Nordkorfu und griechische Küste

Unsere Reise durch das Ionische Meer geht weiter in den Norden von Korfu, in die Meerenge zwischen Korfu und Albanien. Im Nordosten von Korfu gibts einige geschützte Buchten und wir ankern in einer bewaldeten Bucht umgeben von Sandstrand. Korfu hat viele Wälder, wie alle anderen Inseln, nur das Festland ist abgeholzt und wegen den vielen Ziegen und Schafen bleibt das Land kahl und öde. 

Wir beraten, ob wir nach Albanien segeln sollen, dann wären wir ausserhalb der EU und wir könnten wieder unbelastet 18 Monate in der EU ohne Zollprobleme segeln. Doch die vielen Formalitäten schrecken uns ab. 

Wir segeln ans Festland von Griechenland in eine lange, schmale, verwinkelte Bucht, unser Ankerplatz ist wie in einem kleinen See, umgeben von Land. Wir sind ganz nahe der albanischen Grenze, manchmal soll die griechische Polizei in die Bucht kommen und die Segler wegweisen. Wir können aber die Ruhe und die Abgeschiedenheit geniessen, nicht einmal Internetempfang gibts hier draussen. 

Wie bis jetzt täglich kommt am Mittag der Nordwestwind und so rauschen wir am späteren Nachmittag in die Bucht von Sivota-Mourtos. Wir finden einen Platz an der Hafenmole, Liegegebühren inkl. Wasser, Strom und Trinkgeld Euro 10.— Mourtos ist ein kleiner Ort mit vielen Appartements und wenigen Hotels und liegt wunderbar geschützt hinter einigen kleinen vorgelagerten Inseln. 

Die Sonne versinkt am Abend hinter den Umrissen von Korfu.

Am nächsten Tag segeln wir weiter südwärts, wieder schöner Segelwind, wir haben über 20  Knoten Wind von hinter und finden eine tolle Bucht geschützt und ohne Wellenschlag. Wir ankern und machen mit einer langen Leine am Ufer fest. Noch sind wir alleine hier, wir geniessen die Ruhe in der abgeschiedenen Bucht mit den roten Felsen, dem glasklaren, blauen Wasser, wir hören nur das Gezirpe der Grillen und die Vögel. 

Am nächsten Tag bleiben wir bis Mittag. Wir "arbeiten", wir ersetzen die Teakzapfen auf dem Deck, viele sind rausgefallen. Das heisst die Schraube aus dem Teak drehen, das Loch etwas tiefer bohren, Holzleim ins Loch und einen neuen Teakzapfen reinschlagen. Nach dem Schleifen sieht das Deck dann wieder perfekt aus. 

Der Wind kommt ja immer erst mittags, wir setzen unseren blau-weissen Genacker und segeln gemütlich bis Lygia. Ein kleiner Hafen, die Einfahrt gespickt mit Felsen, darum sind wohl fast keine Segler hier, das Liegen ist gratis. 

Wir wollen am Samstag in Lefkas sein, darum bleiben wir 3 Nächte. Wir geniessen das Strandleben und haben eine gute Zeit mit den anderen Seglern die sich in den Hafen gewagt haben. Das sind die Dänen, Tomi und Lotte lise-lott@icloud.com und aus Italien Gian-Franco und Rosa. Er ist ein Extremsportler, war Italiens bester Trial-Motorradfahrer. Nachts um 11 Uhr hat er sich die Taucherausrüstung angezogen und die Harpune und Lampe unter den Arm geklemmt und ist in der Dunkelheit in der felsigen Hafeneinfahrt auf Fischjagd gegangen. Als Höhepunkt wurde er von den Fischern aus dem Hafen gefischt, die haben die Hafeneinfahrt mit einem Netz abgesperrt und mit viel Lärm die Fische und Gian-Franco ins Netz gejagt. Der verwegene Italiener ist über 70 Jahre alt!!! Sein Markenzeichen ist Fahrrad fahren auf den schneebedeckten Pisten und Waldwegen mit bluttem Oberkörper, da hat ihm sogar Alberto Tomba zu seinen Leistungen gratuliert.

Valislis der einheimische junge Fischer schenkt uns viele kleine Fische zwei grössere kaufen wir ihm ab. Für die einheimischen Fischer ist das Leben hart, es gibt nicht viele Fische in den griechischen Gewässern. 

Die grossen (und ein riesiger) Thunfisch(e) werden in der Nacht direkt neben unserem Schiff von einem Fischerboot auf einen Bus verladen, fotografieren verboten, das soll niemand sehen, wohl kleine Mafiamethoden. 

Am Samstagnachmittag kommen wir in Lefkas an, hier bleibt das Schiff während unserem Schweizer Aufenthalt. 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0