weiter dem Ärmelkanal entlang

Am Sonntagmorgen verlassen wir Boulogne, wir wollen bis nach Dieppe, das sind 52 Meilen, die Wetterprognosen sind für heute noch gut, dann soll Starkwind über die Nordküste von Frankreich blasen.

Wir haben Wind aus Südosten, der dann nach Süden dreht und weiterdreht bis West. Ich hoffe der Wind aus Süden ist nur kurz, damit wir unser Ziel, Dieppe möglichst ohne Umwege erreichen. 

Der Wind nimmt zu und wir reffen die Genua danach auch das Grosssegel. Für die 52 Meilen werden wir ca. 10 Std. brauchen, der Südwind ist so schwach, dass wir eine Std. motoren, dann kommt der Wind aus West-Süd-West und wir segeln wieder Richtung Süden. Dann kommen graue Regenwolken, und bald sind wir mitten drin in der Regenfront. 

Im Radio hört Marina von Unwettern und Gewitter, sie möchte schnell in den nächsten Hafen, nicht mehr nach Dieppe. Doch da ist so schnell kein Hafen wir sehen keine Küste mehr, sind aber auf unserem Kurs. Der Wetterbericht im Radio hat sie total verunsichert, fast wäre sie an Land geschwommen. 

Als der Regen nachlässt sehen wir die Küste und auch einige andere Segelschiffe die uns entgegen kommen. Der Wind hat nicht so weit nach West gedreht wie von mir erhofft, somit müssten wir um Dieppe zu erreichen aufkreuzen, was bei den Wellen nicht angenehm ist. Wir entscheiden uns Le Treport anzulaufen, von diesem Hafen haben wir beim Hafenmeister in Boulogne erfahren und Infos erhalten. Dort können wir 2 Std. vor und 2 Std. nach Hochwasser einlaufen, sonst ist die Einfahrt fast trocken!!!

Die Zeit passt, Marina ruft über Funk den Port Le Treport und die meinen kein Problem Madame, kommen sie rein in den Hafen und rufen sie nochmals an, wenn sie da sind.

In der Hafeneinfahrt stand ein Schwell, das Schiff legte sich mächtig auf die Seite, es war zum fürchten bei der schmalen Einfahrt. Dann waren wir drin, im Vorhafen, viele Leute schauten zu. Beim nächsten Funk auf Kanal 12 wurde uns mitgeteilt, dass in einigen Minuten die Schleuse aufgeht und wir in den Seglerhafen einfahren können. Festmachen, aufräumen, aufatmen, cool down.

Am späteren Nachmittag spazieren wir dem Strand entlang, bestaunen die Kreidefelsen die hier 110 Meter aufragen und den gepflegten Kieselstrand. Das Wetter ist wie in unserer Prognose, wieder sonnig, fast windstill, das Meer wieder flach, kein Gewitter, keine Windböen von Stärke 7-8. Der Bericht im Radio war wohl von einer anderen Küste. 

 

Montag, Dienstag, Mittwoch, wir bleiben einige Tage wegen Wind und Regen. Wir fahren mit den Velos nach Eu, einer Stadt mit einem Schloss von Louis-Philippe, klettern auf die Kreidefelsen, geniessen den frischen Fisch vom Markt und schlürfen dutzende Austern. So verbringen wir die Tage in Le Treport, es sind noch Engländer und drei Schiffe aus Holland die auch auf besseres Wetter warten. 

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