da auch ich diese Küste nicht kenne. Wir hatten meistens tollen Wind zum Segeln, so auch am zweiten Segeltag als wir die Bucht von Bodrum verliessen und bis Yalikava gesegelt sind. Dort hat der rote Vollmond übers Meer geleuchtet. 

Am nächsten Tag sind wir bis Iassos gesegelt, ein verschlafener Ort, ein paar Fischerboote und Überreste aus hellenischer Zeit, die Halbinsel war schon vor dreitausend Jahren besiedelt. Wir essen leckern Fisch am Hafen, ganz simpel ein Tisch und Stühle auf der Mole und eine Bude die als Küche dient. Uns beiden schmecks, die Fische sind fangfrisch und die Pommes lecker.

Am nächsten Morgen kraxeln wir durch die Ruinen und dann segeln wir weiter im Golf von Güllük. Wir segeln mit der Nachmittagsbrise bis Altikum, das ist das Strandquartier von Didim. Hier bleiben wir vor Anker bis Andreas abreist, der Nordwind stoppt uns, so haben wir Zeit den grössten Apollontempel der Antike zu besuchen. Natürlich auch den Teppichhändler der dort seinen Handel treibt. Das war ein Schauspiel, knallhart hat Andreas den Seidenteppich auf 10 % vom Anfangspreis runtergehandelt. Mehmet hatte schon Tränen in den Augen und seine Geschäft ist nun wohl ruiniert! oder der Teppich war getürkt! 

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Serenitàs "Blaue Reise"

Von Bozburun nach Bodrum gibts einige wunderschöne Ankerplätze und mit Datca und Palamut auch zwei Ortschaften mit Mooringplätzen. Moderater Segelwind und tolles Wetter, Sandstrände und glasklares Wasser, was will man mehr. Auf einer kleinen Insel haben Christine und ich Kaninchen entdeckt, mit Füttern hats nicht geklappt, obwohl sie nicht scheu waren. Wir haben Kapernknospen gepflückt und in Salzlauge und Essig eingelegt, passt doch zu Champagner und ....  In Knidos ankerten wir mitten in den Ruinen der  Griechen und Römer, die Aphrodite ist uns leider nicht begegnet. Die Crew von der Olma hat auch vergeblich Ausschau nach der hübschen Griechin gehalten. 

Von Knidos gehts weiter nach Bodrum, vorbei an Kos, Griechenland kommt immer näher. 

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Blaue Reise

Wer hat nicht schon von der "Blauen Reise" gehört? In der Türkei wird auf den hölzigen Seglern luxeriöse Ferien gemacht, von einer Bucht zur nächsten. Seit einigen Jahren buchen aber die Amis und Europäer fast keine Reisen mehr auf den Gülets, der Sultan hat sie vergrault. Doch für die Türken ist Urlaub auf den grossen Schiffen immer noch sehr beliebt. 

Vor allem in Bozburun werden diese Schiff gebaut, sie sind circa 20 Meter lang und fast 100 Tonnen schwer und jedes sieht anders aus, ich vermute es gibt keine Pläne beim Bauen, und es dauert meistens ein paar Jahre bis eine Gület fertig ist. 

Nun wollten wir so ein schönes Schiff mal von innen sehen. Am Pier in Bozburn haben wir gefragt und Serhat hat uns auf sein Schiff eingeladen. Er war der Besitzer und hat uns das ganze Schiff gezeigt. Die hölzernen Kajüten und den Salon. Nicht alles ganz so edel, viel Holz wie auf einer Alphütte!! 

Auf die Frage: Wieso die Gülets die Segel nie setzen, sagt Serhat, die Schiffe sind zu schwer, da kommt man nie ans Ziel. Also immer den Motor mit seinen 400 PS an und möglichst bei ruhiger See zum nächsten Ankerplatz.

Mit Stolz erzählt uns Serhat vom Bau seiner neuen Gület 24 Meter lang die bald fertig wird. Hoffen wir, er hat viele Gäste, die diese Investition tragbar macht, denn Gülets gibts hier eine neben der andern, kein Platz mehr am Betonpier. Toll, das wir so ein türkisches Kreuzfahrtschiff besichtigen durften und uns mit dem Bootsmann und dem Kapitän unterhalten konnten. Die Aussicht über den Bug ist einmalig, bei der Hitze erinnert sie nicht an Titanic.

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Südtürkische Küste

Eine Tagesreise von Marmaris entfernt, liegen zwei wunderschöne Buchten. Da können wir unmöglich vorbei segeln. Wir ankern in Serce Limani mit Heckleinen am Ufer. Das glasklare Wasser lädt zum Schwimmen ein, es ist heiss, eine Abkühlung tut gut. Am Ufer hat,s eine gekachelte Terrasse, wohl von einem ehemaligen, illegalen Restaurant. Hier machen wir Yoga und anschliessend, kraxle ich den Berg hoch, freunde mich mit einer schwarzen Ziege an, die begleitet mich zum Dinghi und möchte am Liebsten einsteigen. Ich rudere zur Serenità und die Ziege folgt mir über die grossen Steine am Ufer. Das war aber ein spezielles Erlebnis!  Sogar vom Nachbarschiff ist die Eignerin zu uns geschwommen und hat gefragt, wieso die Ziege mir gefolgt ist. 

Am Mittag legen wir ab und nach zwei Stunden segeln, legen wir beim Restaurant "Loryma Beach" in der Bucht Bozukkale an. Hier bleiben wir zwei Tage, geniessen das Nichtstun, die Liegestühle und die kurzen Wanderungen durch die karge Landschaft. 

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neue Polster

Das grosse, langwierige Projekt, "Polster ersetzen" hat letztes Jahr begonnen. Ich habe in Marmaris, wo es sicher sechzehn Polsterer gibt, meinen Wunschstoffbezug bei Melih bestellt und im Voraus bezahlt.

Daraus wurde aber nichts, keine Lieferung während der Zeit in der ich in Marmaris war. Lieferkettenproblem. 

Also Geld zurück, der Stoff ist dann doch eingetroffen, als ich schon weg war und es war die selbe Farbe aber ein anderes Muster. Das mir sogar besser gefallen hat.

Ein Jahr später, 16. April, ich besuche Melih und schau mir den Stoff an, er hat ihn immer noch am Lager. Wir feilschen um den Preis, Salon weiss und Kabinen in dem besagt petrolfarbigen Stoff. Super Preis, 1'320 Euro, inklusive vieler, kleiner Extrawünsche.

Also alte schwedische Poster raus und ab auf dem Sperrmühl. 

Der weisse Stoff ist schnell bestellt und geliefert, aber jetzt geht nichts mehr vorwärts. Melih ist bekannt für gute Arbeit, aber berüchtigt, dass die Termine nicht eingehalten werden. Ein Türke hat mir erzählt, dass er schon sechs Monate auf die Polster wartet. Jeden Tag bin ich dort und jeden Tag lügt mich Melih an, immer verspricht er, dass übermorgen alles fertig ist, hab graue Haare gekriegt in den vier Wochen! 

Plötzlich sind die Rückenpolster fertig, ich schöpfe schon Hoffnung, dass es jetzt vorwärts geht, doch das war nur ein Strohfeuer, aber wenigstens kann ich die Lehnen wieder anschrauben. 

Doch erst am 24. Mai kommt Hassan aufs Schiff und macht neue Schablonen. Melih traut den Plastikschablonen vom letzten Jahr nicht mehr. 

Dann gehts aber vorwärts, zu dritt wird geschnitten und genäht, ein Tag später, am Mittwoch 25. Mai ist alles fertig und wird zum Schiff geliefert. Alles passt wie angegossen, sieht auch toll aus, etwas heikel das weiss im Salon, Rotwein ist seit heute aus der Weinkarte gestrichen. 

Wow, das hat im letzten Moment doch noch geklappt, Christine kommt morgen und am Samstag segeln wir los. 

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Badeplattform

Eine Badeplattform ans Heck der Serenità, würde das einsteigen nach dem Schwimmen erleichtern und hätte noch viele andere Vorteile. Doch Hallberg-Rassy kann die Standart Plattform nicht liefern, Lieferkettenprobleme. So mach ich mich auf die Suche nach einem türkischen Handwerker der die Plattform nach meinen Wünschen konstruiert. Nach langem Suchen und Diskutieren, in Finike und Marmaris, werde ich bei meinem bekannten Stahlbauer im Sanaji in Marmaris fündig. Baki hat schnell entschieden, dass er das machen kann und der Preis steht nach 1 Minute fest. Nur einen Schreiner kennt er nicht und alle Schreiner in Marmaris haben entweder kein Teakholz oder wollen einen horrenden Preis.

Die lieben Materialpreise, seit einem Jahr nur rauf und rauf.

Schritt um Schritt biegt und schweisst Baki die Stahlrohre zusammen. Ich finde einen Schreiner in Finike, Ramazan, er hat schon mein Teakdeck verlegt. Er fährt 5 Stunden von Finike nach Marmaris, bringt das Teak mit und schneidet Latte um Latte zurecht und hobelt und schleift, alles in der improvisierten Schreinerei auf der Strasse. Am Abend ist die Plattform fertig, tolle Arbeit. 

Nun muss die Plattform noch montiert werden, da bin ich leicht nervös wie das über die Bühne gehen soll. Doch in der Netsel-Marina wird uns ein guter Platz zugewiesen, wo Baki und sein Neffe arbeiten können. 

Nun werden Löcher ins Schiff gebohrt und die Halterungen angeschweisst und die letzen beiden Stützen zurechtgebogen und auch angeschweisst. Alles nicht ganz einfach, da das Heck eine abgerundete Form hat.

Am Nachmittag ist die Arbeit beendet, ich staune wie ruhig Baki das gemacht hat, alles hat gepasst, überlegt und gekonnt. Mir fällt fast eine Stein vom Herzen. Zu ihm hatte ich vertrauen, er macht die richtigen Entscheidungen und macht vorwärts mit der Arbeit.

Mit einer Kartonschablone die Baki zum Schiff gebracht hat hats angefangen und nun ist die Plattform fertig, ein Einzelstück, ein Schmuckstück.

Wir werden sicher viel Freude an dieser Plattform haben. 

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Getürkt, oder aus Alt mach Neu

Eine Stunde nach Sonnenaufgang hab ich sie unter der Marmaris-Brücke aufgehängt. 

Damit's am Schluss ein gutes Ergebnis wird, hab ich sie zuerst mit der Stahlbürste geschruppt. Danach mit Grundierung aus der Spraydose grau besprayt. Nur kurz trocknen lassen, dann mit der blauen Farbe drüber und schon sieht die Gasflasche wie neu aus. 

Der Gashändler wollte die Flasche nicht tauschen, sie ist zu alt und rostig! So macht ich die Alte zur Neuen. Jetzt wird der Umtausch sicher klappen. So wie früher beim Alfa-Romeo- Sud, neu spritzen, dann liess sich der alte, rostige  Flitzer wieder verkaufen. 

Zum Schluss sieht die Gasflasche doch ganz gut aus, sogar Attatürk strahlt.

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Dinghi Cover

Bin immer noch in Marmaris, wir schaukeln am Anker vor dem Attatürk Boulevard. Von hier kann ich einen Grossteil der Stadt überblicken, vom Stadthafen mit den Gülett bis zu der endlos scheinenden Reihe Hotels.

Da in Marmaris viele gute Handwerker sind, hab ich beschlossen für das Dinghi ein Cover schneidern zu lassen. Das PVC vom Dinghi ist nicht sehr UV-beständig, vor allem, wenn ich am Anker liege ist das Beiboot ungeschützt der Sonne ausgesetzt. 

Der Preis ist mit Ibrahim schnell ausgehandelt, 250 Euro, nur die Farbauswahl war schwieriger. Sandfarbig? Bin ja gespannt wie das Dinghi in Sandfarbe ausschaut und die Nähte und Umrandungen schwarz. 

Am nächsten Morgen gehts los. Die Werkstatt ist mitten in der Stadt, also Luft raus aus dem Dinghi und hinten drauf aufs Motorrad und ab in Shop.

Zuerst wird ein Klettband rund ums Dinghi geklebt, dann wird Mass genommen und mit Plastikfolie eine Schablone geschnitten. Als dies am Abend fertig war, konnte das Dinghi wieder zurück an die Beach, ich musste ja wieder trocken raus zum Schiff. Am nächsten Tag wurde die Abdeckung genäht mit allen Aussparungen und Details. Zum Schluss kommt noch der Schiffsname auf jede Seite.

Sieht doch perfekt aus.  Echt gute Arbeit, nun kann die Sonne scheinen und das Dinghi bleibt noch lange der Tender to Serenità.

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Lossegeln mit Urs

Nun hats ja wieder geklappt, Urs hat sich in die Türkei gewagt. Wir wollen zusammen nach Marmaris segeln und ich möchte ihm vieles zeigen was ich in den letzten Jahren kennen gelernt habe. 

Er muss natürlich einiges mitmachen, Besuch bei meinem Guru in Marmaris, sich von Ali in Haman durchkneten lassen, mit Trix bei Sülejman im Wagenrad Abschied feiern, den Stürmen auf dem Meer trotzen und türkischen Wein trinken. 

Am 30. März sind wir von Finike losgesegelt, seemännisch haben wir eine Ableger getrunken und Neptun dazu eingeladen. Wir haben die Sehenswürdigkeiten in Kekova besucht, Hassan den besten Koch im Mittelmeer und die Gräber der Lykier. In Kas haben wir mit den Fahrrädern die Umgebung erkundet, den grossen Bonito, den wir dort gefangen haben hat für zwei Abendessen satt gemacht. Leider wars oft neblig und kühl, auch als wir den Strand von Patara und die anike Stadt Xantos besucht haben. Der Tag, als wir von Kalkan nach Norden gesegelt sind war ein bleibendes Erlebnis, wie geplant viel Wind von Achtern, doch als dann 50 Knoten Wind über den Bergrücken daherrauschten wars doch etwas viel, zum Glück haben wir die Segel vorher geborgen, Angsst haben wir beide nicht gezeigt. Belohnt wurden wir dann mit einem ruhigen, sicheren Ankerplatz an den bewaldeten Felsen. 

Wir hatten immer wieder guten Segelwind, so sind wir rechtzeitig in Marmaris angekommen, Zeit um die Stadt kennen zu lernen und im Basar die letzten Souvenirs zu kaufen. Die Tage waren abwechslungsreich, die Abenteuer vielfältig, die Überraschungen auch. ...und schon ist Urs wieder in der Schweiz, so schnell geht's. War eine schöne Zeit. 

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Frühling am Lykischen Ufer

Der Frühling beginnt immer langsamer als ich das mir erhoffe. Trotz der südlichen Breitengrade dauerts bis es, bis die Tage wärmer werden und die warmen Socken für lange Zeit verstaut werden können. Die Nächte sind noch kalt 8 Grad und der Schnee liegt weit runter im Taurusgebirge. Im  Schiff will es nicht wärmer werden, wie ein Kältesee bleibt es kalt wie im Kühlschrank. 

Urs ist Ende März angekommen und wir segeln zusammen nach Marmaris, wir besuchen die vielen schönen Hotspots und geniessen das Segeln, mal gemütlich, mal stürmisch mit Fallböen bis 50 Knoten. Zusammen wandern wir durch die vielen antiken lykischen Ruinen, erklimmen Burgen und erleben nun den Frühling in der Südtürkei. Nicht ganz so bunt wie in Mitteleuropa, es ist karg hier, immergrün sind nur die riesigen Pinienwälder und die vielen Sträucher. Wir freuen uns an den vielen Blüten und staunen über die Schildkröten die uns auf steinigen Wegen begegnen. 

 

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Finike Frühling 2022

Nach einem abwechslungsreichen Winter, mit Corona und anderen Sorgen, aber auch mit tollen Tagen auf der Skipiste und sportlich im Wald beim Kaminholz zubereiten, bin ich nun zurück in Finike. Ein grosser Abschied für immer, war der Tod meiner Mutter, zum Glück konnten wir noch viel Zeit miteinander verbringen. 

Die grosse Kälte hat mich in Antalya erwartet, als ich am 12. März dort gelandet bin. War wohl etwas zu früh dieses Jahr, aber die Terminplanung liess es fast nicht anders zu. Das Schiff stand an Land und brauchte etwas Pflege. Das Unterwasserschiff musste angeschliffen und mit Anifouling gestrichen werden, diesmal Marineblau fast schwarz, ganz elegant sieht sie nun aus. Das Steuerrad bekam von Arthur einen neuen Schraubverschluss, sieht einfach super aus. Die Mechanik vom Propeller musste gefettet werden, Fett rein, bis es aus allen Poren quillt! Beim Schlussanstrich haben meine türkischen Nachbarn, Murat und Oka fleissig mitgeholfen.

Beim Polieren des Rumpfs sind die alten Macken vom Vorbesitzer wieder aufgefallen, die wurden einst mit deutscher Gründlichkeit geflickt, aber haben schrecklich ausgeschaut. Hier in Finike gibts einen Fachmann der bessert Schrammen im Gelcoat so aus, dass man nichts mehr sieht davon. Hat mich 50 Euro gekostet, er wollte 120 Euro, das ist ein Wochenlohn von einem Türken, die Marina Mitarbeiter sind einfach unverschämt. 

Schlussendlich sieht das Schiff wieder toll aus und ich konnte es kaum erwarten, bis es im Wasser war. Das Leben auf dem Schiff an Land ist viel umständlicher, Leiter rauf und runter und ein Schiff, dass nicht schaukelt ist ??  

Dann wars soweit am 21. März, Frühlingsbeginn, kam die Serenità wieder ins Wasser. Die Saison kann starten. 

Neptun bekommt einen tüchtigen Schluck, der Kaptain natürlich zwei. Auf eine tolle Fahrt mit vielen schönen Erlebnissen. 

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Kräuterfrau von Terzane

In der einmalig, schönen Inselwelt von Kekova liegt die Serenità über Nacht einsam am Anker in der kleinen Bucht von Terzane. Alle Gület mit den Touristen sind wieder weg, wir haben die Bucht für uns. Wir schaukeln über den römischen Ruinen bei glasklarem Wasser, sogar der Vollmond scheint bis auf den Meeresgrund. 

Am Morgen rudern wir an den Strand und meine beste Yogalehrerin Christine, fordert mich, meine Muskeln und Bänder. 

Da sehen wir, wie ein Ruderboot näher kommt. Eine alte Frau sitzt darin, sie ist vom vier Km entfernten Ort hierher, zur Insel Kekova gerudert. gerudert. Wir schauen ihr zu wie sie das Schiff anbindet, über die Felsen klettert und in der Macchia verschwindet. Wir hören es knacken und rascheln. Bevor wir zur Serenità zurückrudern, treffen wir die Frau und sie zeigt uns was sie gesammelt hat. Thymian und frischen Lorbeer. 

Zurück auf dem Schiff kommt sie vorbei und verkauft uns getrockneten Lorbeer. Danach rudert sie wieder zurück übers Meer. Diese Frau ist mutig bis ins hohe Alter. 

Wir verpassen den Absprung aus der Bucht, um 10 Uhr kommen die Gület eine nach der andern und bringt die Touristen hierher. Unser Anker ist gefangen unter den Touristenschiffen. Mit viel Geduld gibts dann doch die Möglichkeit zum Ankerlichten. Weiter gehts nach Kaleköy.

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Schildkröten schlüpfen

Am endlos, langen Sandstrand von Finike gibt es einige Schildkrötengelege, geschützt mit Gittern, gegen die Nesträuber und um sie vor den Badegästen zu schützen. Im September werden die kleinen Schildkröten schlüpfen, nachdem die Eier zwei Monate im Sand gelegen und von der Sonne gebrütet wurden. Auf meiner Joggingtour hab ich die Gelege gesehen und gehofft eines Morgens die kleinen Schildkröten zu sehen. Am 8. September war es dann soweit, ich hatte das Glück einige wenige Schildkröten bei ihrer kraxelei zum Wasser zu beobachten. Leider sind es nur gerade 8 Stück gewesen die geschlüpft sind, ich weiss nicht, ob die restlichen Schildkröten aus diesem Nest noch schlüpfen? Es sind viele Nesträuber unterwegs, Hunde und anderes, die Gitter zeigen ihnen, wo die Nester sind!!

Bis Ende September werden hoffentlich noch viele kleine Schildkröten den Weg zum Meer finden und irgendwann wieder hierher zurück kommen. 

Diesen acht Kleinen wünsche ich jedenfalls gute, friedliche Reise durchs weite Meer. Nun geht die Sonne auf, ich jogge zurück zum Schiff, bin glücklich, dass ich dieses Erlebnis hatte, heute morgen. 

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Polster Spezialanfertigung

Auch auf dem Schiff möchte ich es bequem haben, dazu fehlte schon lange ein spezielles Kissen. Schon drei Mal wurde von einem Polsterer Mass genommen, nie hat es mit der Ausführung geklappt. 

Nun hab ich im Sanay, dem Handwerkerviertel in Finike, einen Polsterer gefunden, der das mit meiner Hilfe hoffentlich machen kann. Ich hab ein Stück Schaumstoff mit aufs Schiff und hab eine Schablone gemacht, anhand von dem Muster hat Suleyman dann den Schaumstoff zugeschnitten. Nach einem Augenschein auf dem Schiff musste noch etwas nachkorrigiert werden, zum Glück gibts speziellen Kleber der auch Schaumstoff verklebt. Zum Schluss nun noch eine Hülle aus wetterbeständigem Sunbrella-Stoff rundum und fertig ist das Polster. Jetzt wird Chai bestellt und noch ein bisschen getrascht, so läuft das immer mit den Handwerkern hier in der Türkei.

Nun kann ich beim Steuern auf der Rückenlehne sitzen und habs gut gepolstert, ausserdem schützt das Polster das Schiff, der Grossschotblock kann nicht mehr auf den Kunststoff schlagen. Hab Freude an dem neuen Teil, das Schiff wird immer besser und das Leben auch. 

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Im Hamam

Die grosse Hitze ist vorbei, nachts kühlt es schon bis 28 Grad ab, da kommen die ersten Gedanken an Sauna und Eukalyptusduft. Ein Hamam, Türkisches Bad gibts auch hier in Finike. Drei Tage in der Woche ist es für Männer offen 2 Tage für die Frauen. Bis heute war ich noch nie dort, mal sehen wie das hier abläuft. Ali und Mustafa haben um 10 Uhr schon tüchtig eingeheizt und bitten mich freundlich herein. Es sind keine anderen Gäste da, hab die Sauna und das Dampfbad für mich alleine. Nach einer Stunde entspannen und schwitzen, kommt Ali und bittet mich auf die Marmorliege zur Massage. Mit dem Sisalhandschuh wird meine Haut abgerubbelt, die ganze Bräune ist weg, dann werde ich eingeseift, bin ganz weiss vor Schaum und nun beginnt eine Massage da findet Ali Muskeln die ich gar nicht kenne, da gehts ganz kräftig zur Sache, die Muskeln werden gedehnt und gequetscht, das grenzt schon an Masochismus das auszuhalten, dann werde ich kübelweise mit Wasser übergossen heiss und kalt. So viel Wasser, damit könnte man einen botanischen Garten bewässern. Nach der Kopfmassage und nachdem mir fast alle Finger ausgerenkt wurden, gehts auf die Liege zum Entspannen und ein Drink aus Limettensaft, Ayran und Sodawasser bringt den Lebensschwung zurück. Nach bald 3 Std. bin ich wie neu geboren, der Rücken und das Becken im Lot, die Muskeln gelockert, bereit für den Müssiggang im Rentnerleben. 

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Mechaniker-Kurs

Mein Aussenbordmotor, der Malta von Yamaha, ist schon in die Jahre gekommen, doch meistens läuft er, aber immer wieder mal klemmst mit dem Gashebel oder ist der Choke ist verstimmt, oder startet er gar nicht. In der Werft hat Mustafa den Motor schon zwei mal gereinigt, doch schon wieder startet er nicht. 

Nun ist es Zeit, dass ich selber lerne wie der Vergaser zu reinigen ist. In der Werkstatt von Mustafa haben  wir zusammen den Vergaser ausgebaut und in alle Einzelteile zerlegt. Im organischen Verdünner wurden die Düsen über Nacht eingelegt, dann begann der knifflige Zusammenbau. Es dauerte es dann etwas länger bis alle Teile am richtigen Ort eingesetzt waren und der antike Malta wieder zündete und aufheulte. Hoffe, dass ich das, wenn nötig auch alleine schaffe. Inshallah.

