Karwoche in Licata

Die Vorbereitungen für das Osterfest werden hier in Licata jeden Abend zelebriert. Schon am Mittwochabend ist eine Prozession, da wird der leidende Jesus  durch die Strassen ins Kloster getragen, begleitet von Musik und vielen Leuten. 

Am Gründonnerstag sind mehrere Prozessionen und das letzte Abendmahl wird vor der Chiesa Madre gespielt. 

Am Karfreitag wird Christus zum Kreuz getragen, die letzten 200 Meter begleitet von der Marienfigur, dann wird er um 16 Uhr ans Kreuz gebunden. Die Strassen sind voller Leute. 

Nach der Zeremonie treffen wir uns mit Pino und Camilla, wir sind zum Essen eingeladen. Die Fastenzeit ist vorbei. Es gibt Muffoletto, das ist ein Brot mit Anis, das nur an Ostern gegessen wird, dazu gibts Thunfisch, Sardellen und viele kleine, feine Leckereien. Natürlich gibts auch Nero d' Avola und hausgemachten Limoncello. 

Es sind die Familie und Freunde eingeladen, Birgit mit Sid und Ueli und Ruth, unsere beiden Schweizer Freunde die hier in Licata leben sind selbstverständlich auch dabei. Durch Ueli und Ruth haben wir Pino und Camilla kennen gelernt. Wir fühlen uns geehrt an diesem traditionellen Karfreitagessen dabei zu sein. Bevor am frühen Abend die Messe beginnt verabschieden wir uns. 

Am Abend um 20 Uhr ist halb Licata wieder auf den Beinen, Jesus wird vom Kreuz geholt und in die Kirche San Girolamo gebracht. Das dauert Stunden, wir können nicht bis zum Schluss durchstehen, die Prozession wird ohne uns enden. Das war der traurige Teil vom Osterfest, jetzt kommt die Hoffnung auf ein erfülltes Leben und die Auferstehung. 

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