Göcek

Von Marmaris bin ich mit gutem Nordwestwind und am Nachmittag mit starkem achterlichen Wind die 37 Meilen bis in den Golf von Fethye gesegelt. Wunderbar mit dem funktionierende Kartenplotter. In einer schmalen Bucht, fällt der Anker und am Ufer werden zwei lange Leinen fixiert. Zum Glück helfen mit zwei Bootsleute von einer Güllet, alleine wäre das mit dem Wind von der Seite unmöglich gewesen.

Ich bleibe einen Tag, teste den Plotter und er funktioniert schon nicht mehr. Ich spühle den Ärger mit einen halben Liter Kaffee runter. Trotzdem geniesse ich den idyllischen Ankerplatz.

Bis Göcek sind es noch 10 Meilen, die schafft der Diesel in knapp zwei Stunden, dann liege ich nahe beim Ort. Ein Hafenplatz ist hier unbezahlbar, schon das Beiboot einen Tag am Dingisteg kostet 30 Euro! Was bezahlen wohl die Megayachten am Hauptsteg?

In Göcek gibt’s eine Servicestelle für Rettungsinseln, da bringe ich meine schwere Box hin, zum Glück hilft mir einer von der Firma. Dort stellen Sie fest, dass meine Exotische Marke nicht gewartet werden kann, sie muss nach Ismir geschickt werden, kostet anstatt 180 Euro, ca. 900 Euro. Übung abgebrochen, zu teuer. Zurück aufs Schiff muss ich die 40 kg Insel alleine bringen, mit Köpfchen geht auch das.

Ich warte auf Christine, sie kommt am Freitagnachmittag, so habe ich Zeit den blauen Streifen endlich zu malen. Schleifen, spachteln, grundieren und zweimal mit der blauen Farbe, nun sieht das doch ganz anders aus.

Hier in den bewaldetet Ankerbuchten vor Göcek ist das Mekka der Motorboote und der Megayachten, nirgends sieht man auf 10 km so viele Schiffe, so grosse Schiff und und … hier schwimmen bestimmt einige hundert Millionen Euro auf dem Wasser. Zum Glück ist der Sprit so günstig, 70 Rappen pro Liter Benzin, Diesel ist etwas günstiger. Wie lange noch kann das der Sultan subventionieren?

Göcek ist das «Gstaad» der Türkei, hier gibt’s keine grossen Hotels, kein Haus höher als zwei Etagen und Giebeldach. Eine lange, grosszügige Promenade und eine noble Einkaufsstrasse, mit allen erdenklichen Shops, kelin und gemütlich. Es gibt auch drei Migros an der gleichen Strasse, die Seeleute brauchen Lebensmittel.

Bald beginnt der letzte Törn dieses Jahr, dann liegt die Serenità wieder in Finike.

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Marmaris

Marmaris ist eine geschäftige Stadt, hat wunderschöne lange Strände, ein lautes Nachtleben, aber für Segler vor allem viele Handwerker und Seglershops. Hier lässt sich jedes Problem lösen. 

Da ich wieder einen Jahresvertrag mit SeturMarina habe, kann ich auch hier in der Marina gratis, liegen. Sonst kostet es pro Tag 55 Euro!! 

Endlich hat Turan der Elektroniker Zeit und holt meinen Kartenplotter ab um eine Platine auszuwechseln, damit er wieder einwandfrei funktioniert. War immer eine Glücksache, ob er startet oder nicht.

Mein Dingi wurde auch abgeholt und in der Werkstatt repariert. Es bekommt einen neuen Wasserauslass, simpel und einfach ein Stöpsel. Jetzt sollte ich keine nassen Füsse mehr haben, wenn ich mit dem Dingi unterwegs bin. Am Morgen waren immer 15 cm Wasser drin. 

Der Polsterer hat heute Mass genommen, die Stoffbezüge sind durchgewetzt. Jetzt gibts was neues. Hab aber erst mal Offerten eingeholt, die Arbeit wird dann nächstes Frühjahr gemacht. 

Morgen Samstag gehts weiter, hab alle Freunde hier in Marmaris besucht, war im Sanaji beim Metallbauer und bei den Jungs und Girls von SouthWest. Mit Hope and Howard war ich gestern beim Dinner, sie haben ihr Schiff, die Mazu, verkauft und fliegen für den Winter nach Wales. Vielleicht sehen wir uns ja irgendwo wieder, war ein herzlicher Abschied. 

Inshalla, komme ich nächstes Jahr zurück nach Marmaris und treff all die netten, hilfsbereiten Menschen wieder. Als letztes habe ich die Burg von Marmaris besucht, war in alle den Jahren nie dort oben. 

 

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Bozukkale

Eine meiner liebsten Buchten. Abgelegen, tolle Sichter die Bucht in die Berge, keine Strasse führt hierher und trotzdem sind drei Restaurants hier mit Bootssteg.

Bozukkale heisst kaputte Burg, doch die Festungsmauern sind erhalten und wie perfekt die Steine zurechtgehauen sind. Die Burg haben die Italiener gebaut, als Schutz für Rodos, wo die «Hauptstadt» der Kreuzritter war. Bozukkale wäre ein gutes, geschütztes Versteck für Piraten oder Gegner der Kreuzritter gewesen.

Ich liege für einige Tage direkt unterhalb der Burg, beim Restaurant «Ali Baba» bei Jann dem Fischer und Wirt. Ich darf hier liegen auch ohne jeden Abend im Restaurant zu essen. Die Leute sind sehr freundlich, das Brot wird jeden Morgen frisch im Steinofen gebacken. Die Menschen leben hier ganz einfach, es gibt kein Haus für die Familie, nur das Restaurant und Ställe für die Ziegen und den Generator. Ich vermute die ganze Familie schläft irgendwo auf einer Matte im Restaurant oder unter freiem Himmel.

Leider hat es kein Internet hier, so musste ich jeden Tag über den Berg ins Restaurant «Sailors House», da meinen Cay trinken und die News und Wetterberichte im Netz abfragen. Aber die Schweizer wandern ja gerne. Beim Sailors House komme ich gerade rechtzeitig zum Kuhkampf, wie die Walliserkühe sind hier die beiden aneinader geraten. Hier gibt es auch eine ergiebige Quelle, sogar ein Ruderboot liegt im Tümpel der sich gebildet hat.

Es ist echt idyllisch hier, abgeschieden, sternenklare Nächte, glasklares Wasser, freundliche Menschen ein paar Ziegen und Eidechsen und Libellen, viel kreucht und fleucht hier nicht, es ist wohl zu trockenund zu heiss. Doch die Idylle trügt, sobald es dunkel wird brummt der Generator vom Ali Baba, eines Morgens war mein Schiff auf der Wasserkante schwarz von Öl, da sind sicher die Generatoren der Megaschiffe in der Nähe gelaufen und der Zivilisationsabfall wird oder wurde 50 Meter hinter dem Haus verbrannt. Habe Jann gefragt, wo der Abfall entsorgt wird, der meiste Abfall ist von den Seglern, er hat gesagt er bringt es mit dem Schiff zur nächsten Müllsammelstelle an die Strasse in Serçe. Hab es gesehen, sein Fischerboot war voller Säcke. Doch das Verbrennen ist bestimmt noch aktuell, auch in den andern Restaurants löst ich der Abfall in Luft auf.

Nach vier Tagen hab ich mich verabschiedet, der immer wehende Westwind hat mich bis kurz vor Marmaris gebracht, da war ich für zwei Tage an einem Ankerplatz.

 

Jetzt in Marmaris, gibt’s viel zu organisieren, einige Offerten einholen, der Capitano hat ja noch einige Wünsche. Meine «Morgen zu erledigen» Liste hab ich soeben erweitert, Staubsaugen und Altglas entsorgen. 

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Die Güllets von Bozburun

An der ganzen türkischen Küste sieht man die grossen, holzigen Zweimaster. In der Türkei ist es populär auf dem Schiff Urlaub zu machen. Die "Blaue Reise" auch in Europa und USA ein Hit, doch seit einigen Jahren bleiben die Ausländer weg. Hier in Bozburun haben am letzten Wochenende über 60 Güllet ihre Gäste an Bord genommen, da war rund um den Hafen jeder Felsen als Festmacher genutzt. In den Hafen können sie nicht reinfahren, dazu sind sie zu gross.

Diese Güllets werden unter anderem hier in Bozburun gebaut. Im Freien hinter der Schreinerei, oder in der riesigen Halle unten am Meer. Die neue Halle ist so gross wie ein Fussballfeld. Ich hab das Bianchi Mountenbike vom Teppichhändler ausgeliehen und hab mich auf den Weg zu den Werfen gemacht. Obwohl es Sonntag war habe ich einige Arbeiter angetroffen und durfte in einer Halle rumstöbern. Am Hafen fand ich noch ein "Projekt", doch vermutlich ist das nicht mehr zu reparieren. 

Die Bilder sprechen für sich, das ist echtes Handwerk und jedes Schiff sieht anders aus, weiss gar nicht, ob es Baupläne gibt. Schade, waren alle Schiffe die ich gesehen habe im Rohbau, konnte also keine Güllet von innen anschauen. 

Wer Lust hat auf Luxusferien auf einem handgezimmerten Segler, hier in der Türkei ist das möglich, die türkische Küste traumhaft, also "Blaue Reise" auf einer Güllet aus Bozburun. 

 

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Beim Teppichhändler von Bozburun

Immer, wenn ich in Bozburun bin freue ich mich auf den Besuch beim Teppichhändler. Ihn kenne ich nun schon drei Jahre und bin mehrmals hier im Jahr, er erinnert sich immer an mich. Heute wollte er mich zum Frühstück einladen.

Ich kauf auch jedes Mal etwas aus seinem reichhaltigen Angebot. Zuerst wars natürlich ein türkischer Hut, er macht aber auch Taschen oder Kissenbezüge aus nicht mehr reparierbaren Teppichen. Viele seiner Teppiche sind Kelim, das sind handgewebte Teppiche aber auch geknöpfte Teppich hängen an den Wänden.

Er spricht wie ich ein bisschen englisch und so erzählt er mir was er macht und wo er die Teppiche kauft. Im Sommer lebt er in Bozburun, ist immer präsent, er wohnt direkt hinter dem Raum mit den vielen Teppichen. Im Winter ist er sechs Monate unterwegs, in Konya, Istanbul und Anatolien um Teppiche zu kaufen.

Bozburun ist im Winter bis auf ein paar Verwegene oder die Schiffsbauer sowieso ausgestorben.

 

 

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One Night in Datca

…and the World hat sich nicht wirklich verändert. Hier ist Ferienstimmung, die Menschen feiern am Abend, Musik die halbe Nacht, die Restaurants voll, Bier gibt’s in allen Sorten, nur am Hafenpier ist noch viel Platz, keine Segler aus aller Welt. Die Türken sind unter sich. Das ist vor allem wegen Corona, zum Teil auch wegen der politischen Lage.

Der Sultan verliert an Zustimmung, alle Bürgermeister der grossen Städte sind von der Opposition, Wahlen kommen spätestens in zwei Jahren, die Wirtschaft leidet, der Tourismus auch, die türkische Lira hat dieses Jahr einen Drittel vom Wert verloren, darum auch das Säbelrasseln mit Griechenland und der EU. Das bringt die Leute unter die Fahne, so viele Flaggen wie hier hab ich noch nirgends gesehen. Roter Halbmond und Stern überall.

Wer hat zeigts, da schwimmen einige grosse Pötte rum, kleine türkische Segelschiffe sind eine rare Ausnahme. Irgendwie muss irgendwo der Rubel rollen.

 

Ich setzte am frühen Morgen die Segel ganz wenig Wind hat es,  ganz langsam geht’s an der Insel Simi vorbei nach Bozburun. Das Meer ist flach wie ein See, ich lass mir Zeit und die Welt dreht sich weiter…. 

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Palamut Bükü

Nach vielen Tagen in Bodrum, geht’s nur langsam der Küste entlang südwärts. Ich habe fast täglich zu Judas Taddäus Schutzheiliger der Hoffnung in schwierigen Fällen gebetet, doch die Grenze nach Griechenland öffnet sich nicht. So habe ich entschieden zurück nach Finike zu segeln. Auch nicht die schlechteste Lösung. Freue mich viele Freunde wieder zu sehen. In Marmaris komme ich auch vorbei, die Serenità wird’s freuen, gibt sicher wieder was Neues.

Das erste Ziel nach Bodrum ist Palamut, das sind 31 Meilen, Wind gibt es, kräftig aus Nordwest, vor allem in der Meerenge vor Kos, da bläst es mit Windstärke 6.  Dann lässt der Wind wieder nach, stellt sogar ganz ab. So umrunde ich den Leuchtturm bei Knidos mit dem Diesel. Ein Tanker überholt mich, mir scheint es hat nicht so viel Güterverkehr wie letztes Jahr. Von Westen siehe ich den Wind auffrischen, ich muss nicht lange warten, dann geht’s ab, mit Rauschewind der Halbinsel entlang, nur das gereffte Grosssegel steht noch, der Wind bläst mit bis zu 30 Knoten von achtern.

Im Hafen von Palamut ist davon nichts zu spüren, der liegt in einer ruhigen Ecke. Ich bleibe 4 Tage, geniesse das Hafenleben, die Annehmlichkeit über die Gangway ein- und auszusteigen, die feinen Restaurant, die Fischer die frischen Fisch bringen, Wasser und Strom. So kann das Schiff und ich vom Salz befreit werden, ist schon ewig her seit der letzten Dusche. Duschen gibt’s hier im Restaurant Dolphin.

Palamut Bükü ist ein kleiner Fischerort, heute sind viele Ferienhäuser in der nahen Umgebung gebaut worden, aber alles ist noch überschaubar, keine Hotels und keine Ferienhausüberbauungen. …und die Armee zeigt auch Präsenz, die schaukelt gemütlich vor dem Badestrand.

Es sind die letzten Tage im August, es ist nochmals megaheiss 39,1 Grad, duschen nützt nicht viel, man ist immer nass, nur die Mandelplantagen sind vertrocknet, die Mandeln geerntet und jetzt wartet das Land auf den Regen, doch noch ist keine Wolke in Sicht.

Bin immer noch Singlehand unterwegs, doch vielleicht gibt’s noch Besuch, ist ja so schön hier, fern ab vom Corona-Virus-Debakel.

Wer einen Kommentar schreibt, lässt dadurch Trix und Christian wissen, dass sie beide nicht die einzigen sind die den Blog lesen. Merci

 

 

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Von Bodrum in den Golf von Gökova

 

Bodrum ist das Partymekka der Türkei, das hört man jeden Abend am Ankerplatz. Wegen Covid-19 ist aber um 24 Uhr Schluss mit Musik, nicht wie sonst üblich bis morgens um 4 Uhr.

Peter mit seinem Schiff «Spirit of Pevi 2» liegt auch hier am Anker, wir kennen uns als Nachbarn an der Morgensternstrasse in Au. Wir haben hier abgemacht und segeln zusammen in den Golf. Bis zu hinterst nach Gökova sind es fast 80 km. Hier gibt’s genug Ankerplätze um einen wunderbaren Törn zu machen. Wir lichten die Anker und fahren am Kreuzfahrtanleger vorbei, dort liegt eine Yacht mit der Flagge von den englischen Kanalinseln, vier Tanklaster mit je ca. 30'000 Liter Diesel sind am Betanken der privaten Megayacht, wir staunen nicht schlecht!!

Der kräftige Westwind der hier meisten bläst bringt uns am ersten Tag nach Cökertme. Da legen wir uns an die Boje vor einer Taverne und geniessen den Abend am Strand vom Fischrestaurant. Die Türken hier sind sehr freundlich, helfen beim Anlegen, verwöhnen die Segler mit feinem Essen, die Frauen backen frisches Brot im Steinofen, die Preise waren hier human, und beim Abschied winkt uns die ganze Familie vom Ufer aus zu. Gökertme bleibt mir in guter Erinnerung.

Ein neuer Hafen ist in Öre entstanden, da bleiben wir eine Nacht, dann überqueren wir den Golf. Dank Peter hab ich jetzt auch Bilder von der Serenità unter Segel. Oh, da hat es aber viel Wind und grosse Wellen gehabt. Wir segeln bei stürmischem Nordwestwind rüber zum «englisch Harbor».

 

Hier sind wir mitten in der Natur, Pinienwälder rundum. Wir liegen mit Landleine und Anker in der seichten Bucht, die Leinen verhindern das Schwojen und somit das aufsetzen der Yacht am flachen Ufer. Der ganze Golf von Gökova ist fast unbewohnt, kleine Siedlungen, Sommerhäuser sind die einzigen Bebauungen. Somit sind auch die Nächte tiefschwarz und der Sternenhimmel so unglaublich  wie nirgendwo in Mitteleuropa. Hab nicht gewusst, dass es so viele Sterne sind!

Die nächste Bucht wird von einem Polizeischiff gesperrt, des Sultans Villa liegt hier und wenn der hier  Urlaub macht wird alles abgesperrt. So segeln wir in die nächste Bucht, Buchten gibt’s hier eine nach der andern.

 

 

So ankern wir vor Sögüt, da können wir wieder einkaufen, es gibt einen kleinen Markt.

Von Sögüt geht’s wieder westwärts. Überraschung beim Anker lichten, grosse Sauerei am Meeresboden und mein Anker mitten drin. So muss ich zuerst den Anker von einem alten Fischernetz losschneiden und ein 3 Meter langer dicker Plastikschlauch hängt auch noch am Anker.

Wir setzen die Segel, der Wind kommt pünktlich, ab Mittag bläst er immer stärker und stärker, zum Glück aus Südwest so können wir unter Segel wieder Richtung Bodrum segeln.

 

War eine tolle Woche, wir haben abwechselnd auf der Serenità oder bei Peter gekocht und viel zu erzählen gehabt. Beide wollten wir nach Griechenland, aber wegen den Gasstreitigkeiten und Säbelrasseln bleibt die Grenze gesperrt. Peter segelt nun nordwärts nach Kusadasi und ich südwärts zurück nach Finike.

 

 

 

 

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Bodrum und Turgutreis

Zwei Städte am Meer, in der Provinz Mugla. Bodrum oder Halikarnos, hier hatten die alten Griechen schon eine Stadt gebaut. Heute sind vor allem im Sommer die Gassen voller Touristen, im Winter wird es hier ein verschlafenes Städtchen sein, genau so, wie am frühen Morgen, wenn ich zum ersten Tee unterwegs bin. Nur am Bushof ist immer reges Treiben, da kommen die Busse aus allen grossen Städten und vom Flughafen an.

Bis Turgutreis sind es 16 Meilen, in Turgutreis hört die Strasse auf hat mir ein Türke gesagt, es ist auch der letzte Ort von der Provinz Mugla.

Ich bin für einige Tage aus Bodrum geflohen und hab vor Turgutreis geankert. Es gibt dort eine tolle Marina, doch die Preise sind für Langzeitsegler unerschwinglich. Zum Einkaufen findet man alles hier, auch Seglershops und frisches Gemüse und Früchte. Am Samstag war Mark, das war eine Augenweide. Ausländische Touristen verirren sich nicht viele hierher, ein paar Engländer gibt's überall, die findet man in den Restaurants mit dem günstigsten Bier. Der Sonnenuntergang hinter dem Leuchtturm, über den griechischen Inseln, war jeden Abend ein Spektakel.

Als ich von Peter höre, dass er in Bodrum ist, setze ich die Segel und segle zurück an den Ankerplatz hinter der Burg der Kreuzritter, die an bester Lage am Hafen von Bodrum liegt. Kleopatras Katze schläft wohl immer noch im Schatten vom mächtigen Burgtor.

 

 

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Knidos

Diese geschützte Bucht am Westzipfel der 70 km langen Halbinsel von Datca hat schon die Dorer und Hellenen als guten Hafen und Handelsplatz überzeugt. Hier war eine grosse Stadt mit allem was dazu gehörte, Amphitheater, ein Tempel für Apollon und noch einer für Aphrodite. Knidos war eine der wichtigsten Städte und Kolonie der Dorer aus dem Peleponnes. Um 340 vor Chr. erwirbt die Stadt die bekannte Statue der nackten Aphrodite. Diese Statue der Liebesgöttin wurde so berühmt, dass die Leute von überall her kamen, um dieses Werk zu sehen, so gab es schon in der Antike einen Zustrom von Touristen.

 

Wir, das heisst die Serenità, Wild Rover of Dart und Mazu sind hier auch vor Anker gegangen. Imposant, so mitten in der Antike zu liegen, zwischen Amphitheater und ehemaliger Stadt. Als dann kurz nach Sonnenuntergang der Vollmond übers Wasser spiegelt ist die Stimmung perfekt.

 

Am früheren Morgen sind wir zur Besichtigung durch die Hauptstrasse des antiken Knidos bis zum Kriegsschiffhafen auf der anderen Seite der Bucht gelaufen. Eine schmale Landverbindung wurde zwischen dem Festland und der Insel aufgeschüttet, dadurch war ein sicherer Hafen entstanden.

 

Ungemütlich wird es hier nur bei starkem Meltemi, dann rauschen die Böen über die Bergkämme  und das Liegen in der Bucht wird gefährlich.

 

Nach zwei Tagen haben wir den Anker gelichtet und Knidos verlassen mit Kurs Bodrum. Schwacher Wind hat uns bis rauf nach Kos gefoppt, mal von der Seite dann wieder von der andern. Dann kurz vor Kos sah ich weisse Schaumkronen, sofort ein Reff ins Grosssegel und die Genua auch verkleinert, danach hat es nicht mehr lange gedauert und der Wind hat die Serenità fast flach gelegt. In der Meerenge zwischen Kos und der Türkei bläst oft ein starker Nordwestwind. Einige Salzwasserduschen habe wir bei dem Wind und Wellen schon abbekommen. Dieser Wind hat mich dann mit 7, 5 Knoten Fahrt bis zum geschützten Ankerplatz gebracht, Bodrum war nicht erreichbar bei dem NW-Wind. In der Bucht wurde ich von den Piraten empfangen. Nach Bodrum wars am nächsten Morgen nur noch 4 Meilen, da habe ich hinter der Burg am Strand neben Mazu geankert.

 

 

 

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Von Marmaris nach Bozburun

 

Nach so viel organisieren sind fast alle Wünsche erfüllt. Zu guter Letzt ist am Samstag auch noch das Paket mit der Winterplane und dem Buch von Christel  aus Finike angekommen. Alles klar zum Auslaufen, es ist fast unerträglich heiss in Marmaris, endlich wieder raus an die Brise und das Wasser. Zuerst noch Bunkern, ich kaufe vor allem Getränke ein.

 

Am Sonntagmorgen lege ich ab, der erste Ankerplatz liegt in einer Bucht, wo die Griechen schon eine Kirche und ein paar Häuser gebaut hatten. Richtig abgelegen, klares Wasser und endlich Zeit zum Lesen und vom Stadtrhythmus abzuschalten. Nur die Ziegen klettern über die Uferfelsen auf der Suche nach etwas grünem.

 

Am nächsten Tag die nächste Bucht, da ist das Anlegen nicht so einfach, der Fallwind bläst von den Bergen runter durch die enge Bucht. Nachdem ich die Landleinen an den Felsen befestigt habe, steht das Schiff zu nahe am Ufer. Bei Captain Nemos Restaurant gibt’s Ankerbojen da liege ich sicherer bei jedem Wind. Ich bleibe zwei Tage, klettere in die steile Schlucht, da begegnet mir doch eine Schildkröte, was macht die hier oben? Es ist so unwegsam, sogar Ziegen können hier abstürzen! Der Vater vom Wirt, erzählt mir beim Kühe hüten von früher, als er 1987 das Ufer und Farmland für ca. 1'500 Euro gekauft hat. Mit dem Restaurant hat er sich eine golden Nase verdient. Es gibt einige Quellen hier und die Fischer leben im Sommer auf ihren Holzbooten in der Bucht. Die mondlose Nacht bietet einen grandiosen Sternenhimmel, Cassiopaia tanzt im Nordosten über der Bucht, den Komenten Newwiese kann ich erst in der nächsten Bucht sehen, hier sind die Felswände zu hoch.