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Zurück an der Sonne

Nach einigen abwechslungsreichen Wochen in der Schweiz und Bayern, bin ich wieder zurück in der Türkei. Die Reise war verlief ohne Probleme, Covid ist hier kein so grosses Thema mehr. So bin ich nach einem Aufenthalt bei Mehmet in Antalya sicher beim Schiff angekommen. Trix hat ihre Schweinereien, Servelaz, Bratwürste..usw, die ich ihr aus der Schweiz mitgebracht habe, lachend entgegen genommen und rundum wurde ich von den vielen Seglern begrüsst.  

Die ersten Tage musste ich mich an die Hitze und an den stürmischen Wind der jeden Nachmittag bläst gewöhnen. Nun ist die Serenità wieder wohnlich eingerichtet. Der Kühlschrank voll und das Fahrrad aufgepumpt. Viele kleine Projekte stehen an, Jahresvisum, neuer Liegeplatzvertrag, und viele kleine Sachen am Schiff die ich optimieren möchte. 

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Sommerferien

Der Sommer kommt, das erste Mal seit Jahren, dass ich die Serenita im Sommer alleine lasse.

Ich habe viel Schönes erlebt in diesem Frühling. Mein Touristenvisum von 90 Tagen läuft langsam aus, so werde ich nach Zürich fliegen und einige Wochen in der Schweiz und vor allem in Bayern verbringen. Das Schiff liegt sicher im Hafen von Finike und Aylin wird ab und zu ein Auge drauf werfen. 

So kann ich unbesorgt abreisen. 

Aufs Segeln muss ich nicht verzichten, bestimmt gibts einige Schläge auf dem Chiemsee und auf dem Bodensee, bevor es im August zurück in die Türkei geht. 

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Görüsürüz Marmaris

Auf Wiedersehen Marmaris. Zwei Wochen sind eine lange Zeit, nur im Hafen, kein Schwimmen, kein Segeln, doch das Wichtigste ist erledigt, die Elektronik eingebaut und der Motor und die Ankerwisch von Selim wieder fit gemacht. Nur leider war der Stoff für die neuen Polster nicht lieferbar, schade. War alles schon vorbereitet, doch ich konnte und wollte nicht mehr länger warten. Es geht zurück nach Finike. 

Am Freitag 11. Juni bin ich raus aus der Netsel-Marina, raus aus der riesigen Bucht von Marmaris, an einen Ankerplatz. Endlich wieder Ruhe, Stille, slow down, und der weite Blick übers Meer. 

In der Nacht werde ich von den Naturgewalten geweckt, unsichtbare kleine Mücken pisacken meine Hände. Es ist erst 23 Uhr, da ich nun wach bin, lese ich weiter im Buch von der lesbischen Scotland Yard Kommissarin. 

Um 3 Uhr werde ich wieder wach, das Schiff schauckelt im Schwell, ich fliege fast aus dem Cockpit. Der Wind hat abgestellt und nun kommt die Dünung vom Meer in die Bucht. Wieder eine Gelegenheit im Buch zu lesen und den unglaublichen Sternenhimmel zu bestaunen. Ich liege auf dem Rücken und über mir die Milchstrasse unbeschreiblich schön, in dieser Neumondnacht. 

Am Morgen verlässt die Güllet schon früh den Ankerplatz, die wollen unterwegs sein, wenn das Meer noch ruhig ist. Ich fahre auch früh los, es sind über 40 Meilen bis zu meinem nächsten Ankerplatz. Während der Autopilot steuert, habe ich Zeit zum Lesen und für meine Yogaübungen, ein paar mal 25 Liegestütz gibts als Zugabe.

Der hier vorherrschende Südwestwind schiebt mich bis südlich Fethye, dort liege ich hinter einer Insel gut geschützt vor Wind und Wellen. Die Grillen singen mich nach dem Dunkel werden in den Schlaf, echt romantisch, viel stimmiger als die rassistischen Sprüche aus den Lautsprecher von den schlanken Türmen. Mein Tag beginnt früh, den ersten Kaffee gibts kurz nach 5 Uhr, wenn die ersten Ziegen aus der Macchia mäckern.

Mit langen Schlägen von 30 Meilen gehts Richtung Finike, der Wind wird jeden Tag stürmischer bis 30 Knoten bläst er bei der Passage in die Bucht von Kekova. Zum Glück habe ich jetzt wieder einen  Autopilot das macht das Einhand-Segeln einfacher und sicherer. Vor allem das Setzen der Segel war immer ein hin und her vom Mast zum Steuerrad und wieder zum Mast, bis das Segel oben war. 

Nun bin ich schon am letzten Ankerplatz, 20 Meilen vor Finike, da bleibe ich zwei Tage und geniesse die Einsamkeit. 

 

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Elektronik und Ankerwinsch

Bevor der Kartenplotter eingebaut werden kann, musste ich das Gehäuse in, welches der Plotter eingebaut wird anpassen, das neue Gerät ist kleiner, so muss der Rahmen verbreitert werden. Die Künstler von Vulcan haben das perfekt gemacht. 

Nun bin ich schon eine Woche hier und endlich kommt Serdar, der Raymarine Spezialist der mir die beiden Geräte, Autopilot und Kartenplotter anschliesst.

Das soll ja ganz einfach sein, nur Kabel verlegen und einstecken ist alles vorbereitet. Doch wie ich Serdar so zugeschaut habe und gesehen habe wie er die vielen feinen Drähte am richtigen Ort einsteckt, Kabel verlötet, jeder Handgriff sitzt, er weiss genau was er macht, nichts macht er zwei Mal, alles Step by Step. Am späteren Nachmittag ist alles montiert. Ich kann die Geräte einschalten und siehe da, alles funktioniert. Wir drehen draussen auf dem Meer noch eine Runde, damit sich der Kompass vom Autopilot selbst justiert und schon ist die Installation um die ich mich so gesort habe abgeschlossen. War eine gute Zusammenarbeit mit Serdar. 

Am gleichen Freitag hab ich Selim geschrieben, dass mein Ankermotor Öl verliert. Ich habe kleine Ölspuren entdeckt, Faik aus Finike meinte, das sei nicht problematisches, da bräute ich nichts zu machen. Doch Selim hat den Motor mit, hat die Lager gewechselt und neues Öl eingefüllt. Das Öl war wohl noch das Original aus Schweden, von Hallberg-Rassy. Nun ist auch dieser Motor wieder fit für die nächsten Jahre. Das hätte Faik, der Mann der alles kann, auch in Finike machen sollen, als wir den Ankermotor wegen dem Teakdeck abmontiert hatten. 

Doch nicht jeder Türke ist ein Meister seines Faches. Hier in Marmaris findet sich für jede Arbeit ein Spezialist. Der Ankermotor schnurrt jetzt wie ein Tiger. 

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Wärmetauscher Revision

Es ist wieder Zeit den Wärmetauscher zu reinigen. Durch das Salzwasser gibt es Kaltablagerungen in den schmalen Röhren, dort wo das heisse Kühlwasser mit dem Meerwasser gekühlt wird. 

Vor drei Jahren hab ich das in Kreta schon einmal gemacht. Hier in Marmaris kenne ich Selim, er weiss bestens Bescheid mit Schiffsmotoren. Zu meinem Erstaunen hat er den ganzen Wärmetauscher samt den Krümmern für den Auspuff und die Anschlüsse abmotiert. Nach einer Stunde schrauben im engen Motorraum hat der den Block mitgenommen und in seiner Werkstatt, etwas ausserhalb Marmaris gereinigt. Den Auspuffkrümmer und andere mit Ablagerungen verengte Teile mussten ersetzt werden. Upps, der Krümmer alleine kostet 650 Euro. Dann wurde das ganze mit neuer Farbe gespritzt und am 2. Juni wieder eingebaut. Nach zwei Stunden konnte ich den Motor starten und sieh da, so viel Kühlwasser ist noch nie aus dem Auspuff gespritzt. Jetzt rauscht das Wasser aus dem dem Auspuff, sobald ich Gas gebe. Super Arbeit von Selim, nun wird der Motor viel besser gekühlt, das ist wichtig hier im Mittelmeer, wo es so heiss ist und die Wassertemperatur 25 Grad hat.

Ich kann Selim nur weiterempfehlen, wie wenig ich für die Arbeit bezahlt habe, darf ich gar nicht schreiben. 

www.HPMarin.net

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Die höchsten Palmen

wachsen in Kas. Die Stadt Kas liegt am Fusse der Berge und geschützt von der griechischen Insel Kastellhorizon.

Von Kas wird gesagt, es ist das Cannes der Südtürkei, ich finde, dazu fehlt der Charme der Franzosen, der Duft nach Baguette, der "Walk of Fame" und ... Aber die Geschichte von Kas reicht weit zurück bis zu den Lykiern die Sarkophage und auch das antike, gut erhaltene Theater sind alte Zeugen.

Nicht ganz so alt ist das Haus von Ismail, dem Wirt der Taverne "Smiley's". Das Holzhaus wurde von den Griechen gebaut und die Türken haben es dann umgebaut. Die Fassade mit den Erkern ist gut erhalten.

Er erzählte mir, dass er als Tellerwäscher angefangen hat und heute ist er der Platzhirsch an prominenter Lage.

Zum Haus gehört auch eine Zysterne, die wohl 5 tausend Jahre alt ist. Leider sich durch ein Erdbeben der Untergrund verschoben, so dass nun Salzwasser in die Zisterne eindringt. Im Haus über der Zisterne haben die Karavanen halt gemacht, wurden die Waren gelagert und haben die Kamele übernachtet. Geschichtsträchtig was uns der Wirt erzählt hat. 

Ismail kennt hier in Kas jeden, er hat viele Freunde, sogar die Jandarma, die drücken ein Auge zu, wenn er trotz Lockdown, Gäste im Restaurant bewirtet. Nur auf den Muhezin ist er nicht gut zu sprechen, der mache nur Propaganda für den Sultan und verteile Geld um Stimmen für die nächsten Wahlen zu kaufen. Coronahilfe auf türkisch! 

Das Restaurant ist heute jedenfalls ausgebucht, ich darf meine Lammkasserol auf dem Balkon essen. Das Lammfleisch mit dem Gemüse bruzelt in der Tonschale, dazu scharfe Vorspeisen und ein kaltes Bier.

Die Flaggen auf dem Hafenplatz wehen zu Ehren Atatürks, dem Staatsgründer. Er wird von den Türken verehrt, da er die Türkei modernisiert hat, er hat die Arabische Schrift abgeschafft und die Mullahs in ihre Schranken verwiesen, ansonsten würden hier die Frauen verschleiert rumlaufen und die Männer ausgepeitscht, wenn sie beim Alkohol trinken erwischt werden. 

Nach Kas kommen wir sicher wieder, auch Christine hats gefallen in der kleinen Stadt. Ismail wird sich freuen, ich muss den Tee bei ihm nicht mehr bezahlen, das ist so bei Arkadas, bei Freunden. 

 

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Einsame Ankerbuchten

Was macht das Segeln und Reisen mit dem Schiff so einmalig? Es ist nicht nur die Herausforderung mit Wind und Wetter, es sind auch die vielen schönen Momente an einem herrlichen, abgelegenen Ankerplatz. 

Davon gibt es einige zwischen Finike und Kas, wir haben an den felsigen, mit Macchia bewachsenen Ufern angelegt und im glasklaren Wasser gebadet. Auf 10 Meter Tiefe konnte ich den Anker noch sehen! Wegen des Lockdowns waren wir meistens die einzigen Segler unterwegs, wir haben es genossen. An so schönen Plätzen braucht man keine Toblerone, damit die Glückshormone überschwappen. 

In Kas wurden wir von Ismail, dem Wirt der Taverne "Smiley's" verwöhnt, seine Lammhaxen im Tontopf waren so gross, dass mich Ismail mit dem Auto zurück zum Schiff gefahren hat. Take away auf türkisch. Mein Velo in seinem Kofferraum! 

Schade, hatten wir nicht mehr Segelwind, nur einmal hats gekachelt, 32 Knoten voll auf die Schnauze, dank dem zuverlässigen Diesel sind wir aber gut im Hafen angekommen. Nach erlebnisreichen zwei Wochen ist Christine zurück geflogen. Die Serenità und ich wieder in Finike und bald werde ich nach Marmaris segeln. 

 

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Yoga an den schönsten Orten

VHF 73 - Marina Finike this is Serenita, we are ready to leave, die Marineros helfen uns beim Ablegen, endlich gehts los, raus aufs Meer. Wir verabschieden uns aus Finike. Wir segeln südwestwärts nach Kekova und weiter bis Kas, zwei Hotspots in der Südtürkei. Christine und ich geniessen die Ruhe auf dem Schiff, nach der Aufregung wegen der Segelerlaubnis, doch der Manager von SeturMarina hat bei der Küstenwache in Kekova angerufen und erklärt, dass es der Serenita erlaubt ist zu segeln, da der Skipper und die Steuerfrau Touristen sind und keine Einschränkungen haben. So wurden wir dann auch genauestens von der Küstenwache kontrolliert, aber danach nur noch von Weitem gegrüsst.

Wir machten jeden morgen Yoga, am Liebsten an Land z.B. in Kas im antiken griechischen Amphitheater oder in der Bucht von Tersane Koyü. Mit dem Sonnengruss in die Morgenröte blinzeln, die frische Luft einatmen, den Vögeln zuhören, die Seele spühren, den Kopf auslüften, den Körper fühlen, das alles lässt den Tag so gut beginnen. Mitten in der Arena zu stehen und die alten Griechen auf den Rängen zu spühren ist ein unglaubliches Gefühl. Von Tag zu Tag gehts besser mit den Dehnungen und meine Muskeln und Bänder sind dankbar für dieses regelmässige Verwöhnprogramm.

Sobald die Sonne kräftiger vom Himmel scheint, gehen wir zum Strand und springen ins noch kühle Salzwasser. Danach gehts zurück aufs Schiff zum Frühstück. Das ist ein Lebensrythmus. 

 

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Lockdown in der Türkei

Die ganze Türkei ist im Lockdown. Alle Fabriken geschlossen, alle Leute eingesperrt, nur zum Gassi gehen und Lebensmittel einkaufen, dürfen die Türken raus auf die Strasse. 

Zum Glück hab ich noch kein Residenzvisum, so bin ich Tourist und darf nach Antalya reisen. Der Bus ist leer in Finike, einige Leute steigen noch zu, unterwegs werden wir öfters kontrolliert, sogar von der Militärpolizei mit Strassensperren. Die Reisenden haben alle eine schriftliche Bewilligung unterwegs zu sein. Auch die wenigen Autofahrer die auf der Strasse sind. Ich steige bei der grossen Migros aus dem Bus aus und nehme ein Taxi zur Altstadt. Durch die schmalen Strassen des alten Antalya gehe ich zu Fuss, die Gassen sind oft so schmal und verwinkelt, dass mit dem Auto kein durchkommen ist. Ohne GPS kommt hier kein Taxifahrer ans Ziel. Auch das grüne Covid-Gespenst geistert durch die Gassen.

Ich quartiere mich wieder bei Mehmet ein, bin schon Stammgast im "Marco Terrasse Cafe". 

Am Samstagmittag kommt Christine aus München angeflogen. Wir bleiben noch einen Abend in Antalya, spazieren durch die leeren Gassen, alles ist geschlossen, nur Take away gibt was zu essen oder zu trinken. 

Bei Mehmet kriegen wir ein feines Abendessen auf der Terrasse, bei ihm ist Hotelbetrieb, somit ist die Küche offen und viele Gäste komme auch von auswärts hierher zum Essen. 

Das Frühstück am nächsten Morgen ist berühmt, wir schlemmen bis alles aufgegessen ist, das ist so circa 4 Kaffeetassen lang! Ich frage Mehmet, ob er sich immer noch mit der südkoreanischen Hand-und Fussakupunktur "Su-Jok" beschäftigt.  Nun beginnt er zu erzählen, nicht auf Türkisch, auf Deutsch, er kommt auf Belgien und spricht viele Sprachen. Zum Schluss bekomme ich und Christine einige kanntige Samen auf den Finger gebunden, die sollen gegen Knie- und Ellbogenschmerzen helfen. Mit eingebundenen Fingern fahren wir mit dem Bus nach Finike und freuen uns auf die Tage auf See. 

Oh Wunder, am nächsten Morgen habe ich das erste Mal seit dem Winter keine Schmerzen im Ellbogen, ich kanns kaum glauben, hatte schon Angst das wird chronisch. Nun werde ich noch 10 Nächte lang diese Samen auf den Finger binden. Etwas schmerzhaft zwar, aber es hat geholfen. Unglaublich diese Begegnung mit Mehmet. 

Willkommen in der Türkei, wenn nicht grad der Muhezin rumbrüllt, ist es ganz spannend hier. 

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Zurück in Finike

Nach einem ruhigen Winter am Bodensee bin ich nun zurück auf dem Schiff. Hab viel neue Electronik mitgebracht. Ich muss den Autopiloten und den Kartenplotter ersetzen, war ein Abenteur all das ins Flugzeug zu bringen. Beim Checkin wurde ich gefragt, ob da electronische Sachen drin sind, hab dann gesagt da wären meine Kleider drin, was auch so war, hab damit die sensiblen Teile geschützt. Alles gut gegangen, auch beim X-Ray und auch wieder in Antalya beim Zoll, wieder alles kontrolliert aber nichts beanstandet, es wäre gar nicht erlaubt so viele Electronik einzuführen. Da war noch ein IPad für Göran und ein Echolot für Marcel mit dabei!!

Zuerst in Finike habe ich alle bekannten Leute besucht, war gar nicht so einfach, es gab Ausgangssperre für ü65 ab 14 Uhr und ab 19 Uhr mussten alle zu Hause sein. Ich als Tourist war davon ausgenommen. 

Die Weinabende mit Christel und Trix haben schon um 16.30 begonnen, da Trix um 19.00 Uhr hinter der Haustüre sein musste.

Das Schiff war voller Saharastaub und Orangenblütenpollen. Jede Nacht beim ablandigen Wind war die Luft zart parfümiert von Orangenduft. Wie tausend und ein Nacht. Nur der Muhezin hat die Ruhe gestört, jetzt im Ramadan noch öfter als sonst.

Hab vieles gemacht im und auf dem Schiff, vor allem die vielen kleinen Macken mit dem Gelcoat ausgebessert, der Fachmann hat das perfekt gemacht. Ausserdem bin ich am Stoff auswählen, möchte alle Polster ersetzen. Ab und zu gabs Besuch im Hafen, riesige Wasserschildkröten oder an einem Tag ruhte eine Mönchsrobbe unter meinem Schiff. Das hab ich noch nie erlebt, als ich sie beim Fotografieren erschreckt habe, hat sie mich angefaucht und ist weggeschwommen.

Wegen des Fastenmonates Ramadan, waren die Restaurants tagsüber geschlossen und wegen der Ausgangssperre waren sie abends geschlossen, das heisst sie haben gar nicht aufgemacht, musste immer selber für mich kochen. Bei der Gemüseschwemme hier ist das ja auch ein Vergnügen. Hab mir einen Kräutergarten angelegt. Einkaufen macht hier Spass, vor allem am Markt.

Nachdem nun auch endlich die Segel aus dem Winterlager zurück aufs Schiff kamen, Christel sein Dank, kann es bald los gehen mit Ablegen. Hatte die Segel ausquartiert, damit Platz zum Leben auf dem Schiff ist. 

Christine kommt am Wochenende, dann gehts los zu den schönen Buchten von Kekova. Ganz ohne Hürden wird es nicht gehen. Es ist harter Lockdown, die Türken dürfen nicht raus, nur zum Einkaufen, kein Segeln, kein Autofahren, kein rein gar nichts. Familien in Not ist abzusehen, die Frauenrechte ja wieder eingeschränkt. 

Für mich als Tourist gibt das Verbot nicht, hat die Küstenwache heute morgen gesagt. Uff, doch ich wurde diese Woche jeden Tag mit "bad news" überrascht, Segeln erlaubt -  segeln nicht erlaubt -  segeln ja dann wieder nein - schriftlich hab ichs nicht, doch Erdogan hat gesagt, die Touristen dürfen, ich bin Tourist ..... freue mich. 

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Antalya, Metropole in Kleinasien

Die Serenità liegt gut versorgt im Hafen von Finike. Marina passt auf, dass ihr nichts passiert. So konnte ich beruhigt nach Antalya aufbrechen, mit dem Ziel die Altstadt von Antalya kennen lernen. Mein Gepäck war schwer, 23 kg im Koffer und über 12 kg Handgepäck. War eine Schlepperei, bis ich endlich im Restaurant «Marcos Terrace Cafe» angekommen bin. Es gibt hier nur ein Zimmer, welches nur für Freunde reserviert ist. Glück gehabt! Es ist eh Glück eingekehrt in mein Leben. Das Zimmer war riesig und das Bad eine Show. Das Nachtessen und das Frühstück sehr fein und üppig. Ich war begeistert vom Mehmet und seiner Crew.

Da mein Flug erst Mitte Nachmittag war, hatte ich genug Zeit am Morgen die engen, autofreien Gassen der Altstadt zu erkunden. Die Häuser haben einen eigenen Stil, die meisten haben einen holzigen Erkervorbau über die Strasse. Teppichhändler trifft man an jeder Ecke, weil die anatolischen Kelim bei den Touristen sehr beliebt sind. Die Stadt zählt 2 Millionen Einwohner, im Sommer sind dazu noch 4 Millionen Touristen hier in der Gegend. Die Flugzeuge landen im Minutentakt. Doch jetzt ist flaute am Himmel und in den Kassen der Tourismusbranche.

     

Wir sind alle auf der Reise der Hoffnung, Hoffnung für ein Ende von Corona, Hoffnung für … Doch die Hoffnung gehört den Kindern, ich als Erwachsener haben schon genug gehofft, und fast immer verloren.

Doch das Leben vergeht und wir mit ihm. Und es lacht uns aus, wie eine alte, zahnlose Hure, die auf ihren letzten Freier wartet.                                                                                                                                                              Jetzt aber haben die sieben fetten Jahre für mich begonnen! Bleibt gesund, haltet euch warm im kommenden Winter, vor allem im Herzen. 

 

 

Das war der letzte Blog für dieses Jahr im Frühling geht’s weiter mit dem freien, unbeschwerten Leben auf der Serenità. 

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Göcek

Von Marmaris bin ich mit gutem Nordwestwind und am Nachmittag mit starkem achterlichen Wind die 37 Meilen bis in den Golf von Fethye gesegelt. Wunderbar mit dem funktionierende Kartenplotter. In einer schmalen Bucht, fällt der Anker und am Ufer werden zwei lange Leinen fixiert. Zum Glück helfen mit zwei Bootsleute von einer Güllet, alleine wäre das mit dem Wind von der Seite unmöglich gewesen.

Ich bleibe einen Tag, teste den Plotter und er funktioniert schon nicht mehr. Ich spühle den Ärger mit einen halben Liter Kaffee runter. Trotzdem geniesse ich den idyllischen Ankerplatz.

Bis Göcek sind es noch 10 Meilen, die schafft der Diesel in knapp zwei Stunden, dann liege ich nahe beim Ort. Ein Hafenplatz ist hier unbezahlbar, schon das Beiboot einen Tag am Dingisteg kostet 30 Euro! Was bezahlen wohl die Megayachten am Hauptsteg?

In Göcek gibt’s eine Servicestelle für Rettungsinseln, da bringe ich meine schwere Box hin, zum Glück hilft mir einer von der Firma. Dort stellen Sie fest, dass meine Exotische Marke nicht gewartet werden kann, sie muss nach Ismir geschickt werden, kostet anstatt 180 Euro, ca. 900 Euro. Übung abgebrochen, zu teuer. Zurück aufs Schiff muss ich die 40 kg Insel alleine bringen, mit Köpfchen geht auch das.

Ich warte auf Christine, sie kommt am Freitagnachmittag, so habe ich Zeit den blauen Streifen endlich zu malen. Schleifen, spachteln, grundieren und zweimal mit der blauen Farbe, nun sieht das doch ganz anders aus.

Hier in den bewaldetet Ankerbuchten vor Göcek ist das Mekka der Motorboote und der Megayachten, nirgends sieht man auf 10 km so viele Schiffe, so grosse Schiff und und … hier schwimmen bestimmt einige hundert Millionen Euro auf dem Wasser. Zum Glück ist der Sprit so günstig, 70 Rappen pro Liter Benzin, Diesel ist etwas günstiger. Wie lange noch kann das der Sultan subventionieren?

Göcek ist das «Gstaad» der Türkei, hier gibt’s keine grossen Hotels, kein Haus höher als zwei Etagen und Giebeldach. Eine lange, grosszügige Promenade und eine noble Einkaufsstrasse, mit allen erdenklichen Shops, klein und gemütlich. Es gibt auch drei Migros an der gleichen Strasse, die Seeleute brauchen Lebensmittel.

