Wanderung im verschneiten Wald

Kaum sind wir aus dem Bus gestiegen spüren wir den eisigen Wind und die Schneeflocken peitschen uns um die Ohren. Ich habe Handschuhe und Kappe mit, doch die Schuhe werden arg strapaziert im aufgeweichten Boden. 

Der Weg durch den Wald ist nicht gut markiert, ab und zu ein roter Punkt oder ein Steinmännchen. Oft müssen wir erraten wo der Weg ist, oft sind es nur Pfade für Ziegen. 

Das Plätschern der Bergbäche, das Rauschen des Windes und der helle Klang der Glocken von den Ziegen begleiten uns den ganzen Tag. Wir sehen immer wieder Ziegen am anderen windgeschützten Bergrücken. Die kretischen Ziegen sind trittsicher und finden auch in den rauhen Bergwäldern noch ein wenig Futter. Ihr dickes, nasses Winterfell scheint unglaublich schwer zu sein. 

Nach einer Pause an einem Aussichtspunkt gehts weiter bergauf. Wir müssen eine schmale Felsschlucht überqueren, damit wir auf die andere Talseite kommen. Zum Glück hat Jerry ein Seil dabei, das hilft die paar Meter runter- und raufzuklettern. 

Auf dem höchsten Punkt unserer Wanderung ist Mittagspause. Wir sitzen windgeschützt hinter den mächtigen Felsen und haben einen herrlichen Blick über die Wälder und Bergrücken. Die Wolken haben sich nun verzogen, die Sonne bringt die schneeweissen Gipfel zum Leuchten. 

Nun geht es abwärts mitten durch Kiefern- und Eichenwälder. Wir überqueren einen grossen Bergbach, das heisst wir müssen von Stein zu Stein springen. Die ungeschickten bekommen nasse Füsse. 

Bald erreichen wir den ersten Bauernhof. Danach geht es, auf der Bergstrasse, runter bis zum nächsten Hof, wo unser Auto steht. 

War doch eine tolle Wanderung, zuerst der Schneefall, dann die Suche nach dem richtigen Weg, dann Sonne und herrliche Bergsicht. Wir haben ein Stück Natur auf der Südseite der Insel Kreta kennen gelernt, gleichzeitig lernen wir einander immer besser kennen und sind glücklich, trotz schlechtem Wetter zu Beginn der Wanderung, die Bergtour gewagt zu haben. 

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