Traurige Tage

Nun bleibe ich bis Anfang August in der SeturMarina von Mytilini. Eine ruhige Zeit hoffentlich, aber es gibt auch einiges zum Arbeiten am Schiff. Ausserdem will ich Jorges und Zufan in Eresos besuchen und einfach ein bisschen Hafenleben geniessen. Noch weiss ich nicht was noch passiert die nächste Woche.

Als erstes muss ich aber die Anode am Propeller ersetzen, die habe ich irgendwo verloren. Die war schlecht angeschraubt oder hat sich so schnell zersetzt und hat sich von den Schrauben gelöst. 

Zum Glück hat der MarineShop im Hafen die Anode in der richtigen Grösse und ein Taucher läuft mir auch über den Weg. So ist die Anode schon am ersten Tag ersetzt. Das läuft ja perfekt. Mein Transitlog läuft Ende Juli aus, es ist 18 Monate gültig, aber ich darf nur 6 Monate Skipper sein, kompliziert die Griechen! Was machst du, wenn du alleine unterwegs bist?? Ich bin zum Zollamt und der nette Beamte hat mir mein Transitlog um 2 Monate verlängert. so guet, wieder eine Sorge los.

Nun werden die Bettwäsche und die Kleider gewaschen und im Wind getrocknet. 

So kann ich nun mit dem Bus zu Jorges und Zufan nach Eresos. Der Bus braucht fast zwei Stunden für die 90 Kilometer, quer durch die Insel Lesbos. Ich werde herzlich empfangen, bekomme das Gästehaus zum Wohnen und Zufan verwöhnt uns alle mit feinem Essen. Ich helfe im Garten, wir schützen die Trauben mit kleinen Netzen vor den Wespen und Hornissen. Die Berge rundum sind karg und ausgetrocknet, es fällt den ganzen Sommer kein Regen.

Nach der Siesta fahren wir an den Strand und erleben am Abend das Spektakel der Erinnerung an die Versenkung eines türkischen  Kriegsschiffes. Jedes Jahr wird dieses Ereignis, das sich während der türkischen Besatzung ereignete gefeiert. Na, ja, ein grosses Modellschiff wird angezündet und geht mit schwarzem Rauch in Flammen auf, danach gibts ein grosses Feuerwerk.

Von meiner Familie erfahre ich, dass mein Vater ins Pflegeheim muss. Da es ihm dort nicht gefallen hat, ging es ihm gesundheitlich immer schlechter. Ich habe einen Flug in die Schweiz gebucht und kurz nachdem ich angekommen bin, ist er am 24. Juli gestorben. Nach dieser traurigen Zeit bin ich nach der Beerdigung wieder zurück geflogen, nach “Hause” zum Schiff. 

 

 

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