Bald beginnt der letzte Törn dieses Jahr, dann liegt die Serenità wieder in Finike.

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Marmaris

Marmaris ist eine geschäftige Stadt, hat wunderschöne lange Strände, ein lautes Nachtleben, aber für Segler vor allem viele Handwerker und Seglershops. Hier lässt sich jedes Problem lösen. 

Da ich wieder einen Jahresvertrag mit SeturMarina habe, kann ich auch hier in der Marina gratis, liegen. Sonst kostet es pro Tag 55 Euro!! 

Endlich hat Turan der Elektroniker Zeit und holt meinen Kartenplotter ab um eine Platine auszuwechseln, damit er wieder einwandfrei funktioniert. War immer eine Glücksache, ob er startet oder nicht.

Mein Dingi wurde auch abgeholt und in der Werkstatt repariert. Es bekommt einen neuen Wasserauslass, simpel und einfach ein Stöpsel. Jetzt sollte ich keine nassen Füsse mehr haben, wenn ich mit dem Dingi unterwegs bin. Am Morgen waren immer 15 cm Wasser drin. 

Der Polsterer hat heute Mass genommen, die Stoffbezüge sind durchgewetzt. Jetzt gibts was neues. Hab aber erst mal Offerten eingeholt, die Arbeit wird dann nächstes Frühjahr gemacht. 

Morgen Samstag gehts weiter, hab alle Freunde hier in Marmaris besucht, war im Sanaji beim Metallbauer und bei den Jungs und Girls von SouthWest. Mit Hope and Howard war ich gestern beim Dinner, sie haben ihr Schiff, die Mazu, verkauft und fliegen für den Winter nach Wales. Vielleicht sehen wir uns ja irgendwo wieder, war ein herzlicher Abschied. 

Inshalla, komme ich nächstes Jahr zurück nach Marmaris und treff all die netten, hilfsbereiten Menschen wieder. Als letztes habe ich die Burg von Marmaris besucht, war in alle den Jahren nie dort oben. 

 

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Bozukkale

Eine meiner liebsten Buchten. Abgelegen, tolle Sichter die Bucht in die Berge, keine Strasse führt hierher und trotzdem sind drei Restaurants hier mit Bootssteg.

Bozukkale heisst kaputte Burg, doch die Festungsmauern sind erhalten und wie perfekt die Steine zurechtgehauen sind. Die Burg haben die Italiener gebaut, als Schutz für Rodos, wo die «Hauptstadt» der Kreuzritter war. Bozukkale wäre ein gutes, geschütztes Versteck für Piraten oder Gegner der Kreuzritter gewesen.

Ich liege für einige Tage direkt unterhalb der Burg, beim Restaurant «Ali Baba» bei Jann dem Fischer und Wirt. Ich darf hier liegen auch ohne jeden Abend im Restaurant zu essen. Die Leute sind sehr freundlich, das Brot wird jeden Morgen frisch im Steinofen gebacken. Die Menschen leben hier ganz einfach, es gibt kein Haus für die Familie, nur das Restaurant und Ställe für die Ziegen und den Generator. Ich vermute die ganze Familie schläft irgendwo auf einer Matte im Restaurant oder unter freiem Himmel.

Leider hat es kein Internet hier, so musste ich jeden Tag über den Berg ins Restaurant «Sailors House», da meinen Cay trinken und die News und Wetterberichte im Netz abfragen. Aber die Schweizer wandern ja gerne. Beim Sailors House komme ich gerade rechtzeitig zum Kuhkampf, wie die Walliserkühe sind hier die beiden aneinader geraten. Hier gibt es auch eine ergiebige Quelle, sogar ein Ruderboot liegt im Tümpel der sich gebildet hat.

Es ist echt idyllisch hier, abgeschieden, sternenklare Nächte, glasklares Wasser, freundliche Menschen ein paar Ziegen und Eidechsen und Libellen, viel kreucht und fleucht hier nicht, es ist wohl zu trockenund zu heiss. Doch die Idylle trügt, sobald es dunkel wird brummt der Generator vom Ali Baba, eines Morgens war mein Schiff auf der Wasserkante schwarz von Öl, da sind sicher die Generatoren der Megaschiffe in der Nähe gelaufen und der Zivilisationsabfall wird oder wurde 50 Meter hinter dem Haus verbrannt. Habe Jann gefragt, wo der Abfall entsorgt wird, der meiste Abfall ist von den Seglern, er hat gesagt er bringt es mit dem Schiff zur nächsten Müllsammelstelle an die Strasse in Serçe. Hab es gesehen, sein Fischerboot war voller Säcke. Doch das Verbrennen ist bestimmt noch aktuell, auch in den andern Restaurants löst ich der Abfall in Luft auf.

Nach vier Tagen hab ich mich verabschiedet, der immer wehende Westwind hat mich bis kurz vor Marmaris gebracht, da war ich für zwei Tage an einem Ankerplatz.

 

Jetzt in Marmaris, gibt’s viel zu organisieren, einige Offerten einholen, der Capitano hat ja noch einige Wünsche. Meine «Morgen zu erledigen» Liste hab ich soeben erweitert, Staubsaugen und Altglas entsorgen. 

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Die Güllets von Bozburun

An der ganzen türkischen Küste sieht man die grossen, holzigen Zweimaster. In der Türkei ist es populär auf dem Schiff Urlaub zu machen. Die "Blaue Reise" auch in Europa und USA ein Hit, doch seit einigen Jahren bleiben die Ausländer weg. Hier in Bozburun haben am letzten Wochenende über 60 Güllet ihre Gäste an Bord genommen, da war rund um den Hafen jeder Felsen als Festmacher genutzt. In den Hafen können sie nicht reinfahren, dazu sind sie zu gross.

Diese Güllets werden unter anderem hier in Bozburun gebaut. Im Freien hinter der Schreinerei, oder in der riesigen Halle unten am Meer. Die neue Halle ist so gross wie ein Fussballfeld. Ich hab das Bianchi Mountenbike vom Teppichhändler ausgeliehen und hab mich auf den Weg zu den Werfen gemacht. Obwohl es Sonntag war habe ich einige Arbeiter angetroffen und durfte in einer Halle rumstöbern. Am Hafen fand ich noch ein "Projekt", doch vermutlich ist das nicht mehr zu reparieren. 

Die Bilder sprechen für sich, das ist echtes Handwerk und jedes Schiff sieht anders aus, weiss gar nicht, ob es Baupläne gibt. Schade, waren alle Schiffe die ich gesehen habe im Rohbau, konnte also keine Güllet von innen anschauen. 

Wer Lust hat auf Luxusferien auf einem handgezimmerten Segler, hier in der Türkei ist das möglich, die türkische Küste traumhaft, also "Blaue Reise" auf einer Güllet aus Bozburun. 

 

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Beim Teppichhändler von Bozburun

Immer, wenn ich in Bozburun bin freue ich mich auf den Besuch beim Teppichhändler. Ihn kenne ich nun schon drei Jahre und bin mehrmals hier im Jahr, er erinnert sich immer an mich. Heute wollte er mich zum Frühstück einladen.

Ich kauf auch jedes Mal etwas aus seinem reichhaltigen Angebot. Zuerst wars natürlich ein türkischer Hut, er macht aber auch Taschen oder Kissenbezüge aus nicht mehr reparierbaren Teppichen. Viele seiner Teppiche sind Kelim, das sind handgewebte Teppiche aber auch geknöpfte Teppich hängen an den Wänden.

Er spricht wie ich ein bisschen englisch und so erzählt er mir was er macht und wo er die Teppiche kauft. Im Sommer lebt er in Bozburun, ist immer präsent, er wohnt direkt hinter dem Raum mit den vielen Teppichen. Im Winter ist er sechs Monate unterwegs, in Konya, Istanbul und Anatolien um Teppiche zu kaufen.

Bozburun ist im Winter bis auf ein paar Verwegene oder die Schiffsbauer sowieso ausgestorben.

 

 

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One Night in Datca

…and the World hat sich nicht wirklich verändert. Hier ist Ferienstimmung, die Menschen feiern am Abend, Musik die halbe Nacht, die Restaurants voll, Bier gibt’s in allen Sorten, nur am Hafenpier ist noch viel Platz, keine Segler aus aller Welt. Die Türken sind unter sich. Das ist vor allem wegen Corona, zum Teil auch wegen der politischen Lage.

Der Sultan verliert an Zustimmung, alle Bürgermeister der grossen Städte sind von der Opposition, Wahlen kommen spätestens in zwei Jahren, die Wirtschaft leidet, der Tourismus auch, die türkische Lira hat dieses Jahr einen Drittel vom Wert verloren, darum auch das Säbelrasseln mit Griechenland und der EU. Das bringt die Leute unter die Fahne, so viele Flaggen wie hier hab ich noch nirgends gesehen. Roter Halbmond und Stern überall.

Wer hat zeigts, da schwimmen einige grosse Pötte rum, kleine türkische Segelschiffe sind eine rare Ausnahme. Irgendwie muss irgendwo der Rubel rollen.

 

Ich setzte am frühen Morgen die Segel ganz wenig Wind hat es,  ganz langsam geht’s an der Insel Simi vorbei nach Bozburun. Das Meer ist flach wie ein See, ich lass mir Zeit und die Welt dreht sich weiter…. 

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Palamut Bükü

Nach vielen Tagen in Bodrum, geht’s nur langsam der Küste entlang südwärts. Ich habe fast täglich zu Judas Taddäus Schutzheiliger der Hoffnung in schwierigen Fällen gebetet, doch die Grenze nach Griechenland öffnet sich nicht. So habe ich entschieden zurück nach Finike zu segeln. Auch nicht die schlechteste Lösung. Freue mich viele Freunde wieder zu sehen. In Marmaris komme ich auch vorbei, die Serenità wird’s freuen, gibt sicher wieder was Neues.

Das erste Ziel nach Bodrum ist Palamut, das sind 31 Meilen, Wind gibt es, kräftig aus Nordwest, vor allem in der Meerenge vor Kos, da bläst es mit Windstärke 6.  Dann lässt der Wind wieder nach, stellt sogar ganz ab. So umrunde ich den Leuchtturm bei Knidos mit dem Diesel. Ein Tanker überholt mich, mir scheint es hat nicht so viel Güterverkehr wie letztes Jahr. Von Westen siehe ich den Wind auffrischen, ich muss nicht lange warten, dann geht’s ab, mit Rauschewind der Halbinsel entlang, nur das gereffte Grosssegel steht noch, der Wind bläst mit bis zu 30 Knoten von achtern.

Im Hafen von Palamut ist davon nichts zu spüren, der liegt in einer ruhigen Ecke. Ich bleibe 4 Tage, geniesse das Hafenleben, die Annehmlichkeit über die Gangway ein- und auszusteigen, die feinen Restaurant, die Fischer die frischen Fisch bringen, Wasser und Strom. So kann das Schiff und ich vom Salz befreit werden, ist schon ewig her seit der letzten Dusche. Duschen gibt’s hier im Restaurant Dolphin.

Palamut Bükü ist ein kleiner Fischerort, heute sind viele Ferienhäuser in der nahen Umgebung gebaut worden, aber alles ist noch überschaubar, keine Hotels und keine Ferienhausüberbauungen. …und die Armee zeigt auch Präsenz, die schaukelt gemütlich vor dem Badestrand.

Es sind die letzten Tage im August, es ist nochmals megaheiss 39,1 Grad, duschen nützt nicht viel, man ist immer nass, nur die Mandelplantagen sind vertrocknet, die Mandeln geerntet und jetzt wartet das Land auf den Regen, doch noch ist keine Wolke in Sicht.

Bin immer noch Singlehand unterwegs, doch vielleicht gibt’s noch Besuch, ist ja so schön hier, fern ab vom Corona-Virus-Debakel.

Wer einen Kommentar schreibt, lässt dadurch Trix und Christian wissen, dass sie beide nicht die einzigen sind die den Blog lesen. Merci

 

 

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Von Bodrum in den Golf von Gökova

 

Bodrum ist das Partymekka der Türkei, das hört man jeden Abend am Ankerplatz. Wegen Covid-19 ist aber um 24 Uhr Schluss mit Musik, nicht wie sonst üblich bis morgens um 4 Uhr.

Peter mit seinem Schiff «Spirit of Pevi 2» liegt auch hier am Anker, wir kennen uns als Nachbarn an der Morgensternstrasse in Au. Wir haben hier abgemacht und segeln zusammen in den Golf. Bis zu hinterst nach Gökova sind es fast 80 km. Hier gibt’s genug Ankerplätze um einen wunderbaren Törn zu machen. Wir lichten die Anker und fahren am Kreuzfahrtanleger vorbei, dort liegt eine Yacht mit der Flagge von den englischen Kanalinseln, vier Tanklaster mit je ca. 30'000 Liter Diesel sind am Betanken der privaten Megayacht, wir staunen nicht schlecht!!

Der kräftige Westwind der hier meisten bläst bringt uns am ersten Tag nach Cökertme. Da legen wir uns an die Boje vor einer Taverne und geniessen den Abend am Strand vom Fischrestaurant. Die Türken hier sind sehr freundlich, helfen beim Anlegen, verwöhnen die Segler mit feinem Essen, die Frauen backen frisches Brot im Steinofen, die Preise waren hier human, und beim Abschied winkt uns die ganze Familie vom Ufer aus zu. Gökertme bleibt mir in guter Erinnerung.

Ein neuer Hafen ist in Öre entstanden, da bleiben wir eine Nacht, dann überqueren wir den Golf. Dank Peter hab ich jetzt auch Bilder von der Serenità unter Segel. Oh, da hat es aber viel Wind und grosse Wellen gehabt. Wir segeln bei stürmischem Nordwestwind rüber zum «englisch Harbor».

 

Hier sind wir mitten in der Natur, Pinienwälder rundum. Wir liegen mit Landleine und Anker in der seichten Bucht, die Leinen verhindern das Schwojen und somit das aufsetzen der Yacht am flachen Ufer. Der ganze Golf von Gökova ist fast unbewohnt, kleine Siedlungen, Sommerhäuser sind die einzigen Bebauungen. Somit sind auch die Nächte tiefschwarz und der Sternenhimmel so unglaublich  wie nirgendwo in Mitteleuropa. Hab nicht gewusst, dass es so viele Sterne sind!

Die nächste Bucht wird von einem Polizeischiff gesperrt, des Sultans Villa liegt hier und wenn der hier  Urlaub macht wird alles abgesperrt. So segeln wir in die nächste Bucht, Buchten gibt’s hier eine nach der andern.

 

 

So ankern wir vor Sögüt, da können wir wieder einkaufen, es gibt einen kleinen Markt.

Von Sögüt geht’s wieder westwärts. Überraschung beim Anker lichten, grosse Sauerei am Meeresboden und mein Anker mitten drin. So muss ich zuerst den Anker von einem alten Fischernetz losschneiden und ein 3 Meter langer dicker Plastikschlauch hängt auch noch am Anker.

Wir setzen die Segel, der Wind kommt pünktlich, ab Mittag bläst er immer stärker und stärker, zum Glück aus Südwest so können wir unter Segel wieder Richtung Bodrum segeln.

 

War eine tolle Woche, wir haben abwechselnd auf der Serenità oder bei Peter gekocht und viel zu erzählen gehabt. Beide wollten wir nach Griechenland, aber wegen den Gasstreitigkeiten und Säbelrasseln bleibt die Grenze gesperrt. Peter segelt nun nordwärts nach Kusadasi und ich südwärts zurück nach Finike.

 

 

 

 

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Bodrum und Turgutreis

Zwei Städte am Meer, in der Provinz Mugla. Bodrum oder Halikarnos, hier hatten die alten Griechen schon eine Stadt gebaut. Heute sind vor allem im Sommer die Gassen voller Touristen, im Winter wird es hier ein verschlafenes Städtchen sein, genau so, wie am frühen Morgen, wenn ich zum ersten Tee unterwegs bin. Nur am Bushof ist immer reges Treiben, da kommen die Busse aus allen grossen Städten und vom Flughafen an.

Bis Turgutreis sind es 16 Meilen, in Turgutreis hört die Strasse auf hat mir ein Türke gesagt, es ist auch der letzte Ort von der Provinz Mugla.

Ich bin für einige Tage aus Bodrum geflohen und hab vor Turgutreis geankert. Es gibt dort eine tolle Marina, doch die Preise sind für Langzeitsegler unerschwinglich. Zum Einkaufen findet man alles hier, auch Seglershops und frisches Gemüse und Früchte. Am Samstag war Mark, das war eine Augenweide. Ausländische Touristen verirren sich nicht viele hierher, ein paar Engländer gibt's überall, die findet man in den Restaurants mit dem günstigsten Bier. Der Sonnenuntergang hinter dem Leuchtturm, über den griechischen Inseln, war jeden Abend ein Spektakel.

Als ich von Peter höre, dass er in Bodrum ist, setze ich die Segel und segle zurück an den Ankerplatz hinter der Burg der Kreuzritter, die an bester Lage am Hafen von Bodrum liegt. Kleopatras Katze schläft wohl immer noch im Schatten vom mächtigen Burgtor.

 

 

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Knidos

Diese geschützte Bucht am Westzipfel der 70 km langen Halbinsel von Datca hat schon die Dorer und Hellenen als guten Hafen und Handelsplatz überzeugt. Hier war eine grosse Stadt mit allem was dazu gehörte, Amphitheater, ein Tempel für Apollon und noch einer für Aphrodite. Knidos war eine der wichtigsten Städte und Kolonie der Dorer aus dem Peleponnes. Um 340 vor Chr. erwirbt die Stadt die bekannte Statue der nackten Aphrodite. Diese Statue der Liebesgöttin wurde so berühmt, dass die Leute von überall her kamen, um dieses Werk zu sehen, so gab es schon in der Antike einen Zustrom von Touristen.

 

Wir, das heisst die Serenità, Wild Rover of Dart und Mazu sind hier auch vor Anker gegangen. Imposant, so mitten in der Antike zu liegen, zwischen Amphitheater und ehemaliger Stadt. Als dann kurz nach Sonnenuntergang der Vollmond übers Wasser spiegelt ist die Stimmung perfekt.

 

Am früheren Morgen sind wir zur Besichtigung durch die Hauptstrasse des antiken Knidos bis zum Kriegsschiffhafen auf der anderen Seite der Bucht gelaufen. Eine schmale Landverbindung wurde zwischen dem Festland und der Insel aufgeschüttet, dadurch war ein sicherer Hafen entstanden.

 

Ungemütlich wird es hier nur bei starkem Meltemi, dann rauschen die Böen über die Bergkämme  und das Liegen in der Bucht wird gefährlich.

 

Nach zwei Tagen haben wir den Anker gelichtet und Knidos verlassen mit Kurs Bodrum. Schwacher Wind hat uns bis rauf nach Kos gefoppt, mal von der Seite dann wieder von der andern. Dann kurz vor Kos sah ich weisse Schaumkronen, sofort ein Reff ins Grosssegel und die Genua auch verkleinert, danach hat es nicht mehr lange gedauert und der Wind hat die Serenità fast flach gelegt. In der Meerenge zwischen Kos und der Türkei bläst oft ein starker Nordwestwind. Einige Salzwasserduschen habe wir bei dem Wind und Wellen schon abbekommen. Dieser Wind hat mich dann mit 7, 5 Knoten Fahrt bis zum geschützten Ankerplatz gebracht, Bodrum war nicht erreichbar bei dem NW-Wind. In der Bucht wurde ich von den Piraten empfangen. Nach Bodrum wars am nächsten Morgen nur noch 4 Meilen, da habe ich hinter der Burg am Strand neben Mazu geankert.

 

 

 

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Von Marmaris nach Bozburun

 

Nach so viel organisieren sind fast alle Wünsche erfüllt. Zu guter Letzt ist am Samstag auch noch das Paket mit der Winterplane und dem Buch von Christel  aus Finike angekommen. Alles klar zum Auslaufen, es ist fast unerträglich heiss in Marmaris, endlich wieder raus an die Brise und das Wasser. Zuerst noch Bunkern, ich kaufe vor allem Getränke ein.

 

Am Sonntagmorgen lege ich ab, der erste Ankerplatz liegt in einer Bucht, wo die Griechen schon eine Kirche und ein paar Häuser gebaut hatten. Richtig abgelegen, klares Wasser und endlich Zeit zum Lesen und vom Stadtrhythmus abzuschalten. Nur die Ziegen klettern über die Uferfelsen auf der Suche nach etwas grünem.

 

Am nächsten Tag die nächste Bucht, da ist das Anlegen nicht so einfach, der Fallwind bläst von den Bergen runter durch die enge Bucht. Nachdem ich die Landleinen an den Felsen befestigt habe, steht das Schiff zu nahe am Ufer. Bei Captain Nemos Restaurant gibt’s Ankerbojen da liege ich sicherer bei jedem Wind. Ich bleibe zwei Tage, klettere in die steile Schlucht, da begegnet mir doch eine Schildkröte, was macht die hier oben? Es ist so unwegsam, sogar Ziegen können hier abstürzen! Der Vater vom Wirt, erzählt mir beim Kühe hüten von früher, als er 1987 das Ufer und Farmland für ca. 1'500 Euro gekauft hat. Mit dem Restaurant hat er sich eine golden Nase verdient. Es gibt einige Quellen hier und die Fischer leben im Sommer auf ihren Holzbooten in der Bucht. Die mondlose Nacht bietet einen grandiosen Sternenhimmel, Cassiopaia tanzt im Nordosten über der Bucht, den Komenten Newwiese kann ich erst in der nächsten Bucht sehen, hier sind die Felswände zu hoch.

 

Die nächste Bucht heisst Bozukkale, hier mache ich wieder bei einem Restaurant am Steg fest. Ist halt so bequem, es gibt Duschen und am Abend sehr feines Essen. In der Nacht trifft Karl und am nächsten Tag Hope and Howard aus Marmaris ein. Zusammen erklimmen wir die Burgruinen. Die Aussicht über die Bucht ist einmalig.

 

Nach drei Tagen segeln wir weiter zur kleinen Stadt Bozburun. In der Meerenge von Rhodos haben wir tollen Wind, so macht das Seglerleben Spass.

 

Vor dem Hafen von Bozburun ankern wir, mit dem Dinghi sind wir nach 10 Minuten rudern in die Stadt. Hier gibt’s einen Teppichhändler, der handelt mit antiken anatolischen Teppichen, da kann ich nicht wiederstehen. Die kleinen passen so gut aufs Schiff.

 

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Marmaris Segelshop-Mekka

Nun bin ich in Marmaris angekommen und meine To-do-Liste ist ellenlang. Riggcheck, Motorcheck, Zahnarzt, Kran für Aussenborder, Schmutzwassertank flicken, Velofelge flicken, Salontisch neu lackieren und die vielen kleinen Sachen.  

Als erster kommt schon am nächsten Morgen ein junger Bursche, er ist Motorenmechaniker und horcht an meiner tollen Maschine, alles okay findet er "in good condition", er bringt 5 Lt. Volvo-Penta Öl und zwei neue Ölfilter und das erste ist erledigt.

Nach langem Suchen sind auch die Rigger von M2 aufgestöbert. Die klettern auf den Mast und finden auch alles toll, ausser das Vorstag, dass soll leicht korrodiert sein. Auswechseln kostet 700 Euro. Ich überlege hin und her, ob das wirklich nötig ist, doch nach 31 Jahren!! Die meisten Versicherungen bezahlen nichts mehr für den Mastbruch, wenn die Wanten älter als 10 Jahre sind. 

Als nächstes finde ich im Sanaji einen hilfsbereiten Chromstahlmechaniker. Er flickt mir den Schmutzwassertank und fertigt Verbindungsstücke für die Entwässerungsleitung an. Diese neue Decksentwässerung bringt das Regenwasser weg vom Deck. 

Mit dem Zahnarzttermin klappt es auch, anstatt Termin wird sofort geröntgt und gebohrt. Ein riesiges Loch wird behandelt und bei der zweiten Konsultation wird die Wurzel rausgebohrt und die Füllung rein und mein neuer Zahn sieht wirklich aus wie neu, ich krieg sogar einen Spiegel zum Anschauen!! Nur 110 Euro hat das gekostet, war aber die modernste Klinik in Marmaris. 

Ich war so zufrieden mit dem Chromstahlmechaniker, dass ich im die Skizze von meinem Wunschkran für den Aussenborder brachte, er wusste sofort Bescheid und das Werk konnte starten, einmal Anprobe am Schiff und danach war der Kran auch schon fertig. Alles handgemacht, auch die Scharniere. Vielleicht die Schrauben auch.