 

Die nächste Bucht heisst Bozukkale, hier mache ich wieder bei einem Restaurant am Steg fest. Ist halt so bequem, es gibt Duschen und am Abend sehr feines Essen. In der Nacht trifft Karl und am nächsten Tag Hope and Howard aus Marmaris ein. Zusammen erklimmen wir die Burgruinen. Die Aussicht über die Bucht ist einmalig.

 

Nach drei Tagen segeln wir weiter zur kleinen Stadt Bozburun. In der Meerenge von Rhodos haben wir tollen Wind, so macht das Seglerleben Spass.

 

Vor dem Hafen von Bozburun ankern wir, mit dem Dinghi sind wir nach 10 Minuten rudern in die Stadt. Hier gibt’s einen Teppichhändler, der handelt mit antiken anatolischen Teppichen, da kann ich nicht wiederstehen. Die kleinen passen so gut aufs Schiff.

 

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Marmaris Segelshop-Mekka

Nun bin ich in Marmaris angekommen und meine To-do-Liste ist ellenlang. Riggcheck, Motorcheck, Zahnarzt, Kran für Aussenborder, Schmutzwassertank flicken, Velofelge flicken, Salontisch neu lackieren und die vielen kleinen Sachen.  

Als erster kommt schon am nächsten Morgen ein junger Bursche, er ist Motorenmechaniker und horcht an meiner tollen Maschine, alles okay findet er "in good condition", er bringt 5 Lt. Volvo-Penta Öl und zwei neue Ölfilter und das erste ist erledigt.

Nach langem Suchen sind auch die Rigger von M2 aufgestöbert. Die klettern auf den Mast und finden auch alles toll, ausser das Vorstag, dass soll leicht korrodiert sein. Auswechseln kostet 700 Euro. Ich überlege hin und her, ob das wirklich nötig ist, doch nach 31 Jahren!! Die meisten Versicherungen bezahlen nichts mehr für den Mastbruch, wenn die Wanten älter als 10 Jahre sind. 

Als nächstes finde ich im Sanaji einen hilfsbereiten Chromstahlmechaniker. Er flickt mir den Schmutzwassertank und fertigt Verbindungsstücke für die Entwässerungsleitung an. Diese neue Decksentwässerung bringt das Regenwasser weg vom Deck. 

Mit dem Zahnarzttermin klappt es auch, anstatt Termin wird sofort geröntgt und gebohrt. Ein riesiges Loch wird behandelt und bei der zweiten Konsultation wird die Wurzel rausgebohrt und die Füllung rein und mein neuer Zahn sieht wirklich aus wie neu, ich krieg sogar einen Spiegel zum Anschauen!! Nur 110 Euro hat das gekostet, war aber die modernste Klinik in Marmaris. 

Ich war so zufrieden mit dem Chromstahlmechaniker, dass ich im die Skizze von meinem Wunschkran für den Aussenborder brachte, er wusste sofort Bescheid und das Werk konnte starten, einmal Anprobe am Schiff und danach war der Kran auch schon fertig. Alles handgemacht, auch die Scharniere. Vielleicht die Schrauben auch.

Der Mechaniker kannten auch einen Velomechaniker, der sollte mir die Felge flicken, eine neue ist leider nicht zu finden in der Türkei, das Brompton hat spezielle Masse. So wird das Rad ausgespeicht, das Alu geschweisst und alles wieder zusammen gebaut. Nun kann ich wieder fahren, wie lange weiss ich nicht, die Schweissnaht wird nicht ewig halten, es klappert schon. 

Marmaris hat einen wunderschönen, langen Sandstrand an dem ich am frühen morgen meine Fahrradtouren machte.

Dann wird Salontisch ausgebaut und die Schreinerei der Marina übernimmt das Schleifen und neu lackieren des Tisches, da waren zu viele Spuren der Vergangenheit. Jemand hat da nicht Sorge getragen. Hat mich schon lange gestört. 

Eine neue Grossschot ist auch angeschafft. Endlich...die alte war zwar neu, aber mit 14 mm viel zu dick und war unhandlich und unmöglich. Nun hab ich meine Wunschgrossschot, schöne Farbe und passt in die Rollen und ist geschmeidig. 

Die Korrosion am Vorstag hat mich schon etwas belastet, da hab ich mich dann für das Auswechseln entschieden. Hab eine neue Offerte eingeholt und die Junges haben den ganzen Nachmittag gearbeitet und das Vorstag abgebaut und ein neues Stahlseil eingebaut. Nicht ganz billig aber beruhigend. 

Nun ist auch meine Winterplane aus Finike eingetroffen, nach vielem Suchen ist das Paket doch noch in der Netsel-Marina eingetroffen, leider ohne Bootsname auf der Adresse und somit zuerst unauffindbar. War viel Aufregung und viele Leute haben suchen geholfen. 

Jetzt ist "alles" erledigt, morgen Sonntag segle ich weiter, raus aus dem Hafen mit seinen 40 Grad, raus zum Baden, Schwimmen und neues entdecken. 

 

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Türkisch Mangal

In der Bucht von Ekicik, die von Wäldern und Hügeln umgeben ist, gibt's einen langen Sandstrand von einem Ende der Bucht zum andern Ende. Keine grossen Hotels die die Idylle stören, kein Dorf, nur ein paar Häuser an der Strasse und nur weit entfernt ein Muhezzin.

Was hier so speziell ist, es gibt ein wild organisiertes Camping. Habe schon oft beobachtet, die Türken sitzen gerne zusammen, der Grill wird befeuert und der Samowar spendet den ganzen Tag Cay (Tee). Türkisch Barbecue(Mangal) halt, viel Fleisch und Raki und Geselligkeit. 

Unter den Bäumen stehen die Bänke im Schatten und sind schon früh am Morgen besetzt. Die Leute schlafen alle hier, in der Hängematte, im Zelt, im Camper oder im Auto. Ferien für die Türken aus der Grossstadt. Es ist kein Rummel, keine Hektik, nur das geniessen am Strand zusammen mit Freunden und mit der Familie. Ein kleiner Laden versorgt all die Leute mit Lebensmittel. Abfall wird in massiven Containern gesammelt, kein Plastikcontainer, wo beim ersten Windstoss die Deckel wegfliegen wie in Italien und Griechenland und die wilden Tiere allen Abfall verteilen.

War ein Erlebnis da mitten drin zu sein, mit dem Schiff am Pier von Ekincik. 

 

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Von Finike nach Marmaris

 

Was gibt’s da zu erzählen, es sind vor allem die wunderschönen Ankerplätze die zum verweilen und baden einladen. Zuerst war ich in Kekova, hab meinen neuen Sonnenschutz getestet. Passt perfekt. Jetzt ist es schön schattig im Cockpit und auch im Schiff ist es kühler.

 

Von Kekova segelte ich nach Kas, da konnte ich gratis in der Setur Marina liegen, da mein Vertrag im der Setur Marina noch bis August gültig ist. Da habe ich Karl aus England und Hope und Howard aus den USA getroffen und zusammen sind wir dann weiter nach Kalkan, und dann nach Karacaören.  Dieses felsige Kap mit seinem Naturhafen ist gut geschützt, obwohl rundum felsige Inseln aus dem Wasser ragen. Wir genossen den gemeinsamen Abend auf der Veranda des Restaurants.

 

Am nächsten Tag sind wir in der Bucht geblieben, die Türkei hatte wieder Ausgangssperre von 9 – 15 Uhr wegen den Studenten. Mir solls recht sein, hier ist es toll zu liegen und eine Wanderung auf den Bergrücken mit bester Fernsicht hat sich gelohnt, heiss wars aber, fast 40 Grad, am Schatten!!!

 

Der nächste Ankerplatz war in der Quellenbucht direkt unterhalb der Felsengräber und unweit der Quellen wo das ganze Jahr frisches Wasser sprudelt. Der Fisch vom türkischen Künstler Bedri Rahmi auf dem Felsen neben der Quelle begrüsst die Leute die mit dem Schiff hier anlegen.

 

Der Ausblick vom Berg oberhalb der Felsengräber reicht über den ganzen Golf von Göcek. Unzählige Yachten und Megayachten liegen hier am Anker.

 

Von hier segeln wir zur Stadt Fethye, wie immer haben wir Wind, fast zu viel heute, wir wurden überrascht wie schnell der Wind aufgedreht hat. Wir sind alle drei Schiffe mit Volltuch unterwegs gewesen.

 

Am Dienstag ist Markttag in Fethye und so haben wir den Kühlschrank mit frischem Gemüse aufgefüllt. Dank dem grossen Schlauchboot von Howard mussten wir die Taschen nicht weit schleppen, er ist bis fast zur Markthalle gefahren.

 

Nach drei Tagen Stadtrummel, obwohl eigentlich wegen dem Corona-Virus wenig los war in der Stadt, bin ich dann früh am Morgen los zum nächsten Ankerplatz. Dort habe ich die beiden anderen Schiffe verloren, da es in der Bucht gerammelt voll war. Am nächsten Tag war ich dann aber fast alleine dort. Das Wasser war so klar und die Fische und die Schildkröten schwammen rund ums Schiff, angebissen hat keiner.

 

Nach zwei Tagen in Ekincik bin ich nun in Marmaris. Hier kann ich wieder die Arbeitshosen auspacken. Hab neue gefunden ohne Löcher!!

War eine schöne Reise hierher, so ganz alleine wars nicht immer einfach, vor allem das Ankern in der Bucht, mit Wind von der Seite und mit der Leine im Mund zum Ufer schwimmen und das Schiff fixieren.  Unterwegs bin ich oft angeleint, denn einmal im Wasser, dann tüssss Schiff….. and Paul

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Goodbye Finike, Güle Güle

 

Nach langer aufregender Zeit in Finike, mit all den Überraschungen und Covid-19 Einschränkungen ist es nun aber Zeit die Leinen zu lösen und weiter zu segeln. Die Arbeitshose habe ich an den Nagel gehängt, nun kommen andere Zeiten. Besser, schlechter, wer weiss das schon.

 

Das bedeutet aber auch Abschied nehmen von so vielen netten, hilfsbereiten Menschen. Segler, nicht Segler, ehemalige Segler, zukünftige Segler.

 

Das Abschied nehmen hat natürlich schon vor einigen Tagen angefangen. Der letzte gemütliche Rotweinabend mit Christel und Trix im Garten von Christels Haus.

 

Dann mit Trix und Peter beim Fischessen in den Bergen, wo die Forellen im schattigen Bergbach gefangen und gezüchtet werden.

 

Beim Kafe «Limani» von Ismael, wo ich früh am Morgen immer der erst Gast war, ihm wünsche ich viel Glück bei seinen vielen Plänen.

 

Auch der letzte Tag war nochmals hektisch, am Morgen beim Segelmacher vorbei schauen, wegen der Winterplane.

 

Vermutlich hab ich nicht allen «Allahaismarladik» gesagt. Was so viel wie Goodbye heisst. Aber in Gedanken hab ich mich von allen verabschiedet.

 

Am letzten Abend gabs ein Abschiedsbier auf dem Schiff, gute Wünsche und fair winds für die welche ostwärts segeln, für die die westwärts segeln und natürlich auch gutes Wetter für die welche im Hafen oder Finike bleiben.

 

Beim Eindunkeln kommt Süleman und bringt die Winterabdeckung, die er noch im Rohzuschnitt aufs Schiff anpasst. Die fertige Plane wird er mir nach Marmaris nachschicken.

 

Nun wird es Zeit für Feierabend und den Kopf fürs Ablegen umstellen. Bei der Portpolice habe ich mich abgemeldet. Muss am Samstagmorgen schon um 6 Uhr los, da von 9 Uhr bis 15 Uhr wieder mal Ausgangssperre ist, das gibt auch für die islamische Seefahrt, ab 9 Uhr muss geankert werden. Hoffentlich ist das Meer dort nicht zu tief!!! Die Studenten müssen sich im Gymi einschreiben, da darf niemand anderes unterwegs sein. So die Vorschrift vom Sultan.

 

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Türkische Amalfiküste

 

Von Finike nach dem 35 km entfernten Demre, führt eine seit einigen Jahren gut ausgebaute Strasse. Es ist der einzige Weg, welcher die Küstenstädte mit der Grossstadt Antalya verbindet. Hier schlängeln sich die Lastwagen mit Gemüse und Früchten beladen den Kurven entlang.

 

Ich hab die Strasse mit dem Bus kennen gelernt, nun will ich in Ruhe die herrliche Küste mit dem Velo erkunden. Die Strasse wurde in den Fels gesprengt, noch immer sieht man die rötliche Narbe im Fels die sich oberhalb vom Trasse dahin zieht. Ich fahre an vielen Buchten vorbei, das Wasser leuchtet blau, die weissen Kieselsteine reflektieren das Sonnenlicht. Es führen Wege zu den Buchten, ab und zu sind Meschen am Baden oder sind hier um die Morgensonne zu geniessen.

 

Einige Fischer haben sich die Klippen runter gewagt und hoffen, dass ein grosser Brocken anbeisst. Ihre Autos oder die Motorräder sehe ich oben an der Leitplanke stehen.

 

Die Aussicht ist toll, die Felsenstrasse so einmalig, da kommt mit der Gedanke, das könnte die «Amalfi» der Türkei sein. Nach etwa 15 km endet die Felsenküste und die Strasse führt an einer Lagune entlang nach Demre. Ich drehe um und der einsetzende Westwind hilft bei der Rückfahrt nach Finike.

 

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Finikes neue Moschee

 

An bester Lage entsteht die neue Moschee, die wird einfach so gebaut, da oben am Berg, keiner weiss so richtig warum und wieso. Simsalabim. Egal ist ja bezahlt von …vielleicht aus Saudi Arabien, oder sonst gesponsert einem Ölscheich.

 

Ich bin mit dem Velo raufgefahren und hab mir die riesige Baustelle aus der Nähe angeschaut. Es sind mehrere Gebäude, die für verschiedene Zwecke genutzt werden, die meiste Zeit steht wohl alles leer nur, die Lautsprecher werden das Gebet und die «Botschaft» in arabischer Sprache verkünden die keiner versteht. Hauptsache es ist laut und keiner hört hin. Viel Spass den Hafenliegern, die werde nun noch besser beschallt.

 

Das Bauwerk ist aber eine Augenweide, es wird ohne Kran gearbeitet, die Gerüste alle aus Holz. Speziell auch wie das Dachgewölbe geklinkert wurde. Alles mit Holzschablonen bis der letzte Ziegel gesetzt wurde. Wie anno dazumal. Viele Steinmetzarbeiten werden am Ort gemacht, die schneeweissen Marmorblöcke stehen bereit zum Bearbeiten. Das weiss blendet in der Sonne, es ist heiss die Arbeiter tragen Texashüte und sind erfreut über den fremden Besucher der sich für ihre Arbeit interessiert.

 

Die Architektur ist orientalisch, ich fand kein anderes Gebäude in Finike das so ähnlich ausschaut, die Moschee scheint mir fast etwas Fremdes hier in der Stadt. Ismael ein Türke hat zu mir gesagt, das ganze ist eine grosse Selbstbefriedigung. Diese fast 10'000’0000 Lira hätte auch für bessere Zwecke verwendet werden können. So zB. Kläranlage... oder ….

 

Bald ist es fertig gestellt, es fehlt noch das Minarett und die Lautsprecher!!! Dann hat Finike ein neues Wahrzeichen. Bis jetzt waren es die feinen Orangen, welche hier im fruchtbaren Delta wachsen. Die Meinungen werden geteilt sein, den Touristen wird's gefallen.

 

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Myra und Demre

 

Mit Bus und Velo geht’s heute Südwärts nach Demre. Das sind 35 Kilometer kurvenreiche Küstenstrasse. Vom Busbahnhof in Demre fahre ich nach Myra. Ausserhalb der Kleinstadt fahre ich an Gewächshäusern vorbei und schon bald bin ich am Fuss der Berge. Bei den Bauernhäusern sehe ich in Plastiksäcke eingeschlossene Paperoni, die liegen an der Sonne und werden vergoren und nachher in Gläsern eingelegt.

Das antike Myra war einst eine wichtige lykische Stadt und ist heute vor allem als Wirkungsstätte des heiligen Nikolaus bekannt. In Myra sind die vielen Felsengräber einmalig. Das Theater, das die Römer erbaut haben ist berühmt für die zahlreichen Relief an den Mauerabschlüssen. Empfangen werde ich von drei Gesichtern die mich mustern, darf ich vorbei gehen, trifft mich der Blitz des Zeus? Alles gut gegangen, ich erklimme das Amphitheater, von da oben gibt’s einen schönen Ausblick, zu den Felsengräbern, über die vielen Glashäuser und tief runter in die Arena.

 

Nun geht’s zurück nach Demre, zur Basilika St.Nikolaus. Der Zar Alexander der II. hat diese im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut, nachdem sie seit der byzantinischen Zeit mehrfach zerstört wurde. Viele Fresken schmücken die Wände und Decken und am Boden sind mit Steinen bunte Ornamente verlegt. Der Sarkophag vom Nikolaus ist leer, die Römer haben die Gebeine mitgenommen, die Türken möchte diese gerne aus dem Vatikan zurück haben.  

 

Mit dem Bus geht’s dann pünktlich um 12.30 Uhr wieder zurück nach Finike. Regen ist angesagt, da möchte ich auf dem Schiff sein und alle Luken dicht haben.  

 

War ein interessanter Ausflug, wenn schon nicht gesegelt werden kann, kann ich doch die Umgebung von Finike mit seinen Sehenswürdigkeiten entdecken. Es gibt immer wieder interessante Begegnungen und Erlebnisse.

 

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Olympos und Chimaera

 

Auf halber Wegstrecke nach Antalya liegt das antike Olympos, dorthin möchte ich einen Ausflug machen. Griechische Ruinen und Strand zum Baden. Mit dem Klapprad im Bus, fahre ich bis zur Haltestelle Olympos auf der Main-Road, dort steige ich aus, von hier geht's mit dem Velo 11 Kilometer runter ans Meer. Eine steile Abfahrt, es macht Spass, doch die Bremsen quietschen laufend.

 

Unten angekommen, geht’s einem Fluss entlang, bis rechts und links die Strasse von kleinen Hotels und Pensionen gesäumt ist. Seit Hippie-Zeiten gibt’s diese Hotels hier, es scheint sich nicht viel verändert zu haben. Nur, das es jetzt vermutlich viel, viel mehr sind. Übernachten im Baumhotel ist hier im Trend.

 

Dann gelange ich zum Eingang der griechische Ruinenstadt und alles ist abgesperrt. Covid-19, alles zu, kein Strandzugang. Nada. Umkehren? Ich entscheide mich mit dem Velo die 35 km bis Kumluca zu fahren, hab ja Zeit. Durch einsame Wälder und durch kleine Dörfer führt mich die Strasse. Rauf und runter geht es natürlich auch, leider. Plakete die Werbung für die beste Sorte Hybrid F1 machen gibt's oft zu sehen, keine Rolexwerbung hier in der Pampa. Plötzlich wird die Sicht frei und ich erkenne die endlosen Plastikhäuser von Kumluca bis Finike. Jetzt nehme ich den Bus bis Finike.

 

Gestern 10. Juni habe ich den zweiten Versuch gestartet, Covid-19 ist ja "vorbei".  Diesmal klappts mit dem Zugang zu den Ruinen und dem wunderschönen Fluss entlang zum Strand. Dieses Olympos ist einmalig gelegen, das bewaldete Gebirge reicht bis ans Meer, so war die Stadt am Fluss gut zu schützen.

 

Ein langer Kiesstrand liegt vor mir, ich wandere dem Strand entlang bis ans andere Ende nach Ciralia. Baden «verkürzt» die Wanderung und ich sehe einige Schildkröten-Gelege die mit Drahtkörben geschützt und mit Datum beschriftet sind. Nach über einer Stunde laufen, am jetzt noch menschenleeren Strand hab ich das andere Strandende erreicht. Das ist einer der schönsten Strände der ganzen Türkei, die Kiefern bewaldeten Berge reichen bis ans Meer, der weisse, geschwungene Kiesstrand und das glasklare, blaue Meerwasser machen die Atmosphäre perfekt. Keine Hotels, kein Haus stört die Idylle nur einige Gülets schwojen am Anker.

 

Hinter Ciralia in den nahen Bergen brennen die Feuer der Chimären, diese haben schon Odysseus verwirrt. Er glaubte, das sei der Zugang zum Hades. Erschöpft komme ich dort an und staune über die vielen Feuer die aus der Erde brennen. Ich kann mir vorstellen, dass die Menschen geglaubt haben, hier sei der Zugang zur Hölle.

 

Nun geht’s den ganzen Strand entlang zurück nach Olympos und bequem mit dem Bus zurück nach Finike.

 

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Das Teakdeck wird fertig

 

Nach fast genau zwei Monat arbeiten, wird am Samstag 30. Mai das Deck geschliffen. Alle Unebenheiten und die schwarzen Sikafugen werden plangeschliffen. Jetzt sehe ich das neue Teakdeck zum ersten Mal, bis jetzt waren die Sikafugen noch nicht erkennbar. Es sieht toll aus, viele spezielle Einzelheiten, wirklich eine gute Schreinerarbeit. Habe Freude an neuen Deck.

 

Es müssen jetzt noch alle Beschläge und Anschlüsse für Diesel, Wasser und Abwasser montiert werden. Ich mach schon mal einen Termin für das Einwassern mit dem Kranmeister ab. Es soll der Samstag sein, denn gemäss «christlicher Seefahrt» darf eine Schiffsreise nicht am Freitag beginnen! Das bringt Unglück. So kommt die Serenità am Samstagmorgen 6. Juni zurück ins Wasser.

 

Die letzten Arbeiten werden noch am Werftsteg erledigt. Die Genuaschiene muss noch montiert werden. Diese Arbeit wird am Sonntagmorgen abgeschlossen. Dann endlich, Motor starten, der Diesel springt auf den ersten Drücker an und schmurrt wie ein Kätzchen. Alle Seeventile sind dicht, die Kühlung läuft, wir können ablegen.

 

Danach reiht sich die Serenità wieder am Steg B zwischen die anderen Segelschiffe. Poseidon kriegt auch einen feinen Schluck, Singel Malt. Nun mache ich aus der Baustelle wieder ein Segelschiff, das dauert wohl noch einige Tage.

Nach fast genau zwei Monat arbeiten, wird am Samstag 30. Mai das Deck geschliffen. Alle Unebenheiten und die schwarzen Sikafugen werden plangeschliffen. Jetzt sehe ich das neue Teakdeck zum ersten Mal. Es sieht toll aus, viele spezielle Einzelheiten, wirklich eine gute Schreinerarbeit. Habe Freue an neuen Deck.

 

Es müssen jetzt noch alle Beschläge und Anschlüsse für Diesel, Wasser und Abwasser montiert werden. Ich mach schon mal einen Termin für das Einwassern mit dem Kranmeister ab. Es soll der Samstag sein, denn  gemäss «christlicher Seefahrt» darf eine Schiffsreise nicht am Freitag beginnen! Das bringt Unglück. So kommt die Serenità am Samstagmorgen 6. Juni zurück ins Wasser.

