Chios - in den kargen Bergen

Am nächsten Morgen, gehts nach dem sonntäglichen Frühstücksei und dem Kaffee rüber nach Chios. Es sind nur 12 Seemeilen bis Chios. Der Nordwind bläst mit Windstärke 5-6, wir steuern die  Marina in Chios an, der einzige sichere Liegeplatz. Diese neue Marina, ist noch nicht fertiggebaut, oder wird nie fertig ausgebaut, doch hier liegen wir ruhig. Zu Fuss sind es etwa 2 Kilometer bis ins Stadtzentrum. Wir umrunden die riesige alte Festung, das war der türkische Ortsteil, erbaut haben sie die Byzantiner und vergrössert die Genesen. 

Wir wollen für den nächsten Tag ein Auto mieten, und die Insel erkunden. Mit viel Glück finden wir ein freies Auto, und können es sofort mitnehmen. So ersparen wir uns den Marsch zurück zum Schiff. 

Zuerst muss Gioia am nächsten Morgen zum Tierarzt, sie erbricht das Essen immer wieder und es wird seit ein paar Tagen nicht besser. Die Tierärztin, stellt keine Erkrankung fest, gibt ihr zwei Spritzen gegen die Magenverstimmung doch Gioia ist scheinschwanger das muss vielleicht noch behandelt werden. Nun hoffen wir, dass sich Gioia schnell erholt.

Wir starten zu unserer Insel Erkundung. Zuerst geht es steil den Berg hinauf zum Kloster Nea Moni. Dieses byzantinische Kloster liegt in einem tiefgrünen Tal, es wurde 1045 gegründet. Leider wurde ein gross Teil der Kirche durch das Erdbeben 1881 zerstört. So auch das Mosaik von Pantokrator, das eines der schönsten der Welt war. Die herrliche Sicht über die Täler, reicht bis runter ans Meer.

Weiter fahren wir durch die Berge nach Anavatos. Die imposante, verlassenen Ruinen dieses Dorfes, liegen auf einem gewaltigen Felsen, der auf drei Seiten senkrecht abfällt. Von der Nordseite führen Treppen rauf zu den teilweise verfallenen Häusern. Anavatos ist einer der Orte, an dem 1822 Tausende von Bewohnern der Insel Zuflucht suchten, um dem Blutbad zu entgehen.

Die Türken haben sich für einen Aufstand gerächt. Das ungeheuerliche Gemetzel hat ganz Europa erschüttert. Delacroix schuf das Gemälde, “Das Blutbad von Chios” und Viktor Hugo schrieb das Gedicht “Die Kinder von Chios”. 1912 wurde Chios schliesslich befreit. 

Doch heute sind die Türken gerne gesehene Gäste, die Speisekarten sind sogar auf türkisch geschrieben. Am Mittag halten wir in der Ortschaft Avgonima, ein ursprüngliches Bergdorf, wir essen in der Taverna am Dorfplatz. In der Küche gibt es vom Chef persönlich eine Demonstration wie die Teigwaren mit Spinat (Strozzapreti) von Hand zubereitet werden. 

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