durch die Biskaya

Spät geht jetzt die Sonne auf, es ist bis 8 Uhr dunkel. Nach dem Frühstück und Gassi gehen, legen wir um 10.15 ab, alle Leinen sind los. Zum Glück ist kein dicker Nebel wie gestern. 

Marina hat Kopfschmerzen und ihr ist schon jetzt schlecht, doch wir müssen los. Das Wetterfenster ist optimal. Ostwind mit Windstärke 3-4 gemäss Windyty, vor der spanischen Küste wird es mehr werden, vielleicht kommen wir auch erst, wenn der starke Wind vorbei ist.

Draussen in der Rede von Brest, kommt uns die Strömung entgegen, nach 1,5 Std sind wir vor Camaret-sur-Mer, dort können wir die Segel setzen. Wir runden das Cap zwischen den bizarren Felsen und dem Festland mit dem Leuchtturm, sehen wo wir mit Ursula "gewandert" sind. 

Nun gehts südwärts, bei der Ile de Sein, sind wir das letzte Mal nahe am französischen Festland. 

Draussen auf dem Meer kommt der Wind aus Nordwest, aber etwas zu schwach für die grosse Dünung. Um 17.15 Uhr starten den Motor, der hilft uns das Schiff in den Wellen stabil zu halten. 

Am Abend begleiten uns viele Delfine, wir staunen, wie die neben dem Schiff schwimmen, unten durch tauchen und vor den Bug dahin gleiten. 

Marina und ich sitzen abwechselnd im Cockpit und halten Ausschau nach anderen Schiffen und kontrollieren den Kurs. Als sie mich um 2 Uhr in der Nacht weckt, hat der Wind gedreht, auf Nordost und er ist stärker geworden. Endlich können wir den Motor abstellen. Der Mond steht hoch am Himmel, so haben wir eine helle Nacht. Die Delfine verlassen uns, das Motorgeräusch hat ihnen wohl gefallen. 

Am Morgen um 06.30 haben wir die ersten 100 Meilen geschafft, doch genau jetzt fällt die Anzeige auf dem Bildschirm aus, "Strommangel". Wir hatten den Autopiloten immer eingeschaltet, dieser Motor frisst wohl zu viel Strom. Wir starten den Motor, der soll die Batterien wieder aufladen. Das machen wir nun 2 x am Tag für 1/2 Stunde. Ab jetzt bleibt der Autopilot ausgeschaltet, wir steuern selber. Um 8 Uhr ist Sonnenaufgang, jetzt wird es wieder wärmer. Kaffeetime, nicht ganz einfach das heisse Wasser durch den Filter giessen, alles schaukelt bei den Wellen! Wir ruhen und steuern abwechslungsweise, Marina ist zum Glück wieder fit. Der Wind frischt auf, kommt aber immer optimal von der Seite, so liegen wir nie mit Schräglage in den Wellen. Wir sind alleine unterwegs sehen nur 1x ein Segelschiff das uns entgegen kommt. Einige Frachter kreuzen unseren Weg, doch weit entfernt. Vor uns sehe ich Rauch aufsteigen, ist das eine Fata Morgana oder ??? Dann sehen wir es genauer, Wasserfontänen, das ist ein Wal, hoffentlich taucht der ab bevor wir dort sind. Wir sehen in nicht er ist wohl abgetaucht. Bei Sonnenuntergang haben wir 186 Meilen auf der Anzeige, etwa mehr als Halbzeit. Wir sind am Rechnen, vielleicht gibts keine 3. Nacht !! Bei hellem Mondlicht verkleinern wir die Segel, der Wind nimmt immer mehr zu und die Wellen werden höher. Wir haben die Starkwindzone vor der spanischen Küste erreicht. 

Um 4 Uhr beginnt sich die Erde vor den Mond zu schieben, Mondfinsternis, der Mond bleibt gelblich sichtbar, es wird aber sehr dunkel, nun können wir den herrlichen Sternenhimmel bewundern. Langsam wird die Mondsichel wieder grösser, bis um ca. 6 Uhr wieder Vollmond ist. 

Sonnenaufgang um 8.15 wir haben 265 Meilen. Noch 80 Meilen, bei dem Wind schaffen wir das bis am Abend nach La Coruna. Wir steuern durch die Wellentäler und Wellenberge, wenn das Schiff auf dem Wellenkamm ist, kommt es mir vor wie auf dem 5 Meter Sprungturm. Wir rauschen immer mit 6 bis 7 Knoten dahin, dank dem langen Kiel, bleibt das Schiff in den Wellen stabil, wir haben keine Angst von den Wellen aus der Fahrtrichtung gerückt zu werden. In den Böen haben wir 36 Knoten Wind auf der Anzeige, wir haben den ganzen Tag Windstärke 6. 

Dann sehen wir am Nachmittag die Berge von Spanien. Arriva Espania. Es ist 12 Uhr 290 Meilen. Es sind aber noch über 40 Meilen bis in den Hafen. Plötzlich ein Knall unter dem Schiff, was haben wir berührt, das Schiff hat sich vorne angehoben, ein Wal? Wir sehen nichts, ich schaue unter die Bodenbretter, ich öffne die Bretter im Vorschiff, zum Glück kein Wasser im Schiff. Was war das ?  Wir wissen es nicht, eine Schildkröte, eine Welle?

Mit Starkwind segeln wir der Küste entlang, da vorne muss La Coruna sein, dann um 19.15 sind wir im Hafen. 

Wir sind froh und glücklich und stolz das wir gut angekommen sind.  Wir haben unsere ersten Nachttörns gemacht, die grosse Herausforderung gemeistert, die Biskaya ist hinter uns. Das war ein grosser Sprung, wir sind 645 Kilometer gesegelt, wir sind nördlich der Schweiz gestartet und sind nun viel südlicher. Jetzt ruhen wir einige Tage aus. 




Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Chrigel (Samstag, 03 Oktober 2015 21:41)

    Hei super! Gratuliere zur erfolgreichen Durchquerung der Biskaya. Den Blutmond draussen auf hoher See zu erleben war bestimmt eindrücklich. Wir haben ihn vom warmen Nest aus verfolgt