 

Die letzten Arbeiten werden noch am Werftsteg erledigt. Die Genuaschiene muss noch montiert werden. Diese Arbeit wird am Sonntagmorgen abgeschlossen. Dann endlich, Motor starten, der Diesel springt auf den ersten Drücker an und schmurrt wie ein Kätzchen. Alle Seeventile sind dicht, die Kühlung läuft, wir können ablegen.

 

Danach reiht sich die Serenità wieder am Steg B zwischen die anderen Segelschiffe. Poseidon kriegt auch einen feinen Schluck, Single Malt. Nun mache ich aus der Baustelle wieder ein Segelschiff, das dauert wohl noch einige Tage.Die Ankerwinsch muss auch noch montiert werden.

So jetzt haben die anderen Segler Zeit das schöne Deck zu bestaunen. 

 

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Auszeit in Kekova

 

Nach über zwei Monaten arbeiten auf dem Segelschiff wurde es nun langsam Zeit, auch wieder mal zu segeln. Murat hat sein Schiff startklar und auslaufen darf man seit zwei Wochen auch wieder, «nach» der Covid-19 Krise.

 

So starten wir beide am Montagmorgen unseren Trip nach Kekova, das 20 Meilen südwestlich von Finike liegt und ein Touristen-Hot-Spot hier an der Küste ist. Kekova liegt versteckt hinter der grössten, unbewohnten türkischen Insel (alle andern Inseln sind Griechenland zugesprochen worden) in einer geschützten Bucht. Hier hat sich die türkische Marine im 2. Weltkrieg versteckt. Touristen finden wir keine, da noch Ausgangssperre für die Ausflugsschiffe ist. Aber alle Gültes liegen bereit zum Auslaufen, dann ist hier die Hölle los. 

 

Wir geniessen die Abgeschiedenheit in den ruhigen, bewaldeten Buchten und faulenzen zwei Tage. Nur einen Fussmarsch durch die ausgetrocknete Landschaft unternehmen wir, es geht vorbei an tiefen Grundwassertümpeln mit den grössten Mönchspfeffersträuchern die ich je gesehen habe. Alte Brunnen sind noch zu sehen, die hier vor Urzeiten gegraben wurden.  Wir sind auf dem lykischen Wanderweg. Nach dem Marsch gibt bei der urigen Taverne am Ufer einen Cay und der Wirt lädt uns zum Ueberwintern an seinen Steg ein, ist im wohl zu langweilig hier allein in der Pampa. 

 

Am Abend bruzelt Murat unser Nachtessen auf dem kleinen Holzkohlengrill, es gibt viel Gemüse und noch mehr Fleisch. Dazu natürlich Bier und Raki.

 

Am Mittwochmorgen gibt’s den ersten Kaffee schon vor 6 Uhr, genau bei Sonnenaufgang. Bald danach starten wir den Motor und es geht raus aufs Meer, wo die Segel gesetzt werden und wir zurück nach Finike segeln. Neu motiviert für das Werken am Schiff.

 

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Arbeiten am Teakdeck

Endlich ist es soweit, das letzte Stück Teakholz wird eingelegt. Nun ist aber ein grosser Schritt gemacht. Als nächstes werden die gröbsten Unebenheiten mit der Schleifscheibe ausgeglichen. Danach kommt der Primer in die Fugen und mit der Presse wird das Sikaflex No. 290 in die Fugen gepresst. Ab jetzt heisst es 9 Tage warten, damit das Silka-Fugenmittel gut durchtrocknet. Das Ausfugen wurde immer kurz vor Sonnenuntergang gemacht, da der schwarze Sikakleber keinen Sonnenschein verträgt. Es war aber so heiss, dass ich bedenken hatte, ob das gut kommt. Fast 40 Grad an den Tagen als die Fugen gefüllt wurden. Da hat der provisorische Schatten die Temperaturen an Deck etwas erträglicher gemacht. Ramadan war es auch noch, das heisst nichts essen und nichts trinken von Sonnenaufgang bis Untergang, da waren die beiden Schreiner manchmal an ihren körperlichen Grenzen. (Selber Schuld, das ist wirklich ungesund)

Nach 9 Tagen wurde das überstehende Sika mit dem Stechbeutel weggeschnitten. Nochmals zwei Tage warten, dann kann das Deck geschliffen werden und das Resultat der ganzen Arbeit wird sichtbar. Eine massive Fussleiste ist seit ewig defekt, nun wird diese Fussreling auch erneuert.

Ich war in der Zeit natürlich auch  nicht nur am Faulenzen. Ich hab das Unterwasserschiff angeschliffen und gespachtelt und mit Primer behandelt. Zu guter Letzt ist jetzt auch das dunkelblaue Antifouling gestrichen. Geb mir Mühe, dass ich mit meinen Arbeiten auch fertig bin, wenn die Schreiner das Deck fertig haben.

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Antikes Finike

Historisches, Kultur, Sport,  nicht viel davon hab ich gefunden in der Stadt Finike. Aber einen langen Sandstrand, viele Moscheen,  viele Glas- und Plastikhäuser für die Gemüseproduktion, einen wunderbaren Ausblick in die nahen Berge, wo noch immer der letzten Schnee liegt, keine Touristen und den lykischen Fernwanderweg, das bietet Finike.

 

Ich weiss nicht sehr viel von Finike zu erzählen, es ist eine türkische Kleinstadt am Meer, in der alles zu finden ist was zum Leben notwendig ist. Ein Bushof, neue Verwaltungsgebäude, ein neuer grosser Spital, eine Markthalle, wenige Hotels, Wohnquartiere mit holprigen Strassen und oberhalb der Stadt viele Häuser die etwas unsicher am Berghang stehen. Es ist keine schmucke Stadt, einige modere Häuser versuchen das armselige zu übertönen. (little Babylon, das passt auch für hier).  Kaum sind die Häuser fertig sieht man schon den Alterungsprozess. In den Gassen im Stadtzentrum fand ich noch einige antike Häuser, viele unbewohnbar, doch erhaltenswert. Hoffentlich findet sich ein Liebhaber dafür.

 

Ausserhalb vom Zentrum entdeckte ich ein Areal mit konfiszierten Motorrädern, hunderte stehen in Reih und Glied, ich weiss nicht auf was die warten, den Schreder oder ??? So modernisieren sich hier die Motorräder, von unsicheren Hondas zu neuen Elektromotorrädern die hier lautlos rumkurven.

 

Finike ist ein Stadt in der ich mich schnell wohl fühlt habe, keine Hektik, kein Trubel, einige Parks und die Flüsse haben breite Promenaden zum Spazieren, es sieht gepflegt aus. Da genug Wasser vorhanden ist werden die Pflanzen und Palmen bewässert so ist es schön grün hier. 

Mal sehen, ob das Leben in der Stadt nach der Corona-Krise anders ausschaut, wenn der Biergarten am Hafen wieder offen ist.

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Rund um Finike

 

Die Regenzeit ist vorbei. Die Olivenbäume und die Orangenbäume haben geblüht, die ganze Stadt hat nach Orangen geduftet. Die Blumen sind noch am Blühen aber das Gras schon wieder am Verdorren. Es wird heiss, in den Bergen sind nur noch letzte Schneefelder zu sehen. Der Sommer kommt und der nächste Regen im Oktober. Rund um Finike sind grosse Orangen- und Granatapfelplantagen, die "Bauern" haben ihr Land nicht verkauft, darum gibt's nur wenige Hotels am Strand. Finike und Kumluca haben fast keinen Tourismus.

 

 

Ich bin mit dem Velo rund um die Stadt gefahren und hab einige bunte Bilder gemacht. Bin an den Flüssen und Bächen entlang gefahren die durch das 15 km breite Delta zwischen Finke und Kumluca das Wasser aus den Bergen zum Meer bringen. Am Ufer der Bäche sonnen sich die Echsen und die Wasserschildkröten. Auch Landschildkröten sind anzutreffen, mitten in der Stadt, hatte leider keinen Fotoapparat dabei.

 

Das Velofahren macht durstig, an einem Verkaufsstand für Orangen, Zitronen und Grappfrucht, gibt es frisch gepressten Saft. Der Saft schmeckt lecker. Ich kauf mir immer wieder einen Sack, die Leute an diesem Stand sind meine Hoflieferanten. Ein Sack Orangen für 15 TL, das sind Fr. 2.-, so günstig sind die Vitamine hier.

 

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Im Antalya Sanayi

 

Meine Ankerwisch die wegen dem verlegen des Teakdecks entfernt werden musste bekommt ein neues Outfit.  Das Winschgehäuse hat nach all den Jahren einige Flecken und Schrammen, die Oberfläche ist gealtert. Am Besten das Gehäuse wird neu verchromt. Hier in Finike kann das niemand machen, mein Mechaniker sagt, das geht nur in Antalya. Dank Aylin die natürlich perfekt türkisch spricht findet sich im Sanayi eine kleine Bude die das machen kann. Am Freitag 8. Mai fahre ich mit dem ersten Bus nach Antalya und bin zwei Stunden später am Bushof. Das Sanayi liegt gemäss Karte nicht weit weg, aber es fährt kein Bus dorthin, ich nehme ein Taxi, so bin ich in 10 Minuten dort. Doch bis wir diesen Verchromer gefinden, müssen wir uns im Gewirr der Strassen öfters nach dem Weg erkunden.

 

In diesem riesigen, neuen Sanayi, Handwerkerquartier, gibt’s vor allem Autowerkstätten, Metallverarbeiter, Fensterbauer, Schiffsmotorenmechaniker. Eine Werkstatt liegt neben der nächsten, die meisten nur 10 Meter breit. Endlich finden wir meinen Verchromer. Nach kurzer Besprechung und einem Rückruf bei Aylin, geht’s zu Fuss zurück zum Bushof und  nun heisst es fünf Tage warten, dann kann ich das Gehäuse abholen. Auch das Kugellager und die Dichtungen wollen sie für mich organisieren. So guet.

 

Am 13. Mai fahre ich wieder nach Antalya, die Teile in der Werkstatt abholen, das Gehäuse glänzt und ich strahle, es sieht wie neu aus. Nur eine Ecke muss, unter meinem kritischen Auge, nochmals poliert werden. Der Arbeiter schleift mit Mundschutz, der ist jetzt Vorschrift wegen dem Covid-19.  Ich hab echt Freude, dass das so reibungslos funktioniert hat. Die Fahrten nach Antalya haben sich gelohnt.

Beim Schiff angekommen, wird gerade das letzte Stück Teakholz verlegt. Jetzt ist ein grosser Schritt gemacht, auf dem Weg zum neuen Teakdeck.

 

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Decksarbeiten

 

Nun sind es mehr als fünf Wochen seit dem Beginn der Arbeiten an Deck. Zuerst das alte Teak entfernen, defekte Kunststoffoberfläche mit Epoxyharz flicken und jetzt die neuen Teakleisten aufkleben. Zur Zeit wird der kniffligste Teil montiert, die Hölzer die an den Kajütaufbau anschliessen. Das ist wirkliches Handwerk und braucht viel Erfahrung. Schablonen werden hergestellt und in der Werkstatt wird dann das Teakholz zugeschnitten.               

Die Bewegungsfreiheit in den letzten zwei Monaten war hier in der Türkei wegen dem Covid-19- stark eingeschränkt. An den Wochenenden Ausgangssperre, an Feiertagen auch, Gesichtsmaskenzwang, keine Busse in die grossen Städte und wer ü65 alt ist, darf das Haus gar nicht verlassen. So fehlen zum Teil Spezialisten in der Werft, weil sie ü65 sind.

Wie hält man sich da fit, wenn nichts mehr erlaubt ist. Kein joggen am Strand, kein Fitnesscenter ist offen, meine Muskeln haben die Konsistenz von Götterspeise!

 

Dieses Wochenende 9.-10. Mai ist die Ausgangssperre in Finike endlich aufgehoben. Der Markt war offen, aber alle Leute mussten durch eine Desinfektionsdusche. Das Segeln ist wieder erlaubt, einige Schiffe werden nun die Marina verlassen. Abschiedsparty ist heute Nachmittag, das muss gefeiert werden. Hab Bier kalt gestellt.

 

Die beiden Schreiner haben Samstag und Sonntag gearbeitet. Jetzt fehlt nicht mehr viel und das Deck ist mit Teak belegt. Jetzt ist Ramadan, das heisst nichts essen und nichts trinken von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Der Muhezin singt noch lauter und noch länger, zum Glück ist der Hafen weit vom Minarett entfernt, so genügt laute Musik im Schiff um den Krach zu übertönen. Doch in der Stadt sind einige Apartments nicht bewohnbar wegen dem lauten Singsang auf arabisch. Hier in der Marina wird aber schon am Mittag tüchtig gefeiert und am Abend sitzen auch alle zusammen bevor der Böllschuss das Ende der Fastenstunden anzeigt. Ich erschrecke fast immer, denn meisten knallt es unverhofft. Nach dem Ramadan am 23. Mai ist Ferien, da wird 10 Tage nicht gearbeitet, Zuckerfest, auf türkisch Bayram. Ich hoffe das Deck ist vor diesen Ferien fertig.

 

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Ankerkette schweissen

 

Wer so viel Zeit hat, während das Schiff an Land steht und die Schreiner arbeiten, dem fällt auch immer was ein, was er noch machen könnte.

 

Zum Beispiel: Die Ankerkette mit Farbe markieren, nach 10 Meter gelb, nach 20 Meter rot nach 30 Meter blau und 40 Meter weiss, so weiss ich genau wieviel Kette das beim Ankern gesetzt ist.

 

Oder: meine Ankerkette besteht aus zwei Teilen und ich hab diese mit einem Kettenglied, das mit dem Hammer zusammengeklopft wird, verbunden. Doch jetzt nach drei Jahren ist das Teil rostig und ist sowieso die Schwachstelle in der ganzen Kette. Ich möchte eine neue Verbindung einsetzen. Murat kennt einen Schlosser und wir entscheiden, die Kette zu schweissen. Meine türkischen Seglernachbarn haben ein Auto und damit bringen wir die 65 Meter lange Kette ins Sanayi. Sanayi ist  das Quartier in dem die Handwerker arbeiten, das gibt’s in jeder Stadt. Einfach nach dem Sanai fragen, wenn ihr mal Probleme mit dem Auto, dem Velo, dem morschen Gartentisch oder was auch immer habt.

 

Dort wird das rostige Kettenglied rausgetrennt, ein Kettenglied mit der Trennscheibe und einem Eisenkeil geöffnet und die beiden Kettenglieder zusammen gesteckt. Jetzt das Kettenglied wieder zusammenschweissen und die Ankerkette ist wie aus einem Stück. So einfach ist das. Jetzt gibt’s keine schwache Stelle mehr.

 

Für meine Stützen, welche die Solaranlage waagrecht halten, hat der Schlosser ein dünnes Stahlrohr abgelängt, ein Loch gebohrt, einen Schäkel drangemacht und schon sind die beiden rostfreien Solarstützen fertig.

 

Nach 30 Minuten ist alles wieder im Auto verstaut. Die ganze Arbeit kostet 15 türkische Lira, das sind genau Fr.2.—unglaublich.

 

 

 

 

 

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Trimaran, Ancyra

 

Also, das was hier auf den Holzstützen steht, ist ein Trimaran. Dieses Schiff schwimmt sogar, es war hier im Hafen von Finike, bis es letzte Woche für den Umbau aus dem Wasser gekrant wurde.                                          

Die beiden Ausleger an Back- und Steuerbord können ausgefahren werden, dann erst kann damit gesegelt werden. Ach ja, es ist ein Segelschiff. Das schwarze, zu Oberst ist ein Teleskop-Mast der ist jetzt eingezogen. Der Grossbaum ist begehbar und hat ein Geländer. So was habe ich noch nie gesehen. Die grossen Fenster werden durch Klappen geschützt, damit die Wellen das Glas nicht eindrücken. Beim Ankern, können die Klappen runtergelassen werden und dienen als Balkon.

 

Weil das Ungetüm schlecht segelte, also langsam war, wurden vorne und hinten 4 Meter Verlängerungen angebaut. Es heisst ja unter Segelfachleuten: Länge läuft. Ob das die richtige Entscheidung war, bezweifle ich.     

Ein grosser Propeller sorgt für den nötigen Schub, wenn mal kein Wind ist. Dieser Propeller rotiert durch einen Kettenantrieb und das ganze wird beim Segeln ins Schiff eingezogen. Auch die beiden Aussenbordmotoren können mit Gewindestangen aus dem Wasser gehoben werden.                                                                              

Jetzt hat ein grosser Umbau begonnen, die Verlängerungen vorne und hinten wurden abgesägt und werden sicher modifiziert. Hinten wurde die Unterseite aufgetrennt. Es soll unten ein Stück angesetzt werden. Der Keil der eingesetzt wird, verbessert sicher die hydrodynamischer Performence. So schwimmt das Schiff vielleicht noch besser. Viel Platz scheint es auf dem Monster nicht zu haben. Sehenswert ist es allemal. 

 

Leider konnte ich aber noch nicht mit dem Besitzer sprechen, würde gerne mal einen Blick ins Innere werfen. Vielleicht kommt ja noch die Gelegenheit. 

 

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In der Werft der Gülets

 

 

Hier auf der Werft in Finike ist zur Zeit nicht viel los. Viele Schiffsbesitzer können nicht herkommen und somit stehen auch die Arbeiten still. Alle paar Tage kommt mal ein Schiff aus dem Wasser, wird poliert und das Unterwasser neu gestrichen, dann wieder zurück ins Wasser. Doch hier stehen Metallarbeiter, Motorenmechaniker, Elektriker und warten auf Arbeit. Nur die beiden Schreiner sind mit der Serenità beschäftigt.

 

Direkt angrenzend an die Antalya Werft, wo ich jetzt liege, ist ein separates Gelände für die lokalen Schiffsbesitzer. Hier wird gearbeitet, gezimmert und gestrichen, gehobelt und geraucht wie die Türken. Hier stehen einige Gület die noch vor der Sommersaison ins Wasser müssen. Einige werden das wohl nicht schaffen, da fehlen noch die Planken, das alte Holz ist morsch und muss ausgewechselt werden. Oft hilft auch viel Farbe drauf!!!  Für mich wars interessant die grossen Holzschiffe aus der Nähe anzuschauen.

 

Hoffentlich gelingt der Start in die Touristensaison, zu wünschen wäre es, die Menschen hier an der Küste leben vom Tourismus. Von Bodrum bis nach Antalya ist die lykische Küste auch wunderschön, unverbaute, grüne Natur.                                       

 

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Teakdeck wird verlegt

 

Nach drei Tagen sind beidseits auf Deck einige Teakstäbe gelegt. Die Arbeit geht schneller voran als gedacht. Mit Teilen von Eisenbahnschienen wird das geklebte Holz beschwert. Das arme Schiff stöhnt und ächzt unter der schweren Last.

 

Zu meiner Freude hat es Faik geschafft, die Ankerwinsch zu lösen. Er hat die Holzkeile flach aufs Deck gelegt und die ganze Halterung und Messingrad zusammen raufgedrückt, da hat sich nach einigen gewaltigen Schlägen das Rad gelöst. Geholfen hat sicher auch, dass ich vorher eine Dose WD40 auf die Antriebsachse gesprüht habe. Nun können auch das Lager und die Dichtungsringe ausgewechselt werden. Vor allem aber, kann das Teakdeck flächig gelegt werden und muss nicht um die Winsch rundum verbaut werden.

 

Jetzt wird wegen dem türkischen Nationalfeiertag am 23. April und der Ausgangssperre bis am 26. April nicht gearbeitet. Ausserdem regnet es so stark, dass an arbeiten nicht zu denken ist.

 

 

 

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Letzte Vorbereitung an Deck

 

 

Nachdem das alte Teakholz entfernt war, mussten die beschädigten Stellen an der Oberfläche geflickt werden. Das habe ich zusammen mit Faik gemach, er hat einen Marineshop hier, die Werft machte nur teure, unnötige Vorschläge. Bis am Sonntag habe ich geschliffen und Faik hat mit Epoxy gestrichen und die defekten Stellen zugeklebt. Ich hatte ganz graue Haare vom Schleifstaub, doch leider war das grau auch nach dem Duschen nicht weg! Hab mit wohl zu viel geärgert mit den Handwerkern und dem Management hier.

 

Nun geht’s los am Montagmorgen, hab ich gedacht. Die Schreiner kamen, aber zuerst wurde nochmals das ganze Deck mit Silikonresten übersät, die am Aussenrand vom Deck abgekratzt wurden. Dann endlich ist das Deck sauber und die Materialen werden aufs Schiff gebracht. Schwere Eisen um das geklebt Holz zu beschweren.

 

Eine Sorge bleibt noch, die Ankerwinsch, sie lässt sich nicht abmontieren, das Messingrad will und will nicht nach oben aus der Antriebsachse raus. Hab es mit Gewalt versucht, hab Holzkeile unten reingeschlagen, kein Millimeter hat es sich bewegt. Da bin ich froh, dass ich von Peter und Jürg aus der Schweiz Unterstützung habe. Falls was an der Winsch kaputt geht, kann ich das in Deutschland oder direkt bei dem Hersteller in italien bestellen.

 

Das soziale Leben ist hier zum Erliegen gekommen, alle sind nur noch für sich, haben Ansteckungsangst. Nur Murat hat mich, auf sein kleines Schiff, zum Abendessen eingeladen. Es gab Fisch und Salat und natürlich Raki. Den hat er selber gebraut oder gemixt. Da Alkohol in der Türkei teuer ist, wird in der Drogerie grosse Bottiche reiner Alkohol gekauft, damit stellen die Türken dann Raki oder Whisky her. Am nächsten Morgen hatte ich einen Brummschädel, doch ich sehe noch aus beiden Augen!!

 

Nun am Dienstagmorgen 21. April wird das erste Teakholzstück aufgeklebt. Freue mich, dass es nun vorwärts geht. Bin gespannt, wie die beiden Schreiner in Handwerk meistern und das Deck gestalten.

 

 

 

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Demontage altes Teakdeck

 

 

Endlich nach meiner Zwangsquarantäne kanns los gehen. Die Schreiner und die Werftmitarbeiter sind wieder freundlich zu mir. Am 1. April beginnt das grosse Hämmern, die Schrauben habe ich vorab schon gelöst und rausgedreht. Es waren 2'250 Schrauben aus 1,9 kg rostfreiem Stahl.   

 

Die Teakholzstäbe waren viel stärker mit dem Deck verklebt als ich gedacht hatte, wir mussten die Leisten mit dem Stechbeutel und Hammer lösen. Leider ist sogar an einigen Stellen das Deck beschädigt worden. Das muss jetzt zuerst noch geflickt werden. Das heisst warten auf den Polyesterfachmann.

Alle Schraubenlöcher wurden zugespachtelt und trotzdem ist beim ersten Regen das Wasser ins Schiff getropft. Ja so genau, wird dann doch nicht gearbeitet. Ich hab dann nachgebessert.

 

In der Zwischenzeit wurde das neue Teak zugeschnitten. Die Teakholzbalken die in Istanbul gekauft worden sind, wurden hier auf das richtig Mass zugeschnitten, gefräst und gehobelt. Jetzt liegen die Stäbe für das Verlegen bereit.

 

Meine türkischen Nachbarn haben einen kleine Hündin mit 6 Welpen, für diese Hunde haben sie einen Zwinger aus meinem alten Teakholz gezimmert. So hat das Holz nochmals eine Verwendung gefunden. 

