Ikaria und Fourni-Archipel

Von Pythagorion segeln wir nach Marathokampos. Dieser Ort im Südwesten von Samos, liegt am Fuss sehr hoher, steiler Bergrücken, hier bläst der Wind immer noch verstärkt und in Böen von den Bergen. 

In Marathokampos wurde in den letzten beiden Jahren ein grosser, neuer Hafen gebaut. Alle Infrastruktur ist vorhanden, Wasser und Strom inkl. nur der Hafenmeister fehlt der die Liegegebühren einkassiert! Griechische Organisation, die aber das Leben hier auch so angenehm macht.

Wir erwarten Rita aus der Schweiz für den Törn zu den nahen Inseln Ikaria und dem Fourni-Archipel. 

Nach einem Eingewöhnungstag im Hafen, segeln wir am nächsten Morgen der Küste von Samos entlang bis Limnionas. Dort ankern wir in einer Bucht, Badestopp, nur das Haus eines Fischers steht hier und natürlich eine Kapelle, wir geniessen das Schwimmen im glasklaren Wasser. Am Mittag gehts weiter nach Westen, der Wind wird stärker und stärker, zwischen den Inseln Samos und Fourni entsteht eine Düse das bringt die Serenità in Schräglage, Rita ist zum Glück seefest, so erreichen wir mit viel Wind die Insel Ikaria. Wir legen in der Hafenstadt Kirikos an, auch hier wurde eine neue Marina gebaut, auch hier ganz griechisch, fertig aber nicht bewirtschaftet. Hier in Ikaria gibts heisse Quellen und Thermalbäder, so nehmen wir am nächsten Morgen ein Taxi und fahren 15 Minuten zu den heissen Quellen an der Küste. Nicht ganz einfach die Kletterei bis zu den siedend, heissen Quellen, aber eindrücklich und herrlich im warmen, heilenden, radioaktiven Wasser zu liegen. 

Da nicht viel Wind angesagt ist wagen wir nach dem Mittagessen den 10 Meilen Tripp nach Magganiti einem kleinen Fischerdorf an der Küste von Ikaria. Wir haben gereffte Segel, da immer wieder Böen vom Bergkamm über das Wasser fegen. Es ist ein Stopp und Go segeln, mal schnell dann langsam, 2 Meilen vor dem Hafen entscheiden wir uns die Segel zu bergen und den Diesel anzuwerfen, gute Entscheidung, denn während dem Segelbergen kommt der Wind endgültig über den Berg und das Wasser schäumt weiss, plötzlich hat es 40 Knoten (75 Km/h) Wind. Können wir überhaupt rein in den winzigen Hafen? Hat es Platz zum Manövrieren? Müssen wir zurück nach Kirikos? Ich wage es in den Hafen zu fahren, wird wohl nicht so viel Wind haben, direkt unter dem Berg. Nur langsam kommen wir gegen den stürmischen Wind an, wir finden Platz im Hafen, längsseits an der Mole. So liegen wir geschützt unterhalb der kleinen Ortschaft, die am Berghang liegt und wo die Kirche alles überragt. Als am Abend ein Fischerboot kommt, müssen wir uns verholen, dafür gibts einen Sack voller leckerer Fische geschenkt. Wir bedanken uns mit ein paar Dosen Bier. 

Am nächsten Morgen gibts den obligatorischen Spaziergang rauf ins Dorf, vorbei an unzähligen blühenden Mönchspfeffersträuchern. Unglaublich wie die Schmetterlinge trotz starkem Wind von den Blüten des Mönchspfeffers übers Meer nach Ikaria gelockt werden. 

Ikaria ist eine windige Ecke in der Ägäis, auch die Fourni-Inseln, die wir am nächsten Tag besuchen. Kein Wunder ist hier Ikarus abgestürzt.

In Fourni liegen wir zwei Tage in einer Bucht, geniessen das Schwimmen und die Wanderung ins nahe Fischerdorf, bis uns der stürmische Wind am nächsten Tag zurück nach Samos bläst. Wir hatten diese Woche genug Zeit zum Lesen, zum Schwimmen, zum Staunen und Rita zum Zeichnen. Wind und Wellen haben uns immer wieder gezeigt wie stark und wild die Kräfte der Natur sind. Doch auch Poseidon braucht seine Ruhe, so liegen wir am Schluss der Woche sanft schaukelnd in Pythagorion und staunen über den Rummel am Abend und die laute Discomusik der "normalen" Welt.

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Kommentare: 1
  • #1

    RITA (Sonntag, 30 Juni 2019 12:14)

    AHOI .... Jaaa! genauso war’s!
    Lieber Paul und liebe Marina, vielen herzlichen Dank für die so tolle, wunderschöne Segelwoche. Ihr habt mir auf sehr sympathische Weise ermöglicht meinen Traum zu verwirklichen. Kalo Taxidi!