Kos, die Insel des Hippokrates

Der Regen und vor allem der stürmische Südostwind halten uns am Sonntag auf Nisyros gefangen. 

 

Das Wetter lässt nicht viel Aktivität zu, wir geniessen die Dusche für 2 Euro beim Autovermieter, und essen wie echte Griechen am Sonntagmittag in der Taverna. Die Taverna schaut schmuck aus, das Essen schmeckt uns aber gar nicht.

 

Den ganzen Sonntag werden die Ikonen von den Klöstern, in die Kirche im Ort gebracht und mit Böllerschüssen begleitet. Gioia hat keine Freude am den Spektakel, das immer eine Woche nach Ostern stattfindet. 

 

Am Montag können wir nach Kos segeln, leichter Wind und der Dieselmotor bringen uns in den antiken Hafen von Kos. Direkt bei der Einfahrt in den Hafen Mandraki, liegt die venezianische Festung der Ritter des Johanniterordens. 

 

Nach dem Anlegen gibt´s einen Bummel durch die Stadt. Wir finden die Platane des Hippokrates, von dieser riesigen Platane erzählt man, dass sie Hippokrates selbst gepflanzt hat und in ihrem Schatten die Heilkunst gelehrt hat. 

 

Auf Schritt und Tritt begegnen uns Altertümer aus Zeit Alexanders des Grossen. Wir besuchen das 

 

archäologische Museum und die Villa Romana. 

 

Am nächsten Tag gehts mit dem Mietwagen auf Entdeckung. Zuerst fahren wir zu dem Thermen die direkt am felsigen Meeresstrand liegen. Doch keine(r ) von uns will ins warme Wasser steigen. So gehts zum Höhepunkt vom heutigen Tag, das Asklepieieon. Die Tempelanlage wurde zu ehren von Asklepios, dem Gott der Heilkunst im 4. bis zum 2. Jahrhundert vor Chr. gebaut. Nicht nur Tempel standen hier, nein, auch eine medizinische Schule und grosse Hallen, wo die Kranken behandelt wurden. Die Schüler von Hippokrates haben hier gewirkt. Von zuoberst beim grossen Tempel des Asklepios hat man einen tollen Blick über die weitläufige Anlage, die Stadt und das Meer mit der türkischen Küste am Horizont. 

 

Unsere Ausfahrt führt uns als nächsten an den Strand, Kaffeepause für Barbara und Faulenzen am Schatten für uns alle. Dann gehts in die Berge zu den Dörfern Zia und Lagudi. So ganz begeistern können wir uns nicht für die Dörfer am Berg Dikäos, wir schlendern durch Zia mit den Souveniershops und sind bald wieder im Auto auf der Suche von einem Einkaufszentrum. Wir müssen unseren Proviant und Wasser auffüllen. Gioia und ich warten im Auto, diese grossen Foodtempel sind nicht mein Ding. 

 

Am Mittwoch segeln wir nach Symi, wir den ganzen Tag unterwegs, wir hoffen auf guten Wind für die 40 Meilen. Der türkischen Halbinsel Datscha entlang, klappts mit dem Wind, immer wieder kommen aber kräftige Böen von den Bergen und Barbara muss aufmerksam steuern. Sie macht das sehr gut und hält die Serenità auf Kurs. 

 

Nun bleiben uns nur noch zwei Tage zusammen mit Barbara, am Freitag fährt sie mit der Fähre nach Rhodos und fliegt am Samstag zurück in die Schweiz. 

 

War haben viel aus ihrem interessanten Leben erfahren und bewundern ihren Mut, so vieles alleine anzupacken und zu meistern. 

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Rita (Donnerstag, 16 Mai 2019 05:17)

    Wieder ein toller Bericht.... !!! Es ist jedesmal ein Vergnügen Eure Zeilen zu lesen, die mich in Eure Welt und an die schönsten Orte dieser Welt versetzen. Vielen herzlichen Dank.

  • #2

    Barbara (Donnerstag, 16 Mai 2019 10:43)

    Wie hat Udo Jürgens gesagt: "Mit 60 fängt das Leben an"? Auf mich bezogen sage ich: Mit 73 hört das Leben nicht auf!
    Nachdem ich den Segelschein auf den Engadiner Seen erworben hatte, habe ich mich immer wieder nach einer Mit-Segel-Möglichkeit umgesehen. 22! Jahre später habe ich im Angebot von Marina und Paul gefunden, was mir schien, auf mich zugeschnitten war: Mini-Crew – nur sie beide und ich, sozusagen exklusive Einzelbetreuung – griechische Inseln, Tag und Nacht Licht, Luft, und auf Augenhöhe mit dem Meer.
    Natürlich war ich der Meinung, Anfang Mai punkte das Wetter Tag für Tag mit blauem Himmel, sanften Wellen, gleichmässigen Winden aus der richtigen Richtung, die uns flott vorwärts bringen. Auf der Fahrt nach Nisyros hat Poseidon jedoch heftig mit dem Dreizack gewunken und uns daran erinnert, wie die Insel entstanden ist (s. Mythologie und Geschichte im Internet). Paul musste mir ein paar Mal versichern, dass das Boot auf keinen Fall kentern könne, auch nicht bei einer Schräglage von mindestens 45° (oder waren es mehr?) zum Horizont.
    Die Insel hat mich bezaubert, sie ist so klein und so unglaublich vielfältig, bezüglich Geologie, Mineralogie, Fauna und Flora. Auch Tilos und Symi haben mir gefallen. Auf Rhodos und Kos hat der Massentourismus seine unüberseh- und -fühlbaren Spuren hinterlassen, grrrrr.
    So ein Segelschiff ist so etwas wie eine grosse Power-Plate: Es hält den Körper in ständiger, vielfältiger Bewegung. Somit auch das Hirn, das sich permanent auf die Veränderungen einstellen muss. Man darf sich nicht verspannen, am besten, man gibt sich den wechselnden Gegebenheiten hin, die von Wind und den Wellen vorgegeben werden und setzt die richtigen Muskeln ein. Bauchdecken- und Beckenboden-Muskulatur, hihi, hatte mir der Physiotherapeut doch grad sehr empfohlen wegen meiner Rückenprobleme. Bin am letzten Tag ganz locker von Bord gegangen!
    Wir sind in Rhodos gestartet, haben Symi angelaufen, hier in einer bezaubernden Bucht geankert sowie im Hafen des Wallfahrtsortes/Klosters Panormithis. Weiter nach Tilos, Nisyros und Kos. Von Kos nochmals nach Symi, diesmal im Norden beim Ort mit den Häusern im neoklassizistischen Stil – Fotos fürs Poesiealbum! Von dort bin ich mit der Fähre nach Rhodos zurück. Marina und Paul sind in die entgegengesetzte Richtung weiter gesegelt.
    Wir haben uns nicht gekannt, uns also auf ein zwischenmenschliches Abenteuer eingelassen. Es war eine gute Zeit, spannend in jeder Hinsicht, immer ausgerichtet und in Abhängigkeit von Wind und Wetter. Woraus sich alles andere ergeben hat.
    Marina und Paul, herzlichen Dank für Eure Gastfreundschaft auf Eurer schwimmenden Power-Plate!
    Barbara