 

Wer glaubt, dass das Seglerleben nur aus Warten besteht, der irrt sich. In den letzten beiden Wochen, habe ich Wasserschläuche ausgewechselt, Wassertanks gereinigt, alle Verblendungen abmontiert und den uralten Staub entfernt, Getriebeöl beim Bugstrahlruder gewechselt, Gitarre gespielt, Musik gehört, Schach gespielt und einige Bücher gelesen und den Virus überlebt.

 

                                                

 

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Finike während der Virus-Krise

 

 

Nun bin ich schon seit über drei Wochen hier in der Südtürkei. Der Empfang war nicht gerade herzlich. Ich kam in Quarantäne, wurde auf der Serenità eingesperrt. Durfte das Schiff nicht verlassen, die Wachmannschaft war Tag und Nacht am Eingangstor zur Marina und Werft. Nur im Dunkeln bin ich rausgeschlichen, zum Schiff von Aylin und Göran, die hatten Internet und so habe ich ihr WLAN angezapft. War eine bedrückende Zeit, die einzigen Aufsteller waren die netten Menschen welche mir die Lebensmittel und Lektüre zum Schiff gebracht haben. Mit frischem Fisch und allerlei Gemüse wurde ich verwöhnt. Feine Sachen kochen, hat meine Tristesse aufgelockert.

 

Nach 14 Tagen war der Spuk vorbei und endlich fühlte ich mich ein wenig freier, doch alle Restaurants und Teestuben waren inzwischen geschlossen, die älteren Leute hatten Ausgangsverbot nur mit Gesichtsmaske darf man zum Einkaufen. So ist es immer noch, die Strassen sind leer, die endloslange Promenade am Meer ist gesperrt. Die Arbeiter auf der Werft wurden wieder freundlich zu mir, sahen nicht mehr den möglichen Virusträger und konnten plötzlich wieder lächeln.

 

Das neue Krankenhaus hier in Finike ist für Coronafälle reserviert, es sind zum Glück bis jetzt nicht viel Patienten im Spital, vermutlich nützen die Vorsichtsmassnahmen. Doch wie geht das weiter? Nützt es wenn hier die Gemeindearbeiter mit Traktoren, anstatt Spritzmittel für die Orangenplantagen, das Desinfektionsmittel über die Alleen und die Autos und Strassen versprühen?

 

Finike mit seinen ca. 20'000 Einwohnern, liegt in einem weiten fruchtbaren Flussdelta, das viele Wasser ermöglicht, das bewässern der Plastikhäuser und der zahllosen Orangenplantagen. Zur Zeit blühen die Orangen und der Duft weht bis zum Hafen. 

 

Hoffentlich hat der Schrecken bald ein gutes Ende, wer weiss……………..

 

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Selime - Kappadokien

Dieser Ort liegt am Ausgang des Ihlara-Tal, so war es nur eine kurze Fahrt hierher. Zu unserem Glück scheint hier die Sonne noch, im tiefen Ihlara-Tal war es schon fast finster. 

Hier in Selime ist ein ganzer Berg ausgehöhlt, wir sehen ein Kloster, Esssäle und zu oberst auf dem Berg, ein Kathedrale. Diese ist im Berg versteckt, komplett aus dem Tuffstein herausgemeisselt worden. Wir sehen Säulengänge und einen Altarraum. Leider sind auch hier die Fresken zerstört worden. Von hier oben ist eine tolle Aussicht über das Land und die anderen Felsenkamine in der Nähe. Das war unser letzter Kappadokien-Besichtungshotspot.

Nun gehts zurück nach Göreme und am nächstem Morgen nach dem türkischen Frühstück, beginnt die lange Fahrt zurück nach Finike. 

Etwas Entstehungsgeschichte: 

Verschiedene Vulkane bedeckten das Land in Kappadokien mit Tuffstein. Die Erosion durch Wind und Wetter grub Täler in den weichen Tuff und schuf vielfältige Formen und eine ungeheure Anzahl an Felsenkegel. Durch die Fähigkeit des Tuffs Wasser zu speichern, waren die Täler fruchtbarer als die höhere Umgebung. Schon die ersten Menschen die hier lebten, begannen Höhlenwohnungen in den Tuff zu graben. Einerseits ist das Gestein leicht zu bearbeiten, andererseits stabil genug um sicheres Wohnen zu gewährleisten. Infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen zogen sich die Christen zurück aufs Land und begannen zu ihrem Schutz die Höhlen und unterirdischen Städte auszubauen. Zum Teil leben immer noch Leute in den Höhlen oder benutzen diese als Ställe.

Uns hat diese Landschaft fasziniert, und von den verborgenen Schätzen wie Kirchen und unterirdischen Städte waren wir überrascht, wir haben nur einen kleinen Teil von Kappadokien gesehen, doch dieses Land wird uns in bester Erinnerung bleiben.

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Untergrundstadt und Ihlara-Tal

Nach dem kurzen “Winterschlaf” in der Felsenhöhle, gehts beim ersten Sonnenstrahl nach draussen mit dem wärmenden Kaffee in der Hand. Was schwebt da über mir, die Heissluftballone, der Wind schiebt die Ballone lautlos über die Stadt, zwischen die Felstürme und vorbei am Minarett. Wieder ein tolles Schauspiel, so früh am Morgen. 

Nach dem ausgiebigen Frühstück, fahren wir zu einer unterirdischen Stadt. Es ist kalt, zuerst noch das Eis von den Scheiben kratzen, dann gehts los, nach Derinkuyu.

In Kappadokien mit einer Fläche von 25’000 qkm (Kanton TG 1’000 qKm) liegen fast alle Siedlungen über mehr oder weniger ausgehöhltem Grund. Die Untergrundstädte reichten bis zu 8 Etagen tief in die Erde und die grössten Städte hatten Platz für 30'000 Menschen. In Derenkuyu gehts bis 85 Meter tief ins Erdreich. Es gab Ställe, Küchen, Esssäle, Kirchen, Weinpressen, Wasserversorgung, Belüftungsschächte und Verteidigungs-absperrungen. 

Die Menschen lebten nur im Untergrund, wenn sie von Feinden bedroht wurden. Die meisten der Höhlen wurden in der byzantinischen Zeit gebaut und erweitert, als die Überfälle der Araber zunahmen und die christliche Gemeinde in den unterirdischen Städten Schutz suchten. 

Durch die schmalen Gänge haben wir uns einige Stockwerke tief in den Untergrund vorgewagt. Ein einheimischer Führer hat uns fachkundig die vielen Räume erklärt und berichtet wie die Menschen hier unten überlebt haben. Wir konnten die engen Gänge sehen, durch welche die Städte kilometerweit miteinander verbunden sind. Es ist unglaublich was hier unter der Erde gebaut wurde. 

Zurück im Tageslicht gibts wieder mal einen Cay.

Nun gehts zum Ihlara-Tal. Wir fahren durch eine karge, flache Landschaft, erloschene Vulkane sind die einzigen Hügel. An einem Kratersee halten wir kurz, wir werden von Kindern mit Ziege und Hase begrüsst, trinken einen Cay bei ihrer Mutter und schon gehts weiter. Der Ihlara-Canyon ist 14 km lang mit 100 bis 150 Meter hohen Felswänden. Eine steile Treppe führt runter bis zum Fluss der immer noch durch das Tal fliesst. Auch hier sind Siedlungen in die Felsen gebaut, vor allem Kirchen und Klöster. Leider sind die Fresken meistens zerstört worden. Wir wandern dem Fluss entlang bis zu einem Restaurant, dort gibts den nächsten Cay auf den gepolsterten Bänken über dem Fluss. 

Besichtigen, Cay trinken, weiterfahren, Kappadokien ist anstrengend, wenn man nur zwei Tage Zeit hat. 

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Kappadokien Reise

Wir Seglerfreunde vom Steg B sind auf dem Weg ins ferne Kappadokien. Wir haben zwei Autos gemietet, bevor es richtig los geht müssen wir aber zur Tankstelle, beide Autos haben staubtrockene Tanks.Diesel kostet hier 1 Euro, so werden unsere beiden Weissen vollgetankt für die 700 Km nach Göreme.

Zuerst gehts der Küste entlang nach Antalia und weiter nach Manavgat. Hier beginnt der Aufstieg über das Taurusgebirge. Die Strassen sind perfekt, immer Doppelspur, aber nur 110 km Höchstgeschwindigkeit und immer wieder mal eine Ampel die auf Rot steht. Am frühen Nachmittag gibt den ersten langen Halt, wir haben Hunger. 

Dann gehts weiter durch die Berge bis wir bei der Millionenstadt Konya die Berge verlassen. Wir haben schon über die Hälfte der Strecke geschafft. Jetzt gehts durch eine endlose Hochebene, 300 Km fast gerade aus! Hier sind wir im Winter angekommen, der grüne Küstenstreifen liegt schon lange hinter uns, es ist karg, abgeerntet und ausgetrocknet. 

Endlich erreichen wir Göreme, hier Mitten in Kappadokien ist unser Hotel. Es ist kalt und der heisse Cay tut gut, unsere schönen Zimmer sind in die Felsen eingehauen, echt "Kappadokenstil", nur Fenster gibt es keine. Hier werden wir die nächsten zwei Tage bleiben und die Umgebung erkunden. 

Was wir im Dunkeln von der Stadt gesehen haben ist echt speziell, das werden bestimmt zwei interessante Tage hier. Darum haben wir mit Mustafa unserem Vermieter schon um 6 Uhr früh abgemacht, den Start der Heissluftballone zu sehen. 

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Busfahrt nach Elmali

Marina und ich wollen die nähere Umgebung von Finike kennen lernen. So haben wir uns erkundigt, wie wir mit dem Bus nach Arykanda und Elmali kommen. Unsere Ausflugspläne haben die anderen Segler vom Steg B ermuntert mitzukommen. So starten wir am Mittwoch um 10 Uhr vom Bushof nach Elmali. Nach einer knappen Stunde steigen wir bei der Haltestelle nahe Arykanda aus. Die Haltestelle liegt an einem kleinen Wasserfall und viele Händler haben hier ihren Verkaufsstand, es fahren ja auch viele Autos und Busse vorbei. Vor der Wanderung zur Ruinenstadt gibts bei der Bushaltestelle zuerst einen Cay.

Zu Fuss gehts danach bergauf zu der antiken Stadt Arykanda. Wir geniessen den herrlichen Ausblick über das Tal. Die vielen Ruinen lassen erkennen, das hier mal eine grosse Stadt war. Das Amphitheater ist sehr gut erhalten, die anderen Gebäude sind von mehreren Erdbeben zerstört worden. Im 4. Jahrhundert v.Chr. war Alexander der Grosse hier vorbei gezogen. Ab dem 2. Jahrhundert v.Chr. haben die Römer die Stadt beherrscht, einige Mosaike sind noch zu sehen. Hier in den Bergen ist es Herbst geworden, die Granatäpfel sind reif und die Blätter färben sich goldgelb.

Nach der Kletterpartie durch die Ruinenstadt, gehts zurück zur Busstation, dort stärken wir uns, es ist Mittagszeit, es gibt Maiskolben und frisch zubereitetes Fladenbrot gefüllt mit Gemüse (Gözleme). 

Bald kommt unser Bus und die Fahrt geht weiter nach Elamli. Der Bus kurvt die Strasse hoch bis wir auf 1100 MüM plötzlich auf einer Hochebene ankommen, rund und flach wie eine Omelette. Die Stadt Elmali liegt am Ende des Plateaus, am Fuss der Berge. 

Wir wollen zur Weinkellerei und haben Glück, der Busfahrer fährt uns direkt dorthin, nach dem er alle Fahrgäste im Stadtzentrum ausgeladen hat. 

Die Lykische Weinkellerei öffnet für uns die Tore und wir werden durch die Produktionshallen geführt. Nach der Besichtigung kaufen wir ein paar Flaschen und geniessen den Nachmittag unter der Laube beim Weingut, bis uns der Bus wieder abholt und nach einem Stopp in Elmali, direkt nach Finike zurück bringt.

Das war ein geselliger Tag, wir haben neuen Eindrücke in den türkischen Lebensalltag erhalten. Die spontane Hilfsbereitschaft des Busfahrers und das bunte Treiben bei der Busstation, bleiben in guter Erinnerung, aber auf türkischen Wein werden wir in Zukunft verzichten!!!

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Wanderung zum Leuchtturm

Am Donnerstag können wir ein Teilstück des Küstenwanderweges kennen lernen. Ayline hat die Wanderung zum Leuchtturm organisiert. Wir sind 10 Personen die wir alle in einem Auto Platz finden, trotz Polizeikontrolle kommen wir mit dem überladenen Auto nach einer Stunde fahren, bei der Piratenbucht an. Diese Bucht heisst so, weil sie Unterschlupf für Piratenschiffe gedient hat. 

Vor dem Start zum 7 km entfernten Leuchtturm, gibts im Garten des Restaurants einen Cay (türkischen Tee). Wir wollen es ja nicht zu hektisch angehen. Auf einer befestigten Strasse gehts der Küsten entlang nach Nordosten. Nach halber Strecke führt ein schmaler Weg durch den Kiefernwald, immer wieder haben wir freie Sicht aufs Meer und die felsige, steile Küste.

Beim Leuchtturm angekommen, haben wir genug Zeit für unser Picknick und um die Aussicht zu geniessen. Der Leuchtturm ist einer der grössten in der Türkei, er steht an einem kleinen Kap, und warnt vor den Inseln die unweit vor der Küste sind. 

Nachdem sich alle erholt haben, auch die über 70 jährigen, gehts auf dem selben Weg wieder zurück in die Piratenbucht. Dieser gut markierte Weg, ist Teil des bekannten Lykischen Wanderwegs, dieser führt über 500 Km von Fethije nach Antalia. Uns sind einige Leute mit riesigen Rücksäcken begegnet, auf dem Lyrische Weg gibts nicht immer Unterkünfte, darum muss das Zelt und Verpflegung mitgeschleppt werden.

Gemütlich spazieren wir zurück, der Wirt erwartet uns schon, doch zuerst gibts ein erfrischendes Bad im klaren Wasser. Erst danach gehts zum Bier und zum frisch zubereiteten Fladenbrot mit Beilagen in das einfache zusammengezimmerte Restaurant. Gemütlich sitzen wir auf den Holzsitzen und geniessen die Ruhe hier draussen im Wald. 

Diese Waldrestaurants sind für Camping und Picknick eingerichtet, die Türken lieben es am Wochenende ans Wasser oder in den Wald zu fahren und ihre Wolldecken aufzuschlagen.

Nach diesem geselligen wandern und plaudern, quetschen uns wieder alle ins Auto und dann gehts zurück nach Finike. 

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Yassika Adalari

Ich bin neugierig wie diese kleinen Inseln mitten im Golf von Göcek aussehen und hoffe es gibt einen ruhigen, sicheren Ankerplatz. Auf der Seekarte sehe ich viele Buchten entlang den schmalen Inseln. Ich finde einen Platz in einer Bucht, wo eine Lagune hinter deiner Sandbank ist. Es ist sehr ruhig hier, die Gülets sind in tieferem Gewässer, vor einer Sandbank. 

Diese Inseln sind der meist fotografierte Ort im Golf, sie bieten so viele Einschnitte und Buchten mit leuchtenden Stränden à la Karibik.

Hier bleibe ich zwei Tage, geniesse die Abgeschiedenheit, die Schönheit der Natur und das Verweilen an einem Ort. Keine Verlockung einer nahen Ortschaft, keine Taverne, kein Strassenlärm, keine Ablenkung. 

In der sternenklaren Nacht, über mir die Milchstrasse (ganz ohne Lärm), der Mond kommt spät, so leuchtet nicht nur der Orion von oben. 

Am frühen Morgen wecken mich grosse Regentropfen, was ist da los !!! ich muss sofort alles verstauen und die Luken schliessen. Dann leuchten die Blitze und krachen die Donner und es regnet wie in den Tropen. Ausserdem gibt auch noch böigen Wind, ich liege zu nah am felsigen Ufer und muss weiter weg von den Felsen. Es wird etwas hektisch, alles auf einmal und das am frühen Morgen. Ich starte den Motor, löse eine Landleine. die kann ich später wieder holen, leider wir nun die andere Landleine lose und verwickelt sich im Propellerschaft. So ein Supergau wollte ich eigentlich nie erleben. Ich schnappe ein Messer und tauche drei, vier mal unters Schiff bis die Leine durchtrennt ist. Dann bin ich frei und schwoje weg von dem felsigen Ufer, der Anker zieht das Schiff ins tiefere Wasser. Propeller und Wellendichtung sind okay, Glück gehabt. Ich muss in Zukunft einfach weiter weg vom Ufer bleiben und werde mir Landleinen kaufen die schwimmen.

Nach zwei Stunden klar der Himmel auf und die Sonne scheint wieder. Jetzt gibts zuerst mal kräftiges Frühstück und viel Kaffee. 

Dann kommen die beiden Ziegen auf Besuch, ich bringe ihnen altes Brot, das sie mir aus der Hand fressen. Im Schiff finde ich Spuren von einem anderen Besuch, eine Maus oder Ratte war auf dem Schiff und hat mir den Pfirsich angefressen. Immer wieder schaue ich, ob ich den ungebetenen Gast sehe, doch der ist zum Glück auf dem selben Weg wie er gekommen ist wieder abgehauen. Werde mir Rattensperren kaufen, damit diese Viecher nicht mehr über die Landleinen aufs Schiff kommen. 

So nun aber den schönen Tag geniessen. 

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Fethije

Nach zwei, drei Tagen in Göcek möchte ich meine guten Erinnerungen an Fethije auffrischen. 

Leichter Wind bringt mich die 10 Meilen bis in die vom Land fast eingeschlossene Bucht von Fethije. Vor dem Hafen ankere ich und nütze den Anlegesteg und die Sanitären Anlagen der Ece Marina. 

Zu Fuss ist es 30 Minuten Spaziergang in die Stadt. Fethije ist die grösse Stadt hier an der Südwestküste, grösser noch als Marmaris habe ich erst jetzt gelesen.

Beeindruckend sind die lyrischen Felsengräber die direkt hinter der Altstadt zu sehen sind. In der Altstadt gibt es den Fischmarkt, den feinen Restaurants und dem Basar drumherum. Vom DesignerShop bis zum Teppich- und Gewürzhändler ist alles vertreten im Altstadt-Basar. Mir gefällt es hier, es gibt immer was Neues zu sehen und zu entdecken. Souvenirs oder ein neues T-Shirt oder gar etwas fürs Schiff, ein neuer Teppich vielleicht. Am Hafen ist Fethije touristisch, aber schon eine Gasse weiter weg, beginnt die richtige Stadt und das normale Leben, das macht es so spannend und echt hier. 

Ich bleibe bis am Freitag. Da ist Wochenmark, da kommen die Bauern und viele Frauen, die oft nur weniges feilbieten und bilden ein exotisches Ambiente. Gewürze duften, Gemüse und Früchte leuchten in allen Farben in der hellen Sonne, ich kann nicht so viel einkaufen wie meine Augen und Hände zugreifen möchten. Trotzdem verlasse ich den Markt mit einer grossen, schweren Tasche. 

Nachdem mich die Küstenwache vom Ankerplatz verwiesen hat und ich noch weiter von der Stadt weg ankern muss, die Marina Bar für den Schlummertrunk unerreichbar ist, verlasse ich am Freitagnachmittag Fethije und segle zurück zu den Inseln im Golf von Göcek.

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Im Golf von Göcek

Na was ist da los, es regnet, seit Monaten wars trocken, doch jetzt schüttet es wie aus Kübeln, wir legen trotzdem ab und zeihen unsere Regenjacken an.  Inshallah, endlich regnets, gut für die Natur. 

Nach einer Stunde ist der Sommer zurück.

Heute gehts zurück in den Golf von Göcek. Der Wind kommt wie meistens in dieser Region erst am Mittag, aber er kommt pünktlich und ich habe meinen Spass bei Windstärke 4, der perfekte Wind für die HR36. Am späten Nachmittag laufen beide Schiffe in eine schmale Bucht auf einer Insel mitten im Golf von Göcek. Auch hier gibts ein Restaurant mit einem Anlegesteg. Es schaut alles etwas heruntergekommen aus, nur die Terrasse mit den Tischen und Stühlen sind sehr gepflegt.  Die antike Siedlung die einst hier war ist total zerstört, die Ziegen klettern über die Mauerreste.

Wir haben uns für das Nachtessen einen Tisch, direkt am Wasser reserviert. Gekocht wird mit Holz im Steinofen und auf dem Grill. Wieder sind wir an einem wunderschönen Ort. Nach dem dunkel werden ist es still hier, nicht mal das Schiff schaukelt, erst am frühen Morgen kräht der Hahn und die hellen Glocken der Ziegen sind zu hören. 

Da die Türken sehr geschäftig sind und den Aufwand nicht scheuen, kommt sogar in die abgelegene Bucht ein "Marktschiff" und bringt frisches Gemüse und kaltes Bier. Sogar die "Grossen" kommen, Migroswagen ist out, aber Migrosschiff ist total in!

Leider wieder kein Wind am Morgen, so entscheiden wir, in die Gräberbucht (Tombbay) zu fahren und die Felsengräber der Lyriker aus der Nähe anzuschauen. 

Wir legen am Restaurantsteg an und nach dem Jay (Schwarztee) marschieren wir los, der kurze Spaziergang wird immer länger, wir haben uns verlaufen, sind viel zu hoch in den Wald raufgeklettert. Nach mühsamem Umweg kommen wir doch noch bei den Felsengräbern an, nicht alle gleichzeitig. Die Aussicht lohnt sich, die Gräber sind aber schon ausgeraubt. 

Am Abend segeln wir die letzte Etappe nach Göcek. Es ist schon Freitag und die Segelwoche geht zu Ende. Den letzten gemeinsamen Abend geniessen wir an der Promenade im gemütlichen, touristischen Göcek. Noch schnell die letzten Souvenirs einkaufen und die letzte türkischen Lira ausgegeben. 

Am nächsten Morgen steht wie abgemacht das Taxi vor der Marina und die Reise zurück in die Heimat beginnt für die vier Schweizer. 

Wir hatten eine erlebnisreiche Woche in schönster Natur, sommerliches Wetter, leider etwas wenig Wind für die sportlichen Bodenseesegler. Vielleicht nächstes Mal in der stürmischen Ägais?

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Mit Freunden unterwegs

Schon vor ewig, langer Zeit abgemacht: Freitag 20. September in Marmaris, jetzt ist sind sie da. 

Kristine und Claudio aus Kesswil und Ursi und Hennes aus Herisau. 

Zusammen werden wir nach Göcek segeln, sie haben ein Schiff gechartert und morgen Nachmittag gehts los. 

Am Samstag werden die Lebensmittel und vieles Andere eingekauft, einen Migros gibts am Hafen und der ganze Einkauf wird direkt von der Kasse zum Schiff geliefert. Toller Service. Um 15 Uhr ist Schiffübername und danach gehts los nach Ciflik.

Ich lege pünktlich ab und verlasse den Hafen bei starkem Wind. In Ciflik warte ich am Steg des Restaurants auf die Schweizer Crew, doch die kommen erst, als es bereits dunkel ist!!! Sie hatten eine Startverschiebung!! Der Boiler musste noch repariert werden. 

Das fängt ja gut an. Ausserdem geben die Batterien immer wieder Alarm, zu wenig Power. 

Am nächsten Morgen, nach dem Schwimmen, segeln wir weiter. Genackerkurs, Clodo und Crew setzen den Rot-Schwarzen. 

