An die Westküste Siziliens

Der Morgen kündigt sich mit einem leuchtenden rot am Horizont an. Die Fischer verlassen den Hafen, das ist bestimmt ein gutes Zeichen, dass Wind und Wellen sich beruhigt haben.

Wir starten um 7.45 den Motor, setzten kurz nach dem Hafen die Segel, Kurs Südwestwärts nach Trapani.

Wir haben mehr Wind als vorausgesagt, die Wellen sind nur noch 1,4 Meter hoch, es macht richtig Freude zu segeln. Der Wind steht leider zu stark südlich, so dass wir Trapani nicht direkt ansteuern können. So müssen wir kreuzen und das gibt einige Meilen mehr. Marina wird immer ruhiger und muss ab in die Koje, die Wellen sind zu unangenehm, Seekrank ??? 

Kurz vor Trapani stellt der Wind ab, mit Hilfe vom Motor gehts an allen Untiefen vorbei in den Hafen.

Marina ist wieder fit und fragt über Funk, ob wir in den Hafen einlaufen dürfen, das ist speziell hier, vermutlich wegen den vielen Fähren welche zu den Ägadischen Inseln rein und raus fahren.

Wir legen nach 23 Meilen um 13.45 im Hafen an. Nach dem “Anleger” gibts was feines zu Essen, dann ab in die Stadt. Es wird früh dunkel, die Sonne geht hinter den Ägadischen Inseln unter. Dann erscheint im Osten der Vollmond, da er der Erde extrem nahe ist ist er 14 % grösser als sonst, wir haben Glück, die Nacht ist fast wolkenlos. 

Wir bleiben 2 Nächte, wollen am Montag rauf nach Erice, eine antike Stadt, 750 Meter höher gelegen als Trapani und mit einer Seilbahn bequem zu erreichen. Drunten in der Stadt scheint die Sonne, hier oben in Erice ist es wolkenverhangen. Mystisch, die Burgen und Kirchen tauchen aus dem Nebel auf. Runter nach Trapani ist der Blick frei. Doch ganz Erice ist eingehüllt in die eine grosse Wolke. 

In früheren Zeiten war Erice ein berüchtigtes Zentrum des Liebeskultes der Venus. In dem heiligen Tempel wurde ein spezieller Kult der sakralen Prostitution praktiziert. Trotz der zahlreichen Überfälle blieb das Heiligtum immer unversehrt, unschwer zu erraten warum. 

Ich konnte wegen des Nebels den Tempel nicht finden. Oder wurden aus den Tempelsteinen etwas eine der vielen Kirchen gebaut? 

Gefunden haben wir aber das weltberühmte Café Maria mit den herrlichsten sizilianischen Leckereien. 

 

 

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