Der Mechaniker kannten auch einen Velomechaniker, der sollte mir die Felge flicken, eine neue ist leider nicht zu finden in der Türkei, das Brompton hat spezielle Masse. So wird das Rad ausgespeicht, das Alu geschweisst und alles wieder zusammen gebaut. Nun kann ich wieder fahren, wie lange weiss ich nicht, die Schweissnaht wird nicht ewig halten, es klappert schon. 

Marmaris hat einen wunderschönen, langen Sandstrand an dem ich am frühen morgen meine Fahrradtouren machte.

Dann wird Salontisch ausgebaut und die Schreinerei der Marina übernimmt das Schleifen und neu lackieren des Tisches, da waren zu viele Spuren der Vergangenheit. Jemand hat da nicht Sorge getragen. Hat mich schon lange gestört. 

Eine neue Grossschot ist auch angeschafft. Endlich...die alte war zwar neu, aber mit 14 mm viel zu dick und war unhandlich und unmöglich. Nun hab ich meine Wunschgrossschot, schöne Farbe und passt in die Rollen und ist geschmeidig. 

Die Korrosion am Vorstag hat mich schon etwas belastet, da hab ich mich dann für das Auswechseln entschieden. Hab eine neue Offerte eingeholt und die Junges haben den ganzen Nachmittag gearbeitet und das Vorstag abgebaut und ein neues Stahlseil eingebaut. Nicht ganz billig aber beruhigend. 

Nun ist auch meine Winterplane aus Finike eingetroffen, nach vielem Suchen ist das Paket doch noch in der Netsel-Marina eingetroffen, leider ohne Bootsname auf der Adresse und somit zuerst unauffindbar. War viel Aufregung und viele Leute haben suchen geholfen. 

Jetzt ist "alles" erledigt, morgen Sonntag segle ich weiter, raus aus dem Hafen mit seinen 40 Grad, raus zum Baden, Schwimmen und neues entdecken. 

 

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Türkisch Mangal

In der Bucht von Ekicik, die von Wäldern und Hügeln umgeben ist, gibt's einen langen Sandstrand von einem Ende der Bucht zum andern Ende. Keine grossen Hotels die die Idylle stören, kein Dorf, nur ein paar Häuser an der Strasse und nur weit entfernt ein Muhezzin.

Was hier so speziell ist, es gibt ein wild organisiertes Camping. Habe schon oft beobachtet, die Türken sitzen gerne zusammen, der Grill wird befeuert und der Samowar spendet den ganzen Tag Cay (Tee). Türkisch Barbecue(Mangal) halt, viel Fleisch und Raki und Geselligkeit. 

Unter den Bäumen stehen die Bänke im Schatten und sind schon früh am Morgen besetzt. Die Leute schlafen alle hier, in der Hängematte, im Zelt, im Camper oder im Auto. Ferien für die Türken aus der Grossstadt. Es ist kein Rummel, keine Hektik, nur das geniessen am Strand zusammen mit Freunden und mit der Familie. Ein kleiner Laden versorgt all die Leute mit Lebensmittel. Abfall wird in massiven Containern gesammelt, kein Plastikcontainer, wo beim ersten Windstoss die Deckel wegfliegen wie in Italien und Griechenland und die wilden Tiere allen Abfall verteilen.

War ein Erlebnis da mitten drin zu sein, mit dem Schiff am Pier von Ekincik. 

 

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Von Finike nach Marmaris

 

Was gibt’s da zu erzählen, es sind vor allem die wunderschönen Ankerplätze die zum verweilen und baden einladen. Zuerst war ich in Kekova, hab meinen neuen Sonnenschutz getestet. Passt perfekt. Jetzt ist es schön schattig im Cockpit und auch im Schiff ist es kühler.

 

Von Kekova segelte ich nach Kas, da konnte ich gratis in der Setur Marina liegen, da mein Vertrag im der Setur Marina noch bis August gültig ist. Da habe ich Karl aus England und Hope und Howard aus den USA getroffen und zusammen sind wir dann weiter nach Kalkan, und dann nach Karacaören.  Dieses felsige Kap mit seinem Naturhafen ist gut geschützt, obwohl rundum felsige Inseln aus dem Wasser ragen. Wir genossen den gemeinsamen Abend auf der Veranda des Restaurants.

 

Am nächsten Tag sind wir in der Bucht geblieben, die Türkei hatte wieder Ausgangssperre von 9 – 15 Uhr wegen den Studenten. Mir solls recht sein, hier ist es toll zu liegen und eine Wanderung auf den Bergrücken mit bester Fernsicht hat sich gelohnt, heiss wars aber, fast 40 Grad, am Schatten!!!

 

Der nächste Ankerplatz war in der Quellenbucht direkt unterhalb der Felsengräber und unweit der Quellen wo das ganze Jahr frisches Wasser sprudelt. Der Fisch vom türkischen Künstler Bedri Rahmi auf dem Felsen neben der Quelle begrüsst die Leute die mit dem Schiff hier anlegen.

 

Der Ausblick vom Berg oberhalb der Felsengräber reicht über den ganzen Golf von Göcek. Unzählige Yachten und Megayachten liegen hier am Anker.

 

Von hier segeln wir zur Stadt Fethye, wie immer haben wir Wind, fast zu viel heute, wir wurden überrascht wie schnell der Wind aufgedreht hat. Wir sind alle drei Schiffe mit Volltuch unterwegs gewesen.

 

Am Dienstag ist Markttag in Fethye und so haben wir den Kühlschrank mit frischem Gemüse aufgefüllt. Dank dem grossen Schlauchboot von Howard mussten wir die Taschen nicht weit schleppen, er ist bis fast zur Markthalle gefahren.

 

Nach drei Tagen Stadtrummel, obwohl eigentlich wegen dem Corona-Virus wenig los war in der Stadt, bin ich dann früh am Morgen los zum nächsten Ankerplatz. Dort habe ich die beiden anderen Schiffe verloren, da es in der Bucht gerammelt voll war. Am nächsten Tag war ich dann aber fast alleine dort. Das Wasser war so klar und die Fische und die Schildkröten schwammen rund ums Schiff, angebissen hat keiner.

 

Nach zwei Tagen in Ekincik bin ich nun in Marmaris. Hier kann ich wieder die Arbeitshosen auspacken. Hab neue gefunden ohne Löcher!!

War eine schöne Reise hierher, so ganz alleine wars nicht immer einfach, vor allem das Ankern in der Bucht, mit Wind von der Seite und mit der Leine im Mund zum Ufer schwimmen und das Schiff fixieren.  Unterwegs bin ich oft angeleint, denn einmal im Wasser, dann tüssss Schiff….. and Paul

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Goodbye Finike, Güle Güle

 

Nach langer aufregender Zeit in Finike, mit all den Überraschungen und Covid-19 Einschränkungen ist es nun aber Zeit die Leinen zu lösen und weiter zu segeln. Die Arbeitshose habe ich an den Nagel gehängt, nun kommen andere Zeiten. Besser, schlechter, wer weiss das schon.

 

Das bedeutet aber auch Abschied nehmen von so vielen netten, hilfsbereiten Menschen. Segler, nicht Segler, ehemalige Segler, zukünftige Segler.

 

Das Abschied nehmen hat natürlich schon vor einigen Tagen angefangen. Der letzte gemütliche Rotweinabend mit Christel und Trix im Garten von Christels Haus.

 

Dann mit Trix und Peter beim Fischessen in den Bergen, wo die Forellen im schattigen Bergbach gefangen und gezüchtet werden.

 

Beim Kafe «Limani» von Ismael, wo ich früh am Morgen immer der erst Gast war, ihm wünsche ich viel Glück bei seinen vielen Plänen.

 

Auch der letzte Tag war nochmals hektisch, am Morgen beim Segelmacher vorbei schauen, wegen der Winterplane.

 

Vermutlich hab ich nicht allen «Allahaismarladik» gesagt. Was so viel wie Goodbye heisst. Aber in Gedanken hab ich mich von allen verabschiedet.

 

Am letzten Abend gabs ein Abschiedsbier auf dem Schiff, gute Wünsche und fair winds für die welche ostwärts segeln, für die die westwärts segeln und natürlich auch gutes Wetter für die welche im Hafen oder Finike bleiben.

 

Beim Eindunkeln kommt Süleman und bringt die Winterabdeckung, die er noch im Rohzuschnitt aufs Schiff anpasst. Die fertige Plane wird er mir nach Marmaris nachschicken.

 

Nun wird es Zeit für Feierabend und den Kopf fürs Ablegen umstellen. Bei der Portpolice habe ich mich abgemeldet. Muss am Samstagmorgen schon um 6 Uhr los, da von 9 Uhr bis 15 Uhr wieder mal Ausgangssperre ist, das gibt auch für die islamische Seefahrt, ab 9 Uhr muss geankert werden. Hoffentlich ist das Meer dort nicht zu tief!!! Die Studenten müssen sich im Gymi einschreiben, da darf niemand anderes unterwegs sein. So die Vorschrift vom Sultan.

 

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Türkische Amalfiküste

 

Von Finike nach dem 35 km entfernten Demre, führt eine seit einigen Jahren gut ausgebaute Strasse. Es ist der einzige Weg, welcher die Küstenstädte mit der Grossstadt Antalya verbindet. Hier schlängeln sich die Lastwagen mit Gemüse und Früchten beladen den Kurven entlang.

 

Ich hab die Strasse mit dem Bus kennen gelernt, nun will ich in Ruhe die herrliche Küste mit dem Velo erkunden. Die Strasse wurde in den Fels gesprengt, noch immer sieht man die rötliche Narbe im Fels die sich oberhalb vom Trasse dahin zieht. Ich fahre an vielen Buchten vorbei, das Wasser leuchtet blau, die weissen Kieselsteine reflektieren das Sonnenlicht. Es führen Wege zu den Buchten, ab und zu sind Meschen am Baden oder sind hier um die Morgensonne zu geniessen.

 

Einige Fischer haben sich die Klippen runter gewagt und hoffen, dass ein grosser Brocken anbeisst. Ihre Autos oder die Motorräder sehe ich oben an der Leitplanke stehen.

 

Die Aussicht ist toll, die Felsenstrasse so einmalig, da kommt mit der Gedanke, das könnte die «Amalfi» der Türkei sein. Nach etwa 15 km endet die Felsenküste und die Strasse führt an einer Lagune entlang nach Demre. Ich drehe um und der einsetzende Westwind hilft bei der Rückfahrt nach Finike.

 

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Finikes neue Moschee

 

An bester Lage entsteht die neue Moschee, die wird einfach so gebaut, da oben am Berg, keiner weiss so richtig warum und wieso. Simsalabim. Egal ist ja bezahlt von …vielleicht aus Saudi Arabien, oder sonst gesponsert einem Ölscheich.

 

Ich bin mit dem Velo raufgefahren und hab mir die riesige Baustelle aus der Nähe angeschaut. Es sind mehrere Gebäude, die für verschiedene Zwecke genutzt werden, die meiste Zeit steht wohl alles leer nur, die Lautsprecher werden das Gebet und die «Botschaft» in arabischer Sprache verkünden die keiner versteht. Hauptsache es ist laut und keiner hört hin. Viel Spass den Hafenliegern, die werde nun noch besser beschallt.

 

Das Bauwerk ist aber eine Augenweide, es wird ohne Kran gearbeitet, die Gerüste alle aus Holz. Speziell auch wie das Dachgewölbe geklinkert wurde. Alles mit Holzschablonen bis der letzte Ziegel gesetzt wurde. Wie anno dazumal. Viele Steinmetzarbeiten werden am Ort gemacht, die schneeweissen Marmorblöcke stehen bereit zum Bearbeiten. Das weiss blendet in der Sonne, es ist heiss die Arbeiter tragen Texashüte und sind erfreut über den fremden Besucher der sich für ihre Arbeit interessiert.

 

Die Architektur ist orientalisch, ich fand kein anderes Gebäude in Finike das so ähnlich ausschaut, die Moschee scheint mir fast etwas Fremdes hier in der Stadt. Ismael ein Türke hat zu mir gesagt, das ganze ist eine grosse Selbstbefriedigung. Diese fast 10'000’0000 Lira hätte auch für bessere Zwecke verwendet werden können. So zB. Kläranlage... oder ….

 

Bald ist es fertig gestellt, es fehlt noch das Minarett und die Lautsprecher!!! Dann hat Finike ein neues Wahrzeichen. Bis jetzt waren es die feinen Orangen, welche hier im fruchtbaren Delta wachsen. Die Meinungen werden geteilt sein, den Touristen wird's gefallen.

 

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Myra und Demre

 

Mit Bus und Velo geht’s heute Südwärts nach Demre. Das sind 35 Kilometer kurvenreiche Küstenstrasse. Vom Busbahnhof in Demre fahre ich nach Myra. Ausserhalb der Kleinstadt fahre ich an Gewächshäusern vorbei und schon bald bin ich am Fuss der Berge. Bei den Bauernhäusern sehe ich in Plastiksäcke eingeschlossene Paperoni, die liegen an der Sonne und werden vergoren und nachher in Gläsern eingelegt.

Das antike Myra war einst eine wichtige lykische Stadt und ist heute vor allem als Wirkungsstätte des heiligen Nikolaus bekannt. In Myra sind die vielen Felsengräber einmalig. Das Theater, das die Römer erbaut haben ist berühmt für die zahlreichen Relief an den Mauerabschlüssen. Empfangen werde ich von drei Gesichtern die mich mustern, darf ich vorbei gehen, trifft mich der Blitz des Zeus? Alles gut gegangen, ich erklimme das Amphitheater, von da oben gibt’s einen schönen Ausblick, zu den Felsengräbern, über die vielen Glashäuser und tief runter in die Arena.

 

Nun geht’s zurück nach Demre, zur Basilika St.Nikolaus. Der Zar Alexander der II. hat diese im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut, nachdem sie seit der byzantinischen Zeit mehrfach zerstört wurde. Viele Fresken schmücken die Wände und Decken und am Boden sind mit Steinen bunte Ornamente verlegt. Der Sarkophag vom Nikolaus ist leer, die Römer haben die Gebeine mitgenommen, die Türken möchte diese gerne aus dem Vatikan zurück haben.  

 

Mit dem Bus geht’s dann pünktlich um 12.30 Uhr wieder zurück nach Finike. Regen ist angesagt, da möchte ich auf dem Schiff sein und alle Luken dicht haben.  

 

War ein interessanter Ausflug, wenn schon nicht gesegelt werden kann, kann ich doch die Umgebung von Finike mit seinen Sehenswürdigkeiten entdecken. Es gibt immer wieder interessante Begegnungen und Erlebnisse.

 

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Olympos und Chimaera

 

Auf halber Wegstrecke nach Antalya liegt das antike Olympos, dorthin möchte ich einen Ausflug machen. Griechische Ruinen und Strand zum Baden. Mit dem Klapprad im Bus, fahre ich bis zur Haltestelle Olympos auf der Main-Road, dort steige ich aus, von hier geht's mit dem Velo 11 Kilometer runter ans Meer. Eine steile Abfahrt, es macht Spass, doch die Bremsen quietschen laufend.

 

Unten angekommen, geht’s einem Fluss entlang, bis rechts und links die Strasse von kleinen Hotels und Pensionen gesäumt ist. Seit Hippie-Zeiten gibt’s diese Hotels hier, es scheint sich nicht viel verändert zu haben. Nur, das es jetzt vermutlich viel, viel mehr sind. Übernachten im Baumhotel ist hier im Trend.

 

Dann gelange ich zum Eingang der griechische Ruinenstadt und alles ist abgesperrt. Covid-19, alles zu, kein Strandzugang. Nada. Umkehren? Ich entscheide mich mit dem Velo die 35 km bis Kumluca zu fahren, hab ja Zeit. Durch einsame Wälder und durch kleine Dörfer führt mich die Strasse. Rauf und runter geht es natürlich auch, leider. Plakete die Werbung für die beste Sorte Hybrid F1 machen gibt's oft zu sehen, keine Rolexwerbung hier in der Pampa. Plötzlich wird die Sicht frei und ich erkenne die endlosen Plastikhäuser von Kumluca bis Finike. Jetzt nehme ich den Bus bis Finike.

 

Gestern 10. Juni habe ich den zweiten Versuch gestartet, Covid-19 ist ja "vorbei".  Diesmal klappts mit dem Zugang zu den Ruinen und dem wunderschönen Fluss entlang zum Strand. Dieses Olympos ist einmalig gelegen, das bewaldete Gebirge reicht bis ans Meer, so war die Stadt am Fluss gut zu schützen.

 

Ein langer Kiesstrand liegt vor mir, ich wandere dem Strand entlang bis ans andere Ende nach Ciralia. Baden «verkürzt» die Wanderung und ich sehe einige Schildkröten-Gelege die mit Drahtkörben geschützt und mit Datum beschriftet sind. Nach über einer Stunde laufen, am jetzt noch menschenleeren Strand hab ich das andere Strandende erreicht. Das ist einer der schönsten Strände der ganzen Türkei, die Kiefern bewaldeten Berge reichen bis ans Meer, der weisse, geschwungene Kiesstrand und das glasklare, blaue Meerwasser machen die Atmosphäre perfekt. Keine Hotels, kein Haus stört die Idylle nur einige Gülets schwojen am Anker.

 

Hinter Ciralia in den nahen Bergen brennen die Feuer der Chimären, diese haben schon Odysseus verwirrt. Er glaubte, das sei der Zugang zum Hades. Erschöpft komme ich dort an und staune über die vielen Feuer die aus der Erde brennen. Ich kann mir vorstellen, dass die Menschen geglaubt haben, hier sei der Zugang zur Hölle.

 

Nun geht’s den ganzen Strand entlang zurück nach Olympos und bequem mit dem Bus zurück nach Finike.

 

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Das Teakdeck wird fertig

 

Nach fast genau zwei Monat arbeiten, wird am Samstag 30. Mai das Deck geschliffen. Alle Unebenheiten und die schwarzen Sikafugen werden plangeschliffen. Jetzt sehe ich das neue Teakdeck zum ersten Mal, bis jetzt waren die Sikafugen noch nicht erkennbar. Es sieht toll aus, viele spezielle Einzelheiten, wirklich eine gute Schreinerarbeit. Habe Freude an neuen Deck.

 

Es müssen jetzt noch alle Beschläge und Anschlüsse für Diesel, Wasser und Abwasser montiert werden. Ich mach schon mal einen Termin für das Einwassern mit dem Kranmeister ab. Es soll der Samstag sein, denn gemäss «christlicher Seefahrt» darf eine Schiffsreise nicht am Freitag beginnen! Das bringt Unglück. So kommt die Serenità am Samstagmorgen 6. Juni zurück ins Wasser.

 

Die letzten Arbeiten werden noch am Werftsteg erledigt. Die Genuaschiene muss noch montiert werden. Diese Arbeit wird am Sonntagmorgen abgeschlossen. Dann endlich, Motor starten, der Diesel springt auf den ersten Drücker an und schmurrt wie ein Kätzchen. Alle Seeventile sind dicht, die Kühlung läuft, wir können ablegen.

 

Danach reiht sich die Serenità wieder am Steg B zwischen die anderen Segelschiffe. Poseidon kriegt auch einen feinen Schluck, Singel Malt. Nun mache ich aus der Baustelle wieder ein Segelschiff, das dauert wohl noch einige Tage.

Nach fast genau zwei Monat arbeiten, wird am Samstag 30. Mai das Deck geschliffen. Alle Unebenheiten und die schwarzen Sikafugen werden plangeschliffen. Jetzt sehe ich das neue Teakdeck zum ersten Mal. Es sieht toll aus, viele spezielle Einzelheiten, wirklich eine gute Schreinerarbeit. Habe Freue an neuen Deck.

 

Es müssen jetzt noch alle Beschläge und Anschlüsse für Diesel, Wasser und Abwasser montiert werden. Ich mach schon mal einen Termin für das Einwassern mit dem Kranmeister ab. Es soll der Samstag sein, denn  gemäss «christlicher Seefahrt» darf eine Schiffsreise nicht am Freitag beginnen! Das bringt Unglück. So kommt die Serenità am Samstagmorgen 6. Juni zurück ins Wasser.

 

Die letzten Arbeiten werden noch am Werftsteg erledigt. Die Genuaschiene muss noch montiert werden. Diese Arbeit wird am Sonntagmorgen abgeschlossen. Dann endlich, Motor starten, der Diesel springt auf den ersten Drücker an und schmurrt wie ein Kätzchen. Alle Seeventile sind dicht, die Kühlung läuft, wir können ablegen.

 

Danach reiht sich die Serenità wieder am Steg B zwischen die anderen Segelschiffe. Poseidon kriegt auch einen feinen Schluck, Single Malt. Nun mache ich aus der Baustelle wieder ein Segelschiff, das dauert wohl noch einige Tage.Die Ankerwinsch muss auch noch montiert werden.

So jetzt haben die anderen Segler Zeit das schöne Deck zu bestaunen. 

 

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Auszeit in Kekova

 

Nach über zwei Monaten arbeiten auf dem Segelschiff wurde es nun langsam Zeit, auch wieder mal zu segeln. Murat hat sein Schiff startklar und auslaufen darf man seit zwei Wochen auch wieder, «nach» der Covid-19 Krise.

 

So starten wir beide am Montagmorgen unseren Trip nach Kekova, das 20 Meilen südwestlich von Finike liegt und ein Touristen-Hot-Spot hier an der Küste ist. Kekova liegt versteckt hinter der grössten, unbewohnten türkischen Insel (alle andern Inseln sind Griechenland zugesprochen worden) in einer geschützten Bucht. Hier hat sich die türkische Marine im 2. Weltkrieg versteckt. Touristen finden wir keine, da noch Ausgangssperre für die Ausflugsschiffe ist. Aber alle Gültes liegen bereit zum Auslaufen, dann ist hier die Hölle los. 

 

Wir geniessen die Abgeschiedenheit in den ruhigen, bewaldeten Buchten und faulenzen zwei Tage. Nur einen Fussmarsch durch die ausgetrocknete Landschaft unternehmen wir, es geht vorbei an tiefen Grundwassertümpeln mit den grössten Mönchspfeffersträuchern die ich je gesehen habe. Alte Brunnen sind noch zu sehen, die hier vor Urzeiten gegraben wurden.  Wir sind auf dem lykischen Wanderweg. Nach dem Marsch gibt bei der urigen Taverne am Ufer einen Cay und der Wirt lädt uns zum Ueberwintern an seinen Steg ein, ist im wohl zu langweilig hier allein in der Pampa. 

 

Am Abend bruzelt Murat unser Nachtessen auf dem kleinen Holzkohlengrill, es gibt viel Gemüse und noch mehr Fleisch. Dazu natürlich Bier und Raki.

 

Am Mittwochmorgen gibt’s den ersten Kaffee schon vor 6 Uhr, genau bei Sonnenaufgang. Bald danach starten wir den Motor und es geht raus aufs Meer, wo die Segel gesetzt werden und wir zurück nach Finike segeln. Neu motiviert für das Werken am Schiff.

 

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Arbeiten am Teakdeck

Endlich ist es soweit, das letzte Stück Teakholz wird eingelegt. Nun ist aber ein grosser Schritt gemacht. Als nächstes werden die gröbsten Unebenheiten mit der Schleifscheibe ausgeglichen. Danach kommt der Primer in die Fugen und mit der Presse wird das Sikaflex No. 290 in die Fugen gepresst. Ab jetzt heisst es 9 Tage warten, damit das Silka-Fugenmittel gut durchtrocknet. Das Ausfugen wurde immer kurz vor Sonnenuntergang gemacht, da der schwarze Sikakleber keinen Sonnenschein verträgt. Es war aber so heiss, dass ich bedenken hatte, ob das gut kommt. Fast 40 Grad an den Tagen als die Fugen gefüllt wurden. Da hat der provisorische Schatten die Temperaturen an Deck etwas erträglicher gemacht. Ramadan war es auch noch, das heisst nichts essen und nichts trinken von Sonnenaufgang bis Untergang, da waren die beiden Schreiner manchmal an ihren körperlichen Grenzen. (Selber Schuld, das ist wirklich ungesund)

Nach 9 Tagen wurde das überstehende Sika mit dem Stechbeutel weggeschnitten. Nochmals zwei Tage warten, dann kann das Deck geschliffen werden und das Resultat der ganzen Arbeit wird sichtbar. Eine massive Fussleiste ist seit ewig defekt, nun wird diese Fussreling auch erneuert.