Wir legen am späten Nachmittag in Ekincek an. Hierher kommt die “Servicemannschaft” der Chartergesellschaft versucht das elektrische Problem zu lösen. Immer wieder geht der Batteriealarm los. Leider finden die beiden keine Lösung, die ganze Woche hat das Charterschiff, keinen Kühlschrank, kein Warmwasser und manchmal gar kein Wasser!!! Die Türken sind nicht hilfsbereit, wollen neue Batterien verkaufen und die Schuld Kristine und Co. geben. Uppps, da lerne ich die Türken von einer neuen Seite kennen, wenn es ihr Fehler ist sind die sofort in der Ehre verletzt und nicht mehr hilfsbereit und fachkundig. So sind die ersten Tage der Reise ein grosser Frust für die Crew der Yerdeniz, so heisst das Schiff. 

Mich freut es, zusammen mit Kristine, Clodo, Ursi und Hennes unterwegs zu sein, zusammen die Abende zu verbringen und Ausflüge und kurze Spaziergänge im unwegsamen Gelände zu machen. 

Am nächsten Tag fahren wir mit einer Motorbarke zu den Lykischen Felsengräbern. Die Fahrt geht zuerst zur Turtelbeach, dann durch die Sumpf- und Schilflandschaft zu den Ruinen der antiken Stadt Kaunos. Das grosse Theater ist sehr gut erhalten geblieben, danach geht die Schifffahrt weiter in die Stadt Dalyan. Der Ausflug war ein tolles Erlebnis, die Lykischen Gräber in der senkrechten Felswand oberhalb Dalyan strahlen eine Kraft aus, es scheint, als ob die toten Könige weiterhin auf ihr Volk niederschauen.

Am Nachmittag segeln wir weiter nach Asi Koyu, es kommt starker Wind auf und ich bin froh, dass Hennes zusammen mit mir segelt. Der Wirt offeriert uns ein Menü für 30 Euro, inkl. Vorspeisen, das wird ja immer teuerer! Da die Restaurants in den abgelegenen Buchten konkurrenzlos sind bestimmen sie den Preis. Trotzdem geniessen wir den Abend auf der Terrasse des Ausflugsrestaurants, der Weg zurück zum Schiff ist ein Abenteuer, da der Schwimmsteg unberechenbar schaukelt, das kann nicht am Efes (türisches Bier) liegen.

Kristine macht die Törnplanung, bin gespannt wo sie uns morgen hinführt.

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Marmaris

Marmaris, die Stadt der Touristen, der Strände, der Basare, der riesigen Discos (Black ist Mode), der Gülets und mit den grossen Marinas für Segelschiffe und Motorboote. 

 

Marmaris ist die grösste Stadt an der Südwestküste, in nur 2 Stunden ist die Fähre in Rhodos. 

 

Hier bleibe ich einige Tage im der Netsel-Marina, geniesse den Luxus der gepflegten türkischen Marina. 

 

Hier sind viele Yachtausrüster, Segelmacher, Polsterer und andere Handwerker. Natürlich gibts an jeder Ecke einen Shop für Mobiltelefone, so muss ich nicht weit laufen und bring mein kaputtes Mobil zur Reparatur. Er macht eine Offerte und wenn die Ersatzteile erhältlich sind wird’s geflickt, sonst kann ich es in den Müll schmeissen, meint der nette Shopbesitzer und schmunzelt. Nach zwei Tagen Wartezeit sind die Teile da und schnell zusammen gebaut. Zum Glück funktioniert das Telefon wieder, alle Daten und Adressen sind gerettet. 

 

In der Zwischenzeit wurde die Wäsche im Waschsalon gewaschen und getrocknet. In einem Seglershop hab ich ein 50 Meter lange Landleine gekauft und für die nächsten Wochen wieder Euros in türkische Lira gewechselt. 

 

Die Disco hab ich nicht besucht, der Sound und die Laser-Lichter sind aber im Hafen zu hören und sehen gewesen.

 

Morgen kommen Kristine und Claudio und bringen zwei Freunde mit.  

 

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Von Bucht zu Bucht

Von Palamutbükü, dem smarten, keinen Fischerdorf, dass sich zum Badeort mit langen Sandstrand gemausert hat, segeln wir Richtung Datca. Leider lässt der Wind auf sich warten, aber wir sind geduldige Segler und nutzen den schwachen Westwind bis zum 10 Meilen entfernten Kap. Dann gibts einen Badestopp und danach fahren wir in die Stadt Datca. Alle Plätze am Pier sind belegt, wir finden nur einen Ankerplatz in der Bucht und erst am nächsten Morgen gehts auf einen Besichtigungs- und Einkaufttrip in die Stadt. 

Der heutige Tag bringt uns mit guten achterlichem Wind bis in die 20 Meilen entfernte Bucht “Bencik Koyu”. Dieser tiefe, mit Kiefern bewaldete Fjord, fasziniert durch seine einmalige Atmosphäre. Wie in einem schmalen See liegen die Segelschiffe und Gülets am Ufer. Mit der aufgehenden Morgensonne, erscheinen die Bäume in einem speziellen Licht. 

Von die Bencikbucht ist es nicht weit bis nach Selimiye, diesen Ort kennen Ulli, Manfred und Arthur  wie ihre Hosentaschen, hier haben sie oft Urlaub gemacht und ihre Segeltörns gestartet. Hier gibts bei Osman oder Alibaba meine erste Pide, Fladenbrot, belegt mit Gemüse und Hackfleisch, (türkische Pizza). 

Nun aber wieder weg aus dem belebten Ferienort, wir segeln mit der nachmittäglichen Brise, heute gibts sogar mehr als 20 Knoten, bis in die Bucht “Dersik Agil Koyu”. Viele Yachten liegen hier, es ist auch wunderschön, klares Wasser und vom Wind geschützte Ankerplätze. Beim Landgang mit dem “wasserdichten” Seesack, wird leider mein Mobile leicht nass und gibt Stunden später den Geist auf. 

Via Sögüt segeln wir nach Bozukkale, heisst: (kaputte Burg) dieser Landeinschnitt mit drei Restaurants und Anlegestegen ist mein Hotspot auf der Reise nach Marmaris. Hierher führt keine Strasse und für das Mobiltelefon ist auch Funkstille. Wir bleiben zwei Tage und erkunden die Umgebung und schwimmen und geniessen die Liegestühle. Die Ziegen und die freilaufenden Esel finden an den Quellen am Ufer fliessendes Wasser. Am zweiten Abend gibts Livemusik, Gitarre und Gesang vorgetragen von einer jungen Türkin, das Restaurant ist voll und die Stimmung gut. Feines Essen, tolle Ambiente, stressfreien Urlaub, was will man mehr. Nur Preise haben in den abgelegenen Restaurants 3 Sterne! 

Nun beginnen die letzten beiden Tage auf unserer Reise nach Marmaris, wir haben ab Mittag wieder Südwestwind und segeln drauflos, bald sind wir kurz vor Rhodos, wir sehen die Hotels und Kreuzfahrtschiffe ganz deutlich. Wir wenden zurück in die Türkei, zu unserem Ankerplatz in der Kriek Ince Bucht. Endlich habe ich unterwegs meinen ersten Fisch gefangen, eine Goldmakrele, immer wieder war die Angel draussen, aber bis zum ersten Fang mussten wir lange, lange warten.

Am nächste Morgen erkunden wir das Ufer, dort steht die Ruine einer byzantinischen Kirche. Danach gehts nach Marmaris in die Netsel-Marina. Wir schlendern am letzten Abend an der Promenade und essen wieder zu vernünftigen Preisen am Hafen. 

Dann heisst es Abschied nehmen, Arthur fährt schon mitten in der Nacht mit dem Taxi zum Flughafen. Ulli und Manfred fliegen erst am Nachmittag so haben sie nach Zeit Ihre restlichen Lira auszugeben, Lederjacke, Uhren und Souvenirs werden eingekauft. Die Segelschuhe haben keinen Platz mehr im Koffer!!! 

In den zwei Wochen haben wir uns gut kennen gelernt und einiges von einander erfahren, für mich wars eine schöne Zeit mit drei netten Menschen die mich begleitet haben. 

 

 

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Im Golf von Gökova

Bodrum Marina, Sonntag 01. September Ulli, Manfred und Arthur kommen aufs Schiff, wir werden  zusammen zwei Wochen unterwegs sein. Das wird eine interessante Zeit, erstens da wir zu viert auf engem Raum zusammen leben und zweites da ich nun in Begleitung von erfahrenen Seglern und Türkeikennern bin. Bin gespannt auf den Austausch von unseren Erfahrungen und Kenntnissen. 

Am Montag gehts zuerst zum  Einkaufen in der Migros, wir bunkern Getränken, Früchten, Gemüse und noch vieles mehr was wir für unseren langen Törn brauchen. Mit dem Taxi fahren wir die Einkäufe zum Hafen, unmöglich bei der Hitze alles zum Schiff zu schleppen. Wir füllen den Kühlschrank und die Stauräume und nun kann die Reise beginnen. 

Wir segeln ostwärts in den Golf von Gökova, der Wind weht hier fast immer aus Westen, so haben wir ein schönes Segeln die ersten drei Tage. Dank Arthur und Manfred lerne ich neue Buchten und Ankerplätze in Gökova Golf kennen. Es gibt hier unzählige Ankermöglichkeiten. Nach zwei Tagen in tollen, abgelegenen Ankerbuchten, legen wir am Mittwoch in “English Harbor” bei einem Restaurant am Steg an. Das Abendessen geniessen wir unter den Bäumen auf der Terrasse. Die ganze Mannschaft in den neuen, coolen T-Shirts die wir in Bodrum gekauft haben. 

Da der “Sultan” Erdogan, seine Sommerresidenz direkt neben dem Restaurant hat, ist die Nacht leider nicht so ruhig, seine Schäferhunde bellen die ganz Nacht, der Zaun und die Mauern sind hell beleuchtet. Er ist aber nicht hier, sonst wäre das Restaurant geschlossen und die wunderschöne Bucht für alle Schiffe gesperrt. 

Die Wetterprognose zwingt uns wieder westwärts zu segeln, da am Sonntag stürmischer Wind aufkommen soll. Diesen Starkwindtag wollen wir besser im Hafen von Palamutbükü “abwettern”. So segeln wir am nächsten Tag nordostwärts nach Cökertme, es ist ein langer Segeltag, da wir gegen den Wind aufkreuzen. Wir legen uns an eine der Bojen, welche die Restaurantbesitzer ausgelegt haben. 

Am nächsten Morgen spazieren wir durchs “Dorf”, kaufen Trauben und Honig von den Anwohnern und frisches Holzofenbrot von einer Wirtin. Die einzige Einkaufsmöglichkeit bietet ein Restaurant am Strand, welches Gemüse und Früchte aus seinen Vorräten verkauft. Dann fährt uns der Wirt mit dem Motorboot zum Schiff, das ist wirklich ein toller Service. 

Die nächste Nacht sind wir wieder am Anker, wir liegen in Mersenik, geniessen das Schwimmen und danach das Ankerbier. Der Tag war anstrengend, zuerst konnten wir Segeln, dann kam der Wind kräftig von vorne und wir mussten fast zwei Stunden gegen den Wind und durch die Wellen motoren. Das war anstrengend und wir sind froh nun in der ruhigen Bucht zu liegen. 

Es ist Samstag, heute runden wir das Kap der Halbinsel Datscha, der Wind bläst über Kos hinweg immer stärker. Wir kommen bei stürmischem Wind in Palamutbükü an, dort liegen wir geschützt im Hafen. Wir bleiben einen Tag hier, geniessen das Baden und das Lesen im Liegestuhl am Strand. Jeden Abend lassen wir uns in unserem Lieblingsrestaurant verwöhnen, im Holzofen werden die Gerichte zubereitet, wir essen was uns der Wirt empfiehlt, am ersten Abend Fisch und am nächsten eine grosse, zarte Lammkeule. Ich glaube wir sind auf einer Schlemmerreise. Wir lassen uns von der türkischen Küche verwöhnen, aber auch die Abende auf der Serenita sind gemütlich und das Essen aus der Bordküche schmeckt vorzüglich. 

Die erste Woche ist vorbei, alles gut gegangen bis jetzt, ich hab gute Steuerleute an Bord. Auch die Segelmanöver funktionieren immer besser, wir wenden und halsen, ankern und legen die Landleinen, alle haben ihre Aufgaben. Trotz engem Raum ist die Stimmung gut an Bord. Beim Rummikub darf ist meistens gewinnen, das hält den Skipper bei guter Laune!

Mal sehen was es in der zweiten Woche noch alles zu erleben und entdecken gibt. 

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Halikarnas oder Bodrum

Nach vielen Stunden Wartezeit ist das Ausklarieren aus Griechenland gelungen. Die letzte Nacht liege ich am Anker vor Kos, mit der herrlichen Kulisse der Palmen und der venezianischen Burg vom Sonnenuntergang beleuchtet. 

Der Weg in die Türkei nach Bodrum ist nicht weit, nur 12 Seemeilen. Ich setzte die türkische Flagge und die gelbe Flagge signalisiert, dass ich noch nicht einklariert habe. Die erste Nacht bleibe ich nahe am Strand am Anker. Am nächsten Tag muss ich zum Agenten der das Einklarieren für mich macht. Ich muss sogar mit dem Schiff zum Zoll fahren, doch keiner kommt vorbei, nur ich muss mich beim Beamten zeigen, das dauert aber nur ein paar Minuten, da wir an der endlos langen Kolonne von Wartenden vorbei zum Zöllner vordrängen. Der Agent macht es möglich! In Griechenland musste ich über 2 Std. warten. Nun war der Eintritt in die Türkei erledigt, das ganz kostete mich 180 Euro !!! Nicht ganz billig. 

Nun will ich einiges einkaufen und reparieren. Ich erfahre, dass es ein kleines Quartier mit Handwerkern gibt, dort finde ich die benötigten Ersatzteilen, auch neue Bettwäsche, einen neuen Tritt für die Badeleiter macht mir ein Schreiner und den Verschluss für den Reissverschluss finde ich auch in diesen Gassen. 

Echt erfolgreich bin ich gewesen in den ersten beiden Tagen in der Türkei. 

Nun noch ein bisschen Kultur, in der Antike hiess Bodrum Hakikarnas, weniges ist noch zu sehen. Ich finde mit vielen Umwegen das antike Theater und das leider nur noch in Bruchstücken erhaltene Grab des Herrschers Mausolus, eines der sieben Weltwunder der Antike, das Mausoleum. 

Nun muss ich aber weg von Bodrum die Stadt ist zu laut, nahe an "meinem" Ankerplatz sind einige Diskotheken die bis morgens kurz vor 5 Uhr Musik machen, um 6 Uhr schreit dann schon wieder der Muezzin aus dem Lautsprecher!!! 

Nach dem Einkaufen in der Migros, segle ich 10 Meilen in den Golf von Gökova und setzte den Anker, lege zwei Landleinen und bleibe eine Woche in der wunderschönen Bucht. Der Eisverkäufer kommt jeden Tag vorbei. Sonst gibts nur: Baden, kochen, essen, lesen und faulenzen .... Baden, kochen.......

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Zurück bis nach Kos

In weiter Ferne ist Samos im sommerlichen Dunst zu sehen. Es sind über 50 Meilen bis nach Marathokampos dem neuen Hafen an der Südküste von Samos. Den ganzen Tag haben wir Wind, können sogar den Genacker setzen bis der Wind vor Samos zu stark wird. Der Druck der Genackerschot sprengt die Umlenkrolle und erst als wir zusammen mit allen Kräften die Rolle ausgetauscht haben können wir den Genacker bergen. Auf der Südseite von Samos sehen wir die Fallwind übers Wasser auf uns zurasen, wir haben nur noch ein kleines Segel vorne, die Serenita lässt sich aber sicher steuern. Die Fallwinde haben uns mächtig beeindruckt, fliegendes Wasser und Wind über 30 Knoten. 

Am nächsten Tag bleiben wir im Hafen, mieten ein Auto und erkunden den Westen von Samos. Im einem Bergdorf treffen wir an einer schön gefassten Quelle eine "ägyptische" Katze, die hat wohl Kleopatra hier ausgesetzt. Zurück in Marathokampos freuen wir uns auf das Weinfest, Stühle und Bänke sind im Hafen aufgestellt und das ganze Dorf ist schon da. Der Wein ist gratis, nur einen handgemachten Tonbecher muss jeder für 5 Euro kaufen, schon geht die Party los. Livemusik gibts und die Griechen und die Gäste sind schon am frühen Abend beim Feiern. Nach ein paar Bechern sind wir aber müde vom erlebnisreichen Tag und hauen uns in die Koje.

Wir bleiben einen weiteren Tag, da es noch immer gewaltig vom Berg runter weht. Wir geniessen den Tag am Strand und mit einkaufen und kochen. 

Dann gehts endlich wieder weiter, die Fallwinde schieben uns südwärts, aber schon nach 5 Meilen wird es ruhiger. Wir haben nur die Genua gesetzt und erreichen am Mittag Arki, eine winzige Insel mit vielen Buchten und glasklarem Wasser. Der Wirt der einzigen Taverna weit und breit hat 4 Bojenin die schmale Bucht gesetzt, eine ist noch frei, doch die Wassertiefe ist ungenügend wir wagen uns nicht so weit ans Ufer vor. 

Wir finden aber einen anderen ruhigen Ankerplatz, legen zwei Landleinen ans Ufer und sind sicher für die vielleicht windige Nacht. In der Taverna soll es den besten Oktopussalat geben. Den probieren wir am Abend und nehmen noch zwei Portionen für den nächsten Tag mit!! War echt lecker und die Leute sind so freundlich. 

Wir finden in Leros und in Kalimnos wieder schöne Ankerplätze, kochen am Abend immer auf dem Schiff und geniessen das Schaukeln am Anker. Beim Rummikub gewinnt fast immer Romy, Andreas möchte schon gar nicht mehr mitspielen. 

Am Donnerstag 15. August kommen wir in Kos an, wir sind fast 200 Meilen gesegelt,  haben die Tage zusammen genossen und viele Inseln gesehen und viel schönes erlebt. 

Nun bleibt noch ein geselliger Abend in Kos, mit einem Spaziergang zur Platane, welcher Hippokrates einst gepflanzt hat und ein gemeinsames Nachtessen am Hafen von Kos. 

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Unterwegs mit Romy und Andreas

Im Hafen von Mytilini, war die Serenità die letzte Woche gut aufgehoben, die Marineros haben aufgepasst. Nun kann die Reise zurück nach Kos beginnen. Romy und Andreas segeln mit mir. Doch zuerst gibts einen Landausflug mit dem Mietauto. Die beiden wollen ja auch was von Lesbos sehen. So kurven wir durch den Nordostteil der Insel und schauen uns den schönsten Ort von Lesbos, die Stadt Molivos an. Von dort gehts über die Berge zur riesigen Bucht, wo die Flamingos am Ufer stehen und Salz gewonnen wird. Danach besichtigen wir ein Kloster, wir können das Museum anschauen und wir beiden Männer dürfen auch in die Klosterkirche. Es ist eine grosse Klosteranlage und viele Griechen haben kleine Kapellen rund ums Kloster gebaut, da wird jedes Jahr beim Namenspatron der Kirche ein Fest gefeiert. Einige Esel finden noch einige Strohhalme vor den Klostermauern. 

Am nächsten Tag gehts dann los mit Segeln. Schwacher Nordwind bringt uns nach Plomari, wieder die Ouzobrennerei besichtigen, aber da es noch früher Morgen ist, verzichten wir auf die Gratis-Degustation. 

Wir segeln südwärts nach Enussa, der kleinen Insel neben Chios. Der Wind hat aufgedreht und wir haben die Segel verkleinert. Wir kreuzen mit Grosssegel und Genua vor dem Wind, abwechselnd übernehmen wir das Steuern. 

Nach dem Besuch des Schifffahrt-Museum in Enussa segeln wir der langen Küste von Chios vorbei bis nach Emporio, das an der Südspitze der Insel liegt. Wieder haben wir kräftigen Nordwind. Meistens steuert Andreas ich muss nur aufpassen, dass er den Kurs hält und keine Halse macht. Wind und Wellen treiben uns südwärts bis in der winzigen Bucht von Emporio. Hier liegen wir sehr geschützt.  

Wir haben eine laute Nacht vor uns, am Ufer werden 100 Stühle und Tische aufgestellt und wir erfahren, dass heute Feiertag ist. Zur Kirche gehen die Leute am Morgen und zur Party erscheinen sie um Mitternacht !!!!  So ist es dann auch, um 0 Uhr beginnt die laute Rock und Pop Musik und die Leute tanzen auf der Strasse. Nachts um 3 Uhr hat der Pfarrer eine Ansprache und danach gehts weiter mit Musik bis am Morgen kurz nach 8 Uhr !!!! 

Heute wollen das Mastixmuseum besuchen und fahren mit dem Taxi in die Stadt Pyrgi, schlendern durch die Gassen und bewundern die verzierten Fassaden. Zu Fuss wandern wir danach zum Mastix-Museum, sehen wie der älteste Kaugummi der Welt hergestellt wird. Eine Kostprobe gibts im Shop. Das Taxi bringt uns wieder zurück zum Schiff. War ein interessanter Tag, Romy und Andreas waren beeindruckt von der kargen Landschaft von Chios und der Stadt Pyrgi. 

Wie meistens, kochen wir auch heute auf dem Schiff, Romy dirigiert und Andreas und ich schnippseln das Gemüse. Wir essen spät, meistens erst wenn die Sonne untergegangen ist und die Temperaturen angenehmer werden. 

Heute wird es hoffentlich eine ruhige Nacht werden nur die vielen Zikaden sind zu hören. 

Am nächsten Morgen verlassen wir Chios, fahren am schönsten, schwarzen Kieselstrand der Insel entlang und nehmen Kurs auf Samos. 

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Traurige Tage

Nun bleibe ich bis Anfang August in der SeturMarina von Mytilini. Eine ruhige Zeit hoffentlich, aber es gibt auch einiges zum Arbeiten am Schiff. Ausserdem will ich Jorges und Zufan in Eresos besuchen und einfach ein bisschen Hafenleben geniessen. Noch weiss ich nicht was noch passiert die nächste Woche.

Als erstes muss ich aber die Anode am Propeller ersetzen, die habe ich irgendwo verloren. Die war schlecht angeschraubt oder hat sich so schnell zersetzt und hat sich von den Schrauben gelöst. 

Zum Glück hat der MarineShop im Hafen die Anode in der richtigen Grösse und ein Taucher läuft mir auch über den Weg. So ist die Anode schon am ersten Tag ersetzt. Das läuft ja perfekt. Mein Transitlog läuft Ende Juli aus, es ist 18 Monate gültig, aber ich darf nur 6 Monate Skipper sein, kompliziert die Griechen! Was machst du, wenn du alleine unterwegs bist?? Ich bin zum Zollamt und der nette Beamte hat mir mein Transitlog um 2 Monate verlängert. so guet, wieder eine Sorge los.

Nun werden die Bettwäsche und die Kleider gewaschen und im Wind getrocknet. 

So kann ich nun mit dem Bus zu Jorges und Zufan nach Eresos. Der Bus braucht fast zwei Stunden für die 90 Kilometer, quer durch die Insel Lesbos. Ich werde herzlich empfangen, bekomme das Gästehaus zum Wohnen und Zufan verwöhnt uns alle mit feinem Essen. Ich helfe im Garten, wir schützen die Trauben mit kleinen Netzen vor den Wespen und Hornissen. Die Berge rundum sind karg und ausgetrocknet, es fällt den ganzen Sommer kein Regen.

