nach Le Castella, in Kalabrien

Es wird erst langsam hell draussen und wir sehen schon das erste Schiff auslaufen. Wir sind noch nicht bereit, Gioia muss noch raus und der Kaffee ist noch nicht fertig. 

Nun sind schon die nächsten Schiffe in der Hafenausfahrt, da ist aber was los heute, alle wollen nach Griechenland oder nach Crotone das über 60 Meilen entfernt ist.

Auch wir finden den Weg aus dem Hafen, heute ist es auch einfacher, keine Brandung über der Sandbank. 

Wir fahren mit Maschinenantrieb, Wind gibt es erst später. Die fast 1 Meter hohen Wellen kommen uns aber entgegen, so gehts nur langsam vorwärts. Gioia hat auch keine Freude am hohen Seegang.

Um 10 Uhr kommt der Wind mit über 25 Knoten, Windstärke 6. Jetzt läuft das Schiff, mit über 7,5 Knoten Fahrt gehts vorwärts. So schnell waren wir noch nie! Der Wind bläst bis um 13 Uhr, dann ist Schluss. Er dreht um 180 Grad und wir kommen nur noch langsam voran. Schade, wieder den Motor anwerfen und weiter Richtung Crotone. 

Um 14 Uhr entscheiden wir, dass wir vor Le Castella ankern werden. So sind wir nicht so lange unterwegs. Den Ort hat uns der Segelflicker empfohlen, wir segeln mit dem wenigen Wind die letzten 7 Meilen und ankern um 16 Uhr in einer sandigen Bucht ausserhalb der Hafeneinfahrt. 

Mit dem Dinghi gehts in den Hafen, wir machen uns auf die Suchen nach dem Castell in dem verlassenen Ort. 

Wir finden die Burg, auf der anderen Seite der Stadt und staunen wie viele Leute da sind, wie viele Restaurants und Bars es hat. Da ist echt was los an diesem Sonntag, Muttertag auch in Italien.

Eine Statue von Kilic Ali Pascha steht auf dem Dorfplatz, er war muslimischer Korsar und osmanischer Admiral im 16. Jahrhundert und ist hier geboren. Er hat im grossen Stil die Küsten des Mittelmeers erobert, vor allem in Nordafrika und Süditalien. 

Nach dem Rummel in den Gassen und dem Spaziergang um das Castell, fahren wir wieder raus zu unserem in den sanften Wellen schaukelnden Schiff. 

Wie stark die Wellen an die Hafenmauern schlagen können ist an den eingestürzten Betonteilen zu sehen. Heute ist es zum Glück ruhig.  

 

 

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