Ich war in der Zeit natürlich auch  nicht nur am Faulenzen. Ich hab das Unterwasserschiff angeschliffen und gespachtelt und mit Primer behandelt. Zu guter Letzt ist jetzt auch das dunkelblaue Antifouling gestrichen. Geb mir Mühe, dass ich mit meinen Arbeiten auch fertig bin, wenn die Schreiner das Deck fertig haben.

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Antikes Finike

Historisches, Kultur, Sport,  nicht viel davon hab ich gefunden in der Stadt Finike. Aber einen langen Sandstrand, viele Moscheen,  viele Glas- und Plastikhäuser für die Gemüseproduktion, einen wunderbaren Ausblick in die nahen Berge, wo noch immer der letzten Schnee liegt, keine Touristen und den lykischen Fernwanderweg, das bietet Finike.

 

Ich weiss nicht sehr viel von Finike zu erzählen, es ist eine türkische Kleinstadt am Meer, in der alles zu finden ist was zum Leben notwendig ist. Ein Bushof, neue Verwaltungsgebäude, ein neuer grosser Spital, eine Markthalle, wenige Hotels, Wohnquartiere mit holprigen Strassen und oberhalb der Stadt viele Häuser die etwas unsicher am Berghang stehen. Es ist keine schmucke Stadt, einige modere Häuser versuchen das armselige zu übertönen. (little Babylon, das passt auch für hier).  Kaum sind die Häuser fertig sieht man schon den Alterungsprozess. In den Gassen im Stadtzentrum fand ich noch einige antike Häuser, viele unbewohnbar, doch erhaltenswert. Hoffentlich findet sich ein Liebhaber dafür.

 

Ausserhalb vom Zentrum entdeckte ich ein Areal mit konfiszierten Motorrädern, hunderte stehen in Reih und Glied, ich weiss nicht auf was die warten, den Schreder oder ??? So modernisieren sich hier die Motorräder, von unsicheren Hondas zu neuen Elektromotorrädern die hier lautlos rumkurven.

 

Finike ist ein Stadt in der ich mich schnell wohl fühlt habe, keine Hektik, kein Trubel, einige Parks und die Flüsse haben breite Promenaden zum Spazieren, es sieht gepflegt aus. Da genug Wasser vorhanden ist werden die Pflanzen und Palmen bewässert so ist es schön grün hier. 

Mal sehen, ob das Leben in der Stadt nach der Corona-Krise anders ausschaut, wenn der Biergarten am Hafen wieder offen ist.

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Rund um Finike

 

Die Regenzeit ist vorbei. Die Olivenbäume und die Orangenbäume haben geblüht, die ganze Stadt hat nach Orangen geduftet. Die Blumen sind noch am Blühen aber das Gras schon wieder am Verdorren. Es wird heiss, in den Bergen sind nur noch letzte Schneefelder zu sehen. Der Sommer kommt und der nächste Regen im Oktober. Rund um Finike sind grosse Orangen- und Granatapfelplantagen, die "Bauern" haben ihr Land nicht verkauft, darum gibt's nur wenige Hotels am Strand. Finike und Kumluca haben fast keinen Tourismus.

 

 

Ich bin mit dem Velo rund um die Stadt gefahren und hab einige bunte Bilder gemacht. Bin an den Flüssen und Bächen entlang gefahren die durch das 15 km breite Delta zwischen Finke und Kumluca das Wasser aus den Bergen zum Meer bringen. Am Ufer der Bäche sonnen sich die Echsen und die Wasserschildkröten. Auch Landschildkröten sind anzutreffen, mitten in der Stadt, hatte leider keinen Fotoapparat dabei.

 

Das Velofahren macht durstig, an einem Verkaufsstand für Orangen, Zitronen und Grappfrucht, gibt es frisch gepressten Saft. Der Saft schmeckt lecker. Ich kauf mir immer wieder einen Sack, die Leute an diesem Stand sind meine Hoflieferanten. Ein Sack Orangen für 15 TL, das sind Fr. 2.-, so günstig sind die Vitamine hier.

 

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Im Antalya Sanayi

 

Meine Ankerwisch die wegen dem verlegen des Teakdecks entfernt werden musste bekommt ein neues Outfit.  Das Winschgehäuse hat nach all den Jahren einige Flecken und Schrammen, die Oberfläche ist gealtert. Am Besten das Gehäuse wird neu verchromt. Hier in Finike kann das niemand machen, mein Mechaniker sagt, das geht nur in Antalya. Dank Aylin die natürlich perfekt türkisch spricht findet sich im Sanayi eine kleine Bude die das machen kann. Am Freitag 8. Mai fahre ich mit dem ersten Bus nach Antalya und bin zwei Stunden später am Bushof. Das Sanayi liegt gemäss Karte nicht weit weg, aber es fährt kein Bus dorthin, ich nehme ein Taxi, so bin ich in 10 Minuten dort. Doch bis wir diesen Verchromer gefinden, müssen wir uns im Gewirr der Strassen öfters nach dem Weg erkunden.

 

In diesem riesigen, neuen Sanayi, Handwerkerquartier, gibt’s vor allem Autowerkstätten, Metallverarbeiter, Fensterbauer, Schiffsmotorenmechaniker. Eine Werkstatt liegt neben der nächsten, die meisten nur 10 Meter breit. Endlich finden wir meinen Verchromer. Nach kurzer Besprechung und einem Rückruf bei Aylin, geht’s zu Fuss zurück zum Bushof und  nun heisst es fünf Tage warten, dann kann ich das Gehäuse abholen. Auch das Kugellager und die Dichtungen wollen sie für mich organisieren. So guet.

 

Am 13. Mai fahre ich wieder nach Antalya, die Teile in der Werkstatt abholen, das Gehäuse glänzt und ich strahle, es sieht wie neu aus. Nur eine Ecke muss, unter meinem kritischen Auge, nochmals poliert werden. Der Arbeiter schleift mit Mundschutz, der ist jetzt Vorschrift wegen dem Covid-19.  Ich hab echt Freude, dass das so reibungslos funktioniert hat. Die Fahrten nach Antalya haben sich gelohnt.

Beim Schiff angekommen, wird gerade das letzte Stück Teakholz verlegt. Jetzt ist ein grosser Schritt gemacht, auf dem Weg zum neuen Teakdeck.

 

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Decksarbeiten

 

Nun sind es mehr als fünf Wochen seit dem Beginn der Arbeiten an Deck. Zuerst das alte Teak entfernen, defekte Kunststoffoberfläche mit Epoxyharz flicken und jetzt die neuen Teakleisten aufkleben. Zur Zeit wird der kniffligste Teil montiert, die Hölzer die an den Kajütaufbau anschliessen. Das ist wirkliches Handwerk und braucht viel Erfahrung. Schablonen werden hergestellt und in der Werkstatt wird dann das Teakholz zugeschnitten.               

Die Bewegungsfreiheit in den letzten zwei Monaten war hier in der Türkei wegen dem Covid-19- stark eingeschränkt. An den Wochenenden Ausgangssperre, an Feiertagen auch, Gesichtsmaskenzwang, keine Busse in die grossen Städte und wer ü65 alt ist, darf das Haus gar nicht verlassen. So fehlen zum Teil Spezialisten in der Werft, weil sie ü65 sind.

Wie hält man sich da fit, wenn nichts mehr erlaubt ist. Kein joggen am Strand, kein Fitnesscenter ist offen, meine Muskeln haben die Konsistenz von Götterspeise!

 

Dieses Wochenende 9.-10. Mai ist die Ausgangssperre in Finike endlich aufgehoben. Der Markt war offen, aber alle Leute mussten durch eine Desinfektionsdusche. Das Segeln ist wieder erlaubt, einige Schiffe werden nun die Marina verlassen. Abschiedsparty ist heute Nachmittag, das muss gefeiert werden. Hab Bier kalt gestellt.

 

Die beiden Schreiner haben Samstag und Sonntag gearbeitet. Jetzt fehlt nicht mehr viel und das Deck ist mit Teak belegt. Jetzt ist Ramadan, das heisst nichts essen und nichts trinken von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Der Muhezin singt noch lauter und noch länger, zum Glück ist der Hafen weit vom Minarett entfernt, so genügt laute Musik im Schiff um den Krach zu übertönen. Doch in der Stadt sind einige Apartments nicht bewohnbar wegen dem lauten Singsang auf arabisch. Hier in der Marina wird aber schon am Mittag tüchtig gefeiert und am Abend sitzen auch alle zusammen bevor der Böllschuss das Ende der Fastenstunden anzeigt. Ich erschrecke fast immer, denn meisten knallt es unverhofft. Nach dem Ramadan am 23. Mai ist Ferien, da wird 10 Tage nicht gearbeitet, Zuckerfest, auf türkisch Bayram. Ich hoffe das Deck ist vor diesen Ferien fertig.

 

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Ankerkette schweissen

 

Wer so viel Zeit hat, während das Schiff an Land steht und die Schreiner arbeiten, dem fällt auch immer was ein, was er noch machen könnte.

 

Zum Beispiel: Die Ankerkette mit Farbe markieren, nach 10 Meter gelb, nach 20 Meter rot nach 30 Meter blau und 40 Meter weiss, so weiss ich genau wieviel Kette das beim Ankern gesetzt ist.

 

Oder: meine Ankerkette besteht aus zwei Teilen und ich hab diese mit einem Kettenglied, das mit dem Hammer zusammengeklopft wird, verbunden. Doch jetzt nach drei Jahren ist das Teil rostig und ist sowieso die Schwachstelle in der ganzen Kette. Ich möchte eine neue Verbindung einsetzen. Murat kennt einen Schlosser und wir entscheiden, die Kette zu schweissen. Meine türkischen Seglernachbarn haben ein Auto und damit bringen wir die 65 Meter lange Kette ins Sanayi. Sanayi ist  das Quartier in dem die Handwerker arbeiten, das gibt’s in jeder Stadt. Einfach nach dem Sanai fragen, wenn ihr mal Probleme mit dem Auto, dem Velo, dem morschen Gartentisch oder was auch immer habt.

 

Dort wird das rostige Kettenglied rausgetrennt, ein Kettenglied mit der Trennscheibe und einem Eisenkeil geöffnet und die beiden Kettenglieder zusammen gesteckt. Jetzt das Kettenglied wieder zusammenschweissen und die Ankerkette ist wie aus einem Stück. So einfach ist das. Jetzt gibt’s keine schwache Stelle mehr.

 

Für meine Stützen, welche die Solaranlage waagrecht halten, hat der Schlosser ein dünnes Stahlrohr abgelängt, ein Loch gebohrt, einen Schäkel drangemacht und schon sind die beiden rostfreien Solarstützen fertig.

 

Nach 30 Minuten ist alles wieder im Auto verstaut. Die ganze Arbeit kostet 15 türkische Lira, das sind genau Fr.2.—unglaublich.

 

 

 

 

 

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Trimaran, Ancyra

 

Also, das was hier auf den Holzstützen steht, ist ein Trimaran. Dieses Schiff schwimmt sogar, es war hier im Hafen von Finike, bis es letzte Woche für den Umbau aus dem Wasser gekrant wurde.                                          

Die beiden Ausleger an Back- und Steuerbord können ausgefahren werden, dann erst kann damit gesegelt werden. Ach ja, es ist ein Segelschiff. Das schwarze, zu Oberst ist ein Teleskop-Mast der ist jetzt eingezogen. Der Grossbaum ist begehbar und hat ein Geländer. So was habe ich noch nie gesehen. Die grossen Fenster werden durch Klappen geschützt, damit die Wellen das Glas nicht eindrücken. Beim Ankern, können die Klappen runtergelassen werden und dienen als Balkon.

 

Weil das Ungetüm schlecht segelte, also langsam war, wurden vorne und hinten 4 Meter Verlängerungen angebaut. Es heisst ja unter Segelfachleuten: Länge läuft. Ob das die richtige Entscheidung war, bezweifle ich.     

Ein grosser Propeller sorgt für den nötigen Schub, wenn mal kein Wind ist. Dieser Propeller rotiert durch einen Kettenantrieb und das ganze wird beim Segeln ins Schiff eingezogen. Auch die beiden Aussenbordmotoren können mit Gewindestangen aus dem Wasser gehoben werden.                                                                              

Jetzt hat ein grosser Umbau begonnen, die Verlängerungen vorne und hinten wurden abgesägt und werden sicher modifiziert. Hinten wurde die Unterseite aufgetrennt. Es soll unten ein Stück angesetzt werden. Der Keil der eingesetzt wird, verbessert sicher die hydrodynamischer Performence. So schwimmt das Schiff vielleicht noch besser. Viel Platz scheint es auf dem Monster nicht zu haben. Sehenswert ist es allemal. 

 

Leider konnte ich aber noch nicht mit dem Besitzer sprechen, würde gerne mal einen Blick ins Innere werfen. Vielleicht kommt ja noch die Gelegenheit. 

 

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In der Werft der Gülets

 

 

Hier auf der Werft in Finike ist zur Zeit nicht viel los. Viele Schiffsbesitzer können nicht herkommen und somit stehen auch die Arbeiten still. Alle paar Tage kommt mal ein Schiff aus dem Wasser, wird poliert und das Unterwasser neu gestrichen, dann wieder zurück ins Wasser. Doch hier stehen Metallarbeiter, Motorenmechaniker, Elektriker und warten auf Arbeit. Nur die beiden Schreiner sind mit der Serenità beschäftigt.

 

Direkt angrenzend an die Antalya Werft, wo ich jetzt liege, ist ein separates Gelände für die lokalen Schiffsbesitzer. Hier wird gearbeitet, gezimmert und gestrichen, gehobelt und geraucht wie die Türken. Hier stehen einige Gület die noch vor der Sommersaison ins Wasser müssen. Einige werden das wohl nicht schaffen, da fehlen noch die Planken, das alte Holz ist morsch und muss ausgewechselt werden. Oft hilft auch viel Farbe drauf!!!  Für mich wars interessant die grossen Holzschiffe aus der Nähe anzuschauen.

 

Hoffentlich gelingt der Start in die Touristensaison, zu wünschen wäre es, die Menschen hier an der Küste leben vom Tourismus. Von Bodrum bis nach Antalya ist die lykische Küste auch wunderschön, unverbaute, grüne Natur.                                       

 

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Teakdeck wird verlegt

 

Nach drei Tagen sind beidseits auf Deck einige Teakstäbe gelegt. Die Arbeit geht schneller voran als gedacht. Mit Teilen von Eisenbahnschienen wird das geklebte Holz beschwert. Das arme Schiff stöhnt und ächzt unter der schweren Last.

 

Zu meiner Freude hat es Faik geschafft, die Ankerwinsch zu lösen. Er hat die Holzkeile flach aufs Deck gelegt und die ganze Halterung und Messingrad zusammen raufgedrückt, da hat sich nach einigen gewaltigen Schlägen das Rad gelöst. Geholfen hat sicher auch, dass ich vorher eine Dose WD40 auf die Antriebsachse gesprüht habe. Nun können auch das Lager und die Dichtungsringe ausgewechselt werden. Vor allem aber, kann das Teakdeck flächig gelegt werden und muss nicht um die Winsch rundum verbaut werden.

 

Jetzt wird wegen dem türkischen Nationalfeiertag am 23. April und der Ausgangssperre bis am 26. April nicht gearbeitet. Ausserdem regnet es so stark, dass an arbeiten nicht zu denken ist.

 

 

 

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Letzte Vorbereitung an Deck

 

 

Nachdem das alte Teakholz entfernt war, mussten die beschädigten Stellen an der Oberfläche geflickt werden. Das habe ich zusammen mit Faik gemach, er hat einen Marineshop hier, die Werft machte nur teure, unnötige Vorschläge. Bis am Sonntag habe ich geschliffen und Faik hat mit Epoxy gestrichen und die defekten Stellen zugeklebt. Ich hatte ganz graue Haare vom Schleifstaub, doch leider war das grau auch nach dem Duschen nicht weg! Hab mit wohl zu viel geärgert mit den Handwerkern und dem Management hier.

 

Nun geht’s los am Montagmorgen, hab ich gedacht. Die Schreiner kamen, aber zuerst wurde nochmals das ganze Deck mit Silikonresten übersät, die am Aussenrand vom Deck abgekratzt wurden. Dann endlich ist das Deck sauber und die Materialen werden aufs Schiff gebracht. Schwere Eisen um das geklebt Holz zu beschweren.

 

Eine Sorge bleibt noch, die Ankerwinsch, sie lässt sich nicht abmontieren, das Messingrad will und will nicht nach oben aus der Antriebsachse raus. Hab es mit Gewalt versucht, hab Holzkeile unten reingeschlagen, kein Millimeter hat es sich bewegt. Da bin ich froh, dass ich von Peter und Jürg aus der Schweiz Unterstützung habe. Falls was an der Winsch kaputt geht, kann ich das in Deutschland oder direkt bei dem Hersteller in italien bestellen.

 

Das soziale Leben ist hier zum Erliegen gekommen, alle sind nur noch für sich, haben Ansteckungsangst. Nur Murat hat mich, auf sein kleines Schiff, zum Abendessen eingeladen. Es gab Fisch und Salat und natürlich Raki. Den hat er selber gebraut oder gemixt. Da Alkohol in der Türkei teuer ist, wird in der Drogerie grosse Bottiche reiner Alkohol gekauft, damit stellen die Türken dann Raki oder Whisky her. Am nächsten Morgen hatte ich einen Brummschädel, doch ich sehe noch aus beiden Augen!!

 

Nun am Dienstagmorgen 21. April wird das erste Teakholzstück aufgeklebt. Freue mich, dass es nun vorwärts geht. Bin gespannt, wie die beiden Schreiner in Handwerk meistern und das Deck gestalten.

 

 

 

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Demontage altes Teakdeck

 

 

Endlich nach meiner Zwangsquarantäne kanns los gehen. Die Schreiner und die Werftmitarbeiter sind wieder freundlich zu mir. Am 1. April beginnt das grosse Hämmern, die Schrauben habe ich vorab schon gelöst und rausgedreht. Es waren 2'250 Schrauben aus 1,9 kg rostfreiem Stahl.   

 

Die Teakholzstäbe waren viel stärker mit dem Deck verklebt als ich gedacht hatte, wir mussten die Leisten mit dem Stechbeutel und Hammer lösen. Leider ist sogar an einigen Stellen das Deck beschädigt worden. Das muss jetzt zuerst noch geflickt werden. Das heisst warten auf den Polyesterfachmann.

Alle Schraubenlöcher wurden zugespachtelt und trotzdem ist beim ersten Regen das Wasser ins Schiff getropft. Ja so genau, wird dann doch nicht gearbeitet. Ich hab dann nachgebessert.

 

In der Zwischenzeit wurde das neue Teak zugeschnitten. Die Teakholzbalken die in Istanbul gekauft worden sind, wurden hier auf das richtig Mass zugeschnitten, gefräst und gehobelt. Jetzt liegen die Stäbe für das Verlegen bereit.

 

Meine türkischen Nachbarn haben einen kleine Hündin mit 6 Welpen, für diese Hunde haben sie einen Zwinger aus meinem alten Teakholz gezimmert. So hat das Holz nochmals eine Verwendung gefunden. 

 

Wer glaubt, dass das Seglerleben nur aus Warten besteht, der irrt sich. In den letzten beiden Wochen, habe ich Wasserschläuche ausgewechselt, Wassertanks gereinigt, alle Verblendungen abmontiert und den uralten Staub entfernt, Getriebeöl beim Bugstrahlruder gewechselt, Gitarre gespielt, Musik gehört, Schach gespielt und einige Bücher gelesen und den Virus überlebt.

 

                                                

 

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Finike während der Virus-Krise

 

 

Nun bin ich schon seit über drei Wochen hier in der Südtürkei. Der Empfang war nicht gerade herzlich. Ich kam in Quarantäne, wurde auf der Serenità eingesperrt. Durfte das Schiff nicht verlassen, die Wachmannschaft war Tag und Nacht am Eingangstor zur Marina und Werft. Nur im Dunkeln bin ich rausgeschlichen, zum Schiff von Aylin und Göran, die hatten Internet und so habe ich ihr WLAN angezapft. War eine bedrückende Zeit, die einzigen Aufsteller waren die netten Menschen welche mir die Lebensmittel und Lektüre zum Schiff gebracht haben. Mit frischem Fisch und allerlei Gemüse wurde ich verwöhnt. Feine Sachen kochen, hat meine Tristesse aufgelockert.

 

Nach 14 Tagen war der Spuk vorbei und endlich fühlte ich mich ein wenig freier, doch alle Restaurants und Teestuben waren inzwischen geschlossen, die älteren Leute hatten Ausgangsverbot nur mit Gesichtsmaske darf man zum Einkaufen. So ist es immer noch, die Strassen sind leer, die endloslange Promenade am Meer ist gesperrt. Die Arbeiter auf der Werft wurden wieder freundlich zu mir, sahen nicht mehr den möglichen Virusträger und konnten plötzlich wieder lächeln.

 

Das neue Krankenhaus hier in Finike ist für Coronafälle reserviert, es sind zum Glück bis jetzt nicht viel Patienten im Spital, vermutlich nützen die Vorsichtsmassnahmen. Doch wie geht das weiter? Nützt es wenn hier die Gemeindearbeiter mit Traktoren, anstatt Spritzmittel für die Orangenplantagen, das Desinfektionsmittel über die Alleen und die Autos und Strassen versprühen?

 

Finike mit seinen ca. 20'000 Einwohnern, liegt in einem weiten fruchtbaren Flussdelta, das viele Wasser ermöglicht, das bewässern der Plastikhäuser und der zahllosen Orangenplantagen. Zur Zeit blühen die Orangen und der Duft weht bis zum Hafen. 

 

Hoffentlich hat der Schrecken bald ein gutes Ende, wer weiss……………..

 

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Selime - Kappadokien

Dieser Ort liegt am Ausgang des Ihlara-Tal, so war es nur eine kurze Fahrt hierher. Zu unserem Glück scheint hier die Sonne noch, im tiefen Ihlara-Tal war es schon fast finster. 

Hier in Selime ist ein ganzer Berg ausgehöhlt, wir sehen ein Kloster, Esssäle und zu oberst auf dem Berg, ein Kathedrale. Diese ist im Berg versteckt, komplett aus dem Tuffstein herausgemeisselt worden. Wir sehen Säulengänge und einen Altarraum. Leider sind auch hier die Fresken zerstört worden. Von hier oben ist eine tolle Aussicht über das Land und die anderen Felsenkamine in der Nähe. Das war unser letzter Kappadokien-Besichtungshotspot.

Nun gehts zurück nach Göreme und am nächstem Morgen nach dem türkischen Frühstück, beginnt die lange Fahrt zurück nach Finike. 

Etwas Entstehungsgeschichte: 

Verschiedene Vulkane bedeckten das Land in Kappadokien mit Tuffstein. Die Erosion durch Wind und Wetter grub Täler in den weichen Tuff und schuf vielfältige Formen und eine ungeheure Anzahl an Felsenkegel. Durch die Fähigkeit des Tuffs Wasser zu speichern, waren die Täler fruchtbarer als die höhere Umgebung. Schon die ersten Menschen die hier lebten, begannen Höhlenwohnungen in den Tuff zu graben. Einerseits ist das Gestein leicht zu bearbeiten, andererseits stabil genug um sicheres Wohnen zu gewährleisten. Infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen zogen sich die Christen zurück aufs Land und begannen zu ihrem Schutz die Höhlen und unterirdischen Städte auszubauen. Zum Teil leben immer noch Leute in den Höhlen oder benutzen diese als Ställe.

Uns hat diese Landschaft fasziniert, und von den verborgenen Schätzen wie Kirchen und unterirdischen Städte waren wir überrascht, wir haben nur einen kleinen Teil von Kappadokien gesehen, doch dieses Land wird uns in bester Erinnerung bleiben.

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Untergrundstadt und Ihlara-Tal

Nach dem kurzen “Winterschlaf” in der Felsenhöhle, gehts beim ersten Sonnenstrahl nach draussen mit dem wärmenden Kaffee in der Hand. Was schwebt da über mir, die Heissluftballone, der Wind schiebt die Ballone lautlos über die Stadt, zwischen die Felstürme und vorbei am Minarett. Wieder ein tolles Schauspiel, so früh am Morgen. 

Nach dem ausgiebigen Frühstück, fahren wir zu einer unterirdischen Stadt. Es ist kalt, zuerst noch das Eis von den Scheiben kratzen, dann gehts los, nach Derinkuyu.

In Kappadokien mit einer Fläche von 25’000 qkm (Kanton TG 1’000 qKm) liegen fast alle Siedlungen über mehr oder weniger ausgehöhltem Grund. Die Untergrundstädte reichten bis zu 8 Etagen tief in die Erde und die grössten Städte hatten Platz für 30'000 Menschen. In Derenkuyu gehts bis 85 Meter tief ins Erdreich. Es gab Ställe, Küchen, Esssäle, Kirchen, Weinpressen, Wasserversorgung, Belüftungsschächte und Verteidigungs-absperrungen. 