Nach der Siesta fahren wir an den Strand und erleben am Abend das Spektakel der Erinnerung an die Versenkung eines türkischen  Kriegsschiffes. Jedes Jahr wird dieses Ereignis, das sich während der türkischen Besatzung ereignete gefeiert. Na, ja, ein grosses Modellschiff wird angezündet und geht mit schwarzem Rauch in Flammen auf, danach gibts ein grosses Feuerwerk.

Von meiner Familie erfahre ich, dass mein Vater ins Pflegeheim muss. Da es ihm dort nicht gefallen hat, ging es ihm gesundheitlich immer schlechter. Ich habe einen Flug in die Schweiz gebucht und kurz nachdem ich angekommen bin, ist er am 24. Juli gestorben. Nach dieser traurigen Zeit bin ich nach der Beerdigung wieder zurück geflogen, nach “Hause” zum Schiff. 

 

 

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Von Chios nach Lesbos

Es ist Freitag 11. Juli, auf dem Meer weht starker Nordwind, gerade richtig für einen Ausflug über Land. Mit dem Auto fahren wir zuerst zum Kloster Nea Moni, das liegt in einem fruchtbaren Bergtal. Berühmt ist die Kirche wegen den Mosaiken, die gehören zum schönsten was die byzantinische Kunst hervor gebracht hat. 

Nun fahren wir ins Bergdorf Avgonima, Kaffeepause, danach zur verlassenen Stadt, die wir nur von weitem anschauen. Die verlassenen Häuser sind stumme Zeitzeugen der Gräueltaten der Türken, die tausende Menschen die hier Zuflucht gesucht haben ermordeten.

Runter gehts nun ans Meer, eine Bucht an der anderen lädt zum Schwimmen ein. Wir lassen uns diese Gelegenheit nicht entgehen. 

In Pirgi bestaunen wir die dekorativen mit Kratzputz verzierten Hausfassaden, das ganze Dorf schaut geschmückt aus. 

Leider ist das Mastixmuseum schon geschlossen als wir ankommen, der Badehalt hat wohl zu lange gedauert. Im Süden von Chios ist das Mastixland, hier wird seit Jahrhunderten das Harz von diesem Strauch gewonnen. 

Am nächsten Tag segeln wir zur kleinen Insel Enussa, ankern in einer Bucht die zum Bleiben einlädt. Ein Spaziergang ist erst am Abend möglich, es ist zu heiss am Nachmittag. Am Ufer bestaunen wir die Seeanemonen und die andern Weichkorallen die am Riff wachsen. 

Am Sonntag segeln wir nach Lesbos, leichter Ostwind ist angesagt. Doch der Wind wird stärker und leider kommt er immer mehr aus Norden. So werden wir in den Hafen von Plomari segeln. Von Westen sehen wir bedrohliche Wolken nahen, hoffentlich kommen wir vor dem Gewitter in den Hafen. Doch 4 Meilen vor Plomari, wir haben die Segel geborgen, schlagen Blitze in der Nähe ein und bald fallen die ersten Tropfen. Der Wind dreht auf 28 Knoten, 35 Knoten, 44 Knoten , 50 Knoten, zu sehen ist nichts mehr nur ein Regenvorhang. Das Schiff ist kaum zu steuern, der Wind umrundet uns, und nach langen 20 Minuten ist der Sturm weitergezogen. Die Sonne scheint wieder. Im Hafen gibts nach dem Anlegen einen doppelten Ouzo. 

Zur Ouzobrennerei mit dem kleinen Museum fahren wir am nächsten Morgen mit dem Taxi. Wir erfahren viel neues zur Herstellung des Ouzo und auch wie er zubereitet werden soll. Nicht im Kühlschrank lagern, keine Eiswürfel verwenden!

Am Nachmittag segeln und motoren wir die letzte Strecke nach Mytilini in den Hafen der “Setur Marina”. 

Wir haben viel gesehen und erlebt in den letzten 10 Tagen, Sturm und Flaute, einsame Buchten, mega süsse Desserts, grüne Inseln, nette Menschen, zu viel Nordwind, zu wenig Delphine ……

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Göcek

Von Marmaris bin ich mit gutem Nordwestwind und am Nachmittag mit starkem achterlichen Wind die 37 Meilen bis in den Golf von Fethye gesegelt. Wunderbar mit dem funktionierende Kartenplotter. In einer schmalen Bucht, fällt der Anker und am Ufer werden zwei lange Leinen fixiert. Zum Glück helfen mit zwei Bootsleute von einer Güllet, alleine wäre das mit dem Wind von der Seite unmöglich gewesen.

Ich bleibe einen Tag, teste den Plotter und er funktioniert schon nicht mehr. Ich spühle den Ärger mit einen halben Liter Kaffee runter. Trotzdem geniesse ich den idyllischen Ankerplatz.

Bis Göcek sind es noch 10 Meilen, die schafft der Diesel in knapp zwei Stunden, dann liege ich nahe beim Ort. Ein Hafenplatz ist hier unbezahlbar, schon das Beiboot einen Tag am Dingisteg kostet 30 Euro! Was bezahlen wohl die Megayachten am Hauptsteg?

In Göcek gibt’s eine Servicestelle für Rettungsinseln, da bringe ich meine schwere Box hin, zum Glück hilft mir einer von der Firma. Dort stellen Sie fest, dass meine Exotische Marke nicht gewartet werden kann, sie muss nach Ismir geschickt werden, kostet anstatt 180 Euro, ca. 900 Euro. Übung abgebrochen, zu teuer. Zurück aufs Schiff muss ich die 40 kg Insel alleine bringen, mit Köpfchen geht auch das.

Ich warte auf Christine, sie kommt am Freitagnachmittag, so habe ich Zeit den blauen Streifen endlich zu malen. Schleifen, spachteln, grundieren und zweimal mit der blauen Farbe, nun sieht das doch ganz anders aus.

Hier in den bewaldetet Ankerbuchten vor Göcek ist das Mekka der Motorboote und der Megayachten, nirgends sieht man auf 10 km so viele Schiffe, so grosse Schiff und und … hier schwimmen bestimmt einige hundert Millionen Euro auf dem Wasser. Zum Glück ist der Sprit so günstig, 70 Rappen pro Liter Benzin, Diesel ist etwas günstiger. Wie lange noch kann das der Sultan subventionieren?

Göcek ist das «Gstaad» der Türkei, hier gibt’s keine grossen Hotels, kein Haus höher als zwei Etagen und Giebeldach. Eine lange, grosszügige Promenade und eine noble Einkaufsstrasse, mit allen erdenklichen Shops, kelin und gemütlich. Es gibt auch drei Migros an der gleichen Strasse, die Seeleute brauchen Lebensmittel.

Bald beginnt der letzte Törn dieses Jahr, dann liegt die Serenità wieder in Finike.

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Marmaris

Marmaris ist eine geschäftige Stadt, hat wunderschöne lange Strände, ein lautes Nachtleben, aber für Segler vor allem viele Handwerker und Seglershops. Hier lässt sich jedes Problem lösen. 

Da ich wieder einen Jahresvertrag mit SeturMarina habe, kann ich auch hier in der Marina gratis, liegen. Sonst kostet es pro Tag 55 Euro!! 

Endlich hat Turan der Elektroniker Zeit und holt meinen Kartenplotter ab um eine Platine auszuwechseln, damit er wieder einwandfrei funktioniert. War immer eine Glücksache, ob er startet oder nicht.

Mein Dingi wurde auch abgeholt und in der Werkstatt repariert. Es bekommt einen neuen Wasserauslass, simpel und einfach ein Stöpsel. Jetzt sollte ich keine nassen Füsse mehr haben, wenn ich mit dem Dingi unterwegs bin. Am Morgen waren immer 15 cm Wasser drin. 

Der Polsterer hat heute Mass genommen, die Stoffbezüge sind durchgewetzt. Jetzt gibts was neues. Hab aber erst mal Offerten eingeholt, die Arbeit wird dann nächstes Frühjahr gemacht. 

Morgen Samstag gehts weiter, hab alle Freunde hier in Marmaris besucht, war im Sanaji beim Metallbauer und bei den Jungs und Girls von SouthWest. Mit Hope and Howard war ich gestern beim Dinner, sie haben ihr Schiff, die Mazu, verkauft und fliegen für den Winter nach Wales. Vielleicht sehen wir uns ja irgendwo wieder, war ein herzlicher Abschied. 

Inshalla, komme ich nächstes Jahr zurück nach Marmaris und treff all die netten, hilfsbereiten Menschen wieder. Als letztes habe ich die Burg von Marmaris besucht, war in alle den Jahren nie dort oben. 

 

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Bozukkale

Eine meiner liebsten Buchten. Abgelegen, tolle Sichter die Bucht in die Berge, keine Strasse führt hierher und trotzdem sind drei Restaurants hier mit Bootssteg.

Bozukkale heisst kaputte Burg, doch die Festungsmauern sind erhalten und wie perfekt die Steine zurechtgehauen sind. Die Burg haben die Italiener gebaut, als Schutz für Rodos, wo die «Hauptstadt» der Kreuzritter war. Bozukkale wäre ein gutes, geschütztes Versteck für Piraten oder Gegner der Kreuzritter gewesen.

Ich liege für einige Tage direkt unterhalb der Burg, beim Restaurant «Ali Baba» bei Jann dem Fischer und Wirt. Ich darf hier liegen auch ohne jeden Abend im Restaurant zu essen. Die Leute sind sehr freundlich, das Brot wird jeden Morgen frisch im Steinofen gebacken. Die Menschen leben hier ganz einfach, es gibt kein Haus für die Familie, nur das Restaurant und Ställe für die Ziegen und den Generator. Ich vermute die ganze Familie schläft irgendwo auf einer Matte im Restaurant oder unter freiem Himmel.

Leider hat es kein Internet hier, so musste ich jeden Tag über den Berg ins Restaurant «Sailors House», da meinen Cay trinken und die News und Wetterberichte im Netz abfragen. Aber die Schweizer wandern ja gerne. Beim Sailors House komme ich gerade rechtzeitig zum Kuhkampf, wie die Walliserkühe sind hier die beiden aneinader geraten. Hier gibt es auch eine ergiebige Quelle, sogar ein Ruderboot liegt im Tümpel der sich gebildet hat.

Es ist echt idyllisch hier, abgeschieden, sternenklare Nächte, glasklares Wasser, freundliche Menschen ein paar Ziegen und Eidechsen und Libellen, viel kreucht und fleucht hier nicht, es ist wohl zu trockenund zu heiss. Doch die Idylle trügt, sobald es dunkel wird brummt der Generator vom Ali Baba, eines Morgens war mein Schiff auf der Wasserkante schwarz von Öl, da sind sicher die Generatoren der Megaschiffe in der Nähe gelaufen und der Zivilisationsabfall wird oder wurde 50 Meter hinter dem Haus verbrannt. Habe Jann gefragt, wo der Abfall entsorgt wird, der meiste Abfall ist von den Seglern, er hat gesagt er bringt es mit dem Schiff zur nächsten Müllsammelstelle an die Strasse in Serçe. Hab es gesehen, sein Fischerboot war voller Säcke. Doch das Verbrennen ist bestimmt noch aktuell, auch in den andern Restaurants löst ich der Abfall in Luft auf.

Nach vier Tagen hab ich mich verabschiedet, der immer wehende Westwind hat mich bis kurz vor Marmaris gebracht, da war ich für zwei Tage an einem Ankerplatz.

 

Jetzt in Marmaris, gibt’s viel zu organisieren, einige Offerten einholen, der Capitano hat ja noch einige Wünsche. Meine «Morgen zu erledigen» Liste hab ich soeben erweitert, Staubsaugen und Altglas entsorgen. 

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Die Güllets von Bozburun

An der ganzen türkischen Küste sieht man die grossen, holzigen Zweimaster. In der Türkei ist es populär auf dem Schiff Urlaub zu machen. Die "Blaue Reise" auch in Europa und USA ein Hit, doch seit einigen Jahren bleiben die Ausländer weg. Hier in Bozburun haben am letzten Wochenende über 60 Güllet ihre Gäste an Bord genommen, da war rund um den Hafen jeder Felsen als Festmacher genutzt. In den Hafen können sie nicht reinfahren, dazu sind sie zu gross.

Diese Güllets werden unter anderem hier in Bozburun gebaut. Im Freien hinter der Schreinerei, oder in der riesigen Halle unten am Meer. Die neue Halle ist so gross wie ein Fussballfeld. Ich hab das Bianchi Mountenbike vom Teppichhändler ausgeliehen und hab mich auf den Weg zu den Werfen gemacht. Obwohl es Sonntag war habe ich einige Arbeiter angetroffen und durfte in einer Halle rumstöbern. Am Hafen fand ich noch ein "Projekt", doch vermutlich ist das nicht mehr zu reparieren. 

Die Bilder sprechen für sich, das ist echtes Handwerk und jedes Schiff sieht anders aus, weiss gar nicht, ob es Baupläne gibt. Schade, waren alle Schiffe die ich gesehen habe im Rohbau, konnte also keine Güllet von innen anschauen. 

Wer Lust hat auf Luxusferien auf einem handgezimmerten Segler, hier in der Türkei ist das möglich, die türkische Küste traumhaft, also "Blaue Reise" auf einer Güllet aus Bozburun. 

 

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Beim Teppichhändler von Bozburun

Immer, wenn ich in Bozburun bin freue ich mich auf den Besuch beim Teppichhändler. Ihn kenne ich nun schon drei Jahre und bin mehrmals hier im Jahr, er erinnert sich immer an mich. Heute wollte er mich zum Frühstück einladen.

Ich kauf auch jedes Mal etwas aus seinem reichhaltigen Angebot. Zuerst wars natürlich ein türkischer Hut, er macht aber auch Taschen oder Kissenbezüge aus nicht mehr reparierbaren Teppichen. Viele seiner Teppiche sind Kelim, das sind handgewebte Teppiche aber auch geknöpfte Teppich hängen an den Wänden.

Er spricht wie ich ein bisschen englisch und so erzählt er mir was er macht und wo er die Teppiche kauft. Im Sommer lebt er in Bozburun, ist immer präsent, er wohnt direkt hinter dem Raum mit den vielen Teppichen. Im Winter ist er sechs Monate unterwegs, in Konya, Istanbul und Anatolien um Teppiche zu kaufen.

Bozburun ist im Winter bis auf ein paar Verwegene oder die Schiffsbauer sowieso ausgestorben.

 

 

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One Night in Datca

…and the World hat sich nicht wirklich verändert. Hier ist Ferienstimmung, die Menschen feiern am Abend, Musik die halbe Nacht, die Restaurants voll, Bier gibt’s in allen Sorten, nur am Hafenpier ist noch viel Platz, keine Segler aus aller Welt. Die Türken sind unter sich. Das ist vor allem wegen Corona, zum Teil auch wegen der politischen Lage.

Der Sultan verliert an Zustimmung, alle Bürgermeister der grossen Städte sind von der Opposition, Wahlen kommen spätestens in zwei Jahren, die Wirtschaft leidet, der Tourismus auch, die türkische Lira hat dieses Jahr einen Drittel vom Wert verloren, darum auch das Säbelrasseln mit Griechenland und der EU. Das bringt die Leute unter die Fahne, so viele Flaggen wie hier hab ich noch nirgends gesehen. Roter Halbmond und Stern überall.

Wer hat zeigts, da schwimmen einige grosse Pötte rum, kleine türkische Segelschiffe sind eine rare Ausnahme. Irgendwie muss irgendwo der Rubel rollen.

 

Ich setzte am frühen Morgen die Segel ganz wenig Wind hat es,  ganz langsam geht’s an der Insel Simi vorbei nach Bozburun. Das Meer ist flach wie ein See, ich lass mir Zeit und die Welt dreht sich weiter…. 

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Palamut Bükü

Nach vielen Tagen in Bodrum, geht’s nur langsam der Küste entlang südwärts. Ich habe fast täglich zu Judas Taddäus Schutzheiliger der Hoffnung in schwierigen Fällen gebetet, doch die Grenze nach Griechenland öffnet sich nicht. So habe ich entschieden zurück nach Finike zu segeln. Auch nicht die schlechteste Lösung. Freue mich viele Freunde wieder zu sehen. In Marmaris komme ich auch vorbei, die Serenità wird’s freuen, gibt sicher wieder was Neues.

Das erste Ziel nach Bodrum ist Palamut, das sind 31 Meilen, Wind gibt es, kräftig aus Nordwest, vor allem in der Meerenge vor Kos, da bläst es mit Windstärke 6.  Dann lässt der Wind wieder nach, stellt sogar ganz ab. So umrunde ich den Leuchtturm bei Knidos mit dem Diesel. Ein Tanker überholt mich, mir scheint es hat nicht so viel Güterverkehr wie letztes Jahr. Von Westen siehe ich den Wind auffrischen, ich muss nicht lange warten, dann geht’s ab, mit Rauschewind der Halbinsel entlang, nur das gereffte Grosssegel steht noch, der Wind bläst mit bis zu 30 Knoten von achtern.

Im Hafen von Palamut ist davon nichts zu spüren, der liegt in einer ruhigen Ecke. Ich bleibe 4 Tage, geniesse das Hafenleben, die Annehmlichkeit über die Gangway ein- und auszusteigen, die feinen Restaurant, die Fischer die frischen Fisch bringen, Wasser und Strom. So kann das Schiff und ich vom Salz befreit werden, ist schon ewig her seit der letzten Dusche. Duschen gibt’s hier im Restaurant Dolphin.

Palamut Bükü ist ein kleiner Fischerort, heute sind viele Ferienhäuser in der nahen Umgebung gebaut worden, aber alles ist noch überschaubar, keine Hotels und keine Ferienhausüberbauungen. …und die Armee zeigt auch Präsenz, die schaukelt gemütlich vor dem Badestrand.

Es sind die letzten Tage im August, es ist nochmals megaheiss 39,1 Grad, duschen nützt nicht viel, man ist immer nass, nur die Mandelplantagen sind vertrocknet, die Mandeln geerntet und jetzt wartet das Land auf den Regen, doch noch ist keine Wolke in Sicht.

Bin immer noch Singlehand unterwegs, doch vielleicht gibt’s noch Besuch, ist ja so schön hier, fern ab vom Corona-Virus-Debakel.

Wer einen Kommentar schreibt, lässt dadurch Trix und Christian wissen, dass sie beide nicht die einzigen sind die den Blog lesen. Merci

 

 

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Von Bodrum in den Golf von Gökova

 

Bodrum ist das Partymekka der Türkei, das hört man jeden Abend am Ankerplatz. Wegen Covid-19 ist aber um 24 Uhr Schluss mit Musik, nicht wie sonst üblich bis morgens um 4 Uhr.

Peter mit seinem Schiff «Spirit of Pevi 2» liegt auch hier am Anker, wir kennen uns als Nachbarn an der Morgensternstrasse in Au. Wir haben hier abgemacht und segeln zusammen in den Golf. Bis zu hinterst nach Gökova sind es fast 80 km. Hier gibt’s genug Ankerplätze um einen wunderbaren Törn zu machen. Wir lichten die Anker und fahren am Kreuzfahrtanleger vorbei, dort liegt eine Yacht mit der Flagge von den englischen Kanalinseln, vier Tanklaster mit je ca. 30'000 Liter Diesel sind am Betanken der privaten Megayacht, wir staunen nicht schlecht!!

Der kräftige Westwind der hier meisten bläst bringt uns am ersten Tag nach Cökertme. Da legen wir uns an die Boje vor einer Taverne und geniessen den Abend am Strand vom Fischrestaurant. Die Türken hier sind sehr freundlich, helfen beim Anlegen, verwöhnen die Segler mit feinem Essen, die Frauen backen frisches Brot im Steinofen, die Preise waren hier human, und beim Abschied winkt uns die ganze Familie vom Ufer aus zu. Gökertme bleibt mir in guter Erinnerung.

Ein neuer Hafen ist in Öre entstanden, da bleiben wir eine Nacht, dann überqueren wir den Golf. Dank Peter hab ich jetzt auch Bilder von der Serenità unter Segel. Oh, da hat es aber viel Wind und grosse Wellen gehabt. Wir segeln bei stürmischem Nordwestwind rüber zum «englisch Harbor».

 

Hier sind wir mitten in der Natur, Pinienwälder rundum. Wir liegen mit Landleine und Anker in der seichten Bucht, die Leinen verhindern das Schwojen und somit das aufsetzen der Yacht am flachen Ufer. Der ganze Golf von Gökova ist fast unbewohnt, kleine Siedlungen, Sommerhäuser sind die einzigen Bebauungen. Somit sind auch die Nächte tiefschwarz und der Sternenhimmel so unglaublich  wie nirgendwo in Mitteleuropa. Hab nicht gewusst, dass es so viele Sterne sind!

Die nächste Bucht wird von einem Polizeischiff gesperrt, des Sultans Villa liegt hier und wenn der hier  Urlaub macht wird alles abgesperrt. So segeln wir in die nächste Bucht, Buchten gibt’s hier eine nach der andern.

 

 

So ankern wir vor Sögüt, da können wir wieder einkaufen, es gibt einen kleinen Markt.

Von Sögüt geht’s wieder westwärts. Überraschung beim Anker lichten, grosse Sauerei am Meeresboden und mein Anker mitten drin. So muss ich zuerst den Anker von einem alten Fischernetz losschneiden und ein 3 Meter langer dicker Plastikschlauch hängt auch noch am Anker.

Wir setzen die Segel, der Wind kommt pünktlich, ab Mittag bläst er immer stärker und stärker, zum Glück aus Südwest so können wir unter Segel wieder Richtung Bodrum segeln.

 

War eine tolle Woche, wir haben abwechselnd auf der Serenità oder bei Peter gekocht und viel zu erzählen gehabt. Beide wollten wir nach Griechenland, aber wegen den Gasstreitigkeiten und Säbelrasseln bleibt die Grenze gesperrt. Peter segelt nun nordwärts nach Kusadasi und ich südwärts zurück nach Finike.

 

 

 

 

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Bodrum und Turgutreis

Zwei Städte am Meer, in der Provinz Mugla. Bodrum oder Halikarnos, hier hatten die alten Griechen schon eine Stadt gebaut. Heute sind vor allem im Sommer die Gassen voller Touristen, im Winter wird es hier ein verschlafenes Städtchen sein, genau so, wie am frühen Morgen, wenn ich zum ersten Tee unterwegs bin. Nur am Bushof ist immer reges Treiben, da kommen die Busse aus allen grossen Städten und vom Flughafen an.

Bis Turgutreis sind es 16 Meilen, in Turgutreis hört die Strasse auf hat mir ein Türke gesagt, es ist auch der letzte Ort von der Provinz Mugla.

Ich bin für einige Tage aus Bodrum geflohen und hab vor Turgutreis geankert. Es gibt dort eine tolle Marina, doch die Preise sind für Langzeitsegler unerschwinglich. Zum Einkaufen findet man alles hier, auch Seglershops und frisches Gemüse und Früchte. Am Samstag war Mark, das war eine Augenweide. Ausländische Touristen verirren sich nicht viele hierher, ein paar Engländer gibt's überall, die findet man in den Restaurants mit dem günstigsten Bier. Der Sonnenuntergang hinter dem Leuchtturm, über den griechischen Inseln, war jeden Abend ein Spektakel.

Als ich von Peter höre, dass er in Bodrum ist, setze ich die Segel und segle zurück an den Ankerplatz hinter der Burg der Kreuzritter, die an bester Lage am Hafen von Bodrum liegt. Kleopatras Katze schläft wohl immer noch im Schatten vom mächtigen Burgtor.

