Rüber zur Insel Ustica, Sizilien

 

Wir haben den Wetterbericht genau studiert, der starke Nordwind wird in der Nacht auf Samstag abflauen, die Wellen noch 1,5 Meter hoch sein, dann weit draussen, wird es wenig Wind haben und vor Sizilien wieder guter Wind aus Nordost. Wir wünschen uns einfach genug Wind für die 180 meilenlange Überfahrt.

 

Die Nacht ist unruhig, es kommt Schwell in den Hafen, doch der Wecker erlöst uns um 5 Uhr früh. Schnell Kaffee machen, kurz mit Gioia raus dann sind wir um 6.15 bereit. Es ist noch stockdunkel, wir sehen kaum die Inseln vor dem Hafen, mit genug Abstand passieren wir die Inseln dell’ Ogliastra. Dann setzen wir die Segel. Wir haben den Wind von der Seite und es läuft wunderbar, die Sonne kommt genau um 07.45, um 10.15 sind wir schon 24 Meilen gesegelt, das sind 6 Meilen pro Stunde. Ob das so weiter geht? Doch der Wind lässt etwas nach - wir fahren mit 5 Knoten, auch nicht schlecht!

 

Am späten Nachmittag verschwindet Sardinien am Horizont hinter uns. Wir müssen den Motor starten, da wir nun in der Schwachwindzone sind. Es ist 16.45. Um 18.45 versinkt die Sonne  spektakulär “ins Wasser”. kurze Zeit später stellen wir den Motor ab, nun kommen wir nur noch mit 2-3 Meilen pro Stunde vorwärts, gibt das eine zweite Nacht bis Ustica? 

 

Wir dümpeln durch die Nacht, sehen von Weitem einige Tanker an uns vorbeifahren. Um 7.39 kommt die Sonne über die Wasserkante, es wird wärmer. wir haben im Cockpit draussen geschlafen, so konnten wir die Instrumente, das AIS und die Segelstellung beobachten, gesteuert hat der Autopilot.

 

Wir haben das Ziel Ustica gewählt, weil die Insel vor Sizilien, ein kleines Naturparadies ist. Der Hafen ist nicht gegen alle Winde geschützt, doch bei Nordostwind sollten wir an dem Pier gut liegen. 

 

Nun mit der Sonne kommt der Wind wieder, wir segeln mit 5,5 Knoten Fahrt, Ustica scheint für heute Abend in Reichweite. Wir lesen und schlafen, Gioia bewegt sich seit Samstagmorgen nicht mehr, schläft und wartet. Kochen ist schwierig, da wir immer grössere Wellen haben, doch wir wagen es einmal einen feinen Risotto und einmal Farfalle à la rabiata zu kochen. Wir geniessen die Zeit so alleine draussen im blauen Meer. 

 

Dann um 15.40 sehen wir Ustica vor uns, noch 28 Meilen, noch ca 5 Std. Da wird es dunkel sein bis wir ankommen.

 

Um 19 Uhr rufen wir mit dem Telefon im Hafen Ustica an, wir erhalten Verbindung mit dem Hafenmeister in Palermo, er wird für uns abklären, ob Platz im Hafen ist und ob jemand dort ist. 

 

Wir rufen nach 30 Minuten zurück, gute Nachricht, es ist Platz und es wird jemand von der Küstenwache kommen. Dann haben wir über Funk Kontakt zum Hafen in Ustica, wir sind gespannt auf das Ankommen, der Leuchtturm weist uns den Weg. 

 

Wir laufen um 20.45 in den schlecht befeuerten Hafen ein, niemand ist da, auch keine anderen Segelschiffe. Dann nach ca. 10 Minuten kommt jemand auf dem Motorrad er ist von der Küstenwache, er zeigt uns wo wir anlegen können und hilft uns beim Festmachen an der Mole. 

 

Geschafft. Nun noch warten ob der Anker hält, hier in Ustica müssen wir vorne den Anker legen und hinten mit den Leinen am Pier festmachen, nciht ganz einfach zu zweit in der Nacht.

 

Dann gibts noch einen Drink am Dorfplatz, es ist ja jetzt Winterzeit und somit “erst” 20 Uhr. 

 

Das Bier und den Cappuccino in der Bar "Carpe Diem" haben wir uns verdient.

 

 

 

 

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