Die Menschen lebten nur im Untergrund, wenn sie von Feinden bedroht wurden. Die meisten der Höhlen wurden in der byzantinischen Zeit gebaut und erweitert, als die Überfälle der Araber zunahmen und die christliche Gemeinde in den unterirdischen Städten Schutz suchten. 

Durch die schmalen Gänge haben wir uns einige Stockwerke tief in den Untergrund vorgewagt. Ein einheimischer Führer hat uns fachkundig die vielen Räume erklärt und berichtet wie die Menschen hier unten überlebt haben. Wir konnten die engen Gänge sehen, durch welche die Städte kilometerweit miteinander verbunden sind. Es ist unglaublich was hier unter der Erde gebaut wurde. 

Zurück im Tageslicht gibts wieder mal einen Cay.

Nun gehts zum Ihlara-Tal. Wir fahren durch eine karge, flache Landschaft, erloschene Vulkane sind die einzigen Hügel. An einem Kratersee halten wir kurz, wir werden von Kindern mit Ziege und Hase begrüsst, trinken einen Cay bei ihrer Mutter und schon gehts weiter. Der Ihlara-Canyon ist 14 km lang mit 100 bis 150 Meter hohen Felswänden. Eine steile Treppe führt runter bis zum Fluss der immer noch durch das Tal fliesst. Auch hier sind Siedlungen in die Felsen gebaut, vor allem Kirchen und Klöster. Leider sind die Fresken meistens zerstört worden. Wir wandern dem Fluss entlang bis zu einem Restaurant, dort gibts den nächsten Cay auf den gepolsterten Bänken über dem Fluss. 

Besichtigen, Cay trinken, weiterfahren, Kappadokien ist anstrengend, wenn man nur zwei Tage Zeit hat. 

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Göreme und die Heissluftballone

Wir sind alle schon um 6 Uhr bereit den Start der Heissluftballone zu sehen. Nur Mustafa unser Guide und Hotelier, kommt verspätet. So frieren wir schon beim Losmarschieren. Es ist noch schwarze Nacht. Wir wandern zum Aussichtspunkt über der Stadt, doch zu sehen gibts noch nichts, darum gehts nun zum ersten Cay und Kaffee der uns etwas wärmt und weckt. 

Bald hören wir den Lärm der Gasbrenner vom füllen der Ballone. Ab und zu ist ein Ballon zu erkennen, wenn der Brenner aufleuchtet. Kurz vor Sonnenaufgang heben die Ballone ab, es sind wohl über 100 Stück, rund um den Ort Göreme. Die Körbe fassen bis zu 40 Personen, der Preis pro Passagier ist 200 Euro. - Kopfrechnen- ! Es ist unglaublich wie plötzlich so viele Ballone am Himmel sind. Ein eindrückliches, buntes Spektakel. Langsam kommt auch die Sonne über die Hügel und wir kehren zum Hotel zurück.

Dort treffen uns beim türkischen Frühstück. Auf dem Programm für heute morgen ist der Besuch des Freilichtmuseums in Göreme geplant. Dank unseren türkischen Residentausweis, bekommen wir einen Museumspass und können wie die Türken, zu stark reduzierten Preisen alle Museen besuchen. 

Hier in Göreme besuchen wir die ausgehöhlten Felsen, in welche die frühen Christen schon im 2. Jahrhundert die ersten Kirchen und Klöster gebaut haben. Bis zu sechs Stockwerke haben diese Felsenbauten. 

Mit dem Auto gehts danach in die Umgebung von Göreme, wir schauen uns an verschiedenen Orten die einmaligen Felsformationen an. Es ist unbeschreiblich, wie schön die Flüsse diese Landschaft gestaltet haben. 

Erst am Abend kommen wir von unserer Erkundungstour nach Göreme zurück. 

Kappadokien ist ein touristischer Hotspot, jetzt sind es vor allem Japaner und Chinesen die hierher kommen. 

 

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Kappadokien Reise

Wir Seglerfreunde vom Steg B sind auf dem Weg ins ferne Kappadokien. Wir haben zwei Autos gemietet, bevor es richtig los geht müssen wir aber zur Tankstelle, beide Autos haben staubtrockene Tanks.Diesel kostet hier 1 Euro, so werden unsere beiden Weissen vollgetankt für die 700 Km nach Göreme.

Zuerst gehts der Küste entlang nach Antalia und weiter nach Manavgat. Hier beginnt der Aufstieg über das Taurusgebirge. Die Strassen sind perfekt, immer Doppelspur, aber nur 110 km Höchstgeschwindigkeit und immer wieder mal eine Ampel die auf Rot steht. Am frühen Nachmittag gibt den ersten langen Halt, wir haben Hunger. 

Dann gehts weiter durch die Berge bis wir bei der Millionenstadt Konya die Berge verlassen. Wir haben schon über die Hälfte der Strecke geschafft. Jetzt gehts durch eine endlose Hochebene, 300 Km fast gerade aus! Hier sind wir im Winter angekommen, der grüne Küstenstreifen liegt schon lange hinter uns, es ist karg, abgeerntet und ausgetrocknet. 

Endlich erreichen wir Göreme, hier Mitten in Kappadokien ist unser Hotel. Es ist kalt und der heisse Cay tut gut, unsere schönen Zimmer sind in die Felsen eingehauen, echt "Kappadokenstil", nur Fenster gibt es keine. Hier werden wir die nächsten zwei Tage bleiben und die Umgebung erkunden. 

Was wir im Dunkeln von der Stadt gesehen haben ist echt speziell, das werden bestimmt zwei interessante Tage hier. Darum haben wir mit Mustafa unserem Vermieter schon um 6 Uhr früh abgemacht, den Start der Heissluftballone zu sehen. 

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Busfahrt nach Elmali

Marina und ich wollen die nähere Umgebung von Finike kennen lernen. So haben wir uns erkundigt, wie wir mit dem Bus nach Arykanda und Elmali kommen. Unsere Ausflugspläne haben die anderen Segler vom Steg B ermuntert mitzukommen. So starten wir am Mittwoch um 10 Uhr vom Bushof nach Elmali. Nach einer knappen Stunde steigen wir bei der Haltestelle nahe Arykanda aus. Die Haltestelle liegt an einem kleinen Wasserfall und viele Händler haben hier ihren Verkaufsstand, es fahren ja auch viele Autos und Busse vorbei. Vor der Wanderung zur Ruinenstadt gibts bei der Bushaltestelle zuerst einen Cay.

Zu Fuss gehts danach bergauf zu der antiken Stadt Arykanda. Wir geniessen den herrlichen Ausblick über das Tal. Die vielen Ruinen lassen erkennen, das hier mal eine grosse Stadt war. Das Amphitheater ist sehr gut erhalten, die anderen Gebäude sind von mehreren Erdbeben zerstört worden. Im 4. Jahrhundert v.Chr. war Alexander der Grosse hier vorbei gezogen. Ab dem 2. Jahrhundert v.Chr. haben die Römer die Stadt beherrscht, einige Mosaike sind noch zu sehen. Hier in den Bergen ist es Herbst geworden, die Granatäpfel sind reif und die Blätter färben sich goldgelb.

Nach der Kletterpartie durch die Ruinenstadt, gehts zurück zur Busstation, dort stärken wir uns, es ist Mittagszeit, es gibt Maiskolben und frisch zubereitetes Fladenbrot gefüllt mit Gemüse (Gözleme). 

Bald kommt unser Bus und die Fahrt geht weiter nach Elamli. Der Bus kurvt die Strasse hoch bis wir auf 1100 MüM plötzlich auf einer Hochebene ankommen, rund und flach wie eine Omelette. Die Stadt Elmali liegt am Ende des Plateaus, am Fuss der Berge. 

Wir wollen zur Weinkellerei und haben Glück, der Busfahrer fährt uns direkt dorthin, nach dem er alle Fahrgäste im Stadtzentrum ausgeladen hat. 

Die Lykische Weinkellerei öffnet für uns die Tore und wir werden durch die Produktionshallen geführt. Nach der Besichtigung kaufen wir ein paar Flaschen und geniessen den Nachmittag unter der Laube beim Weingut, bis uns der Bus wieder abholt und nach einem Stopp in Elmali, direkt nach Finike zurück bringt.

Das war ein geselliger Tag, wir haben neuen Eindrücke in den türkischen Lebensalltag erhalten. Die spontane Hilfsbereitschaft des Busfahrers und das bunte Treiben bei der Busstation, bleiben in guter Erinnerung, aber auf türkischen Wein werden wir in Zukunft verzichten!!!

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Wanderung zum Leuchtturm

Am Donnerstag können wir ein Teilstück des Küstenwanderweges kennen lernen. Ayline hat die Wanderung zum Leuchtturm organisiert. Wir sind 10 Personen die wir alle in einem Auto Platz finden, trotz Polizeikontrolle kommen wir mit dem überladenen Auto nach einer Stunde fahren, bei der Piratenbucht an. Diese Bucht heisst so, weil sie Unterschlupf für Piratenschiffe gedient hat. 

Vor dem Start zum 7 km entfernten Leuchtturm, gibts im Garten des Restaurants einen Cay (türkischen Tee). Wir wollen es ja nicht zu hektisch angehen. Auf einer befestigten Strasse gehts der Küsten entlang nach Nordosten. Nach halber Strecke führt ein schmaler Weg durch den Kiefernwald, immer wieder haben wir freie Sicht aufs Meer und die felsige, steile Küste.

Beim Leuchtturm angekommen, haben wir genug Zeit für unser Picknick und um die Aussicht zu geniessen. Der Leuchtturm ist einer der grössten in der Türkei, er steht an einem kleinen Kap, und warnt vor den Inseln die unweit vor der Küste sind. 

Nachdem sich alle erholt haben, auch die über 70 jährigen, gehts auf dem selben Weg wieder zurück in die Piratenbucht. Dieser gut markierte Weg, ist Teil des bekannten Lykischen Wanderwegs, dieser führt über 500 Km von Fethije nach Antalia. Uns sind einige Leute mit riesigen Rücksäcken begegnet, auf dem Lyrische Weg gibts nicht immer Unterkünfte, darum muss das Zelt und Verpflegung mitgeschleppt werden.

Gemütlich spazieren wir zurück, der Wirt erwartet uns schon, doch zuerst gibts ein erfrischendes Bad im klaren Wasser. Erst danach gehts zum Bier und zum frisch zubereiteten Fladenbrot mit Beilagen in das einfache zusammengezimmerte Restaurant. Gemütlich sitzen wir auf den Holzsitzen und geniessen die Ruhe hier draussen im Wald. 

Diese Waldrestaurants sind für Camping und Picknick eingerichtet, die Türken lieben es am Wochenende ans Wasser oder in den Wald zu fahren und ihre Wolldecken aufzuschlagen.

Nach diesem geselligen wandern und plaudern, quetschen uns wieder alle ins Auto und dann gehts zurück nach Finike. 

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Kekova Bay

Wir verlassen die Marina in Kas und segeln an der griechischen Insel Kastellhorizon vorbei. Diese 70 Meilen von Rhodos entfernte Insel liegt direkt an der türkischen Küste. Der Sultan in Ankara würde nur zu gerne diese Insel “erobern”. 

Wir haben guten Wind, vor allem, weil ein Gewitter über den Bergen steht. Wir bleiben aber vor Blitz und Regen verschont, der Wind flaut ab, als wir hinter die Insel Kekova segeln. In der Bucht Xera auf der Insel Kekova finden wir einen geschützten Ankerplatz. Nur die vielen Ausflugsschiffe die für kurze Zeit in der kleinen Bucht ankern stören die Idylle. Doch am Abend sind alle weg und wir haben die Bucht für uns allein. Das Wasser ist glasklar, wir sehen einen Oktopus und die Reste von einer Siedlung unter dem Schiff.

Am nächsten Morgen segeln wir rüber zum Festland ankern vor dem Ort Ücagiz, schlendern durch das Dorf, welches der Ausgangpunkt für die Touristenschiff im Kekovagolf ist. Zu sehen gibts nicht viel, ausser einige Felsengräber, am Nachmittag gehts 2 Meilen weiter nach Kale. Dieser Ort wird von einer grosse Burg überragt, welche die ganze Kekovabucht geschützt hat. Der abgeschiedenen Ort, ist nur mit dem Schiff oder zu Fuss erreichbar. Schon die Lyriker waren 400 Jahre v. Chr. hier und haben uns viele Felsengräber und Sarkophage als zeitlose Zeugen hinterlassen. 

Die Aussicht von der Burg ist einmalig, wir sehen die vorgelagerten Inseln, in die nahen Berge und zum endlosen Horizont übers Meer. 

Runter zum Schiff gehts auf steilen Treppen, vorbei an kleinen Verkaufsständen, wo die Türkinnen 

Tee und Gebäck und Handarbeiten verkaufen. Die Serenita liegt an einem Steg vor einem Restaurant, dort auf der Terrasse über dem Wasser geniessen wir das Abendessen.

Bevor wir nach Finike segeln, fällt der Anker am nächsten Nachmittag in einer andern Bucht dieses Kekova Archipels. Hier treffen sich die Segler vor dem letzten Schlag nach Finike. Einige Schiffe sind hier, welche wir am nächsten Abend in Finike wieder sehen. 

Dies ist unser letzter Abend 2019 an einem Ankerplatz, sollen wir feiern oder traurig sein? 

Der letzte Segeltag beginnt wie jeder Morgen mit einem starken Kaffee und die aufgehende Sonne beschenkt uns mit einem herrlichen, leuchtend roten Sonnenaufgang, die letzte Etappe nach Finike fängt gut an. 

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Berto und Italo zu Besuch

Nach langen drei Monaten kommt Marina zurück aufs Schiff, sie bringt auch gleich ihre beiden Onkels auf Italien mit. Ihr Fuss ist soweit verheilt, dass sie wieder ohne Stöcke laufen kann. Nur grosse Sprünge sind noch nicht möglich, hoffe das geht gut auf dem schwankenden Schiff. 

Ich fahre mit dem Taxi zum Flughafen Dalaman und nachdem auch Marina mit dem Flugzeug aus Basel gelandet ist, gehts mit dem Bus zurück nach Göcek. 

Da alle schon wissen wo sie liegen werden und wo die Koffer verstaut werden, geht das einräumen recht schnell. 

Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Dingi in die Stadt, Vorräte für die nächsten Tage einkaufen. Aber für die beiden Onkels ist vor allem wichtig, dass sie ihre WhatsApp verschicken können. Endlich nachdem der türkische Tee schon kalt geworden und ausgetrunken ist können wir zurück zum Schiff und los gehts. 

Wir ankern in der Bucht von Göcek an meinem Lieblingsort und am nächsten Tag erkunden wir die Tombbay und danach segeln wir nach Fethiye. Hier ist der Basar der Anziehungspunkt, T-Shirt, Schmuck, Uhren und Souvenirs werden für die Lieben zu Hause eingekauft. Am Abend essen wir am Fischmarkt, suchen uns den Fisch vom Händler und der Wirt kocht den Fisch und bringt die Zutaten und den Wein. 

Am nächsten Morgen nach der schon selbstverständlichen Stunde im Internet, kaufen wir am Markt die frischen Sachen ein und segeln weiter. 

Wir legen in der Coldwater-Bay an, das ist ein wunderschöner Platz, das Restaurant ist leider geschlossen, da der Wirt bei der Olivenernte ist. Wir geniessen den Abend auf dem Schiff, wir liegen ja so ruhig und alleine in der Bucht. 

Am nächsten Morgen ankern wir ganz in der Nähe bei einer Insel. Hier erkunden wir auf einer Kletterpartie die antiken Ruinen. Dann fahren wir wieder südwärts, suchen uns einen Ankerplatz.

Wir ankern vor einem Strand, doch je länger der Nachmittag dauert um so mehr Schwell entsteht. Die Wellen sind so gross, dass wir nach dem Landgang, mit dem Dingi fast nicht vom Ufer wegkommen. Wir werden von den Wellen überspült, alle sind tropfnass und ich muss sogar zum Schiff schwimmen. Dann heisst es Anker auf und zurück zur Insel mit den Ruinen. Wir kommen im Dunkeln an, hier ist es geschützt. Wir haben Heisshunger und die Spaghetti sind umso leckerer. 

Am nächsten Tag segeln wir nach Kalkan, im kleinen Hafen gibts einen Platz für uns. Von Kalkan gehts weiter nach Kas, hier liegen wir in der SeturMarina und geniessen den Luxus im modernen Hafen.

Nun bleibt noch ein Tag, dann ist die Segelwoche für Berto und Italo schon wieder vorbei. Wir erkunden die Stadt Kas, mit dem vielen gemütlichen Kaffees dem grünen Park und dem antiken Amphitheater. Am Mittwoch gehts dann mit dem Mietauto ins 200 km entfernte Antalia zum Flughafen. 

Schnell war die Woche vorbei, Berto und Italo geniessen das Bordleben, und sind mit Begeisterung dabei, wenn es was zu Entdecken gibt. So hatten wir eine abwechslungsreiche Woche an der Südküste der Türkei.

Am Wochenmarkt in Kas bunkern wir wieder Gemüse und Früchte für die letzte Etappe Richtung Finike.

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Yassika Adalari

Ich bin neugierig wie diese kleinen Inseln mitten im Golf von Göcek aussehen und hoffe es gibt einen ruhigen, sicheren Ankerplatz. Auf der Seekarte sehe ich viele Buchten entlang den schmalen Inseln. Ich finde einen Platz in einer Bucht, wo eine Lagune hinter deiner Sandbank ist. Es ist sehr ruhig hier, die Gülets sind in tieferem Gewässer, vor einer Sandbank. 

Diese Inseln sind der meist fotografierte Ort im Golf, sie bieten so viele Einschnitte und Buchten mit leuchtenden Stränden à la Karibik.

Hier bleibe ich zwei Tage, geniesse die Abgeschiedenheit, die Schönheit der Natur und das Verweilen an einem Ort. Keine Verlockung einer nahen Ortschaft, keine Taverne, kein Strassenlärm, keine Ablenkung. 

In der sternenklaren Nacht, über mir die Milchstrasse (ganz ohne Lärm), der Mond kommt spät, so leuchtet nicht nur der Orion von oben. 

Am frühen Morgen wecken mich grosse Regentropfen, was ist da los !!! ich muss sofort alles verstauen und die Luken schliessen. Dann leuchten die Blitze und krachen die Donner und es regnet wie in den Tropen. Ausserdem gibt auch noch böigen Wind, ich liege zu nah am felsigen Ufer und muss weiter weg von den Felsen. Es wird etwas hektisch, alles auf einmal und das am frühen Morgen. Ich starte den Motor, löse eine Landleine. die kann ich später wieder holen, leider wir nun die andere Landleine lose und verwickelt sich im Propellerschaft. So ein Supergau wollte ich eigentlich nie erleben. Ich schnappe ein Messer und tauche drei, vier mal unters Schiff bis die Leine durchtrennt ist. Dann bin ich frei und schwoje weg von dem felsigen Ufer, der Anker zieht das Schiff ins tiefere Wasser. Propeller und Wellendichtung sind okay, Glück gehabt. Ich muss in Zukunft einfach weiter weg vom Ufer bleiben und werde mir Landleinen kaufen die schwimmen.

Nach zwei Stunden klar der Himmel auf und die Sonne scheint wieder. Jetzt gibts zuerst mal kräftiges Frühstück und viel Kaffee. 

Dann kommen die beiden Ziegen auf Besuch, ich bringe ihnen altes Brot, das sie mir aus der Hand fressen. Im Schiff finde ich Spuren von einem anderen Besuch, eine Maus oder Ratte war auf dem Schiff und hat mir den Pfirsich angefressen. Immer wieder schaue ich, ob ich den ungebetenen Gast sehe, doch der ist zum Glück auf dem selben Weg wie er gekommen ist wieder abgehauen. Werde mir Rattensperren kaufen, damit diese Viecher nicht mehr über die Landleinen aufs Schiff kommen. 

So nun aber den schönen Tag geniessen. 

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Fethije

Nach zwei, drei Tagen in Göcek möchte ich meine guten Erinnerungen an Fethije auffrischen. 

Leichter Wind bringt mich die 10 Meilen bis in die vom Land fast eingeschlossene Bucht von Fethije. Vor dem Hafen ankere ich und nütze den Anlegesteg und die Sanitären Anlagen der Ece Marina. 

Zu Fuss ist es 30 Minuten Spaziergang in die Stadt. Fethije ist die grösse Stadt hier an der Südwestküste, grösser noch als Marmaris habe ich erst jetzt gelesen.

Beeindruckend sind die lyrischen Felsengräber die direkt hinter der Altstadt zu sehen sind. In der Altstadt gibt es den Fischmarkt, den feinen Restaurants und dem Basar drumherum. Vom DesignerShop bis zum Teppich- und Gewürzhändler ist alles vertreten im Altstadt-Basar. Mir gefällt es hier, es gibt immer was Neues zu sehen und zu entdecken. Souvenirs oder ein neues T-Shirt oder gar etwas fürs Schiff, ein neuer Teppich vielleicht. Am Hafen ist Fethije touristisch, aber schon eine Gasse weiter weg, beginnt die richtige Stadt und das normale Leben, das macht es so spannend und echt hier. 

Ich bleibe bis am Freitag. Da ist Wochenmark, da kommen die Bauern und viele Frauen, die oft nur weniges feilbieten und bilden ein exotisches Ambiente. Gewürze duften, Gemüse und Früchte leuchten in allen Farben in der hellen Sonne, ich kann nicht so viel einkaufen wie meine Augen und Hände zugreifen möchten. Trotzdem verlasse ich den Markt mit einer grossen, schweren Tasche. 

Nachdem mich die Küstenwache vom Ankerplatz verwiesen hat und ich noch weiter von der Stadt weg ankern muss, die Marina Bar für den Schlummertrunk unerreichbar ist, verlasse ich am Freitagnachmittag Fethije und segle zurück zu den Inseln im Golf von Göcek.

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Im Golf von Göcek

Na was ist da los, es regnet, seit Monaten wars trocken, doch jetzt schüttet es wie aus Kübeln, wir legen trotzdem ab und zeihen unsere Regenjacken an.  Inshallah, endlich regnets, gut für die Natur. 

Nach einer Stunde ist der Sommer zurück.

Heute gehts zurück in den Golf von Göcek. Der Wind kommt wie meistens in dieser Region erst am Mittag, aber er kommt pünktlich und ich habe meinen Spass bei Windstärke 4, der perfekte Wind für die HR36. Am späten Nachmittag laufen beide Schiffe in eine schmale Bucht auf einer Insel mitten im Golf von Göcek. Auch hier gibts ein Restaurant mit einem Anlegesteg. Es schaut alles etwas heruntergekommen aus, nur die Terrasse mit den Tischen und Stühlen sind sehr gepflegt.  Die antike Siedlung die einst hier war ist total zerstört, die Ziegen klettern über die Mauerreste.

Wir haben uns für das Nachtessen einen Tisch, direkt am Wasser reserviert. Gekocht wird mit Holz im Steinofen und auf dem Grill. Wieder sind wir an einem wunderschönen Ort. Nach dem dunkel werden ist es still hier, nicht mal das Schiff schaukelt, erst am frühen Morgen kräht der Hahn und die hellen Glocken der Ziegen sind zu hören. 

Da die Türken sehr geschäftig sind und den Aufwand nicht scheuen, kommt sogar in die abgelegene Bucht ein "Marktschiff" und bringt frisches Gemüse und kaltes Bier. Sogar die "Grossen" kommen, Migroswagen ist out, aber Migrosschiff ist total in!

Leider wieder kein Wind am Morgen, so entscheiden wir, in die Gräberbucht (Tombbay) zu fahren und die Felsengräber der Lyriker aus der Nähe anzuschauen. 

Wir legen am Restaurantsteg an und nach dem Jay (Schwarztee) marschieren wir los, der kurze Spaziergang wird immer länger, wir haben uns verlaufen, sind viel zu hoch in den Wald raufgeklettert. Nach mühsamem Umweg kommen wir doch noch bei den Felsengräbern an, nicht alle gleichzeitig. Die Aussicht lohnt sich, die Gräber sind aber schon ausgeraubt. 

Am Abend segeln wir die letzte Etappe nach Göcek. Es ist schon Freitag und die Segelwoche geht zu Ende. Den letzten gemeinsamen Abend geniessen wir an der Promenade im gemütlichen, touristischen Göcek. Noch schnell die letzten Souvenirs einkaufen und die letzte türkischen Lira ausgegeben. 