 

 

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Knidos

Diese geschützte Bucht am Westzipfel der 70 km langen Halbinsel von Datca hat schon die Dorer und Hellenen als guten Hafen und Handelsplatz überzeugt. Hier war eine grosse Stadt mit allem was dazu gehörte, Amphitheater, ein Tempel für Apollon und noch einer für Aphrodite. Knidos war eine der wichtigsten Städte und Kolonie der Dorer aus dem Peleponnes. Um 340 vor Chr. erwirbt die Stadt die bekannte Statue der nackten Aphrodite. Diese Statue der Liebesgöttin wurde so berühmt, dass die Leute von überall her kamen, um dieses Werk zu sehen, so gab es schon in der Antike einen Zustrom von Touristen.

 

Wir, das heisst die Serenità, Wild Rover of Dart und Mazu sind hier auch vor Anker gegangen. Imposant, so mitten in der Antike zu liegen, zwischen Amphitheater und ehemaliger Stadt. Als dann kurz nach Sonnenuntergang der Vollmond übers Wasser spiegelt ist die Stimmung perfekt.

 

Am früheren Morgen sind wir zur Besichtigung durch die Hauptstrasse des antiken Knidos bis zum Kriegsschiffhafen auf der anderen Seite der Bucht gelaufen. Eine schmale Landverbindung wurde zwischen dem Festland und der Insel aufgeschüttet, dadurch war ein sicherer Hafen entstanden.

 

Ungemütlich wird es hier nur bei starkem Meltemi, dann rauschen die Böen über die Bergkämme  und das Liegen in der Bucht wird gefährlich.

 

Nach zwei Tagen haben wir den Anker gelichtet und Knidos verlassen mit Kurs Bodrum. Schwacher Wind hat uns bis rauf nach Kos gefoppt, mal von der Seite dann wieder von der andern. Dann kurz vor Kos sah ich weisse Schaumkronen, sofort ein Reff ins Grosssegel und die Genua auch verkleinert, danach hat es nicht mehr lange gedauert und der Wind hat die Serenità fast flach gelegt. In der Meerenge zwischen Kos und der Türkei bläst oft ein starker Nordwestwind. Einige Salzwasserduschen habe wir bei dem Wind und Wellen schon abbekommen. Dieser Wind hat mich dann mit 7, 5 Knoten Fahrt bis zum geschützten Ankerplatz gebracht, Bodrum war nicht erreichbar bei dem NW-Wind. In der Bucht wurde ich von den Piraten empfangen. Nach Bodrum wars am nächsten Morgen nur noch 4 Meilen, da habe ich hinter der Burg am Strand neben Mazu geankert.

 

 

 

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Von Marmaris nach Bozburun

 

Nach so viel organisieren sind fast alle Wünsche erfüllt. Zu guter Letzt ist am Samstag auch noch das Paket mit der Winterplane und dem Buch von Christel  aus Finike angekommen. Alles klar zum Auslaufen, es ist fast unerträglich heiss in Marmaris, endlich wieder raus an die Brise und das Wasser. Zuerst noch Bunkern, ich kaufe vor allem Getränke ein.

 

Am Sonntagmorgen lege ich ab, der erste Ankerplatz liegt in einer Bucht, wo die Griechen schon eine Kirche und ein paar Häuser gebaut hatten. Richtig abgelegen, klares Wasser und endlich Zeit zum Lesen und vom Stadtrhythmus abzuschalten. Nur die Ziegen klettern über die Uferfelsen auf der Suche nach etwas grünem.

 

Am nächsten Tag die nächste Bucht, da ist das Anlegen nicht so einfach, der Fallwind bläst von den Bergen runter durch die enge Bucht. Nachdem ich die Landleinen an den Felsen befestigt habe, steht das Schiff zu nahe am Ufer. Bei Captain Nemos Restaurant gibt’s Ankerbojen da liege ich sicherer bei jedem Wind. Ich bleibe zwei Tage, klettere in die steile Schlucht, da begegnet mir doch eine Schildkröte, was macht die hier oben? Es ist so unwegsam, sogar Ziegen können hier abstürzen! Der Vater vom Wirt, erzählt mir beim Kühe hüten von früher, als er 1987 das Ufer und Farmland für ca. 1'500 Euro gekauft hat. Mit dem Restaurant hat er sich eine golden Nase verdient. Es gibt einige Quellen hier und die Fischer leben im Sommer auf ihren Holzbooten in der Bucht. Die mondlose Nacht bietet einen grandiosen Sternenhimmel, Cassiopaia tanzt im Nordosten über der Bucht, den Komenten Newwiese kann ich erst in der nächsten Bucht sehen, hier sind die Felswände zu hoch.

 

Die nächste Bucht heisst Bozukkale, hier mache ich wieder bei einem Restaurant am Steg fest. Ist halt so bequem, es gibt Duschen und am Abend sehr feines Essen. In der Nacht trifft Karl und am nächsten Tag Hope and Howard aus Marmaris ein. Zusammen erklimmen wir die Burgruinen. Die Aussicht über die Bucht ist einmalig.

 

Nach drei Tagen segeln wir weiter zur kleinen Stadt Bozburun. In der Meerenge von Rhodos haben wir tollen Wind, so macht das Seglerleben Spass.

 

Vor dem Hafen von Bozburun ankern wir, mit dem Dinghi sind wir nach 10 Minuten rudern in die Stadt. Hier gibt’s einen Teppichhändler, der handelt mit antiken anatolischen Teppichen, da kann ich nicht wiederstehen. Die kleinen passen so gut aufs Schiff.

 

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Marmaris Segelshop-Mekka

Nun bin ich in Marmaris angekommen und meine To-do-Liste ist ellenlang. Riggcheck, Motorcheck, Zahnarzt, Kran für Aussenborder, Schmutzwassertank flicken, Velofelge flicken, Salontisch neu lackieren und die vielen kleinen Sachen.  

Als erster kommt schon am nächsten Morgen ein junger Bursche, er ist Motorenmechaniker und horcht an meiner tollen Maschine, alles okay findet er "in good condition", er bringt 5 Lt. Volvo-Penta Öl und zwei neue Ölfilter und das erste ist erledigt.

Nach langem Suchen sind auch die Rigger von M2 aufgestöbert. Die klettern auf den Mast und finden auch alles toll, ausser das Vorstag, dass soll leicht korrodiert sein. Auswechseln kostet 700 Euro. Ich überlege hin und her, ob das wirklich nötig ist, doch nach 31 Jahren!! Die meisten Versicherungen bezahlen nichts mehr für den Mastbruch, wenn die Wanten älter als 10 Jahre sind. 

Als nächstes finde ich im Sanaji einen hilfsbereiten Chromstahlmechaniker. Er flickt mir den Schmutzwassertank und fertigt Verbindungsstücke für die Entwässerungsleitung an. Diese neue Decksentwässerung bringt das Regenwasser weg vom Deck. 

Mit dem Zahnarzttermin klappt es auch, anstatt Termin wird sofort geröntgt und gebohrt. Ein riesiges Loch wird behandelt und bei der zweiten Konsultation wird die Wurzel rausgebohrt und die Füllung rein und mein neuer Zahn sieht wirklich aus wie neu, ich krieg sogar einen Spiegel zum Anschauen!! Nur 110 Euro hat das gekostet, war aber die modernste Klinik in Marmaris. 

Ich war so zufrieden mit dem Chromstahlmechaniker, dass ich im die Skizze von meinem Wunschkran für den Aussenborder brachte, er wusste sofort Bescheid und das Werk konnte starten, einmal Anprobe am Schiff und danach war der Kran auch schon fertig. Alles handgemacht, auch die Scharniere. Vielleicht die Schrauben auch.

Der Mechaniker kannten auch einen Velomechaniker, der sollte mir die Felge flicken, eine neue ist leider nicht zu finden in der Türkei, das Brompton hat spezielle Masse. So wird das Rad ausgespeicht, das Alu geschweisst und alles wieder zusammen gebaut. Nun kann ich wieder fahren, wie lange weiss ich nicht, die Schweissnaht wird nicht ewig halten, es klappert schon. 

Marmaris hat einen wunderschönen, langen Sandstrand an dem ich am frühen morgen meine Fahrradtouren machte.

Dann wird Salontisch ausgebaut und die Schreinerei der Marina übernimmt das Schleifen und neu lackieren des Tisches, da waren zu viele Spuren der Vergangenheit. Jemand hat da nicht Sorge getragen. Hat mich schon lange gestört. 

Eine neue Grossschot ist auch angeschafft. Endlich...die alte war zwar neu, aber mit 14 mm viel zu dick und war unhandlich und unmöglich. Nun hab ich meine Wunschgrossschot, schöne Farbe und passt in die Rollen und ist geschmeidig. 

Die Korrosion am Vorstag hat mich schon etwas belastet, da hab ich mich dann für das Auswechseln entschieden. Hab eine neue Offerte eingeholt und die Junges haben den ganzen Nachmittag gearbeitet und das Vorstag abgebaut und ein neues Stahlseil eingebaut. Nicht ganz billig aber beruhigend. 

Nun ist auch meine Winterplane aus Finike eingetroffen, nach vielem Suchen ist das Paket doch noch in der Netsel-Marina eingetroffen, leider ohne Bootsname auf der Adresse und somit zuerst unauffindbar. War viel Aufregung und viele Leute haben suchen geholfen. 

Jetzt ist "alles" erledigt, morgen Sonntag segle ich weiter, raus aus dem Hafen mit seinen 40 Grad, raus zum Baden, Schwimmen und neues entdecken. 

 

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Türkisch Mangal

In der Bucht von Ekicik, die von Wäldern und Hügeln umgeben ist, gibt's einen langen Sandstrand von einem Ende der Bucht zum andern Ende. Keine grossen Hotels die die Idylle stören, kein Dorf, nur ein paar Häuser an der Strasse und nur weit entfernt ein Muhezzin.

Was hier so speziell ist, es gibt ein wild organisiertes Camping. Habe schon oft beobachtet, die Türken sitzen gerne zusammen, der Grill wird befeuert und der Samowar spendet den ganzen Tag Cay (Tee). Türkisch Barbecue(Mangal) halt, viel Fleisch und Raki und Geselligkeit. 

Unter den Bäumen stehen die Bänke im Schatten und sind schon früh am Morgen besetzt. Die Leute schlafen alle hier, in der Hängematte, im Zelt, im Camper oder im Auto. Ferien für die Türken aus der Grossstadt. Es ist kein Rummel, keine Hektik, nur das geniessen am Strand zusammen mit Freunden und mit der Familie. Ein kleiner Laden versorgt all die Leute mit Lebensmittel. Abfall wird in massiven Containern gesammelt, kein Plastikcontainer, wo beim ersten Windstoss die Deckel wegfliegen wie in Italien und Griechenland und die wilden Tiere allen Abfall verteilen.

War ein Erlebnis da mitten drin zu sein, mit dem Schiff am Pier von Ekincik. 

 

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Von Finike nach Marmaris

 

Was gibt’s da zu erzählen, es sind vor allem die wunderschönen Ankerplätze die zum verweilen und baden einladen. Zuerst war ich in Kekova, hab meinen neuen Sonnenschutz getestet. Passt perfekt. Jetzt ist es schön schattig im Cockpit und auch im Schiff ist es kühler.

 

Von Kekova segelte ich nach Kas, da konnte ich gratis in der Setur Marina liegen, da mein Vertrag im der Setur Marina noch bis August gültig ist. Da habe ich Karl aus England und Hope und Howard aus den USA getroffen und zusammen sind wir dann weiter nach Kalkan, und dann nach Karacaören.  Dieses felsige Kap mit seinem Naturhafen ist gut geschützt, obwohl rundum felsige Inseln aus dem Wasser ragen. Wir genossen den gemeinsamen Abend auf der Veranda des Restaurants.

 

Am nächsten Tag sind wir in der Bucht geblieben, die Türkei hatte wieder Ausgangssperre von 9 – 15 Uhr wegen den Studenten. Mir solls recht sein, hier ist es toll zu liegen und eine Wanderung auf den Bergrücken mit bester Fernsicht hat sich gelohnt, heiss wars aber, fast 40 Grad, am Schatten!!!

 

Der nächste Ankerplatz war in der Quellenbucht direkt unterhalb der Felsengräber und unweit der Quellen wo das ganze Jahr frisches Wasser sprudelt. Der Fisch vom türkischen Künstler Bedri Rahmi auf dem Felsen neben der Quelle begrüsst die Leute die mit dem Schiff hier anlegen.

 

Der Ausblick vom Berg oberhalb der Felsengräber reicht über den ganzen Golf von Göcek. Unzählige Yachten und Megayachten liegen hier am Anker.

 

Von hier segeln wir zur Stadt Fethye, wie immer haben wir Wind, fast zu viel heute, wir wurden überrascht wie schnell der Wind aufgedreht hat. Wir sind alle drei Schiffe mit Volltuch unterwegs gewesen.

 

Am Dienstag ist Markttag in Fethye und so haben wir den Kühlschrank mit frischem Gemüse aufgefüllt. Dank dem grossen Schlauchboot von Howard mussten wir die Taschen nicht weit schleppen, er ist bis fast zur Markthalle gefahren.

 

Nach drei Tagen Stadtrummel, obwohl eigentlich wegen dem Corona-Virus wenig los war in der Stadt, bin ich dann früh am Morgen los zum nächsten Ankerplatz. Dort habe ich die beiden anderen Schiffe verloren, da es in der Bucht gerammelt voll war. Am nächsten Tag war ich dann aber fast alleine dort. Das Wasser war so klar und die Fische und die Schildkröten schwammen rund ums Schiff, angebissen hat keiner.

 

Nach zwei Tagen in Ekincik bin ich nun in Marmaris. Hier kann ich wieder die Arbeitshosen auspacken. Hab neue gefunden ohne Löcher!!

War eine schöne Reise hierher, so ganz alleine wars nicht immer einfach, vor allem das Ankern in der Bucht, mit Wind von der Seite und mit der Leine im Mund zum Ufer schwimmen und das Schiff fixieren.  Unterwegs bin ich oft angeleint, denn einmal im Wasser, dann tüssss Schiff….. and Paul

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Goodbye Finike, Güle Güle

 

Nach langer aufregender Zeit in Finike, mit all den Überraschungen und Covid-19 Einschränkungen ist es nun aber Zeit die Leinen zu lösen und weiter zu segeln. Die Arbeitshose habe ich an den Nagel gehängt, nun kommen andere Zeiten. Besser, schlechter, wer weiss das schon.

 

Das bedeutet aber auch Abschied nehmen von so vielen netten, hilfsbereiten Menschen. Segler, nicht Segler, ehemalige Segler, zukünftige Segler.

 

Das Abschied nehmen hat natürlich schon vor einigen Tagen angefangen. Der letzte gemütliche Rotweinabend mit Christel und Trix im Garten von Christels Haus.

 

Dann mit Trix und Peter beim Fischessen in den Bergen, wo die Forellen im schattigen Bergbach gefangen und gezüchtet werden.

 

Beim Kafe «Limani» von Ismael, wo ich früh am Morgen immer der erst Gast war, ihm wünsche ich viel Glück bei seinen vielen Plänen.

 

Auch der letzte Tag war nochmals hektisch, am Morgen beim Segelmacher vorbei schauen, wegen der Winterplane.

 

Vermutlich hab ich nicht allen «Allahaismarladik» gesagt. Was so viel wie Goodbye heisst. Aber in Gedanken hab ich mich von allen verabschiedet.

 

Am letzten Abend gabs ein Abschiedsbier auf dem Schiff, gute Wünsche und fair winds für die welche ostwärts segeln, für die die westwärts segeln und natürlich auch gutes Wetter für die welche im Hafen oder Finike bleiben.

 

Beim Eindunkeln kommt Süleman und bringt die Winterabdeckung, die er noch im Rohzuschnitt aufs Schiff anpasst. Die fertige Plane wird er mir nach Marmaris nachschicken.

 

Nun wird es Zeit für Feierabend und den Kopf fürs Ablegen umstellen. Bei der Portpolice habe ich mich abgemeldet. Muss am Samstagmorgen schon um 6 Uhr los, da von 9 Uhr bis 15 Uhr wieder mal Ausgangssperre ist, das gibt auch für die islamische Seefahrt, ab 9 Uhr muss geankert werden. Hoffentlich ist das Meer dort nicht zu tief!!! Die Studenten müssen sich im Gymi einschreiben, da darf niemand anderes unterwegs sein. So die Vorschrift vom Sultan.

 

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Türkische Amalfiküste

 

Von Finike nach dem 35 km entfernten Demre, führt eine seit einigen Jahren gut ausgebaute Strasse. Es ist der einzige Weg, welcher die Küstenstädte mit der Grossstadt Antalya verbindet. Hier schlängeln sich die Lastwagen mit Gemüse und Früchten beladen den Kurven entlang.

 

Ich hab die Strasse mit dem Bus kennen gelernt, nun will ich in Ruhe die herrliche Küste mit dem Velo erkunden. Die Strasse wurde in den Fels gesprengt, noch immer sieht man die rötliche Narbe im Fels die sich oberhalb vom Trasse dahin zieht. Ich fahre an vielen Buchten vorbei, das Wasser leuchtet blau, die weissen Kieselsteine reflektieren das Sonnenlicht. Es führen Wege zu den Buchten, ab und zu sind Meschen am Baden oder sind hier um die Morgensonne zu geniessen.

 

Einige Fischer haben sich die Klippen runter gewagt und hoffen, dass ein grosser Brocken anbeisst. Ihre Autos oder die Motorräder sehe ich oben an der Leitplanke stehen.

 

Die Aussicht ist toll, die Felsenstrasse so einmalig, da kommt mit der Gedanke, das könnte die «Amalfi» der Türkei sein. Nach etwa 15 km endet die Felsenküste und die Strasse führt an einer Lagune entlang nach Demre. Ich drehe um und der einsetzende Westwind hilft bei der Rückfahrt nach Finike.

 

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Finikes neue Moschee

 

An bester Lage entsteht die neue Moschee, die wird einfach so gebaut, da oben am Berg, keiner weiss so richtig warum und wieso. Simsalabim. Egal ist ja bezahlt von …vielleicht aus Saudi Arabien, oder sonst gesponsert einem Ölscheich.

 

Ich bin mit dem Velo raufgefahren und hab mir die riesige Baustelle aus der Nähe angeschaut. Es sind mehrere Gebäude, die für verschiedene Zwecke genutzt werden, die meiste Zeit steht wohl alles leer nur, die Lautsprecher werden das Gebet und die «Botschaft» in arabischer Sprache verkünden die keiner versteht. Hauptsache es ist laut und keiner hört hin. Viel Spass den Hafenliegern, die werde nun noch besser beschallt.

 

Das Bauwerk ist aber eine Augenweide, es wird ohne Kran gearbeitet, die Gerüste alle aus Holz. Speziell auch wie das Dachgewölbe geklinkert wurde. Alles mit Holzschablonen bis der letzte Ziegel gesetzt wurde. Wie anno dazumal. Viele Steinmetzarbeiten werden am Ort gemacht, die schneeweissen Marmorblöcke stehen bereit zum Bearbeiten. Das weiss blendet in der Sonne, es ist heiss die Arbeiter tragen Texashüte und sind erfreut über den fremden Besucher der sich für ihre Arbeit interessiert.

 

Die Architektur ist orientalisch, ich fand kein anderes Gebäude in Finike das so ähnlich ausschaut, die Moschee scheint mir fast etwas Fremdes hier in der Stadt. Ismael ein Türke hat zu mir gesagt, das ganze ist eine grosse Selbstbefriedigung. Diese fast 10'000’0000 Lira hätte auch für bessere Zwecke verwendet werden können. So zB. Kläranlage... oder ….

 

Bald ist es fertig gestellt, es fehlt noch das Minarett und die Lautsprecher!!! Dann hat Finike ein neues Wahrzeichen. Bis jetzt waren es die feinen Orangen, welche hier im fruchtbaren Delta wachsen. Die Meinungen werden geteilt sein, den Touristen wird's gefallen.

 

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Myra und Demre

 

Mit Bus und Velo geht’s heute Südwärts nach Demre. Das sind 35 Kilometer kurvenreiche Küstenstrasse. Vom Busbahnhof in Demre fahre ich nach Myra. Ausserhalb der Kleinstadt fahre ich an Gewächshäusern vorbei und schon bald bin ich am Fuss der Berge. Bei den Bauernhäusern sehe ich in Plastiksäcke eingeschlossene Paperoni, die liegen an der Sonne und werden vergoren und nachher in Gläsern eingelegt.

Das antike Myra war einst eine wichtige lykische Stadt und ist heute vor allem als Wirkungsstätte des heiligen Nikolaus bekannt. In Myra sind die vielen Felsengräber einmalig. Das Theater, das die Römer erbaut haben ist berühmt für die zahlreichen Relief an den Mauerabschlüssen. Empfangen werde ich von drei Gesichtern die mich mustern, darf ich vorbei gehen, trifft mich der Blitz des Zeus? Alles gut gegangen, ich erklimme das Amphitheater, von da oben gibt’s einen schönen Ausblick, zu den Felsengräbern, über die vielen Glashäuser und tief runter in die Arena.

 

Nun geht’s zurück nach Demre, zur Basilika St.Nikolaus. Der Zar Alexander der II. hat diese im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut, nachdem sie seit der byzantinischen Zeit mehrfach zerstört wurde. Viele Fresken schmücken die Wände und Decken und am Boden sind mit Steinen bunte Ornamente verlegt. Der Sarkophag vom Nikolaus ist leer, die Römer haben die Gebeine mitgenommen, die Türken möchte diese gerne aus dem Vatikan zurück haben.  

 

Mit dem Bus geht’s dann pünktlich um 12.30 Uhr wieder zurück nach Finike. Regen ist angesagt, da möchte ich auf dem Schiff sein und alle Luken dicht haben.  

 

War ein interessanter Ausflug, wenn schon nicht gesegelt werden kann, kann ich doch die Umgebung von Finike mit seinen Sehenswürdigkeiten entdecken. Es gibt immer wieder interessante Begegnungen und Erlebnisse.

 

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Olympos und Chimaera

 

Auf halber Wegstrecke nach Antalya liegt das antike Olympos, dorthin möchte ich einen Ausflug machen. Griechische Ruinen und Strand zum Baden. Mit dem Klapprad im Bus, fahre ich bis zur Haltestelle Olympos auf der Main-Road, dort steige ich aus, von hier geht's mit dem Velo 11 Kilometer runter ans Meer. Eine steile Abfahrt, es macht Spass, doch die Bremsen quietschen laufend.

 

Unten angekommen, geht’s einem Fluss entlang, bis rechts und links die Strasse von kleinen Hotels und Pensionen gesäumt ist. Seit Hippie-Zeiten gibt’s diese Hotels hier, es scheint sich nicht viel verändert zu haben. Nur, das es jetzt vermutlich viel, viel mehr sind. Übernachten im Baumhotel ist hier im Trend.

 

Dann gelange ich zum Eingang der griechische Ruinenstadt und alles ist abgesperrt. Covid-19, alles zu, kein Strandzugang. Nada. Umkehren? Ich entscheide mich mit dem Velo die 35 km bis Kumluca zu fahren, hab ja Zeit. Durch einsame Wälder und durch kleine Dörfer führt mich die Strasse. Rauf und runter geht es natürlich auch, leider. Plakete die Werbung für die beste Sorte Hybrid F1 machen gibt's oft zu sehen, keine Rolexwerbung hier in der Pampa. Plötzlich wird die Sicht frei und ich erkenne die endlosen Plastikhäuser von Kumluca bis Finike. Jetzt nehme ich den Bus bis Finike.

