Euböa-Kanal Südteil

Der Wind meint es gut mit uns, wir können die 25 Meilen an die Südspitze von Euböa segeln und   machen in der Stadt Karystos am Pier fest. Wir bleiben zwei Tage in der Stadt, danach segeln wir zur nahen Insel “Mégalo”, da gibts eine vom Nordwind geschützte Ankerbucht. Wir werden vom starken Wind überrascht, der aus der Meerenge zwischen Euböa und der Insel durchbläst, wir haben rechtzeitig gerefft so legt sich die Serenità schön auf die Seite und wir rauschen mit den 30 Knoten Wind, mit über 7 Knoten vorwärts. 

Wir ankern in der wunderschönen Bucht, doch die Fallwinde kommen über den Berg und es bläst so stark, dass wir erst nach 24 Std, also am nächsten Abend einen Ausflug mit dem Dinghi ans Ufer wagen. Hier könnte ich einige Tage verweilen so schön ist es. Nach zwei Nächten in der Bucht, gehts dann im “Kanal” von Euböa nordwärts. In zwei Etappen erreichen wir, nach der Durchfahrt unter der Autobahnbrücke, Chalkis. 

Euböa ist die sechstgrösste Insel im Mittelmeer, ist 160 Kilometer lang und schmiegt sich nahe ans Festland von Griechenland. In Chalkis ist Euböa nur 39 Meter vom Festland entfernt. In dieser schmalen Passage strömt das Wasser gesteuert vom Mond alle 6 Std. nordwärts, dann wieder südwärts. Nur bei Stromstillstand wird in der Nacht die Brücke für die Durchfahrt geöffnet. 

Wir bleiben vier Tage, weil immer starker Nordwind bläst, der eine Weiterfahrt nicht sinnvoll macht.

Da Yolanda und Peter aus Kreta und neue Bekannte aus Australien, Julia und Ian auch auf gutes Wetter warten sind die Tage abwechslungsreich. Wir erkunden zusammen die Venezianische Burg mit dem Museum und unser einheimischer Schiffsnachbar gibt uns sein Auto für eine Einkaufstour und lädt uns am Samstagnachmittag zum Essen in die Taverna bei der Brücke ein. Das war echt ein Erlebnis. 

Am Montagabend nach allen Formalitäten mit Hafenbehörde und Port-Polizei ankern wir vor der Brücke und warten auf den Funkspruch zur Brückendurchfahrt. Endlich um 02.45 öffnet die Brücke, das Wasser steht still, wir und viele andere Schiffe passieren die schmale Meerenge. 

Auch die alten Griechen haben über die starke Strömung hier gestaunt, und gerätselt, wieso das Wasser alle 6 Stunden, nördlich und dann wieder südlich strömt. 

Wir sind endlich durch und fahren im Dunkeln weiter bis wir am Morgen um 10 Uhr, nach einem schrecklichen Erlebnis in Limni ankommen. 

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