Am nächsten Morgen steht wie abgemacht das Taxi vor der Marina und die Reise zurück in die Heimat beginnt für die vier Schweizer. 

Wir hatten eine erlebnisreiche Woche in schönster Natur, sommerliches Wetter, leider etwas wenig Wind für die sportlichen Bodenseesegler. Vielleicht nächstes Mal in der stürmischen Ägais?

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Chios Rundfahrt

Wir mieten ein Auto und starten die Rundfahrt durch den Süden von Chios. Unser erster Stopp ist beim Kloster Nea Moni. Dieses Kloster liegt weit oberhalb der Stadt in den Bergen. Es wurde im Jahre 1045 erbaut und gehört zum Weltkulturerbe. Leider wurden viele der schönen Mosaiken von den Türken zerstört. 

Es ist Sonntag, eine Ortodoxe Messe findet statt und wir horchen dem Gesang des Priesters. Nach der Zeremonie können wir die kürzlich renovierte Kirche besichtigen. 

Weiter geht die Fahrt den Berg hinauf, bis wir in dem Bergdorf Avgonima ankommen. Wir schlendern zum Dorfplatz und lassen die Ruhe von diesem Ort auf uns wirken. Die Familie, welche die Taverne bewirtet, freut sich an den ersten Gästen, es ist Sonntag da werden noch viele Griechen kommen, das Lamm dreht sich schon am Spiess auf dem Grill. 

Nun gehts runter ans Meer. Herrliche Buchten mit Sandstränden sehen wir, immer wieder die Genueser Wachtürme auf den Bergkuppen. Nach dem Baden und Mittagessen fahren wir nach Mesta. Dieser Ort ist wie eine Festung gebaut. Die Leute kultivieren hier seit hunderten von Jahren die Mastixbäume. Mastix ist das Harz dieser Bäume, welches zu Medizin und Kosmetik verarbeitet wird. Schon die Perser und die Römer haben Chios besetzt und das Mastixharz in ihre Heimatländer verschifft. Noch heute ist Mastix sehr begehrt und teuer. Es kann nur im Süden von Chios angebaut werden, da nur hier das Klima passend ist. Mastix ist das Kaugummi der Antike.

Es sind die drei Orte Mesta, Olympi und Pirgi, welche seit der Antike das Mastik handeln und veredeln. Alle drei Städtchen sind wie Festungen gebaut, damit die Piraten nicht eindringen und die Bewohner nicht illegal das  Mastix schmuggeln konnten. Mesta hat uns beeindruckt mit den schmalen, kühlen Gassen, nur auf dem Dorfplatz war Platz für Geselligkeit. Die Häuser in Pirgi sind mit Kratzputz verziert, Muster in grau und weiss schmücken die Häuser. 

Nun gehts zurück zum Schiff. Das war eine tolle Fahrt durch die abwechslungsreiche Landschaft, durch schmucke Dörfer vorbei an traumhaften Stränden. 

Noch eine Nacht vor der Disco wollen wir nicht erleben, darum laufen wir noch aus. Kurz bevor die Sonne untergeht ankern, wir vom Wind geschützt bei Agia Ermioni. 

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Starkwind und Ouzo

Der Wetterbericht hat Recht, ausserhalb der geschützten Bucht in Sigri bläst der Nordwind mit 30 Knoten. Wir segeln mit Raumwind und 7 Knoten Fahrt der Küste entlang zur Lagune Kallonis. Mal haben wir viel mal weniger Wind, je nach Beschaffenheit der gebirgigen Küste. Durch die Täler fegt der Wind immer stark. 

Bald sehen wir die schmale Einfahrt zur Lagune. Tonnen begrenzen die Fahrrinne. Wir ankern vor dem kleinen Dorf Apothika, wir sind geschützt vor den Wellen, aber der Wind bläst auch hier ganz kräftig. Der Anker hält gut im Schlick, so gehts am später Nachmittag zur Taverne, die Fische, die Pommes und das Zaziki sind lecker. 

Am nächsten Tag segeln wir weiter nach Plomari, wieder starker Wind, aber vor Plomari wirds so stürmisch, bis 40 Knoten peitschen die Wellen über die Serenità. Wir meistern den Sturm, jeder an Bord hilft mit, so bringen wir die Serenità sicher in den Hafen. Heute schmeckt der Campari besonders gut. In Plomari liegen wir  ungemütlich, es schaukelt, die Festmacher knarren, das Schiff schlingert im Schwell. Wir besuchen die Ouzo-Destillerie und füllen die Hausbar wieder auf und abends essen wir unter der uralten Plantane im Dorfkern, es gibt Lamm aus dem Ofen. 

Als der Meltemi nachlässt, verlassen wir die Insel Lesbos und segeln südwärts zur Insel Nisos Oinoussa. Der Wind hat nachgelassen, gemütliches Segeln, Arthur ruft zu Hause an, es sind alle glücklich, im regnerischen Allgäu und auch auf der Serenità.  In Oinouzza besuchen wir das Schifffahrtsmuseum, reparieren den Teakrost vom Schiff, staunen und lauschen der hitzigen Diskussion der ehemaligen Kapitäne in der Taverne. Hier leben nur Seefahrer. 

Am nächsten Tag segeln wir nach Langada auf Chios. Wir sind das einzige Schiff am Pier, kaum zu glauben, der Brexit? Die Briten sind wohl alle in der Türkei. Wir schlendern durchs Dorf, bis das Armband 6'000 Schritt anzeigt! Wir besuchen die ortodoxe Kirche, reich geschmückt mit Silber und Ikonen. Eine alte Frau gibt uns Feuer, damit wir unsere Kerze für eine gute Reise anzünden können. Sie erzählt sie uns lange von "ihrer" schmucken Kirche, wir verstehen kein Wort griechisch hören aber aufmerksam zu und hoffen sie lässt uns mit ihrem Segen weiterziehen. 

Von hier geht's nach Chios Stadt, an die Partymeile, es ist laut, Strassenlärm und Disconacht. 

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Lesbos Entdecken

Der Sommerurlaub in der Schweiz und Deutschland ist vorbei. Zurück auf dem Schiff freue ich mich die Reise zu den vielen wunderschönen griechischen Inseln. In den ersten zwei Wochen begleiten mich Arthur und Akke. Arthur hat Serenità Erfahrung, er ist das dritte Mal zu Besuch. 

Wir starten in Mytilini, segeln der türkischen Küste entlang nordwärts bis wir drüben bei der Insel "Nisis Asproniso" wenden können. Hier liegen wir ruhig, das Wasser türkis blau und der "Anleger Drink" tief rot. Campari, klar doch. Akke, der erfahrene Segler und Smutje verwöhnt uns nicht nur an diesem Abend. 

Nach dem Delikatess-Frühstück, legen wir ab und warten auf Wind, während wir nach Molyvos motoren. Es wird der einzige Tag sein, an dem wir keinen Wind haben. Nach 21 Meilen legen wir im kleinen Hafen, unterhalb der Stadt, mit der mächtigen Festung, die auf dem Hügel tront, an. Wir schlendern durch die steilen, schattigen Gassen, die ersten Souvenirs werden gekauft und wir schauen raus aufs Meer zum Horizont, dorthin wird es morgen weitergehen. Die vielen Fischrestaurants am Hafen locken uns, wir geniessen das Essen, den Wein und das Eis danach. 

Nun gehts weiter nach Sigri, der Wind kommt wie vorhergesagt raumschots,  segeln wir der Küste entlang, bis wir die Inseln vor Sigri sehen. Hinter dem Dorf, geschützt von den Inseln legen wir den Anker in den Sand. Wir waren schnell unterwegs, so bleibt uns noch Zeit, das Museum zu besuchen. Hier im Naturmuseum "Versteinerter Wald" erfahren wir von der Archäologie der Erde, von Vulkanen und Kontinentalverschiebungen. Eindrücklich sind die Baumstämme, die in der langen Zeit unter der Vulkanasche versteinert wurden. 

 

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Foça

Foça war mein nördlichster Ort in der Türkei. Das einstige und immer noch wunderschöne Fischerdorf liegt in einer verzweigten Bucht mit vorgelagerten Inseln. Ich hab eine Lücke am Pier gefunden und kann zwei Nächte bleiben, schön wieder mal vom Schiff zu steigen ohne zu rudern.

Der türkische Tourismus hat den Ort voll im Griff, doch die vielen Fischerboote gibts immer noch und die zahlreichen schattigen Gassen und Plätze strahlen eine zufriedene Ruhe aus. Nur bei den Eisverkäufern herrscht in der Nacht Gedränge, die Türken sind hier ganz scharf auf Eis, vielleicht ist es hier speziell fein. Viele prächtige Steinhäuser zeugen vom Reichtum der Stadt, sieht fast aus wie in Griechenland, vielleicht haben einst die Griechen diese Häuser gebaut. Ist ja noch nicht allzulange her, seit die letzten Griechen aus Kleinasien deportiert wurden. 

Am Markt sieht des dann wieder ganz türkisch aus, Gemüse und Früchte in allen Sorten und Farben.

Beim Abendessen gebe ich meine letzten Lira aus, kann mich fast nicht entscheiden, wo ich mich setzen soll, so viele gemütliche Plätze, abseits vom Rummel am Fischerhafen finde ich ein nettes Restaurant, mehr Kellner als Gäste, aber noble Küche, konnte eine Runde durch die Küche drehen und alle Fische und Vorspeisen anschauen. mmmmh, echt lecker wars. 

Nun gehts endgültig wieder nach Griechenland. 

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Wer zuletzt lacht

Beobachtet in Sigacik.

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Apollo-Tempel in Didyma

Mit dem Dolmus fuhren wir vom Strand zu der Tempelanlage von Didyma. Der am nördlichen Stadtrand von Didim gelegene Apollontempel ist in seinen Grundmauern gut erhalten, leider stehen nur noch wenige der ca. 20 Meter hohe Säulen, es waren einst 72 Stück. Mitten im Tempel von Apollon, dem Gott des Lichtes und der Weissagung sprudelte eine Orakelquelle. Dieser drittgrösste aller antiker Tempelbauten war ein berühmter  Pilgerort.

Ich bestaunte die vielen Ornamente und die kunstvoll gemeisselten Medusenköpfe und geflügelten Drachen. Steinmetzkunst überall, am Tempel wurde 600 Jahre gebaut und er wurde nie fertig. Ich war beeindruckt von dieser grösse und der Archtiektur dieses Bauwerks das rundum mit Stufen zugänglich ist.

Ich hatte natürlich auch einige Fragen an das Orakel, es wird doch wohl immer noch weissagen, obwohl die Quelle 700 vor Chr, versiegt ist? Die Antworten behalte ich für mich. 

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Mit Andreas von Bodrum bis zum Teppichhändler

In Bodrum kommt Andreas für ein paar Tage an Bord und wir segeln gemeinsam nordwärts. Es gibt neues zu entdecken, da auch ich diese Küste nicht kenne. Wir hatten meistens tollen Wind zum Segeln, so auch am zweiten Segeltag als wir die Bucht von Bodrum verliessen und bis Yalikava gesegelt sind. Dort hat der rote Vollmond übers Meer geleuchtet. 

Am nächsten Tag sind wir bis Iassos gesegelt, ein verschlafener Ort, ein paar Fischerboote und Überreste aus hellenischer Zeit, die Halbinsel war schon vor dreitausend Jahren besiedelt. Wir essen leckern Fisch am Hafen, ganz simpel ein Tisch und Stühle auf der Mole und eine Bude die als Küche dient. Uns beiden schmecks, die Fische sind fangfrisch und die Pommes lecker.

Am nächsten Morgen kraxeln wir durch die Ruinen und dann segeln wir weiter im Golf von Güllük. Wir segeln mit der Nachmittagsbrise bis Altikum, das ist das Strandquartier von Didim. Hier bleiben wir vor Anker bis Andreas abreist, der Nordwind stoppt uns, so haben wir Zeit den grössten Apollontempel der Antike zu besuchen. Natürlich auch den Teppichhändler der dort seinen Handel treibt. Das war ein Schauspiel, knallhart hat Andreas den Seidenteppich auf 10 % vom Anfangspreis runtergehandelt. Mehmet hatte schon Tränen in den Augen und seine Geschäft ist nun wohl ruiniert! oder der Teppich war getürkt! 

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Serenitàs "Blaue Reise"

Von Bozburun nach Bodrum gibts einige wunderschöne Ankerplätze und mit Datca und Palamut auch zwei Ortschaften mit Mooringplätzen. Moderater Segelwind und tolles Wetter, Sandstrände und glasklares Wasser, was will man mehr. Auf einer kleinen Insel haben Christine und ich Kaninchen entdeckt, mit Füttern hats nicht geklappt, obwohl sie nicht scheu waren. Wir haben Kapernknospen gepflückt und in Salzlauge und Essig eingelegt, passt doch zu Champagner und ....  In Knidos ankerten wir mitten in den Ruinen der  Griechen und Römer, die Aphrodite ist uns leider nicht begegnet. Die Crew von der Olma hat auch vergeblich Ausschau nach der hübschen Griechin gehalten. 

Von Knidos gehts weiter nach Bodrum, vorbei an Kos, Griechenland kommt immer näher. 

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Blaue Reise

Wer hat nicht schon von der "Blauen Reise" gehört? In der Türkei wird auf den hölzigen Seglern luxeriöse Ferien gemacht, von einer Bucht zur nächsten. Seit einigen Jahren buchen aber die Amis und Europäer fast keine Reisen mehr auf den Gülets, der Sultan hat sie vergrault. Doch für die Türken ist Urlaub auf den grossen Schiffen immer noch sehr beliebt. 

Vor allem in Bozburun werden diese Schiff gebaut, sie sind circa 20 Meter lang und fast 100 Tonnen schwer und jedes sieht anders aus, ich vermute es gibt keine Pläne beim Bauen, und es dauert meistens ein paar Jahre bis eine Gület fertig ist. 

Nun wollten wir so ein schönes Schiff mal von innen sehen. Am Pier in Bozburn haben wir gefragt und Serhat hat uns auf sein Schiff eingeladen. Er war der Besitzer und hat uns das ganze Schiff gezeigt. Die hölzernen Kajüten und den Salon. Nicht alles ganz so edel, viel Holz wie auf einer Alphütte!! 

Auf die Frage: Wieso die Gülets die Segel nie setzen, sagt Serhat, die Schiffe sind zu schwer, da kommt man nie ans Ziel. Also immer den Motor mit seinen 400 PS an und möglichst bei ruhiger See zum nächsten Ankerplatz.

Mit Stolz erzählt uns Serhat vom Bau seiner neuen Gület 24 Meter lang die bald fertig wird. Hoffen wir, er hat viele Gäste, die diese Investition tragbar macht, denn Gülets gibts hier eine neben der andern, kein Platz mehr am Betonpier. Toll, das wir so ein türkisches Kreuzfahrtschiff besichtigen durften und uns mit dem Bootsmann und dem Kapitän unterhalten konnten. Die Aussicht über den Bug ist einmalig, bei der Hitze erinnert sie nicht an Titanic.

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Südtürkische Küste

Eine Tagesreise von Marmaris entfernt, liegen zwei wunderschöne Buchten. Da können wir unmöglich vorbei segeln. Wir ankern in Serce Limani mit Heckleinen am Ufer. Das glasklare Wasser lädt zum Schwimmen ein, es ist heiss, eine Abkühlung tut gut. Am Ufer hat,s eine gekachelte Terrasse, wohl von einem ehemaligen, illegalen Restaurant. Hier machen wir Yoga und anschliessend, kraxle ich den Berg hoch, freunde mich mit einer schwarzen Ziege an, die begleitet mich zum Dinghi und möchte am Liebsten einsteigen. Ich rudere zur Serenità und die Ziege folgt mir über die grossen Steine am Ufer. Das war aber ein spezielles Erlebnis!  Sogar vom Nachbarschiff ist die Eignerin zu uns geschwommen und hat gefragt, wieso die Ziege mir gefolgt ist. 

Am Mittag legen wir ab und nach zwei Stunden segeln, legen wir beim Restaurant "Loryma Beach" in der Bucht Bozukkale an. Hier bleiben wir zwei Tage, geniessen das Nichtstun, die Liegestühle und die kurzen Wanderungen durch die karge Landschaft. 

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neue Polster

Das grosse, langwierige Projekt, "Polster ersetzen" hat letztes Jahr begonnen. Ich habe in Marmaris, wo es sicher sechzehn Polsterer gibt, meinen Wunschstoffbezug bei Melih bestellt und im Voraus bezahlt.

Daraus wurde aber nichts, keine Lieferung während der Zeit in der ich in Marmaris war. Lieferkettenproblem. 

Also Geld zurück, der Stoff ist dann doch eingetroffen, als ich schon weg war und es war die selbe Farbe aber ein anderes Muster. Das mir sogar besser gefallen hat.

Ein Jahr später, 16. April, ich besuche Melih und schau mir den Stoff an, er hat ihn immer noch am Lager. Wir feilschen um den Preis, Salon weiss und Kabinen in dem besagt petrolfarbigen Stoff. Super Preis, 1'320 Euro, inklusive vieler, kleiner Extrawünsche.

Also alte schwedische Poster raus und ab auf dem Sperrmühl. 

Der weisse Stoff ist schnell bestellt und geliefert, aber jetzt geht nichts mehr vorwärts. Melih ist bekannt für gute Arbeit, aber berüchtigt, dass die Termine nicht eingehalten werden. Ein Türke hat mir erzählt, dass er schon sechs Monate auf die Polster wartet. Jeden Tag bin ich dort und jeden Tag lügt mich Melih an, immer verspricht er, dass übermorgen alles fertig ist, hab graue Haare gekriegt in den vier Wochen! 

Plötzlich sind die Rückenpolster fertig, ich schöpfe schon Hoffnung, dass es jetzt vorwärts geht, doch das war nur ein Strohfeuer, aber wenigstens kann ich die Lehnen wieder anschrauben. 

Doch erst am 24. Mai kommt Hassan aufs Schiff und macht neue Schablonen. Melih traut den Plastikschablonen vom letzten Jahr nicht mehr. 

Dann gehts aber vorwärts, zu dritt wird geschnitten und genäht, ein Tag später, am Mittwoch 25. Mai ist alles fertig und wird zum Schiff geliefert. Alles passt wie angegossen, sieht auch toll aus, etwas heikel das weiss im Salon, Rotwein ist seit heute aus der Weinkarte gestrichen. 

Wow, das hat im letzten Moment doch noch geklappt, Christine kommt morgen und am Samstag segeln wir los. 

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Badeplattform

Eine Badeplattform ans Heck der Serenità, würde das einsteigen nach dem Schwimmen erleichtern und hätte noch viele andere Vorteile. Doch Hallberg-Rassy kann die Standart Plattform nicht liefern, Lieferkettenprobleme. So mach ich mich auf die Suche nach einem türkischen Handwerker der die Plattform nach meinen Wünschen konstruiert. Nach langem Suchen und Diskutieren, in Finike und Marmaris, werde ich bei meinem bekannten Stahlbauer im Sanaji in Marmaris fündig. Baki hat schnell entschieden, dass er das machen kann und der Preis steht nach 1 Minute fest. Nur einen Schreiner kennt er nicht und alle Schreiner in Marmaris haben entweder kein Teakholz oder wollen einen horrenden Preis.

Die lieben Materialpreise, seit einem Jahr nur rauf und rauf.

Schritt um Schritt biegt und schweisst Baki die Stahlrohre zusammen. Ich finde einen Schreiner in Finike, Ramazan, er hat schon mein Teakdeck verlegt. Er fährt 5 Stunden von Finike nach Marmaris, bringt das Teak mit und schneidet Latte um Latte zurecht und hobelt und schleift, alles in der improvisierten Schreinerei auf der Strasse. Am Abend ist die Plattform fertig, tolle Arbeit. 

Nun muss die Plattform noch montiert werden, da bin ich leicht nervös wie das über die Bühne gehen soll. Doch in der Netsel-Marina wird uns ein guter Platz zugewiesen, wo Baki und sein Neffe arbeiten können. 

Nun werden Löcher ins Schiff gebohrt und die Halterungen angeschweisst und die letzen beiden Stützen zurechtgebogen und auch angeschweisst. Alles nicht ganz einfach, da das Heck eine abgerundete Form hat.

Am Nachmittag ist die Arbeit beendet, ich staune wie ruhig Baki das gemacht hat, alles hat gepasst, überlegt und gekonnt. Mir fällt fast eine Stein vom Herzen. Zu ihm hatte ich vertrauen, er macht die richtigen Entscheidungen und macht vorwärts mit der Arbeit.

Mit einer Kartonschablone die Baki zum Schiff gebracht hat hats angefangen und nun ist die Plattform fertig, ein Einzelstück, ein Schmuckstück.

Wir werden sicher viel Freude an dieser Plattform haben. 

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Getürkt, oder aus Alt mach Neu

Eine Stunde nach Sonnenaufgang hab ich sie unter der Marmaris-Brücke aufgehängt. 

Damit's am Schluss ein gutes Ergebnis wird, hab ich sie zuerst mit der Stahlbürste geschruppt. Danach mit Grundierung aus der Spraydose grau besprayt. Nur kurz trocknen lassen, dann mit der blauen Farbe drüber und schon sieht die Gasflasche wie neu aus. 

Der Gashändler wollte die Flasche nicht tauschen, sie ist zu alt und rostig! So macht ich die Alte zur Neuen. Jetzt wird der Umtausch sicher klappen. So wie früher beim Alfa-Romeo- Sud, neu spritzen, dann liess sich der alte, rostige  Flitzer wieder verkaufen. 

Zum Schluss sieht die Gasflasche doch ganz gut aus, sogar Attatürk strahlt.

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Dinghi Cover

Bin immer noch in Marmaris, wir schaukeln am Anker vor dem Attatürk Boulevard. Von hier kann ich einen Grossteil der Stadt überblicken, vom Stadthafen mit den Gülett bis zu der endlos scheinenden Reihe Hotels.

Da in Marmaris viele gute Handwerker sind, hab ich beschlossen für das Dinghi ein Cover schneidern zu lassen. Das PVC vom Dinghi ist nicht sehr UV-beständig, vor allem, wenn ich am Anker liege ist das Beiboot ungeschützt der Sonne ausgesetzt. 

Der Preis ist mit Ibrahim schnell ausgehandelt, 250 Euro, nur die Farbauswahl war schwieriger. Sandfarbig? Bin ja gespannt wie das Dinghi in Sandfarbe ausschaut und die Nähte und Umrandungen schwarz. 

Am nächsten Morgen gehts los. Die Werkstatt ist mitten in der Stadt, also Luft raus aus dem Dinghi und hinten drauf aufs Motorrad und ab in Shop.

Zuerst wird ein Klettband rund ums Dinghi geklebt, dann wird Mass genommen und mit Plastikfolie eine Schablone geschnitten. Als dies am Abend fertig war, konnte das Dinghi wieder zurück an die Beach, ich musste ja wieder trocken raus zum Schiff. Am nächsten Tag wurde die Abdeckung genäht mit allen Aussparungen und Details. Zum Schluss kommt noch der Schiffsname auf jede Seite.

Sieht doch perfekt aus.  Echt gute Arbeit, nun kann die Sonne scheinen und das Dinghi bleibt noch lange der Tender to Serenità.

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Lossegeln mit Urs

Nun hats ja wieder geklappt, Urs hat sich in die Türkei gewagt. Wir wollen zusammen nach Marmaris segeln und ich möchte ihm vieles zeigen was ich in den letzten Jahren kennen gelernt habe. 

Er muss natürlich einiges mitmachen, Besuch bei meinem Guru in Marmaris, sich von Ali in Haman durchkneten lassen, mit Trix bei Sülejman im Wagenrad Abschied feiern, den Stürmen auf dem Meer trotzen und türkischen Wein trinken. 

Am 30. März sind wir von Finike losgesegelt, seemännisch haben wir eine Ableger getrunken und Neptun dazu eingeladen. Wir haben die Sehenswürdigkeiten in Kekova besucht, Hassan den besten Koch im Mittelmeer und die Gräber der Lykier. In Kas haben wir mit den Fahrrädern die Umgebung erkundet, den grossen Bonito, den wir dort gefangen haben hat für zwei Abendessen satt gemacht. Leider wars oft neblig und kühl, auch als wir den Strand von Patara und die anike Stadt Xantos besucht haben. Der Tag, als wir von Kalkan nach Norden gesegelt sind war ein bleibendes Erlebnis, wie geplant viel Wind von Achtern, doch als dann 50 Knoten Wind über den Bergrücken daherrauschten wars doch etwas viel, zum Glück haben wir die Segel vorher geborgen, Angsst haben wir beide nicht gezeigt. Belohnt wurden wir dann mit einem ruhigen, sicheren Ankerplatz an den bewaldeten Felsen. 