 

Gestern 10. Juni habe ich den zweiten Versuch gestartet, Covid-19 ist ja "vorbei".  Diesmal klappts mit dem Zugang zu den Ruinen und dem wunderschönen Fluss entlang zum Strand. Dieses Olympos ist einmalig gelegen, das bewaldete Gebirge reicht bis ans Meer, so war die Stadt am Fluss gut zu schützen.

 

Ein langer Kiesstrand liegt vor mir, ich wandere dem Strand entlang bis ans andere Ende nach Ciralia. Baden «verkürzt» die Wanderung und ich sehe einige Schildkröten-Gelege die mit Drahtkörben geschützt und mit Datum beschriftet sind. Nach über einer Stunde laufen, am jetzt noch menschenleeren Strand hab ich das andere Strandende erreicht. Das ist einer der schönsten Strände der ganzen Türkei, die Kiefern bewaldeten Berge reichen bis ans Meer, der weisse, geschwungene Kiesstrand und das glasklare, blaue Meerwasser machen die Atmosphäre perfekt. Keine Hotels, kein Haus stört die Idylle nur einige Gülets schwojen am Anker.

 

Hinter Ciralia in den nahen Bergen brennen die Feuer der Chimären, diese haben schon Odysseus verwirrt. Er glaubte, das sei der Zugang zum Hades. Erschöpft komme ich dort an und staune über die vielen Feuer die aus der Erde brennen. Ich kann mir vorstellen, dass die Menschen geglaubt haben, hier sei der Zugang zur Hölle.

 

Nun geht’s den ganzen Strand entlang zurück nach Olympos und bequem mit dem Bus zurück nach Finike.

 

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Das Teakdeck wird fertig

 

Nach fast genau zwei Monat arbeiten, wird am Samstag 30. Mai das Deck geschliffen. Alle Unebenheiten und die schwarzen Sikafugen werden plangeschliffen. Jetzt sehe ich das neue Teakdeck zum ersten Mal, bis jetzt waren die Sikafugen noch nicht erkennbar. Es sieht toll aus, viele spezielle Einzelheiten, wirklich eine gute Schreinerarbeit. Habe Freude an neuen Deck.

 

Es müssen jetzt noch alle Beschläge und Anschlüsse für Diesel, Wasser und Abwasser montiert werden. Ich mach schon mal einen Termin für das Einwassern mit dem Kranmeister ab. Es soll der Samstag sein, denn gemäss «christlicher Seefahrt» darf eine Schiffsreise nicht am Freitag beginnen! Das bringt Unglück. So kommt die Serenità am Samstagmorgen 6. Juni zurück ins Wasser.

 

Die letzten Arbeiten werden noch am Werftsteg erledigt. Die Genuaschiene muss noch montiert werden. Diese Arbeit wird am Sonntagmorgen abgeschlossen. Dann endlich, Motor starten, der Diesel springt auf den ersten Drücker an und schmurrt wie ein Kätzchen. Alle Seeventile sind dicht, die Kühlung läuft, wir können ablegen.

 

Danach reiht sich die Serenità wieder am Steg B zwischen die anderen Segelschiffe. Poseidon kriegt auch einen feinen Schluck, Singel Malt. Nun mache ich aus der Baustelle wieder ein Segelschiff, das dauert wohl noch einige Tage.

Nach fast genau zwei Monat arbeiten, wird am Samstag 30. Mai das Deck geschliffen. Alle Unebenheiten und die schwarzen Sikafugen werden plangeschliffen. Jetzt sehe ich das neue Teakdeck zum ersten Mal. Es sieht toll aus, viele spezielle Einzelheiten, wirklich eine gute Schreinerarbeit. Habe Freue an neuen Deck.

 

Es müssen jetzt noch alle Beschläge und Anschlüsse für Diesel, Wasser und Abwasser montiert werden. Ich mach schon mal einen Termin für das Einwassern mit dem Kranmeister ab. Es soll der Samstag sein, denn  gemäss «christlicher Seefahrt» darf eine Schiffsreise nicht am Freitag beginnen! Das bringt Unglück. So kommt die Serenità am Samstagmorgen 6. Juni zurück ins Wasser.

 

Die letzten Arbeiten werden noch am Werftsteg erledigt. Die Genuaschiene muss noch montiert werden. Diese Arbeit wird am Sonntagmorgen abgeschlossen. Dann endlich, Motor starten, der Diesel springt auf den ersten Drücker an und schmurrt wie ein Kätzchen. Alle Seeventile sind dicht, die Kühlung läuft, wir können ablegen.

 

Danach reiht sich die Serenità wieder am Steg B zwischen die anderen Segelschiffe. Poseidon kriegt auch einen feinen Schluck, Single Malt. Nun mache ich aus der Baustelle wieder ein Segelschiff, das dauert wohl noch einige Tage.Die Ankerwinsch muss auch noch montiert werden.

So jetzt haben die anderen Segler Zeit das schöne Deck zu bestaunen. 

 

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Auszeit in Kekova

 

Nach über zwei Monaten arbeiten auf dem Segelschiff wurde es nun langsam Zeit, auch wieder mal zu segeln. Murat hat sein Schiff startklar und auslaufen darf man seit zwei Wochen auch wieder, «nach» der Covid-19 Krise.

 

So starten wir beide am Montagmorgen unseren Trip nach Kekova, das 20 Meilen südwestlich von Finike liegt und ein Touristen-Hot-Spot hier an der Küste ist. Kekova liegt versteckt hinter der grössten, unbewohnten türkischen Insel (alle andern Inseln sind Griechenland zugesprochen worden) in einer geschützten Bucht. Hier hat sich die türkische Marine im 2. Weltkrieg versteckt. Touristen finden wir keine, da noch Ausgangssperre für die Ausflugsschiffe ist. Aber alle Gültes liegen bereit zum Auslaufen, dann ist hier die Hölle los. 

 

Wir geniessen die Abgeschiedenheit in den ruhigen, bewaldeten Buchten und faulenzen zwei Tage. Nur einen Fussmarsch durch die ausgetrocknete Landschaft unternehmen wir, es geht vorbei an tiefen Grundwassertümpeln mit den grössten Mönchspfeffersträuchern die ich je gesehen habe. Alte Brunnen sind noch zu sehen, die hier vor Urzeiten gegraben wurden.  Wir sind auf dem lykischen Wanderweg. Nach dem Marsch gibt bei der urigen Taverne am Ufer einen Cay und der Wirt lädt uns zum Ueberwintern an seinen Steg ein, ist im wohl zu langweilig hier allein in der Pampa. 

 

Am Abend bruzelt Murat unser Nachtessen auf dem kleinen Holzkohlengrill, es gibt viel Gemüse und noch mehr Fleisch. Dazu natürlich Bier und Raki.

 

Am Mittwochmorgen gibt’s den ersten Kaffee schon vor 6 Uhr, genau bei Sonnenaufgang. Bald danach starten wir den Motor und es geht raus aufs Meer, wo die Segel gesetzt werden und wir zurück nach Finike segeln. Neu motiviert für das Werken am Schiff.

 

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Arbeiten am Teakdeck

Endlich ist es soweit, das letzte Stück Teakholz wird eingelegt. Nun ist aber ein grosser Schritt gemacht. Als nächstes werden die gröbsten Unebenheiten mit der Schleifscheibe ausgeglichen. Danach kommt der Primer in die Fugen und mit der Presse wird das Sikaflex No. 290 in die Fugen gepresst. Ab jetzt heisst es 9 Tage warten, damit das Silka-Fugenmittel gut durchtrocknet. Das Ausfugen wurde immer kurz vor Sonnenuntergang gemacht, da der schwarze Sikakleber keinen Sonnenschein verträgt. Es war aber so heiss, dass ich bedenken hatte, ob das gut kommt. Fast 40 Grad an den Tagen als die Fugen gefüllt wurden. Da hat der provisorische Schatten die Temperaturen an Deck etwas erträglicher gemacht. Ramadan war es auch noch, das heisst nichts essen und nichts trinken von Sonnenaufgang bis Untergang, da waren die beiden Schreiner manchmal an ihren körperlichen Grenzen. (Selber Schuld, das ist wirklich ungesund)

Nach 9 Tagen wurde das überstehende Sika mit dem Stechbeutel weggeschnitten. Nochmals zwei Tage warten, dann kann das Deck geschliffen werden und das Resultat der ganzen Arbeit wird sichtbar. Eine massive Fussleiste ist seit ewig defekt, nun wird diese Fussreling auch erneuert.

Ich war in der Zeit natürlich auch  nicht nur am Faulenzen. Ich hab das Unterwasserschiff angeschliffen und gespachtelt und mit Primer behandelt. Zu guter Letzt ist jetzt auch das dunkelblaue Antifouling gestrichen. Geb mir Mühe, dass ich mit meinen Arbeiten auch fertig bin, wenn die Schreiner das Deck fertig haben.

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Antikes Finike

Historisches, Kultur, Sport,  nicht viel davon hab ich gefunden in der Stadt Finike. Aber einen langen Sandstrand, viele Moscheen,  viele Glas- und Plastikhäuser für die Gemüseproduktion, einen wunderbaren Ausblick in die nahen Berge, wo noch immer der letzten Schnee liegt, keine Touristen und den lykischen Fernwanderweg, das bietet Finike.

 

Ich weiss nicht sehr viel von Finike zu erzählen, es ist eine türkische Kleinstadt am Meer, in der alles zu finden ist was zum Leben notwendig ist. Ein Bushof, neue Verwaltungsgebäude, ein neuer grosser Spital, eine Markthalle, wenige Hotels, Wohnquartiere mit holprigen Strassen und oberhalb der Stadt viele Häuser die etwas unsicher am Berghang stehen. Es ist keine schmucke Stadt, einige modere Häuser versuchen das armselige zu übertönen. (little Babylon, das passt auch für hier).  Kaum sind die Häuser fertig sieht man schon den Alterungsprozess. In den Gassen im Stadtzentrum fand ich noch einige antike Häuser, viele unbewohnbar, doch erhaltenswert. Hoffentlich findet sich ein Liebhaber dafür.

 

Ausserhalb vom Zentrum entdeckte ich ein Areal mit konfiszierten Motorrädern, hunderte stehen in Reih und Glied, ich weiss nicht auf was die warten, den Schreder oder ??? So modernisieren sich hier die Motorräder, von unsicheren Hondas zu neuen Elektromotorrädern die hier lautlos rumkurven.

 

Finike ist ein Stadt in der ich mich schnell wohl fühlt habe, keine Hektik, kein Trubel, einige Parks und die Flüsse haben breite Promenaden zum Spazieren, es sieht gepflegt aus. Da genug Wasser vorhanden ist werden die Pflanzen und Palmen bewässert so ist es schön grün hier. 

Mal sehen, ob das Leben in der Stadt nach der Corona-Krise anders ausschaut, wenn der Biergarten am Hafen wieder offen ist.

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Rund um Finike

 

Die Regenzeit ist vorbei. Die Olivenbäume und die Orangenbäume haben geblüht, die ganze Stadt hat nach Orangen geduftet. Die Blumen sind noch am Blühen aber das Gras schon wieder am Verdorren. Es wird heiss, in den Bergen sind nur noch letzte Schneefelder zu sehen. Der Sommer kommt und der nächste Regen im Oktober. Rund um Finike sind grosse Orangen- und Granatapfelplantagen, die "Bauern" haben ihr Land nicht verkauft, darum gibt's nur wenige Hotels am Strand. Finike und Kumluca haben fast keinen Tourismus.

 

 

Ich bin mit dem Velo rund um die Stadt gefahren und hab einige bunte Bilder gemacht. Bin an den Flüssen und Bächen entlang gefahren die durch das 15 km breite Delta zwischen Finke und Kumluca das Wasser aus den Bergen zum Meer bringen. Am Ufer der Bäche sonnen sich die Echsen und die Wasserschildkröten. Auch Landschildkröten sind anzutreffen, mitten in der Stadt, hatte leider keinen Fotoapparat dabei.

 

Das Velofahren macht durstig, an einem Verkaufsstand für Orangen, Zitronen und Grappfrucht, gibt es frisch gepressten Saft. Der Saft schmeckt lecker. Ich kauf mir immer wieder einen Sack, die Leute an diesem Stand sind meine Hoflieferanten. Ein Sack Orangen für 15 TL, das sind Fr. 2.-, so günstig sind die Vitamine hier.

 

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Im Antalya Sanayi

 

Meine Ankerwisch die wegen dem verlegen des Teakdecks entfernt werden musste bekommt ein neues Outfit.  Das Winschgehäuse hat nach all den Jahren einige Flecken und Schrammen, die Oberfläche ist gealtert. Am Besten das Gehäuse wird neu verchromt. Hier in Finike kann das niemand machen, mein Mechaniker sagt, das geht nur in Antalya. Dank Aylin die natürlich perfekt türkisch spricht findet sich im Sanayi eine kleine Bude die das machen kann. Am Freitag 8. Mai fahre ich mit dem ersten Bus nach Antalya und bin zwei Stunden später am Bushof. Das Sanayi liegt gemäss Karte nicht weit weg, aber es fährt kein Bus dorthin, ich nehme ein Taxi, so bin ich in 10 Minuten dort. Doch bis wir diesen Verchromer gefinden, müssen wir uns im Gewirr der Strassen öfters nach dem Weg erkunden.

 

In diesem riesigen, neuen Sanayi, Handwerkerquartier, gibt’s vor allem Autowerkstätten, Metallverarbeiter, Fensterbauer, Schiffsmotorenmechaniker. Eine Werkstatt liegt neben der nächsten, die meisten nur 10 Meter breit. Endlich finden wir meinen Verchromer. Nach kurzer Besprechung und einem Rückruf bei Aylin, geht’s zu Fuss zurück zum Bushof und  nun heisst es fünf Tage warten, dann kann ich das Gehäuse abholen. Auch das Kugellager und die Dichtungen wollen sie für mich organisieren. So guet.

 

Am 13. Mai fahre ich wieder nach Antalya, die Teile in der Werkstatt abholen, das Gehäuse glänzt und ich strahle, es sieht wie neu aus. Nur eine Ecke muss, unter meinem kritischen Auge, nochmals poliert werden. Der Arbeiter schleift mit Mundschutz, der ist jetzt Vorschrift wegen dem Covid-19.  Ich hab echt Freude, dass das so reibungslos funktioniert hat. Die Fahrten nach Antalya haben sich gelohnt.

Beim Schiff angekommen, wird gerade das letzte Stück Teakholz verlegt. Jetzt ist ein grosser Schritt gemacht, auf dem Weg zum neuen Teakdeck.

 

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Decksarbeiten

 

Nun sind es mehr als fünf Wochen seit dem Beginn der Arbeiten an Deck. Zuerst das alte Teak entfernen, defekte Kunststoffoberfläche mit Epoxyharz flicken und jetzt die neuen Teakleisten aufkleben. Zur Zeit wird der kniffligste Teil montiert, die Hölzer die an den Kajütaufbau anschliessen. Das ist wirkliches Handwerk und braucht viel Erfahrung. Schablonen werden hergestellt und in der Werkstatt wird dann das Teakholz zugeschnitten.               

Die Bewegungsfreiheit in den letzten zwei Monaten war hier in der Türkei wegen dem Covid-19- stark eingeschränkt. An den Wochenenden Ausgangssperre, an Feiertagen auch, Gesichtsmaskenzwang, keine Busse in die grossen Städte und wer ü65 alt ist, darf das Haus gar nicht verlassen. So fehlen zum Teil Spezialisten in der Werft, weil sie ü65 sind.

Wie hält man sich da fit, wenn nichts mehr erlaubt ist. Kein joggen am Strand, kein Fitnesscenter ist offen, meine Muskeln haben die Konsistenz von Götterspeise!

 

Dieses Wochenende 9.-10. Mai ist die Ausgangssperre in Finike endlich aufgehoben. Der Markt war offen, aber alle Leute mussten durch eine Desinfektionsdusche. Das Segeln ist wieder erlaubt, einige Schiffe werden nun die Marina verlassen. Abschiedsparty ist heute Nachmittag, das muss gefeiert werden. Hab Bier kalt gestellt.

 

Die beiden Schreiner haben Samstag und Sonntag gearbeitet. Jetzt fehlt nicht mehr viel und das Deck ist mit Teak belegt. Jetzt ist Ramadan, das heisst nichts essen und nichts trinken von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Der Muhezin singt noch lauter und noch länger, zum Glück ist der Hafen weit vom Minarett entfernt, so genügt laute Musik im Schiff um den Krach zu übertönen. Doch in der Stadt sind einige Apartments nicht bewohnbar wegen dem lauten Singsang auf arabisch. Hier in der Marina wird aber schon am Mittag tüchtig gefeiert und am Abend sitzen auch alle zusammen bevor der Böllschuss das Ende der Fastenstunden anzeigt. Ich erschrecke fast immer, denn meisten knallt es unverhofft. Nach dem Ramadan am 23. Mai ist Ferien, da wird 10 Tage nicht gearbeitet, Zuckerfest, auf türkisch Bayram. Ich hoffe das Deck ist vor diesen Ferien fertig.

 

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Ankerkette schweissen

 

Wer so viel Zeit hat, während das Schiff an Land steht und die Schreiner arbeiten, dem fällt auch immer was ein, was er noch machen könnte.

 

Zum Beispiel: Die Ankerkette mit Farbe markieren, nach 10 Meter gelb, nach 20 Meter rot nach 30 Meter blau und 40 Meter weiss, so weiss ich genau wieviel Kette das beim Ankern gesetzt ist.

 

Oder: meine Ankerkette besteht aus zwei Teilen und ich hab diese mit einem Kettenglied, das mit dem Hammer zusammengeklopft wird, verbunden. Doch jetzt nach drei Jahren ist das Teil rostig und ist sowieso die Schwachstelle in der ganzen Kette. Ich möchte eine neue Verbindung einsetzen. Murat kennt einen Schlosser und wir entscheiden, die Kette zu schweissen. Meine türkischen Seglernachbarn haben ein Auto und damit bringen wir die 65 Meter lange Kette ins Sanayi. Sanayi ist  das Quartier in dem die Handwerker arbeiten, das gibt’s in jeder Stadt. Einfach nach dem Sanai fragen, wenn ihr mal Probleme mit dem Auto, dem Velo, dem morschen Gartentisch oder was auch immer habt.

 

Dort wird das rostige Kettenglied rausgetrennt, ein Kettenglied mit der Trennscheibe und einem Eisenkeil geöffnet und die beiden Kettenglieder zusammen gesteckt. Jetzt das Kettenglied wieder zusammenschweissen und die Ankerkette ist wie aus einem Stück. So einfach ist das. Jetzt gibt’s keine schwache Stelle mehr.

 

Für meine Stützen, welche die Solaranlage waagrecht halten, hat der Schlosser ein dünnes Stahlrohr abgelängt, ein Loch gebohrt, einen Schäkel drangemacht und schon sind die beiden rostfreien Solarstützen fertig.

 

Nach 30 Minuten ist alles wieder im Auto verstaut. Die ganze Arbeit kostet 15 türkische Lira, das sind genau Fr.2.—unglaublich.

 

 

 

 

 

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Trimaran, Ancyra

 

Also, das was hier auf den Holzstützen steht, ist ein Trimaran. Dieses Schiff schwimmt sogar, es war hier im Hafen von Finike, bis es letzte Woche für den Umbau aus dem Wasser gekrant wurde.                                          

Die beiden Ausleger an Back- und Steuerbord können ausgefahren werden, dann erst kann damit gesegelt werden. Ach ja, es ist ein Segelschiff. Das schwarze, zu Oberst ist ein Teleskop-Mast der ist jetzt eingezogen. Der Grossbaum ist begehbar und hat ein Geländer. So was habe ich noch nie gesehen. Die grossen Fenster werden durch Klappen geschützt, damit die Wellen das Glas nicht eindrücken. Beim Ankern, können die Klappen runtergelassen werden und dienen als Balkon.

 

Weil das Ungetüm schlecht segelte, also langsam war, wurden vorne und hinten 4 Meter Verlängerungen angebaut. Es heisst ja unter Segelfachleuten: Länge läuft. Ob das die richtige Entscheidung war, bezweifle ich.     

Ein grosser Propeller sorgt für den nötigen Schub, wenn mal kein Wind ist. Dieser Propeller rotiert durch einen Kettenantrieb und das ganze wird beim Segeln ins Schiff eingezogen. Auch die beiden Aussenbordmotoren können mit Gewindestangen aus dem Wasser gehoben werden.                                                                              

Jetzt hat ein grosser Umbau begonnen, die Verlängerungen vorne und hinten wurden abgesägt und werden sicher modifiziert. Hinten wurde die Unterseite aufgetrennt. Es soll unten ein Stück angesetzt werden. Der Keil der eingesetzt wird, verbessert sicher die hydrodynamischer Performence. So schwimmt das Schiff vielleicht noch besser. Viel Platz scheint es auf dem Monster nicht zu haben. Sehenswert ist es allemal. 

 

Leider konnte ich aber noch nicht mit dem Besitzer sprechen, würde gerne mal einen Blick ins Innere werfen. Vielleicht kommt ja noch die Gelegenheit. 

 

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In der Werft der Gülets

 

 

Hier auf der Werft in Finike ist zur Zeit nicht viel los. Viele Schiffsbesitzer können nicht herkommen und somit stehen auch die Arbeiten still. Alle paar Tage kommt mal ein Schiff aus dem Wasser, wird poliert und das Unterwasser neu gestrichen, dann wieder zurück ins Wasser. Doch hier stehen Metallarbeiter, Motorenmechaniker, Elektriker und warten auf Arbeit. Nur die beiden Schreiner sind mit der Serenità beschäftigt.

 

Direkt angrenzend an die Antalya Werft, wo ich jetzt liege, ist ein separates Gelände für die lokalen Schiffsbesitzer. Hier wird gearbeitet, gezimmert und gestrichen, gehobelt und geraucht wie die Türken. Hier stehen einige Gület die noch vor der Sommersaison ins Wasser müssen. Einige werden das wohl nicht schaffen, da fehlen noch die Planken, das alte Holz ist morsch und muss ausgewechselt werden. Oft hilft auch viel Farbe drauf!!!  Für mich wars interessant die grossen Holzschiffe aus der Nähe anzuschauen.

 

Hoffentlich gelingt der Start in die Touristensaison, zu wünschen wäre es, die Menschen hier an der Küste leben vom Tourismus. Von Bodrum bis nach Antalya ist die lykische Küste auch wunderschön, unverbaute, grüne Natur.                                       

 

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Teakdeck wird verlegt

 

Nach drei Tagen sind beidseits auf Deck einige Teakstäbe gelegt. Die Arbeit geht schneller voran als gedacht. Mit Teilen von Eisenbahnschienen wird das geklebte Holz beschwert. Das arme Schiff stöhnt und ächzt unter der schweren Last.

 

Zu meiner Freude hat es Faik geschafft, die Ankerwinsch zu lösen. Er hat die Holzkeile flach aufs Deck gelegt und die ganze Halterung und Messingrad zusammen raufgedrückt, da hat sich nach einigen gewaltigen Schlägen das Rad gelöst. Geholfen hat sicher auch, dass ich vorher eine Dose WD40 auf die Antriebsachse gesprüht habe. Nun können auch das Lager und die Dichtungsringe ausgewechselt werden. Vor allem aber, kann das Teakdeck flächig gelegt werden und muss nicht um die Winsch rundum verbaut werden.

 

Jetzt wird wegen dem türkischen Nationalfeiertag am 23. April und der Ausgangssperre bis am 26. April nicht gearbeitet. Ausserdem regnet es so stark, dass an arbeiten nicht zu denken ist.

 

 

 

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Bevor wir unser Zuhause verlassen können, müssen wir noch einiges klären. z.B. welche Versicherung....