Wir hatten immer wieder guten Segelwind, so sind wir rechtzeitig in Marmaris angekommen, Zeit um die Stadt kennen zu lernen und im Basar die letzten Souvenirs zu kaufen. Die Tage waren abwechslungsreich, die Abenteuer vielfältig, die Überraschungen auch. ...und schon ist Urs wieder in der Schweiz, so schnell geht's. War eine schöne Zeit. 

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Frühling am Lykischen Ufer

Der Frühling beginnt immer langsamer als ich das mir erhoffe. Trotz der südlichen Breitengrade dauerts bis es, bis die Tage wärmer werden und die warmen Socken für lange Zeit verstaut werden können. Die Nächte sind noch kalt 8 Grad und der Schnee liegt weit runter im Taurusgebirge. Im  Schiff will es nicht wärmer werden, wie ein Kältesee bleibt es kalt wie im Kühlschrank. 

Urs ist Ende März angekommen und wir segeln zusammen nach Marmaris, wir besuchen die vielen schönen Hotspots und geniessen das Segeln, mal gemütlich, mal stürmisch mit Fallböen bis 50 Knoten. Zusammen wandern wir durch die vielen antiken lykischen Ruinen, erklimmen Burgen und erleben nun den Frühling in der Südtürkei. Nicht ganz so bunt wie in Mitteleuropa, es ist karg hier, immergrün sind nur die riesigen Pinienwälder und die vielen Sträucher. Wir freuen uns an den vielen Blüten und staunen über die Schildkröten die uns auf steinigen Wegen begegnen. 

 

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Finike Frühling 2022

Nach einem abwechslungsreichen Winter, mit Corona und anderen Sorgen, aber auch mit tollen Tagen auf der Skipiste und sportlich im Wald beim Kaminholz zubereiten, bin ich nun zurück in Finike. Ein grosser Abschied für immer, war der Tod meiner Mutter, zum Glück konnten wir noch viel Zeit miteinander verbringen. 

Die grosse Kälte hat mich in Antalya erwartet, als ich am 12. März dort gelandet bin. War wohl etwas zu früh dieses Jahr, aber die Terminplanung liess es fast nicht anders zu. Das Schiff stand an Land und brauchte etwas Pflege. Das Unterwasserschiff musste angeschliffen und mit Anifouling gestrichen werden, diesmal Marineblau fast schwarz, ganz elegant sieht sie nun aus. Das Steuerrad bekam von Arthur einen neuen Schraubverschluss, sieht einfach super aus. Die Mechanik vom Propeller musste gefettet werden, Fett rein, bis es aus allen Poren quillt! Beim Schlussanstrich haben meine türkischen Nachbarn, Murat und Oka fleissig mitgeholfen.

Beim Polieren des Rumpfs sind die alten Macken vom Vorbesitzer wieder aufgefallen, die wurden einst mit deutscher Gründlichkeit geflickt, aber haben schrecklich ausgeschaut. Hier in Finike gibts einen Fachmann der bessert Schrammen im Gelcoat so aus, dass man nichts mehr sieht davon. Hat mich 50 Euro gekostet, er wollte 120 Euro, das ist ein Wochenlohn von einem Türken, die Marina Mitarbeiter sind einfach unverschämt. 

Schlussendlich sieht das Schiff wieder toll aus und ich konnte es kaum erwarten, bis es im Wasser war. Das Leben auf dem Schiff an Land ist viel umständlicher, Leiter rauf und runter und ein Schiff, dass nicht schaukelt ist ??  

Dann wars soweit am 21. März, Frühlingsbeginn, kam die Serenità wieder ins Wasser. Die Saison kann starten. 

Neptun bekommt einen tüchtigen Schluck, der Kaptain natürlich zwei. Auf eine tolle Fahrt mit vielen schönen Erlebnissen. 

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Kräuterfrau von Terzane

In der einmalig, schönen Inselwelt von Kekova liegt die Serenità über Nacht einsam am Anker in der kleinen Bucht von Terzane. Alle Gület mit den Touristen sind wieder weg, wir haben die Bucht für uns. Wir schaukeln über den römischen Ruinen bei glasklarem Wasser, sogar der Vollmond scheint bis auf den Meeresgrund. 

Am Morgen rudern wir an den Strand und meine beste Yogalehrerin Christine, fordert mich, meine Muskeln und Bänder. 

Da sehen wir, wie ein Ruderboot näher kommt. Eine alte Frau sitzt darin, sie ist vom vier Km entfernten Ort hierher, zur Insel Kekova gerudert. gerudert. Wir schauen ihr zu wie sie das Schiff anbindet, über die Felsen klettert und in der Macchia verschwindet. Wir hören es knacken und rascheln. Bevor wir zur Serenità zurückrudern, treffen wir die Frau und sie zeigt uns was sie gesammelt hat. Thymian und frischen Lorbeer. 

Zurück auf dem Schiff kommt sie vorbei und verkauft uns getrockneten Lorbeer. Danach rudert sie wieder zurück übers Meer. Diese Frau ist mutig bis ins hohe Alter. 

Wir verpassen den Absprung aus der Bucht, um 10 Uhr kommen die Gület eine nach der andern und bringt die Touristen hierher. Unser Anker ist gefangen unter den Touristenschiffen. Mit viel Geduld gibts dann doch die Möglichkeit zum Ankerlichten. Weiter gehts nach Kaleköy.

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Schildkröten schlüpfen

Am endlos, langen Sandstrand von Finike gibt es einige Schildkrötengelege, geschützt mit Gittern, gegen die Nesträuber und um sie vor den Badegästen zu schützen. Im September werden die kleinen Schildkröten schlüpfen, nachdem die Eier zwei Monate im Sand gelegen und von der Sonne gebrütet wurden. Auf meiner Joggingtour hab ich die Gelege gesehen und gehofft eines Morgens die kleinen Schildkröten zu sehen. Am 8. September war es dann soweit, ich hatte das Glück einige wenige Schildkröten bei ihrer kraxelei zum Wasser zu beobachten. Leider sind es nur gerade 8 Stück gewesen die geschlüpft sind, ich weiss nicht, ob die restlichen Schildkröten aus diesem Nest noch schlüpfen? Es sind viele Nesträuber unterwegs, Hunde und anderes, die Gitter zeigen ihnen, wo die Nester sind!!

Bis Ende September werden hoffentlich noch viele kleine Schildkröten den Weg zum Meer finden und irgendwann wieder hierher zurück kommen. 

Diesen acht Kleinen wünsche ich jedenfalls gute, friedliche Reise durchs weite Meer. Nun geht die Sonne auf, ich jogge zurück zum Schiff, bin glücklich, dass ich dieses Erlebnis hatte, heute morgen. 

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Polster Spezialanfertigung

Auch auf dem Schiff möchte ich es bequem haben, dazu fehlte schon lange ein spezielles Kissen. Schon drei Mal wurde von einem Polsterer Mass genommen, nie hat es mit der Ausführung geklappt. 

Nun hab ich im Sanay, dem Handwerkerviertel in Finike, einen Polsterer gefunden, der das mit meiner Hilfe hoffentlich machen kann. Ich hab ein Stück Schaumstoff mit aufs Schiff und hab eine Schablone gemacht, anhand von dem Muster hat Suleyman dann den Schaumstoff zugeschnitten. Nach einem Augenschein auf dem Schiff musste noch etwas nachkorrigiert werden, zum Glück gibts speziellen Kleber der auch Schaumstoff verklebt. Zum Schluss nun noch eine Hülle aus wetterbeständigem Sunbrella-Stoff rundum und fertig ist das Polster. Jetzt wird Chai bestellt und noch ein bisschen getrascht, so läuft das immer mit den Handwerkern hier in der Türkei.

Nun kann ich beim Steuern auf der Rückenlehne sitzen und habs gut gepolstert, ausserdem schützt das Polster das Schiff, der Grossschotblock kann nicht mehr auf den Kunststoff schlagen. Hab Freude an dem neuen Teil, das Schiff wird immer besser und das Leben auch. 

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Im Hamam

Die grosse Hitze ist vorbei, nachts kühlt es schon bis 28 Grad ab, da kommen die ersten Gedanken an Sauna und Eukalyptusduft. Ein Hamam, Türkisches Bad gibts auch hier in Finike. Drei Tage in der Woche ist es für Männer offen 2 Tage für die Frauen. Bis heute war ich noch nie dort, mal sehen wie das hier abläuft. Ali und Mustafa haben um 10 Uhr schon tüchtig eingeheizt und bitten mich freundlich herein. Es sind keine anderen Gäste da, hab die Sauna und das Dampfbad für mich alleine. Nach einer Stunde entspannen und schwitzen, kommt Ali und bittet mich auf die Marmorliege zur Massage. Mit dem Sisalhandschuh wird meine Haut abgerubbelt, die ganze Bräune ist weg, dann werde ich eingeseift, bin ganz weiss vor Schaum und nun beginnt eine Massage da findet Ali Muskeln die ich gar nicht kenne, da gehts ganz kräftig zur Sache, die Muskeln werden gedehnt und gequetscht, das grenzt schon an Masochismus das auszuhalten, dann werde ich kübelweise mit Wasser übergossen heiss und kalt. So viel Wasser, damit könnte man einen botanischen Garten bewässern. Nach der Kopfmassage und nachdem mir fast alle Finger ausgerenkt wurden, gehts auf die Liege zum Entspannen und ein Drink aus Limettensaft, Ayran und Sodawasser bringt den Lebensschwung zurück. Nach bald 3 Std. bin ich wie neu geboren, der Rücken und das Becken im Lot, die Muskeln gelockert, bereit für den Müssiggang im Rentnerleben. 

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Mechaniker-Kurs

Mein Aussenbordmotor, der Malta von Yamaha, ist schon in die Jahre gekommen, doch meistens läuft er, aber immer wieder mal klemmst mit dem Gashebel oder ist der Choke ist verstimmt, oder startet er gar nicht. In der Werft hat Mustafa den Motor schon zwei mal gereinigt, doch schon wieder startet er nicht. 

Nun ist es Zeit, dass ich selber lerne wie der Vergaser zu reinigen ist. In der Werkstatt von Mustafa haben  wir zusammen den Vergaser ausgebaut und in alle Einzelteile zerlegt. Im organischen Verdünner wurden die Düsen über Nacht eingelegt, dann begann der knifflige Zusammenbau. Es dauerte es dann etwas länger bis alle Teile am richtigen Ort eingesetzt waren und der antike Malta wieder zündete und aufheulte. Hoffe, dass ich das, wenn nötig auch alleine schaffe. Inshallah.

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Zurück an der Sonne

Nach einigen abwechslungsreichen Wochen in der Schweiz und Bayern, bin ich wieder zurück in der Türkei. Die Reise war verlief ohne Probleme, Covid ist hier kein so grosses Thema mehr. So bin ich nach einem Aufenthalt bei Mehmet in Antalya sicher beim Schiff angekommen. Trix hat ihre Schweinereien, Servelaz, Bratwürste..usw, die ich ihr aus der Schweiz mitgebracht habe, lachend entgegen genommen und rundum wurde ich von den vielen Seglern begrüsst.  

Die ersten Tage musste ich mich an die Hitze und an den stürmischen Wind der jeden Nachmittag bläst gewöhnen. Nun ist die Serenità wieder wohnlich eingerichtet. Der Kühlschrank voll und das Fahrrad aufgepumpt. Viele kleine Projekte stehen an, Jahresvisum, neuer Liegeplatzvertrag, und viele kleine Sachen am Schiff die ich optimieren möchte. 

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Sommerferien

Der Sommer kommt, das erste Mal seit Jahren, dass ich die Serenita im Sommer alleine lasse.

Ich habe viel Schönes erlebt in diesem Frühling. Mein Touristenvisum von 90 Tagen läuft langsam aus, so werde ich nach Zürich fliegen und einige Wochen in der Schweiz und vor allem in Bayern verbringen. Das Schiff liegt sicher im Hafen von Finike und Aylin wird ab und zu ein Auge drauf werfen. 

So kann ich unbesorgt abreisen. 

Aufs Segeln muss ich nicht verzichten, bestimmt gibts einige Schläge auf dem Chiemsee und auf dem Bodensee, bevor es im August zurück in die Türkei geht. 

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Görüsürüz Marmaris

Auf Wiedersehen Marmaris. Zwei Wochen sind eine lange Zeit, nur im Hafen, kein Schwimmen, kein Segeln, doch das Wichtigste ist erledigt, die Elektronik eingebaut und der Motor und die Ankerwisch von Selim wieder fit gemacht. Nur leider war der Stoff für die neuen Polster nicht lieferbar, schade. War alles schon vorbereitet, doch ich konnte und wollte nicht mehr länger warten. Es geht zurück nach Finike. 

Am Freitag 11. Juni bin ich raus aus der Netsel-Marina, raus aus der riesigen Bucht von Marmaris, an einen Ankerplatz. Endlich wieder Ruhe, Stille, slow down, und der weite Blick übers Meer. 

In der Nacht werde ich von den Naturgewalten geweckt, unsichtbare kleine Mücken pisacken meine Hände. Es ist erst 23 Uhr, da ich nun wach bin, lese ich weiter im Buch von der lesbischen Scotland Yard Kommissarin. 

Um 3 Uhr werde ich wieder wach, das Schiff schauckelt im Schwell, ich fliege fast aus dem Cockpit. Der Wind hat abgestellt und nun kommt die Dünung vom Meer in die Bucht. Wieder eine Gelegenheit im Buch zu lesen und den unglaublichen Sternenhimmel zu bestaunen. Ich liege auf dem Rücken und über mir die Milchstrasse unbeschreiblich schön, in dieser Neumondnacht. 

Am Morgen verlässt die Güllet schon früh den Ankerplatz, die wollen unterwegs sein, wenn das Meer noch ruhig ist. Ich fahre auch früh los, es sind über 40 Meilen bis zu meinem nächsten Ankerplatz. Während der Autopilot steuert, habe ich Zeit zum Lesen und für meine Yogaübungen, ein paar mal 25 Liegestütz gibts als Zugabe.

Der hier vorherrschende Südwestwind schiebt mich bis südlich Fethye, dort liege ich hinter einer Insel gut geschützt vor Wind und Wellen. Die Grillen singen mich nach dem Dunkel werden in den Schlaf, echt romantisch, viel stimmiger als die rassistischen Sprüche aus den Lautsprecher von den schlanken Türmen. Mein Tag beginnt früh, den ersten Kaffee gibts kurz nach 5 Uhr, wenn die ersten Ziegen aus der Macchia mäckern.

Mit langen Schlägen von 30 Meilen gehts Richtung Finike, der Wind wird jeden Tag stürmischer bis 30 Knoten bläst er bei der Passage in die Bucht von Kekova. Zum Glück habe ich jetzt wieder einen  Autopilot das macht das Einhand-Segeln einfacher und sicherer. Vor allem das Setzen der Segel war immer ein hin und her vom Mast zum Steuerrad und wieder zum Mast, bis das Segel oben war. 

Nun bin ich schon am letzten Ankerplatz, 20 Meilen vor Finike, da bleibe ich zwei Tage und geniesse die Einsamkeit. 

 

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Elektronik und Ankerwinsch

Bevor der Kartenplotter eingebaut werden kann, musste ich das Gehäuse in, welches der Plotter eingebaut wird anpassen, das neue Gerät ist kleiner, so muss der Rahmen verbreitert werden. Die Künstler von Vulcan haben das perfekt gemacht. 

Nun bin ich schon eine Woche hier und endlich kommt Serdar, der Raymarine Spezialist der mir die beiden Geräte, Autopilot und Kartenplotter anschliesst.

Das soll ja ganz einfach sein, nur Kabel verlegen und einstecken ist alles vorbereitet. Doch wie ich Serdar so zugeschaut habe und gesehen habe wie er die vielen feinen Drähte am richtigen Ort einsteckt, Kabel verlötet, jeder Handgriff sitzt, er weiss genau was er macht, nichts macht er zwei Mal, alles Step by Step. Am späteren Nachmittag ist alles montiert. Ich kann die Geräte einschalten und siehe da, alles funktioniert. Wir drehen draussen auf dem Meer noch eine Runde, damit sich der Kompass vom Autopilot selbst justiert und schon ist die Installation um die ich mich so gesort habe abgeschlossen. War eine gute Zusammenarbeit mit Serdar. 

Am gleichen Freitag hab ich Selim geschrieben, dass mein Ankermotor Öl verliert. Ich habe kleine Ölspuren entdeckt, Faik aus Finike meinte, das sei nicht problematisches, da bräute ich nichts zu machen. Doch Selim hat den Motor mit, hat die Lager gewechselt und neues Öl eingefüllt. Das Öl war wohl noch das Original aus Schweden, von Hallberg-Rassy. Nun ist auch dieser Motor wieder fit für die nächsten Jahre. Das hätte Faik, der Mann der alles kann, auch in Finike machen sollen, als wir den Ankermotor wegen dem Teakdeck abmontiert hatten. 

Doch nicht jeder Türke ist ein Meister seines Faches. Hier in Marmaris findet sich für jede Arbeit ein Spezialist. Der Ankermotor schnurrt jetzt wie ein Tiger. 

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Wärmetauscher Revision

Es ist wieder Zeit den Wärmetauscher zu reinigen. Durch das Salzwasser gibt es Kaltablagerungen in den schmalen Röhren, dort wo das heisse Kühlwasser mit dem Meerwasser gekühlt wird. 

Vor drei Jahren hab ich das in Kreta schon einmal gemacht. Hier in Marmaris kenne ich Selim, er weiss bestens Bescheid mit Schiffsmotoren. Zu meinem Erstaunen hat er den ganzen Wärmetauscher samt den Krümmern für den Auspuff und die Anschlüsse abmotiert. Nach einer Stunde schrauben im engen Motorraum hat der den Block mitgenommen und in seiner Werkstatt, etwas ausserhalb Marmaris gereinigt. Den Auspuffkrümmer und andere mit Ablagerungen verengte Teile mussten ersetzt werden. Upps, der Krümmer alleine kostet 650 Euro. Dann wurde das ganze mit neuer Farbe gespritzt und am 2. Juni wieder eingebaut. Nach zwei Stunden konnte ich den Motor starten und sieh da, so viel Kühlwasser ist noch nie aus dem Auspuff gespritzt. Jetzt rauscht das Wasser aus dem dem Auspuff, sobald ich Gas gebe. Super Arbeit von Selim, nun wird der Motor viel besser gekühlt, das ist wichtig hier im Mittelmeer, wo es so heiss ist und die Wassertemperatur 25 Grad hat.

Ich kann Selim nur weiterempfehlen, wie wenig ich für die Arbeit bezahlt habe, darf ich gar nicht schreiben. 

www.HPMarin.net

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Die höchsten Palmen

wachsen in Kas. Die Stadt Kas liegt am Fusse der Berge und geschützt von der griechischen Insel Kastellhorizon.

Von Kas wird gesagt, es ist das Cannes der Südtürkei, ich finde, dazu fehlt der Charme der Franzosen, der Duft nach Baguette, der "Walk of Fame" und ... Aber die Geschichte von Kas reicht weit zurück bis zu den Lykiern die Sarkophage und auch das antike, gut erhaltene Theater sind alte Zeugen.

Nicht ganz so alt ist das Haus von Ismail, dem Wirt der Taverne "Smiley's". Das Holzhaus wurde von den Griechen gebaut und die Türken haben es dann umgebaut. Die Fassade mit den Erkern ist gut erhalten.

Er erzählte mir, dass er als Tellerwäscher angefangen hat und heute ist er der Platzhirsch an prominenter Lage.

Zum Haus gehört auch eine Zysterne, die wohl 5 tausend Jahre alt ist. Leider sich durch ein Erdbeben der Untergrund verschoben, so dass nun Salzwasser in die Zisterne eindringt. Im Haus über der Zisterne haben die Karavanen halt gemacht, wurden die Waren gelagert und haben die Kamele übernachtet. Geschichtsträchtig was uns der Wirt erzählt hat. 

Ismail kennt hier in Kas jeden, er hat viele Freunde, sogar die Jandarma, die drücken ein Auge zu, wenn er trotz Lockdown, Gäste im Restaurant bewirtet. Nur auf den Muhezin ist er nicht gut zu sprechen, der mache nur Propaganda für den Sultan und verteile Geld um Stimmen für die nächsten Wahlen zu kaufen. Coronahilfe auf türkisch! 

Das Restaurant ist heute jedenfalls ausgebucht, ich darf meine Lammkasserol auf dem Balkon essen. Das Lammfleisch mit dem Gemüse bruzelt in der Tonschale, dazu scharfe Vorspeisen und ein kaltes Bier.

Die Flaggen auf dem Hafenplatz wehen zu Ehren Atatürks, dem Staatsgründer. Er wird von den Türken verehrt, da er die Türkei modernisiert hat, er hat die Arabische Schrift abgeschafft und die Mullahs in ihre Schranken verwiesen, ansonsten würden hier die Frauen verschleiert rumlaufen und die Männer ausgepeitscht, wenn sie beim Alkohol trinken erwischt werden. 

Nach Kas kommen wir sicher wieder, auch Christine hats gefallen in der kleinen Stadt. Ismail wird sich freuen, ich muss den Tee bei ihm nicht mehr bezahlen, das ist so bei Arkadas, bei Freunden. 

 

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Einsame Ankerbuchten

Was macht das Segeln und Reisen mit dem Schiff so einmalig? Es ist nicht nur die Herausforderung mit Wind und Wetter, es sind auch die vielen schönen Momente an einem herrlichen, abgelegenen Ankerplatz. 

Davon gibt es einige zwischen Finike und Kas, wir haben an den felsigen, mit Macchia bewachsenen Ufern angelegt und im glasklaren Wasser gebadet. Auf 10 Meter Tiefe konnte ich den Anker noch sehen! Wegen des Lockdowns waren wir meistens die einzigen Segler unterwegs, wir haben es genossen. An so schönen Plätzen braucht man keine Toblerone, damit die Glückshormone überschwappen. 

In Kas wurden wir von Ismail, dem Wirt der Taverne "Smiley's" verwöhnt, seine Lammhaxen im Tontopf waren so gross, dass mich Ismail mit dem Auto zurück zum Schiff gefahren hat. Take away auf türkisch. Mein Velo in seinem Kofferraum! 

Schade, hatten wir nicht mehr Segelwind, nur einmal hats gekachelt, 32 Knoten voll auf die Schnauze, dank dem zuverlässigen Diesel sind wir aber gut im Hafen angekommen. Nach erlebnisreichen zwei Wochen ist Christine zurück geflogen. Die Serenità und ich wieder in Finike und bald werde ich nach Marmaris segeln. 

 

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Yoga an den schönsten Orten

VHF 73 - Marina Finike this is Serenita, we are ready to leave, die Marineros helfen uns beim Ablegen, endlich gehts los, raus aufs Meer. Wir verabschieden uns aus Finike. Wir segeln südwestwärts nach Kekova und weiter bis Kas, zwei Hotspots in der Südtürkei. Christine und ich geniessen die Ruhe auf dem Schiff, nach der Aufregung wegen der Segelerlaubnis, doch der Manager von SeturMarina hat bei der Küstenwache in Kekova angerufen und erklärt, dass es der Serenita erlaubt ist zu segeln, da der Skipper und die Steuerfrau Touristen sind und keine Einschränkungen haben. So wurden wir dann auch genauestens von der Küstenwache kontrolliert, aber danach nur noch von Weitem gegrüsst.

Wir machten jeden morgen Yoga, am Liebsten an Land z.B. in Kas im antiken griechischen Amphitheater oder in der Bucht von Tersane Koyü. Mit dem Sonnengruss in die Morgenröte blinzeln, die frische Luft einatmen, den Vögeln zuhören, die Seele spühren, den Kopf auslüften, den Körper fühlen, das alles lässt den Tag so gut beginnen. Mitten in der Arena zu stehen und die alten Griechen auf den Rängen zu spühren ist ein unglaubliches Gefühl. Von Tag zu Tag gehts besser mit den Dehnungen und meine Muskeln und Bänder sind dankbar für dieses regelmässige Verwöhnprogramm.

Sobald die Sonne kräftiger vom Himmel scheint, gehen wir zum Strand und springen ins noch kühle Salzwasser. Danach gehts zurück aufs Schiff zum Frühstück. Das ist ein Lebensrythmus. 

 

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Bevor wir unser Zuhause verlassen können, müssen wir noch einiges klären. z.B. welche Versicherung....